Sonntag, 4. Juni 2017

Trattoria di Bassano - Vincenzo, ein Koch mit Herz und Leidenschaft

Trattoria di Bassano, Tronzano

Trattoria di Bassano, Via E. Compà, Tronzano-Bassano, Tel. 0039 333 38.99.603
Ruhetag: Montag




Ich will ja nun nicht theatralisch in meiner Begeisterung für diese einzigartige Trattoria und diese ganz besonderen Menschen dort werden, aber da kocht sich im hintersten Zipfel und doch nur ein paar Minuten vom Lago Maggiore entfernt, Vincenzeno ja schon beinahe die Seele aus dem Leib. Diesen Mann muss man einfach lieben - und seine Küche sowieso. Maria Rosa, seine Frau, steht ihm ruhig und unauffällig zur Seite, meistens im Service, häufig muss sie ihm aber auch schon mal in der Küche assistieren, dann hilft eines der schon beinahe erwachsenen Kinder im Service mit.

Schöner als ich es mit Worten beschreiben kann, hat dies Stefano in seinem Video gezeigt:




Es ist Pfingsten, Sonntag-Mittag. Die bekannten Restaurants rund um den See sind voll besetzt und ausgebucht. Warum verirrt sich niemand in dieses so idyllisch gelegene kleine Dorf? Für uns ist das beinahe wie Nach-Hause-Kommen. Dies ist einer dieser Genussplätze, an die ich immer wieder gerne zurückkehre. Ein Ort, den man am liebsten für sich behalten möchte. Warum erzähle ich euch trotzdem immer und immer wieder davon? Weil diese ganz besonderen Menschen alle Aufmerksamkeit verdient haben und weil ein Auskommen in diesem abgelegenen Dorf nicht immer leicht ist.

Wir haben reserviert - das muss auch sein, denn dann kann man am besten gleich mit ihm das Menu besprechen. Für seine göttlichen Pasta mit Muscheln und/oder Meeresfrüchten muss man ohnehin mindestens einen Tag vorher anrufen, für gegrillte Fische und Meeresfrüchte sowieso, denn die werden am jeweiligen Tag frisch eingekauft und nicht aus dem Tiefkühler geangelt!




Mit 6 Personen am Tisch kann man ein bisschen rumprobieren, seine grandiose Pasta mit dem stundenlang vor sich hin köchelnden würzigen Wildschweinragout oder seine Tagliatelle mit den frischen Steinpilzen aus den Wäldern um Bassano (die zu dieser Jahreszeit noch aus dem Kälteschlaf kommen), in einer cremigen Sauce serviert.

Vincenzo kommt immer wieder an den Tisch und erkundigt sich, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist und zieht sich erst zurück, wenn alle am Tisch mit vollen Backen kauend zustimmend nicken. 

Er serviert die Hauptgerichte, Rinderfilet bzw. Kalbskotelette, mit gegrillten Gemüsen und seinen köstlichen, natürlich selbstgemachten Pommes frites:






Auch die Desserts, die von Maria Rosa und ihrer Tochter frisch zubereitete Kuchenspezialität aus Vincenzos Heimat "La Pasteira Napoletana" mit gekochten Weizenkörnern, Ricotta und kandierten Früchten




bzw. die Crostata di Pere e Cioccolato



finden begeisterte Anhänger bei uns am Tisch. 

Man sagt, dass die Pasteira Napoletana jedem ein glückliches Lächeln entlocken kann - dazu brauche ich nicht bis zum Dessert zu warten, sondern nur die wenigen Stufen zur Trattoria hochzukommen und Maria-Rosa und Vincenzo auf mich zukommen zu sehen...


Wiederbesucht: Grotto Pedemonte und das teuflische Huhn

Grotto Pedemonte, Via Cantonale 47, 6653 Verscio
Tel. 091 796 18 18, Ruhetag: Mittwoch

Im vergangenen Jahr fand in dem von uns früher häufig besuchten Grotto in Verscio ein Besitzerwechsel statt. Dies war nun unser erster Besuch seitdem. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Pedemonte ist und bleibt eines unserer bevorzugten Grotti in dieser Region, weil es sich sooo traumhaft schön im schattigen Garten sitzen lässt.



Auch die neuen Inhaber sind sehr sympathisch und aufmerksam. An der Speisekarte wurde glücklicherweise nicht viel verändert - es gibt die für ein Grotto üblichen einfachen Gerichte. Ein wenig vermisse ich die Gemüse-Lasagne, die ich sonst immer gerne hier gegessen habe. Dafür tröste ich mich mit dem heute als Tagesgericht angebotenen 'Pollo alla diavola' - knuspriges Huhn, das vorm Braten u.a. mit Chili gewürzt wird und wohl daher seinen 'teuflischen Namen' hat? 

Als Vorspeise für mich die Tagesempfehlung: Zucchini-Carpaccio mit Tessiner Ziegenfrischkäse:



(würde ich hier immer wieder essen).

Dann kommt das teuflische Huhn mit knusprigen Rosmarin-Kartoffeln:



und den Abschluss bilden Espresso mit Grappa für die Signora und Traubensorbet mit in Grappa in eingelegten Trauben für den Signore:



Wir haben dazu Chiar di Luna von Delea getrunken, einen reinsortigen, weiss ausgebauten Merlot. Das war der erste weisse Merlot, den ich vor vielen, vielen Jahren, als ich zum ersten Mal im Tessin war, getrunken habe. Wie könnte ich auch einen solchen Namen vergessen? "Chiar di Luna" - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Samstag, 3. Juni 2017

Pfingsten im Tessin

Die Gotthard-Pass-Strasse ist wieder geöffnet und auch wenn es an diesem frühen Morgen noch keine Stau-Prognosen für das Gotthard-Nord-Portal in Richtung Süden gibt, beschliessen wir mal wieder die schöne Route über den Gotthard-Pass zu nehmen. 




Die Fotos sind übrigens alle mit dem Handy aus dem fahrenden Auto aufgenommen, daher nicht ganz so perfekt...




Hier schon bei der Pass-Abfahrt Richtung Airolo ein Blick zurück:



In Airolo gibt es die Caseificio del Gottardo, die Gotthard-Schaukäserei, wo man herrliche regionale Käse, aber auch sonstige Spezialitäten kaufen kann, wie z.b. die köstliche Gotthard-Butter, die einem Risotto einen unvergleichlichen Geschmack verleiht.

Neben den Halbhart-Käsen Gottardo, Tremola und Lucendro gibt es zwei unterschiedliche Reifestufen vom berühmten Käse der Alpe Piora, ausserdem haben wir einen milden Gorgonzola, der mit Peperoncino eine interessante Note erhält, hier entdeckt und gleich mitgenommen. Ich werde mal schauen, wie ich ihn in einer Pasta-Sauce einsetzen kann.

Anschliessend fahren wir zu Nadine in das wunderschöne Grotto Val d'Ambra in Personico, über das ich schon sehr häufig begeistert geschrieben habe, hier (klick) geht es zum Bericht unseres vorigen Besuches bei ihr, mit Adresse und Telefon-Nummer für die unbedingt notwendige Reservierung. Gegessen haben wir das, was wir immer essen, d.h. ein grandioses Vitello Tonnato, Salat und die wunderbaren Wurstwaren und Käse. Doch eine kleine Abwandlung gibt es diesmal: Nadine hat ewig lange herumgetüftelt und präsentiert uns stolz ihr neuestes Dessert: DIE perfekte Crème brûlée. 



Gerade noch im letzten Moment gelingt mir ein Foto vom kläglichen Rest. Man beachte die Hand - jederzeit bereit, zuzugreifen, sollte sich ein fremder Löffel nähern wollen.

Gerhard pflichtet Nadine bei, diese Crème brûlée sei einfach nur perfekt! Innen leicht kalt, darüber die à la minute karamellisierte Zuckerkruste, jaaa, so muss das schmecken.






Montag, 17. April 2017

Pollo al forno con verdure miste

Im Backofen gebratenes Geflügel mit verschiedenen gemischten Gemüse mag ich gerne. Geflügel geht bei mir ja sowieso immer - es gibt nur eine Grundvoraussetzung: Es muss sich um ein Freilandgeflügel handeln. Hier im Tessin kaufe ich Geflügel entweder bei Terreni alla Maggia oder bei Claudio Guerra, dort direkt bei ihm auf dem Hof bzw. samstags findet man ihn auch in Bellinzona auf dem Markt.

Beim Rezept halte ich mich gerne an das, was das Marktangebot hergibt, z.B. jetzt könnte ich mir auch sehr gut grüne Spargelstücke vorstellen, ansonsten eine bunte Mischung aus allem, was schmeckt. Wichtig für den Geschmack ist das vorherige Marinieren in Olivenöl und Kräutern.




Diesmal  habe ich mich beim Rezept weitgehend durch Petra (klick) inspirieren lassen:

ich nehme (für 4 Personen):

  • 1 Freilandhuhn (oder ausnahmsweise auch mal 4 Hühnerkeulen, in jeweils 2 Teile zerlegt)
  • 2 kleine Fenchelknollen (in feine Scheiben geschnitten)
  • 2 rote Paprika (ich schäle sie vor der Verwendung), in grosse Stücke geschnitten
  • 2 Karotten (geschält und in schräge Stücke geschnitten)
  • 2 kleine Zucchini, gewürfelt
  • 1 rote Zwiebel (geschält und in Spalten geschnitten)
  • 2 - 3 Knoblauchzehen - ungeschält, kurz mit dem grossen Messer angedrückt
  • 1 Zitrone, in Spalten geschnitten
  • 5 frische Thymianzweige
  • 2 frische Rosmarinzweige
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Tasse Weisswein
  • 2 EL gehackte glatte Petersilie

und los gehts:

Die Hähnchen jeweils in 8 Stücke zerteilen: Dafür die Oberschenkel abtrennen und im Gelenk durchschneiden. Die Brust entlang des Brustbeins einschneiden und die beiden Brusthälften mit den Flügeln vom Knochen lösen. Die vorderen Flügelspitzen abschneiden, diese können mit der Hähnchenkarkasse für eine Hühnerbrühe ausgekocht werden. Jede Brusthälfte nochmals quer durchschneiden. Die Hähnchenteile mit Salz und Pfeffer würzen. Die Fettpfanne mit Olivenöl bepinseln, die Fleischstücke darauf verteilen.
Alle Gemüse putzen und in einer grossen passenden Schüssel mit dem Olivenöl und den etwas zerkleinerten Kräutern mischen. In einer grossen feuerfesten Form oder auf dem mit Öl bestrichenen Backblech anordnen, nochmals salzen und pfeffern. Zitronenscheiben und Kräuter obendrauf verteilen. Bei 200°C im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 1 Stunde braten. Nach 1/2 Stunde den Weisswein über das Gericht giessen.
Kurz vorm Servieren mit frisch gehackter Petersilie bestreuen. Dazu passt Ciabatta und ein schön gekühlter Weisswein.



Samstag, 25. März 2017

Albergo Carcani, Ascona

Albergo Carcani, Piazza Motta, Ascona
täglich geöffnet, samstags und an Sonn- und Feiertagen auch durchgehend warme Küche, Tel. 091 785 17 17

Wunderschön direkt an der Piazza von Ascona gelegen, steht das Ristorante des Albergo Carcani auch Nicht-Hotelgästen zur Verfügung, wer mag, sogar bereits ab 7:30 Uhr mit einem Frühstücksbuffet. 

Wir kehren heute nach einem Marktbesuch in Bellinzona und einem kleinen Bummel in Ascona gegen Mittag hier ein, finden einen traumhaften Platz an der Sonne mit diesem Blick auf Piazza, Lago und blühende Kamelien - dabei fällt mir ein: Wollte ihr noch die Kamelien-Ausstellung in Locarno besuchen? Sie ist noch bis morgen geöffnet! Für weitere Infos: klick hier!


Heute wählen der Signore und ich mal ausnahmsweise das Gleiche als Vorspeise: Insalata Carcani mit Thunfisch, Tomaten, hauchdünn geschnittenen roten Zwiebeln und Ei.



Sehr fein abgeschmeckt, ein schöner Einstieg. Warum die für den Tomaten-Verweigerer extra bestellte Portion OHNE Tomaten allerdings mit einer ganz ansehnlichen Menge an Tomaten serviert wurde, ist leider nicht nachvollziehbar. Doch der Signore ist mittlerweile geübt im "Aufräumen" seines Tellers und schnell waren die roten Dinger, die er nun mal gar nicht mag, auf meinen Teller aussortiert.

Als Hauptgericht wähle ich frische köstlich schmeckende Pasta mit Meeresfrüchten, perfekt al dente gegart:



Und für den Signore, der nicht nur Tomaten-, sondern auch noch (u.a.) Risotto-Verweigerer ist, wird auf seinen besonderen Wunsch Saltimbocca auf einem Berg ähm... Teller mit Pommes frites serviert
(das Foto erspare ich euch 😉)

Danach für Gerhard Tiramisù mit Erdbeeren:



und für mich - Foto ebenfalls überflüssig - mein Lieblingsabschluss für ein schönes Essen: Espresso corretto con grappa.

Ein Kompliment an Daniele Casari und sein freundliches Service-Team, wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Freitag, 24. März 2017

Grotto Lauro - Das Neue!

Grotto Lauro, Via Ceu 3, 6618 Arcegno, Tel. 091 791 42 96
geöffnet mittags und abends, RT: Dienstag


Foto aus dem fahrenden Auto aufgenommen

Spätestens ab Ende Februar erwarteten uns in den letzten Jahren bei der Ausfahrt aus dem Gotthard-Tunnel blühende Forsythien-Hecken, doch dieses Jahr staunen wir, denn während auf der Alpen-Nordseite der Frühling begonnen hat, blicken wir hier auf Schnee.

Etwas weiter südlich, Richtung Lago Maggiore, bemüht sich das Wetter schon eher, unsere Erwartungen zu erfüllen: 


Foto aus dem fahrenden Auto aufgenommen

Richtung Ascona erfreut der herannahende Frühling unser Auge.

Wir fahren Richtung Arcegno, dort wollen wir die Nachfolger von Ruth und Aldo Siegel im Grotto Lauro besuchen.

Das junge Ehepaar Livia und Antonio Cesario haben dieses alteingesessene Grotto übernommen. Sehr engagiert, sehr sympathisch und sehr herzlich, mit vielen neuen Ideen, doch sehr behutsam, bemüht man sich, die Erwartungen der vielen Stammgäste der vergangenen Jahre zu erfüllen. Doch es ist ein Neuanfang - neue Ideen wollen sie einbringen - und genau das ist gut so! 

Die Speisekarte ist angenehm klein gehalten, es gibt 3 Vorspeisen, darunter eine grandios schmeckende Parmigiana di Melanzane (ich hätte davon gerne noch ein grösseres Stück haben können und dafür die Hälfte des sehr grossen Stückes Büffelmozzarella abgegeben 😋)


                                                                                                                                                                                            
Für den Signore gibt es Affetato Misto - Tessiner Wurstwaren, schön auf einem kleinen Holzbrett serviert:



Das steht zwar so nicht auf der Karte, doch hier geht man sehr flexibel und zuvorkommend mit Sonderwünschen der Gäste um.

Für mich dann Tagliatelle ai Gamberoni e Pomodorini Cherry



und für den Signore Fegato di Vitello alla Veneziana



Dazu haben wir den Biancofilo von Brissoni aus Tegna, einen reinsortigen weiss ausgebauten Merlot, getrunken.

Auch der Signore kann anschliessend nicht mehr zu warmen Schokoladentörtchen verführt werden, das heben wir uns dann für nächstes Mal auf, denn zu diesem sympathischen Paar müssen wir unbedingt wieder hin!

Mittwoch, 1. März 2017

Bottega del Vino, Locarno





Wenn es mir - nach laaangen Versuchen - endlich gelungen ist, Gerhard zu einer Restaurant-Neuentdeckung zu überreden und wir beide gemeinsam davon begeistert sind, dann kommt, wer meinen Blog (und mich) kennt, gleich das Fazit: "Ich muss da wieder hin!" 

Diesmal war der Signore so begeistert, dass wir unbedingt und schnellstmöglich wieder an diesen wunderbaren Genussort zurückgekommen sind. Wir wurden aufs herzlichste wie alte Bekannte begrüsst und trotz vollbesetztem Restaurant und Gästen, die offensichtlich alle gleichzeitig kamen, freundlich, aufmerksam und zuvorkommend bedient. Bei einem solchen wunderbaren Service hat das Restaurant bei mir schon gewonnen - wenn dann auch noch der Fisch perfekt gegart ist... doch ich greife vor, wir starten mit meiner Lieblingsvorspeise:



Ich weiss - das hatte ich schon beim letzten Mal. Doch ich liebe nun mal Artischocken und wenn sie dann auch noch so mariniert serviert werden, dann wird es hier zu meiner Standard-Lieblings-Vorspeise werden.

Gerhard wird zum Wiederholungstäter und bestellt wieder das Entrecôte Café de Paris - auch diesmal zu seiner absoluten Zufriedenheit und Begeisterung.

Für mich gibt es diesen perfekt gegarten, fein würzigen Wolfsbarsch



Der Signore geniesst ein Traubensorbet mit Grappa und ich eine Auswahl von Tessiner Käse mit Mostarda-Konfitüre, die mit Grappa abgeschmeckt ist



Dazu empfiehlt man mir einen wunderbar passenden, im Barrique ausgebauten Wein, natürlich von Delea



Dienstag, 28. Februar 2017

Fegato di vitello, Kalbsleber mit Zwiebeln, Tagliatelle und Rosenkohl


Bei einer unserer Beutetouren Einkaufstouren kommen wir immer wieder gerne bei der Macelleria von Peter David in Minusio vorbei, und zwar immer dann, wenn wir noch so gar keine Idee haben, was wir kochen wollen. Dann lassen wir uns gerne bei David inspirieren, sei es ein besonders gutes Kalbskotelette, Geflügel der Agricultura Guerra oder aber auch Innereien. Gerne kaufen wir hier Kalbsnieren oder so wie diesmal Kalbsleber, die dann auch perfekt bratfertig für uns vorbereitet wird.

Heute hat mal wieder der Signore gekocht - d.h. er war der Küchenchef und ich die Schnippelhilfe. Kommt mir auch sehr gelegen, denn ich putze nun mal leidenschaftlich gerne Gemüse (und rohes Fleisch bzw. Innereien packe ich nicht so gerne an).

Ich habe vier kleine Zwiebel geschält und in Spalten geschnitten. Der Signore hat sie dann in wenig Olivenöl mit aufgelegtem Deckel knapp weich gedünstet, gesalzen und gepfeffert und zur Seite gestellt. In der gleichen Pfanne hat er die zuvor gepfefferten und mehlierten Kalbsleber-Schnitzel angebraten, hat noch einen Esslöffel Butter zugegeben, nach dem Wenden gesalzen und warm gestellt.

Währenddessen hat er die Tagliatelle gekocht, knapp al dente, abgegossen, gleich mit ca. 1 Teelöffel Butter gemischt und ebenfalls warmgestellt.

So ganz nebenher und wie von Zauberhand wurden noch lässig ein paar Rosenköhlchen zubereitet...

Vor dem Anrichten hat er die Kalbsleber mit den Zwiebeln wieder erhitzt, etwas Portwein und Balsamico angegossen, abgeschmeckt und mit Nudeln und Rosenkohl angerichtet.

Montag, 27. Februar 2017

Frühlingsgefühle - Aria di primavera - Pasta con spinaci e puntarelle

Puntarelle - das ist eigentlich ein Wintersalat, den ich allerdings immer dann hier im Tessin entdecke, wenn sich die ersten Frühlingsboten zeigen, d.h. hier beginnen gerade die ersten Mimosen und Kamelien zu blühen. Zeit für mich, nach dem von mir so geliebten Salat, den man auch als Gemüse zubereiten kann, Ausschau zu halten.

Ihr kennt Puntarelle noch nicht? Dann müsst ihr unbedingt bei Claudio (klick hier) vorbeischauen. Unnachahmlich, wie er seiner Begeisterung für diesen köstlichen Salat Ausdruck verleiht.

Ich habe mich diesmal vom bereits vor-frühlingshaften Angebot bei meinem Gemüsebauern verleiten lassen und habe die Puntarelle mit Spinat zu Tagliatelle kombiniert - kööööstlich!



ich nehme (für 2 Personen):


  • ca. 160 g Tagliatelle
  • 1 Zwiebel, geschält und in feine Spalten geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Staude Puntarelle (zubereitet wie bei Claudio s.o.)
  • ca. 250 g Spinat, geputzt und die Stiele entfernt
  • optional: ca. 4 EL Tomatensugo
  • 3 - 4 EL frisch geriebener Parmesan


und los gehts:

Die Zwiebel in Olivenöl andünsten, die in Stücke geschnittene Puntarelle zufügen, salzen, pfeffern und knapp al dente dünsten. 

Jetzt wäre auch der richtige Zeitpunkt, den Tomatensugo zuzufügen. Ersatzweise vielleicht ein paar Schlücken Weisswein?
Hitze kurz hochschalten und den Spinat zugeben, nochmals salzen und pfeffern.

Währenddessen die Tagliatelle knapp al dente kochen, abschütten und in die Sauteuse zu Puntarelle und Spinat geben.

Mit Parmesan servieren.


Sonntag, 26. Februar 2017

Der Signore kocht - und es gibt Egli

filetti di pesce persico - Eglifilet



Der Signore ist nicht so der grosse Fisch-Fan, doch wenn er Eglifilets auf der Speisekarte eines Restaurans entdeckt, muss er zugreifen. Manchmal lässt er sich in seiner Begeisterung für diese kleinen Fische sogar dazu hinreissen, selbst den "Fisch-Bratlöffel" zu schwingen. Derzeit dürfen offensichtlich auch im Lago Maggiore die kleinen köstlichen Barsche gefangen werden und manchmal gehen sie auch unserem Tessiner Lieblingsfischer Walter Branca aus Vira ins Netz (Eingang zur Pescheria direkt in der Toreinfahrt links neben der ebenfalls sehr empfehlenswerten Metzgerei von Nicolino Branca). Man muss nur früh genug aufstehen, denn "es hat, solange es hat". 

Der Signore hat die Eglifilets (5 - 6 Stück pro Person ergeben ca. jeweils 180 g) leicht gesalzen und gepfeffert und dann mehliert in etwas Olivenöl angebraten.

Vorher hat er für ca. 45 min. die Kartoffeln auf dem Blech im Backofen zubereitet, dazu wurden Rosmarin, Zitronenscheiben, Knoblauch und Zwiebelspalten mit Salz und Peffer mit Olivenöl kurz mariniert und dann bei etwa 180 bis 200 Grad Ober-Unterhitze gebraten.

Wir hatten ein köstliches Essen, das wunderbar durch den Cana 2015 des von mir sehr geschätzten Weingutes Settemaggio abgerundet wurde.



Samstag, 25. Februar 2017

Pasta con sugo di zucchine e pulpo

Spaghetti in Zucchinisauce mit Pulpo


Mit dem Sonnenschein und den frühlingshaften Temperaturen schwindet meine Lust auf Schmorgerichte und Wintergemüse - jetzt brauche ich frühlingshaft leichte, mediterran anmutende Gerichte.

Hat man die erforderlichen Zutaten zu Hause bzw. im Falle des Pulpo im Tiefkühler, geht dieses herrliche Gericht sehr schnell und einfach.

Da ich Pulpo liebe und ihn auch häufig als Salat mit Kartoffeln serviere, gibt es bei mir immer einige Fangarme in der Tiefkühltruhe. Gekocht und zubereitet habe ich ihn nach diesem Rezept (klick hier).

Notfalls geht es aber auch ohne Pulpo, einfach ein Sugo aus Zucchini und aromatischen Tomaten (zu dieser Jahreszeit entweder als confierte Tomaten, oder aber ausnahmsweise als Konserve und da sind die San Marzano-Tomaten die besten) mit frischen Kräutern ist ausreichend, um sich ein frühlingshaftes Glücksgefühl auf den Teller zu kochen.


ich nehme (für 2 Personen):

  • 160 g Spaghetti (oder mehr - je nach Appetit)
  • 3 kleine Zucchini, längs halbiert und in Halbmonde geschnitten
  • Olivenöl
  • 1 Zwiebeln, in feine Spalten geschnitten
  • 1 Fangarm vom Pulpo, gekocht und in Stücke zerschnitten
  • 1 kleine Dose San Marzano Tomaten
  • 1 EL Kapern
  • 1 El fein gehackte glatte Petersilie
  • fein geriebener Parmesan
und los gehts:

Die Zwiebelspalten im Olivenöl andünsten, darin die Zucchinischeiben anbraten, salzen, pfeffern und die Pulpo-Stücke zufügen. Bei mittlerer Hitze ca. 3 min unter Rühren anbraten. Dann die Tomaten und die Kapern zufügen und kurz mitschmoren.

In der Zwischenzeit die Pasta kochen und nur ganz knapp al dente garen. Rechtzeitig aus dem Kochwasser nehmen und in den Topf zu dem Zucchini-Sugo geben.

Mit frisch geriebenem Parmesan und Petersilie unter die Spaghetti mischen, evtl. noch ein zwei Umdrehungen mit der Pfeffermühle und dann servieren.





Montag, 23. Januar 2017

Bottega del Vino, Locarno

Bottega del Vino, Via Luini 13, 6600 Locarno, Tel. 091 751 82 79
geschlossen: Samstagmittag, Sonntag ganztags

Schon seit langem will ich da hin. Es ist allerdings auch bekannt, dass der Signore Neuentdeckungen nicht gerade sehr aufgeschlossen gegenübersteht. Doch endlich ist es mir gelungen, ihn mit ein bisschen weiblicher Überredungskunst in die Bottega del Vino zu locken. Nach diesem Besuch ist er so begeistert, dass er da unbedingt schnellstmöglich wieder hin möchte - ich im übrigen auch! (Womit ich mein Fazit schon mal gleich vorweggenommen habe).


Wir hatten (nach vorheriger Reservierung) einen wunderbar ruhig gelegenen Tisch (memo für nächstes Mal: tavola 300!), an dem wir uns sehr wohlgefühlt haben. Umsorgt werden wir von dem freundlichen und äusserst aufmerksamen Team um Piero Zampilli. 

Zum Aperitif werden uns knuspriges Pane Valle Maggia mit Salamischeiben serviert, dann gibt es für den Signore



Ich weiss - ich habe euch schon bessere Fotos gezeigt, doch seht ihr auf dem oberen Bildteil links den sich nähernden Löffel? Der Signore war ungeduldig und wollte seine Burgunder Schnecken heiss verspeisen. Wie soll ich bei diesem zuckenden Löffel noch die Hand mit der Kamera ruhig halten?



Dafür dann deutlich besser erkennbar mein Salat mit rohen Artischocken und Parmesan. Dies ist eine meine Lieblingsvorspeisen und wann immer ich sie auf der Speisekarte eines Restaurants entdecke, bestelle ich sie. Diesmal haben mir die Artischocken besonders gut geschmeckt. Auf mein Nachfragen erklärt mir Piero, dass die Artischocken vorab in Limonenöl mariniert wurden. Sie haben dadurch eine besondere, etwas zartere Konsistenz - das muss ich unbedingt zu Hause ausprobieren.

Dann wählen wir beide das als Spezialität des Hauses angekündigte Entrecôte Café de Paris mit grandiosen knusprigen Pommes frites und feinem Tagesgemüse. Das Foto hierzu ist nun auch nicht gerade als gelungen zu bezeichnen, doch ich will es euch nicht vorenthalten. Ich muss da ja sowieso wieder hin und dann gebe ich mir auch mehr Mühe und lasse mich vor allem nicht mehr durch den Signore irritieren.



Das Entrecôte wird wahlweise in 200 g oder 300 g angeboten, doch für uns ist auch die kleinere Variante nicht zu schaffen. Trotzdem lassen wir uns noch durch die Dessertkarte verführen:



Wunderbar cremiges Passionsfruchtsorbet mit einem Gläschen Rum



und Bonnet mit Amaretto und (auf besonderen Wunsch) Trockenfrüchte als Rumtopf.

Wir waren restlos begeistert, sowohl vom Ambiente und Essen, aber auch die Auswahl an Weinen und der freundliche Service wecken bei uns den Wunsch, möglichst bald wieder in die Bottega del Vino zurückzukommen.

Sonntag, 22. Januar 2017

Ristorante Rodolfo da Pablo Ratti, Vira Gambarogno

Ristorante Rodolfo, Via Cantonale 68, 6574 Vira Gambarogno
Tel. 091 795 15 82, montags geschlossen

Ich bin ein grosser Fan von Pablo Ratti und komme immer wieder gerne in sein Ristorante in Vira. Gerade in der kalten Jahreszeit fühlen wir uns sehr wohl in dem gemütlichen Speisesaal mit dem flackernden Kaminfeuer.




Wir werden wie immer zuvorkommend und aufmerksam durch Marco Meliffi bedient. Auch bei der Weinauswahl ist er uns ein kompetenter Ratgeber.

Eine interessante Vorspeise ist die Corona reale - eine lauwarme kleine Krone von Pommes dauphine, Brüggli Lachsforellentatar, Meerrettich und Swiss Alpine Caviar (der bei unserem Besuch leider nicht vorrätig war und durch diesen (klick) ersetzt werden musste).


Dann kommt das, was ich meistens hier essen muss, weil nirgendwo die fritto misto del lago besser schmecken, nämlich wunderbar zart und saftig der Fisch und knusprig die Hülle, besser geht es nicht.


Der Fisch kommt sozusagen aus der Nachbarschaft, und zwar vom Gambarogno-Fischer Walter Branca - frischer geht es nicht! Überhaupt finde ich es sehr löblich, das Pablo Ratti möglichst die Produkte aus der Region verwendet. Das Fleisch bezieht er vom Metzger aus dem gleichen Ort ein paar Häuser nebenan, das Brot kommt "von schräg gegenüber" und Obst und Gemüse kommen von Daniela in Magadino, regionaler geht schon nicht mehr.

Dies ist einer der Genussorte, an den wir immer und immer wieder gerne zurückkommen.







Samstag, 21. Januar 2017

Ristorante alla Stazione, Lavorgo

Ristorante alla Stazione, Via Cantonale (direkt am Bahnhof parken), 6746 Lavorgo, Tel.Nr. 091 865 14 08
Sonntagabend und Montag geschlossen

Wir waren schon sehr lange nicht mehr in diesem Ristorante, umso mehr haben wir uns diesmal auf unseren Besuch bei Ermanno Crosetti gefreut. Ich habe von unterwegs angerufen und einen Tisch für uns reserviert. Dabei erinnerte ich Gerhard lachend an meinen sprachlichen Fauxpas bei unserem ersten Besuch in diesem Ristorante:

Wir kamen dort an - damals noch mit unserem Labrador Akela. Es war vor ca. 5 oder 6 Jahren und mein Italienisch war noch auf einem... ähm... sehr entwicklungsfähigen Niveau. Wir betraten das Ristorante, wurden sehr freundlich empfangen (Akela machte es sich gleich unter dem Tisch bequem) und der Kellner fragte uns sofort, ob wir ein wenig Wasser für den Hund wollten: 

"Desidera un po' di aqua per il cane?" (Möchten Sie etwas Wasser für den Hund?) 

Ich mit meinen "perfekten Italienisch-Kenntnissen" antwortete prompt: 
"Ja, gerne, einen halben Liter mit Kohlensäure bitte"

Den leicht irritierten Blick unseres Kellners könnt ihr euch sicher vorstellen. Mittlerweile weiss ich, das mit "per il cane" = für den Hund gemeint ist. Doch mittlerweile sind wir ja auch leider hundelos.





Als Vorspeise für beide ein Carpaccio di tonno:




anschliessend für den Signore ein herrlich aromatisch zarter Sauerbraten vom Hirsch mit hausgemachten Tagliatelle


und für mich Steinbutt mit Kichererbsen



anschliessend gibt es lediglich noch unser "Standard-Dessert": Espresso und Grappa ;-)