Samstag, 23. Januar 2010

24. Januar 2010



Vier schöne, erholsame Tage im Tessin. Eckard, der uns diesmal begleitete, hat diese stimmungsvolle Aufnahme heute in Vira von seiner Ferienwohnung aus gemacht. Ich habe diese Tage genutzt, meine kulinarischen Tessin-Erinnerungen hier im blog nachzutragen. Im Februar werden wir sicherlich wieder am Gambarogno sein, dann geht's hier weiter.

Osteria Er Pipa, Monte Carasso


Osteria Er Pipa, Monte Carasso
El Stradun 23
CH-6513 Monte Carasso (TI)
T +41 91 840 29 44
http://www.erpipa.ch/

Hier ist wundervolles Wetter. Heute morgen beim Aufwachen schaute ich noch auf den leicht nebeligen See - es war kalt und ungemütlich. Doch im Laufe des Vormittags setzte sich die Sonne durch und nun haben wir traumhaften Sonnenschein. Gerade mal wieder das Wetterchen, das mir die Heimfahrt morgen früh noch schwerer machen wird.
Manchmal kann ich ganz schon hartnäckig sein: Heute war unser Dritter Versuch, im Er Pipa zu essen. Beim ersten Mal waren wir mittags unangemeldet gegen halb zwei erschienen und es wurde gerade geschlossen. Beim nächsten Mal stellte sich heraus, dass hier Hunde nicht erlaubt sind und es war zu heiss, um Akela im Auto zu lassen. Doch diesmal haben wir reserviert und sind ohne Hund gekommen. Ein herzlicher Empfang, eine schöne kleine Speisekarte, die uns der sympathische padrone noch erläuterte. Gerhard hatte "lardo e pecorino" hauchdünne Scheibchen lardo, Späne von sehr jungem Pecorino mit Peperoncini, Eckard wählte Proscuito e Pate, einen sehr gut schmeckenden Schinken mit einer leichten Paté und ich entschied mich für Gemüse-Paté auf einem kleinen Salat. Danach folgte ich der Empfehlung des Padrone, der mir die heute morgen frisch gemachten Tagliatelle anpries mit Stücken von Artischocken - eine gute Wahl - ich hab's noch immer auf der Zunge und bin begeistert. Gerhard und Eckard entschieden sich für Piccata, einmal in Marsala und einmal in einem Sösschen mit sehr intensiv schmeckenden Olivenstückchen (klar, dass ich überall mal probiert habe), dazu knusprige Würfel von Kartoffeln und sehr schön gewürztes Gemüse (Zucchini, grüne Bohnen, Möhren).
So, jetzt aber zum Wein. Wir haben auf Empfehlung des Padrone uns für Weine von Nicola und Raffaele Marcionetti aus Monta Carasso entschieden. Das Weingut heisst Settemaggio, ganz einfach, weil Raffaele Marcionetti am 7. Mai Geburtstag hat. Ich will schon seit längerem dort einen Besuch machen, doch nie war Gelegenheit, um so mehr freue ich mich, heute hier deren Weine probieren zu können. Sympathisch ist auch, dass die Weine offen angeboten werden, die Flasche steht auf dem Tisch und man bedient sich daraus, je nachdem wieviel man trinken möchte. Der weisse Merlot 2009 war so gut, dass irgendjemand wohl unsere ganze Flasche ausgetrunken hat und wir auch noch den Roten, Irti Colli 2008, probieren mussten. Beim Abschied brachte uns der reizende Padrone noch seine Frau an unseren Tisch und wir plauderten angeregt. Die Zeit verging im Flug .... ebenso wie der Rote Irti Colli 2008... Wir kommen wieder, auf jeden Fall. Dann möchte ich genügend Zeit einplanen, um die Cantina Settemaggio zu besuchen.

Freitag, 22. Januar 2010

Osteria Vecchio Tiglio, da Claudio, Losone

Vecchio Tiglio

Via Municipio 12,
Losone (ganz in der Nähe von Ascona)
Tel. 091 791 14 98
Sonntag geschlossen
Unterm Lindenbaum sitzen ... ja, das war heute leider noch nicht möglich, in Ascona sind es gerade mal 6 Grad bei ziemlich trübem Wetter Wir haben es uns in der großen, voll besetzten Gaststube gemütlich gemacht. Eine sehr schöne Speisekarte, viele mediterrane Gerichte, ein Wolfsbarsch in der Salzkruste (für 2 Personen), den ich gerne mal probieren würde, mal sehen, ob ich irgendwann Gerhard dazu überreden kann; dann Stubenküken, einige Fleischgerichte und zwei Seiten diverser Pizze. Als Vorspeise hatte ich einen Salat aus Spänen von rohen Artischocken und Parmesan, hmmmm, köstlich, und Gerhard ein Tunfisch-Carparccio, allerdings mit Würfeln von Tomaten, schwarzen Oliven und Kapern, was nun nicht so ganz seinen Geschmack traf. Danach entschieden wir uns für Pizza, die direkt vor unseren Augen in einem schönen Pizzaofen gebacken wurde. Wunderbarer Teig, hauchdünn, knusprig, perfekter Beleg, meine "Pizza Crudaiola" war mit Ruccola, Parmesanspänen und Knoblauch und Gerhards (tomatenlose) "Pizza Bianca" mit Lardo und Mascarpone.
Wir tranken dazu einen offenen Merlot Bianco von Chiodi bzw. ich habe auf der Karte von Vinattieri den Ligornetto aus 2007 entdeckt und konnte nicht widerstehen.... Überhaupt die Weinkarte: sehr klein, doch liebevoll zusammengestellt, viele namhafte Tessiner Winzer sind vertreten.
Der freundliche Paolo, der uns bedient, hat mein Herz gleich erobert, kam er doch ungefragt mit einer Wasserschüssel für Akela. Er ist von einer solchen Herzlichkeit, dass wir alleine schon seinetwegen gerne wieder kommen.

Weitere Besuche in der Osteria Vecchio Tiglio:

http://tisalutoticino.blogspot.fr/2010/02/ristorante-vecchio-tiglio.html

und hier:

http://tisalutoticino.blogspot.fr/2013/02/eine-der-besten-pizzen-die-ich-je.html

Einkaufen am Gambarogno

Daniela Salvan Frutta & verdura
Via Cantonale
6573 Magadino
Telefono: 091 795 25 49
Obst, Gemüse, aber auch alles, was sonst noch zum genussvollen Leben nötig ist, wie z. B. Weine, Brot, Käse, Salametti u.a....
... gibt es in Magadino bei Salvan, „wenn man reinkommt, gleich links“
Dort gibt es auch (auf Vorbestellung) das berühmte Pane del Nonno von der Bäckerei Leibundgut aus Losone
Einkaufen bei Salvan macht Spass, bekommt man doch zu jedem Einkauf gratis ein Stückchen Lebensweisheit von der reizenden, sehr gesprächigen Daniela


In Sant’Abbondio gibt es noch Panificio artigianale von Renato und Rita Gobbi, Tel. 091 794 18 62
Dort gibt es das vielfach ausgezeichnete Sant’Abbondio-Brot, sowie das Valle-Maggia oder auch Olivenbrot. Doch trotz vielfacher Suche ist es uns bisher nicht gelungen, diese Paneteria zu finden. Wir trösten uns und kaufen das berühmte Brot in Magadino beim Lebensmittelhändler (“wenn man rein kommt gleich rechts”: d.h. direkt vor Albergo Favini, nach der Apotheke auf der rechten Strassenseite vom Kreisverkehr aus gesehen)
Nachtrag: Renato und Rito Gobbi sind in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Das berühmte Pane Sant'Abbondio gibt es mittlerweile in vielen Bäckereien, sehr gut schmeckt es uns im oben erwähnten Laden in Magadino "M2" oder im Al Porto in Locarno

Pescheria Walter Branca, Vira
Fisch vom Lago, frischer geht’s nicht. Allerdings nur für Frühaufsteher, denn ab acht Uhr ist der Fang des Tages meistens bereits ausverkauft. Dann kann man nur noch den selbstgeräucherten Lachs kaufen, wenn überhaupt.Auch die geräucherten Forellenfilets sind genial, sowohl geschmacklich als auch von einer unnachahmlichen Saftigkeit und Zartheit. Dann gibt es noch die marinierten Fische, die sich auch wunderbar zu einem Antipasto-Essen abends eignen. Der Laden ist durch eine, in einer Art offenen Garageneinfahrt zugänglich, direkt neben der ebenfalls sehr empfehlenswerten Metzgerei.

Ristoranti Gambarogno

Das ist "unsere" Seeseite, natürlich gibt es hier nicht so eine Dichte an guten Ristoranti und Grotti, doch wir haben in den letzten Jahren schon einige schöne Entdeckungen gemacht.

An erster Stelle ist unser Lieblingsrestaurant am Gambarogno zu nennen:
Ristorante Roccobello, Gerra
http://www.roccobello.ch/
Tel. 091 794 16 19
Montag und Dienstag ganzer Tag und Mittwoch bis 17 Uhr geschlossen (in der Sommersaison ab Juli montags geöffnet
Da stimmt einfach alles, ein grandioser Blick auf den See, ein herzlicher Empfang und dann vor allem Ernesto’s grandiose Küche. Wir kamen bei unserem ersten Besuch an einem ruhigen Donnerstagabend und um 19 Uhr war es noch sehr heiss auf der Terrasse. Beim nächsten Mal machen wir es wie die Tessiner und erscheinen erst ab 20 Uhr.
Ernesto werkelt in der offenen Küche, es riecht fantastisch nach gebratenem Huhn mit Rosmarin, wofür wir uns dann auch entscheiden. Als Vorspeise probierte Gerhard köstlich duftende Schnecken in (natürlich!) hausgemachter Kräuterbutter und ich wunderbar angemachte Blattsalate mit knusprigem Speck und Tête de Moine. Zu den Güggeli werden wahlweise Tagliatelle oder Bratkartoffeln serviert, wir bestellten uns noch zusätzlich grünen Salat und Blattspinat, alles war tadellos und von der reizenden Chefin freundlich serviert. Die Weinkarte ist klein und übersichtlich gehalten, hier wird Wert auf die Tessiner Gewächse gelegt, was mir natürlich sehr entgegen kommt. Wir probierten einen Rosato von Matasci aus Tenero, wobei ich den ebenfalls angebotenen und dann auch probierten Kollegen aus Bellinzona eindeutig bevorzuge.
Die Speisekarte ist ebenso übersichtlich gehalten, bei unserem Besuch gab es noch hausgemachte Ravioli, geschmorte Kalbsschulter oder Wolfsbarsch. Auf Vorbestellung und ab vier Personen gibt es ein asiatisches Menu.
Auch der Abschied fiel herzlich aus und gab uns das Gefühl, als Freunde zu gehen.... und vor allem: gerne wieder zu kommen.

An zweiter Stelle unserer Hitliste der Ristoranti am Gambarogno kommt in Vira das "Da Rodolfo"
Ristorante Rodolfo, Vira
Tel. 091 795 15 82

Signor Ratti ist eine Tessiner Legende und bereits seit vielen Jahren am Gambarogno präsent. Im Sommer sitzt man traumhaft im lauschigen Giardino, im Winter am liebsten vor dem urigen Kamin. Die Küche ist innovativ, doch nicht abgehoben, es gibt hier Fisch in ausgezeichneter Qualität, denn frischer geht es nicht mehr, da einer der besten Fischer am Lago Maggiore, Sign. Walter, direkt ein paar Meter weiter seinen Laden hat. So stehen denn auch auf der Karte die Fritto Misto di Lago (probiere ich beim nächsten Mal) und einige Spezialitäten, wie z.b. Tartar von der Forelle. Gerhard hatte Tartar vom Rinderfilet, wunderschön anzusehen, doch die deutliche Betonung auf Balsamico etwas gewöhnungsbedürftig. Ich hatte als Primo eine kalte Suppe aus passierten frischen Tomaten, abgeschmeckt mit Olivenöl und einer Mousse aus gebratenen Auberginen und Ziegenfrischkäse, sehr leicht und sommerlich, einfach wunderbar. Danach hatte ich den Salat aus lauwarmem Polipo mit Kartoffeln und Staudensellerie, einfach köstlich. Als Abschluss dann noch ein paar Erdbeeren mit dem sehr guten hausgemachten Vanilleeis. Ich probierte die Erdbeeren in Limettensaft mariniert, etwas überraschend, da jegliche Süsse fehlte, dies wäre sicherlich besser, wenn die Erdbeeren etwas reifer und intensiver im Geschmack gewesen wären.
Zum Abschluss sehr guten, kräftigen Espresso, und dann entdeckte Gerhard, dass es Warsteiner vom Fass gibt, also, ganz klar... ich gönnte mir dann noch einen Grappa vom Gambarogno aus den von mir so geliebten Americano-Trauben. Als Wein probierten wir den sehr leichten, frischen Merlot Bianco Tre Terre von Vino Chiodi in Ascona.

An einem schönen Spätsommerabend hatten wir auch mal getestet:
Grotto La Baita, Orgnana (bei Magadino an der Kirche hochfahren)
http://www.baita.ch/
Tel. 091 780 43 43
montags geschlossen
Eine unserer neueren Entdeckungen, im alten Dorfkern von Orgnana gelegen. Keine Sorge, wenn die wenigen, zum Grotto gehörenden Parkplätze belegt sind, gibt es ca. 100 m weiter noch einen weiteren Parkplatz. Man steigt dann die paar Stufen zum Grotto hoch und … es bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf unseren geliebten Lago. Eine Reservierung, vor allem abends, ist unbedingt empfehlenswert, vor allem sollte man dann einen der beiden Steintische reservieren, weil man von dort den schönsten Ausblick hat.
Ansonsten sollte man sich nicht von der etwas burschikosen, aber dennoch sympathischen Bedienung überfahren lassen. Für uns hiess das: Heute abend gibt es Grillata, das waren dann Costine, Luganighe und Lughanigetta. Gerhard und ich mögen diese Tessiner-Würste nicht besonders und hätten lieber etwas anderes gegessen, vor allem ich hätte lieber etwas fleischloses gehabt.  Eine Vorspeise? Nein, das sei zuviel, schliesslich seien die Rippchen und die Würste schon sehr viel. Nun gut, sie wird es wohl wissen. Offensichtlich gab es am Nachbartisch einige Gäste, die sich besser hatten durchsetzen können. Auch bei der Weinauswahl wird nicht groß Federlesens gemacht, es gibt Tessiner Wein, weißen, rosé oder roten. Welchen? E buono lautet die Antwort. Welchen? E buono lautet die Antwort. Nun gut, wir liessen uns darauf ein und waren zufrieden. Sicherlich werden wir beim nächsten Mal das Vitello Tonnato, Pesce in Carpione oder Affetato Misto probieren, auch die Minestrone roch sehr gut.
Das wunderschöne Ambiente, der Ausblick, die Freundlichkeit der Bedienung, dies alles lässt uns gerne wieder kommen.

Nachtrag 03.04.2014: Seit Februar 2013 gibt es neue Besitzer, Claudia und Gianluca. Ich habe schon mehrere positive Rückmeldungen bekommen, d.h. ich muss da bald mal wieder hin.

Nachtrag 16.04.2014: Wir waren dort - grandios!!! Siehe aktueller Beitrag über die Suchfunktion



In einer wundervollen Ecke liegt die Osteria Bellavista, San Abbondio
Tel. 091 794 11 05
montags geschlossen
Die Lage ist einfach traumhaft, am Ende von Sant’Abbondio (oberhalb von Gerra) direkt unterhalb der schönen Kirche gelegen, die man unbedingt vor oder nach dem Grottobesuch anschauen sollte. Man hat von dort oben einen wunderschönen Blick auf den Lago Maggiore.
Die Speisekarte ist nicht sehr groß, doch alles wird frisch zubereitet. Wenn man Glück hat, gibt es noch etwas von der leckeren Lasagne Verdure, ansonsten Spaghetti mit Tomatensauce, Minestrone, Tessiner Teller, der allerdings ziemlich langweilig ist, oder manchmal auch Brasato. Der weiße offene Merlot ist nicht zu empfehlen, dann doch lieber gleich beim nächsten Mal eine Flasche vom Bucaneve. Hier sieht noch alles aus wie bei unserem letzten Besuch vor mehr als 10 Jahren, sogar die geschmacklosen Tischdecken gibt es noch. Unbequeme Stühle, am besten einen Platz auf der Bank ergattern. Wir mögen dieses Grotto trotzdem, freundliche Bedienung, schöne Atmosphäre im Innenhof (die Gartenzwerge übersehen wir ab dem zweiten Boccalino großzügig), denn natürlich die Lage unterhalb der Kirche, ein schöner Spazierweg nach Caviano hinunter (unbedingt den rechten Weg nehmen, wenn man nicht gerade Wanderschuhe dabei hat) und dann vor allem die ehrliche Tessiner Küche veranlassen uns immer wieder zu einem Besuch.



Osteria del Sole, Caviano
Tel. 091 794.14.12
donnerstags geschlossen
Diese Osteria kennen wir schon seit über 20 Jahren, da hatten wir häufig Urlaub in der Casa Arancia Rosa in Caviano gemacht. Damals gehörte die Osteria noch Signora Hoffmann, eine sehr energische, reizende Dame, die bestens über alle Vorgänge am Gambarogno informiert war. Wenn wir etwas wissen wollten genügte ein Abend (und etliche Bocalini Merlot) und innerhalb kurzer Zeit hatten wir den neuesten Gambarogno-Klatsch.

Wie uns die neue Chefin erzählte, verstarb die Signora leider im vergangen Dezember. Ich habe gestern Abend viel an sie gedacht, irgendwie ist die Osteria del Sole ohne Sign. Hoffmann gewöhnungsbedürftig.
Doch nun zum eigentlichen Zweck: Wir waren ja schliesslich zum Essen da.
Eine angenehme kleine Karte – dies lässt auf frische Zubereitung schließen. Schöne Insalata Mista, die costoletta di vitello etwas dünn geraten, einige Angebote von auf dem wirklich heißen Stein gebratenen Fleisch-Gerichten, ein Fileto di Manzo, Lammfilet und vor allem ein phantastisches Entrecôte. Dazu knusprige und vor allem nicht fetttriefende Pommes Frites und bei allem die gleiche Gemüsebeilage, etwas Fenchel, Zucchini, Möhren.

Mit unserer Weinauswahl waren wir nicht so glücklich. Der von der Wirtin empfohlene Merlot Bianco „Convento“ schmeckte mir persönlich etwas zu flach. Dafür war der Nostrano ausgezeichnet. Die Rechnung, die wie immer, wenn man in der Schweiz Fleisch isst, etwas höher ausfiel (rd. CHF 200,-- für drei Personen) wurde uns von der Padrona mit Noccino (mmmmh) und Grappe versüßt. Ich würde gerne an einem lauen Sommerabend wiederkommen und auf der schönen Terrasse sitzen.

Ergänzung Mai 2012:

Eine der wirklich empfehlenswerten neueren Adressen am Gambarogno ist mittlerweile die

Osteria Miralago, Vairano (hier im Blog schon mehrmals beschrieben)

Grotto Pozzasc, Peccia, Valle Maggia


und das Ganze stelle man sich jetzt ohne Autos vor.....

Grotto Pozzasc, Peccia, Valle Maggia
Tel. 091 755 16 04

Eines der Grotti mit einer traumhaften Lage, an einem Bergsee, ein Wasserfall rundet die Idylle ab, dazu die Granittische draußen im Garten, dies alles entschädigt für die lange Anfahrt. (Wir fahren vom Gambarogno etwa 60 min.) Wir haben eine ausgezeichnete Minestrone und einen wunderbaren Tessiner Teller gegessen, dazu eine schöne Insalata Mista.




Die Spezialität jedoch ist eindeutig Polenta, noch am Kamin in einem Kessel handgerührt und nicht diese leider immer häufiger anzutreffende „Instant-Polenta“ Dazu gibt es ein ausgezeichnetes Kalbsragout oder einfach nur Gorgonzola. Ein gutes Angebot an offenen Tessiner Weinen, der weiße Merlot und bei den roten kann man sogar zwischen Americano, Nostrano und Merlot wählen. Für mich gehört dieses Grotto im Sommer zu meinen Lieblingsplätzen und dabei ist einfach die traumhafte Lage das Wichtigste und nicht unbedingt die Küche.

Grotto Al Ritrovo, Val Resa, Brione sopra Minusio

Grotto Al Ritrovo, Val Resa, Brione sopra Minusio

Tel. 091 743 55 95
Mittwoch geschlossen und außerhalb der Saison auch Donnerstag, Samstag und Sonntag durchgehend warme Küche, ganzjährig geöffnet

Ein wundervoller Garten mit alten Kastanienbäumen, ein traumhafter Blick hoch über dem Lago Maggiore, im Winter eine heimelige Stube am Kamin und dann eine Hundefreundin – ich bin beglückt und Akela wird freundlich empfingen und mit Leckerle versorgt.

Ein sehr schöner Insalata Mista, Hirschsalami auf dem Holzbrettchen zum Selberschneiden, bei jedem Besuch eine andere frische, hausgemachte Pasta, Gerhard liebt hier den Brasato al Merlot, bekommt extra, weil er weder Polenta noch Risotto mag, eine Riesenportion Spaghetti dazu und wird dann leider nicht beim Dessert fündig, denn das geliebte Schokoladeneis gibt es nicht, höchstens ein Tartuffo al Chiocolato.

Eine kleine, aber sehr interessante Weinkarte, manchmal gibt es auch einen der besonderen Roten glasweise, einfach nachfragen, denn sie stehen nicht auf der Karte. Gabriela stellt dann einfach die geöffnete Flasche auf den Tisch und man kann sich daraus bedienen, soviel man mag. Zum sehr guten Espresso gibt es dann noch einen hausgebrannten Grappa, huiiii, heftig, aber gut.

Osteria Al Matro, Val Resa, Brione sopra Minusio

Osteria Al Matro, Val Resa, Brione sopra Minusio

Tel. 091 743 83 22
montags und dienstags geschlossen

Von Locarno aus in ca. 15 min erreichbar, im romantischen Val Resa gelegen, ein schöner Gastraum mit dem großen, alles beherrschenden Kamin und ein schöner Giardino mit Granittischen und einem großen Aussenkamin, ganz klar: hier gibts Grilladen. Doch zunächst mal von Anfang an: Wir starteten mit einem guten Prosecco, eine Weinkarte gibt es nicht, man wählt den Wein aus den überall herumstehenden Flaschen aus, die Betonung liegt eindeutig auf rot. Für Weissweintrinker bleibt nicht viel Auswahl. Wir entschieden uns dann für den Vino della Casa, eine sehr gute Wahl, wie sich herausstellte, ein weißer Merlot von einer kleinen Cantina bei Contone bei Giubasco.

Zum Starten schlug uns die Chefin eine kleine Auswahl verschiedener Antipasti vor - ich war begeistert. Da wurde nichts auf einem Teller zusammengeklatscht, sondern alles auf diversen Tellern schön arrangiert. Wäre er nicht aus Granit, hätte sich unser Tisch sicherlich halb durchgebogen unter dem Dargebotenen. Auffällig ist die gute Qualität aller verwendeter Produkte. Da gab es einen Teller mit Melone und Parmaschinken, ein Carpaccio mit Trüffelöl, einen Teller mit knusprigen Bruschette mit Tomaten und Basilikum, ein Vitello Tonnato mit den großen Apfelkapern und einen Teller mit einer hausgemachten Terrine – sehr zart und leicht- und kleinen Bruschette mit einer Ziegenkäsecreme.

Eigentlich hätten wir es bei den Antipasti belassen sollen, es hätte genügt. Das anschliessend bestellte Grillstück vom Rind, das Gerhard bestellte, war zwar perfekt gegrillt, jedoch leider ziemlich hart. Mein Mistkratzerle war ein wenig trocken und nichts sagend. Als Beilagen gab es verschiedene Salate: Tomaten, Rote Beete, Kartoffelwürfel mit Petersilie und Bohnen, schön abgeschmeckt und dem heißen Wetter angepasst. Bei unserem nächsten Besuch werden wir uns sicherlich auf die sehr gut gelungenen Antipasti beschränken.

Grotto Paudese, Paudo (Valle Morobbia)

Grotto Paudese, Paudo

Valle Morobbia
Tel. 091 857 14 68
Mi-Sa abends geöffnet, Sonntag sowohl mittags und abends

In Giubasco im Kreisverkehr gleich rechts geht’s in Valle Morobbia … und dann immer weiter, egal was das GPS sagt – nicht links, nicht rechts, links, neinnein, einfach die Kurven hoch hinauf fahren bis dann irgendwann das Hinweisschild zum Grotto Paudese auftaucht.

Bei schönem Wetter im Garten an Granittischen, einen kleinen Spielplatz für Kinder gibt es auch, ansonsten im Sommer bei kühleren Temperaturen in einer etwas zeltähnlichen Atmosphäre. Außerhalb der Saison stelle ich es mir heimelig vor in dem kleinen, mit nur zwei großen Holztischen besetzten kleinen Saal mit Cheminée und darüber in einem mit vier Tischen besetzten Raum. Da geht sicher ohne Reservierung nichts. Aber genau da will ich mal sitzen, an einem kühlen Abend, wenn’s draußen kalt und ungemütlich ist, dann an dem schönen Tisch vor dem brennenden Kamin.... und dann die Küche genießen. Eine angenehm kleine Karte, sowohl die Speisen als auch die Weinauswahl sind sehr übersichtlich. An unserem Besuchstag – es ist Spargelsaison – gab es ein Frittatino mit grünem Spargel (ein bisschen nichtssagend), eine sehr interessante Terrine aus Linsengemüse und Gorgonzola und eine gigantische Terrine aus Kartoffeln, Kartoffelmousse und Garnelen. Als Hauptgerichte wurden ein Schweinsragout, ein Goulasch vom Esel (ich kann mir nicht vorstellen, dies jemals zu probieren) und kleine Kalbsrouladen mit Polenta angeboten. Ausserdem gab es noch Gnocchi mit Taleggio. Als Wein probierten wir ausgezeichneten weißen Merlot „La Lepre“ von den Terreni della Maggia. Ein kleines Dessert und Café rundeten dieses schöne Essen ab.

Grotto Scalinata, Tenero

Grotto Scalinata, Tenero

Tel. 091 745 29 81

dienstags geschlossen

Nach vielen Jahren besuchten wir dieses traumhaft gelegene Grotto mal wieder. Die Schwestern Balemi gibt es immer noch, die eine grantelt auch immer noch vor sich hin, dafür watschelt die andere freundlich lächelnd an den Tischen vorbei. Noch immer wird teilweise bestimmt, was der Gast zu nehmen hat, keine große Auswahl, dafür dann aber das dargebotene in ausgezeichneter Qualität. Der Salat frisch gepflückt aus dem Garten, Maccharoni gebe es auch und als piatto del giorno dazu noch eine Kaninchenkeule. Wir entschieden uns dann dafür und für mich die Maccharoni ohne Fleisch. Unglücklicherweise kamen diese dann für Gerhard mit Tomatensauce auf den Tisch, da sollten wir beim nächsten Mal unbedingt darauf achten. Gerhard gönnte sich dann als Trost noch ein köstliches hausgemachtes Semifreddo mit in Grappa eingelegten Früchten (eine Art Rumtopf). Ich war neugierig auf den Nostrano, den hausgemachten Roten, der mir ausgezeichnet schmeckte und zu dem ich mir dann noch ein Stück Formagelle dell Alpe gönnte.


Grotto Vallera, Genestrerio (Mendrisiotto)

Grotto Vallera, Genestrerio (Mendrisiotto)

Tel. 091 647 18 91
Chiuso: Montag, Samstagmittag

Ein Sonntagmittag im August – wir haben reserviert. Bei unserer Ankunft kurz nach 12 Uhr fanden wir alles etwas verwahrlost vor. Eine Bocciabahn, offensichtlich seit Jahren nicht mehr benutzt und in einem solchen Zustand, seltsame grüne Plastikstühle, angeschmutze Polster, doch der erste Eindruck ist nicht immer der richtige und glücklicherweise liessen wir uns vom Äusseren nicht abschrecken! Wir gaben unsere Bestellung auf, sehr vorsichtig und verhalten... Ich hatte eine Insalata Mista, grünen Salat, Ochsenherz-Tomaten, geraspelte Karotten und Zucchini, dazu Balsamico und Olivenöl zum Selberanmachen in ausgezeichneter Qualität. Eine angenehm klein gehaltene Karte, hausgemachte Pasta, ich hatte Troccoli, (offensichtlich handgerollt, wunderbar al dente), mit etwas Wirsing und Knoblauch gekocht, mit Alpkäse bestreut. Aber auch das von Gerhard bestellte Entrecôte war in einer super Qualität und genau auf den Punkt gebraten. Und dann die Käseauswahl!!! Auch den seltenen Zincarlin aus dem Valle di Muggio gab es. Als ich darum bat, ein Stück zum Mitnehmen kaufen zu können, brachte der nette Padrone gleich noch zwei weitere Schätze aus der Speisekammer, einen Ziegenfrischkäse und einen Formagella, den wir uns dann auch noch einpacken liessen.

Hier scheint ein Weinliebhaber am Werk zu sein, eine äusserst überraschende Weinkarte, viele aus dem Mendrisiotto, aber auch aus Italien und Frankreich einige auserlesene Gewächse. Sehr überraschend war für mich, dass man diese Weine wohl fast ausnahmslos auch offen bestellen kann, es wird die Auswahl für eine Flasche getroffen, dann noch diskutiert ob ein Viertel, ein halber Liter oder vielleicht gleich doch die ganze Flasche? Wer trinkt eigentlich die Reste??? Der Padrone scheint allerdings keine Vorliebe für Weissweine zu haben, an unserem Besuchstag gab es keinen einzigen Weisswein aus dem Tessin, wir liessen uns dann zu einem Sauvignon aus Südtirol überreden, eine ausgezeichnete Empfehlung.

Ach, ja, ich soll noch von Gerhard erwähnen: Weltbestes Schokoladeneis.

Und direkt gegenüber gibt es eine Distillerie mit einer interessanten Auswahl an Obstschnäpsen, u.a. auch Aprikose, sollten wir beim nächsten Mal probieren, denn wir kommen wieder, soviel steht fest.

Osteria Bordei, Palagnedra-Bordei

Osteria Bordei, Palagnedra-Bordei


Tel. 091 780 80 05
BF: Mitte Oktober bis Ostern
RT: Montag
http://www.bordei.ch/

ohne GPS schwierig, aber versuchen wir’s mal: über Golino, Intragna ins Centovalli, beim Stausee über die Brücke, den Hügel hinauf, dann hinunter die Schlucht, atemberaubende Blicke, Wiesen mit Gebirgsblumen, schneebedeckte Berge, Gletscher, durch Kastanienwälder, immer immer weiter, dann ein (ziemlich großer – keine Angst, Busse kommen da nicht hoch hinauf) Parkplatz und dann ein paar, so ca. 2 – 3 Minütchen bis zur Osteria in diesen traumhaft schönen Ort.

Ein Blick und eine Ruhe zum Niederknien.. Der liebenswerte Service von Magda... man muss sie einfach drücken beim Abschied.... es ist eine wundervolle Atmosphäre... Der Service läuft etwas schleppend an, am Anfang hat man den Eindruck, Magda sei überfordert – doch dann läuft sie zur Höchstform auf! Spätestens als sie Akela unaufgefordert Wasser bringt „Per il cane“ hat sie mein Herz erobert.

Sie nimmt die Bestellung auf, lobt das von uns Bestellte mit einer unglaublichen Begeisterung, kommentiert „buono“ „tutto fresco“ Vino di Gordevio“ – ich habe noch nicht erlebt, dass jemand mit einer solchen Begeisterung und Herz die Produkte erklärt, ja schon fast erzählt.

Im Inneren der wirklich wunderschönen Osteria hängt eine Tafel mit den Ursprungsbezeichnungen der Produkte, offensichtlich scheinen sowohl Fleisch als auch Gemüse aus biologischem Anbau zu stammen. Der Bäcker hat mich nun nicht begeistert....
Aber die – natürlich von der herzlichen Magda - angepriesene frische "tutto fresco" ! Lasagne, Osso-Buco, Pollo al Forno, mit einer Steinpilz-Gemüse-Kartoffel-Mischung

Grotto del Pan Perdü, Carona

Grotto del Pan Perdü, Carona


Tel. 091 649 91 92
Geöffnet von März bis Novembre,
Ruhetage: Mo, im Winter bei schönem Wetter auch geöffnet von Freitag bis Sonntagabend, am besten vorher anrufen

Von Morcote oder Lugano-Paradiso Richtung Carona fahren und dann einfach den Wegweisern folgen

Blumen, getrocknete Maiskolben... frische Rhododendron-Blüten... heftig... und dann noch die Tessiner Musik, die unermüdlich auf uns einrieselt, schunkeln wir mit oder trinken wir einen Boccalino und fahren weiter? Wir bleiben! Obwohl die reizende (und überaus effizient arbeitende Bedienung) Tochter von Signor Albisetti uns gleich versichert, dass es den Wein nicht mehr im Boccalino ausgeschenkt gäbe... gut, wir entscheiden uns zum Bleiben und bereuen es nicht. Alle Mazze sind hausgemacht: Der Lardo wundervoll würzig, Proscuito zart... Salametti... hmmmm... am besten eine Mischung von allem bestellen, auch wenn dies nicht auf der Karte angeboten wird. Und dann die Insalata Mista.... frisch schmeckend, ja, schon fast grünprickelnd auf der Zunge mit unglaublich aromatisch schmeckenden Tomaten, wo kommen die her um diese Jahreszeit?

Dazu unbedingt – es wäre eine Sünde, es nicht zu tun – den Vino della Casa bestellen. Signor Albisetti macht einen ausgezeichneten weissen und roten Merlot, am besten beide probieren, und wenn dann auch noch – die wirklich guten – Weine gelobt werden, dann fliesst das Herz der Gastgeber über. Zu toppen ist dies dann wirklich nur noch, wenn beim selbstverständlich hausgemachten Grappa die Traubensorte erkannt wird... naaaa? Ich hab’s erkannt ....und bekomme ein begeistertes anerkennendes Lächeln.

Osteria del Carlin, Claro

Osteria del Carlin

Nicoletta Snozzi, 6702 Claro
Tel. 091 863 46 00

Von Bellinzona auf der alten Kantonsstraße Richtung Biasca fahren, am oberen Dorfrand von Claro; das Restaurant ist sehr gut ausgeschildert.

Ein besonders herzlicher Empfang durch Nicoletta und an den Wochenenden durch ihren Partner Piergiorgio, der die Gäste sogar an die Hauptstraße abholen kommt, falls sie sich zu dusselig anstellen (so wie wir bei unserem ersten Besuch) und die Zufahrt nicht finden.

Nicoletta ist ehemalige Lehrerin, spricht ausgezeichnet deutsch und erzählt mit Leidenschaft von ihrem Metier. Sie legt grössten Wert auf die Qualität ihrer verwendeten Produkte, was man auch bei jedem Bissen schmeckt und bei jedem Schluck spürt. Sie kauft jedes Jahr Schweine, die sie der Bäuerin in Airolo auf die Alp mitgibt, dort werden sie in Form gebracht und im herbst ist dann Schlachtfest. Bei unserem Besuch im Februar durften wir noch die köstlichen hausgemachten Wurstwaren kosten, die als Affetato nostrano angeboten werden. Dazu eine ausgezeichnete Polenta, wobei die Polenta-Spezialität des Hauses, Polenta conscia, eine mit Käse und Zwiebeln zubereitete Variante, eine sehr deftige Angelegenheit ist. Aber auch die Qualität der anderen Polenta-Gerichten ist ausgezeichnet, zumal die verwendete Polenta die mit Buchweizen verbundene Sorte ist, manchmal auch als „integrale“ bezeichnet, na, egal wie, auf jeden Fall die mit den schwarzen Pünktchen, die sich durch besonders kräftigen Geschmack auszeichnet. Dazu dann Brasato al Merlot oder Ossobuco, alles von ausgezeichnetem Geschmack und Fleischqualität.

Als Desserts dann hausgemachte Sorbets, bei unserem Besuch war es ein Orangen-Sorbet. Zum Digestif wird ein hausgemachter Grappa, von sehr mildem Geschmack serviert, der immer als ganze Flasche auf den Tisch kommt. Berechnet wird dann, was der – hoffentlich ehrliche – Gast angibt. Sehr beliebt ist unter Tessinern die „Riscia quino“, d.h. das Ausspülen der leer getrunken Espresso-Tasse mit (etwas?) Grappe.

(mittlerweile hat Nicoletta die Leitung Ihrem Sohn übergeben, manchmal ist sie noch im Service, wir testen noch mal und hoffen, dann auch Nicoletta zu treffen)

Donnerstag, 21. Januar 2010

Grotto dell’Ortiga, Manno
Tel. 091 605 16 13
Sonntag und Montag geschlossen
Ganzjährig geöffnet
http://www.ortiga.ch/

Da will ich schon seit Jahren hin, doch früher war dieses Grotto nur abends geöffnet, nun glücklicherweise auch mittags. Es ist auch ohne GPS leicht aufzufinden und gut ausgeschildert. Mitten im alten, sehr gepflegten Dorfkern von Manno mit einem romantischen Innenhof und diversen Gaststuben. Ein sehr netter Kellner umsorgt uns flink und aufmerksam.

Der Name des Grottos kommt aus dem Tessiner Dialekt, Urtiga bedeutet Brennnessel, in Erinnerung an die riesige Brennnesselwiese, die damals die Rustici, aus denen das Grotto entstand, umgab. Gerichte mit Brennnessel fanden wir nicht, dafür anderen Köstlichkeiten. Die angenehm klein gehaltene Speisekarte informiert uns, dass Gemüse und Salate aus biologischem Anbau stammen, sowie Käse und Wurstwaren selbst gemacht sind und ebenfalls aus ökologischer Haltung stammen.

Als Vorspeise wurde uns eine wunderbare Salami auf einem Holzbrettchen gebracht, berechnet wurde nur soviel, wie auch tatsächlich abgeschnippelt wurde. Dazu zwei Sorten knuspriges Brot, die Pfeffermühle und ein Schälchen mit marinierten Knoblauchzehen und Oliven.

Wir hatten danach eine Insalata Mista, sehr gute diverse Blattsalate, Gurke, Tomaten und frisch gehobelter Fenchel. Danach hatte Gerhard Tagliata di Manzo, mit (etwas langweiligen) Rosmarinkartoffeln und diversen frischen Gemüsen. Ich liess mir Ribollita Toscana schmecken, eine sehr feine Gemüsesuppe mit Bohnen und Mangold. Dazu wurde ein erstklassiges Olivenöl zum Verfeinern gereicht.

Auf der Karte stehen ausserdem noch der hochgelobte Brasato, uccelli scappati (Fleischvögel aus hauchdünnen Scheiben Kalbfleisch, Schinken, Speck und Salbei gewickelt), Trippa, das berühmte Risotto des Ortiga, sowie um Ostern das berühmte Capretto.

Eine interessante Weinkarte, auffällig viele rote (darunter auch die Tessiner Winzergrößen) – doch nur drei weiße Tessiner Merlot, wir haben den offenen ganz ordentlichen Cherubin von Matasci aus Tenero getrunken. Zum Abschluss habe ich ein Stückchen Tessiner Alpkäse genommen und wollte dazu ein kleines Glas roten Merlot trinken. Leider liess ich mich von der Empfehlung des Hauses, zum Käse einen Sorriso del cielo zu probieren, verführen und hatte statt des erwarteten roten "Lächeln des Himmels" ein weisses, edelsüsses Himmelslächeln im Glas.

Als große Überraschung dann die Rechnung, so gut und so preisgünstig haben wir schon lange nicht mehr gegessen, wir zahlten inklusive Aperitivo, viiiiiel Vino, Wasser, Espresso CHF 125,00 und wurden winkend von ‚unserem’ Kellner verabschiedet.

Tenuta Pian Marnino, Gudo

Tenuta Pian Marnino

Gudo
Tel. 091 859 09 60

Montag und Dienstag geschlossen, ansonsten nur abends geöffnet, sonntags und an Feiertagen auch mittags
Unser Lieblingstisch ist tavola 8, denn da sitzen wir mit Akela auch schön ungestört.

Mitten in der Natur liegt dieser Weinkeller mit Grotto. Der Name leitet sich von Marna, der Mühle ab, die früher dieses Gebiet versorgte. Wir waren an einem Sonntagmittag da, an dem es ein Menu für 39 Franken gab, Prosciuto e Melone, ein Teller mit verschiedenen Grilladen (Luganighetta, 2 Costine, 2 wunderbar dünne, rosa gebratene Scheibchen Roastbeef und eine dünne Scheibe von zarter Kalbskeule, ein semifreddo mit einem Tessiner Orangenlikör bildete den Abschluss.

Die meisten Weine der Produktion gibt es glasweise, selbstverständlich stehen sie auch, entweder in Einzelflaschen oder in 6er Kartons zum Verkauf. Den Spumante Pian Marnino, den Merlot Bianco sowie den im Barrique ausgebauten Sauvignon habe ich probiert und für gut befunden. Begeistert hat mich der Bondola Tenuta Pian Marnino, eine alte traditionelle Tessiner Traubensorte, die fast ausschliesslich im Sopraceneri, dem nördlichen Tessin angebaut wird.

Trotz „Hochbetrieb“ und vielen Tessiner Familien in Feierlaune eine sehr nette freundliche Bedienung von allen, wir kommen bestimmt wieder, und dann nehmen wir auch sicherlich ein paar Fläschchen Bondola und Merlot Bianco mit.


Wir waren etwa zwei Wochen später wieder da, wieder ein Sonntag, diesmal gab es keine Grilladen, ich hatte Glück und durfte das fantastische Fritto Misto del Lago probieren. Wunderbare Fischlein vom See, Sauce Tartare und dazu herrliche patate al forno und insalata mista. Gerhard hatte Entrecôte Roncaccio mit einer deutlich nach Rosmarin schmeckenden Kräuterbutter, sehr gute, weil nicht fette Pommes frites und Insalate Verde. Als Dessert gab es marinierte Erdbeeren mit Vanilleeis, ein Klassiker, perfekt zubereitet. Dann noch Café, Grappa und die niedrige Rechnung erstaunte uns mal wieder.

Ristorante Froda, Gerra/Verzasca

Hotel Ristorante Froda

Valle Verzasca, Gerra
Tel. 091 746 1452
mittwochs Ruhetag

Schon einige Male haben wir in dieser direkt an der Straße nach Sonogno gelegenen Osteria gegessen. Bei schönem Wetter sitzt es sich angenehm auf der Terrasse mit den Granittischen, doch auch außerhalb der Schönwetter-Saison sitzt man sehr angenehm im Inneren, dann allerdings manchmal besucht von der Hauskatze, die, hat sie mal jemanden in ihr Katzenherz geschlossen, es sich gleich auf dessen Schoß gemütlich macht. Yannick hatte das zu spüren bekommen und ist mit einem blauen Mantel voller Katzenhaare nach Hause gekommen.

Sehr freundlicher Service, leider oft durch den Ansturm überfordert. Ohne Reservierung geht auch hier kaum etwas. Aber dann!!! Hier wird alles frisch mit höchster Präzision und in unnachahmlichem Qualitätsbewusstsein zubereitet.

Schöne Insalata Verde sowie Insalata Mista (mit hauchdünnen Scheiben von frischem Fenchel, Radieschen, Cocktail-Tomaten rot und gelb, Möhren-Juliennes, Radieschen, Paprika, ergänzt mit grünem Salat), eine gigantische Forelle, gefüllt mit frischen Kräutern in Butter gebraten. (Ich hätte die Gräten einzeln abknabbern können, mmmmmh), die Haut außen knusprig, wunderbar würzig mit Kräuteraroma, das Fleisch zart und saftig, auf den Punkt gegart, dazu Rosmarin-Kartoffeln. Auch die hausgemachte Minestrone und Lasagne lohnen die lange Anfahrt. Allerdings kann man sich den Prosecco als Aperitif schenken, dann lieber gleich mit einem der ausgezeichneten Tessiner Weine beginnen. Die Weinkarte ist nicht sehr umfangreich, dafür sind einige Tessiner Grössen verzeichnet. Wir hatten einen 2005 Merlot Bianco La Sfinge von der bekannten Tenuta Bally & Teufenstein. Ich fand ihn wunderbar, Gerhard weniger, dafür durfte ich zur Belohnung die Flasche austrinken.

Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese
Via San Materno 10, Losone
Tel. 091 791 32 30
geschl. mittwochs und von November bis März
Wiederöffnung in 2014: Freitag, 7. März



Eine Entdeckung!!! Seit März 2009 haben die sympathische Sandra Meister und ihr Partner Claudio Zanoli dieses direkt an der Strasse neben dem Broggini gelegene Grotto eröffnet. Ein wohltuend modernes Ambiente auf Tessiner Art, auch die schönen Granittische auf der Terrasse fehlen nicht. Draußen im Kamin wird die Polenta auf dem offenen Feuer gerührt, die es auch auf unterschiedliche Arten zubereitet gibt. Als Vorspeisen die Piatti Ticinese, aber vor allem die frisch aus dem Garten geernteten Blattsalate. Gerhard wird irgendwann die Küche erstürmen, um auch tatsächlich die zartesten, kleinsten Blättchen, den von ihm so geliebten Rupfsalat, zu erobern. Dazu eine typische Tessiner Vinaigrette, ein bisschen sauer, schön gewürzt, mit Rotweinessig. Für Nicht-Fleischesser ist es etwas schwierig, doch Minestrone, Salate, Käse und der freundlich-kompetente Service entschädigen. Die Fleischesser vergnügen sich mit einem ausgezeichneten Brasato al Merlot, auf Wunsch auch mit Tagliatelle, ansonsten mit Polenta, oder mit Rindsragout. Bei allen mit Rindfleisch zubereiteten Gerichten handelt es sich um Fleisch von Bio-Suisse.

Ich habe dort das beste Risotto, das ich jemals genießen durfte, probiert: Risotto alla Claudio. Ein mit rotem Merlot zubereitetes Risotto, zudem ich natürlich auch einen offenen roten Merlot probiert habe. Überhaupt ist die kleine, übersichtliche Weinkarte mit vielen guten Gewächsen vertreten, ich beginne mich durchzuprobieren.....

Bei unserem zweiten Besuch, es war an einem Freitagabend, hatten wir glücklicherweise reserviert, eine weise Entscheidung, denn in dem schönen Garten blieb kein Plätzchen frei. Auch die Parkplatzsituation ist nicht ganz einfach bei einem solchen Ansturm. Trotz allem eine super freundliche perfekte Bedienung. Wie uns Sandra später erzählte, habe sich auch noch die Köchin verletzt und es würde etwas länger dauern, doch davon haben wir nichts bemerkt. Wir hatten wieder den leckeren Salat, frisch aus dem Garten gepflückt, danach Brasato mit Tagliatelle und Filetto di Manzo mit ... ja, ich wollte es mal wieder wissen, und habe Polenta, die hier auf dem offenen Kamin zubereitet wird und als Spezialität gilt, probiert, nur, um mal wieder festzustellen, dass Polenta nicht zu meinen bevorzugten Gerichten zählt. Wir probierten eine Flasche Rosato di Minusio von Stefano Haldemann (Via dei Colli 26, 6648 Minusio, Tel. 091 743 0553). Er ist zwar nicht biozertifiziert, doch setzt er auf naturnahe Produktion . Ich kann nicht genau erklären, was an diesemWein nicht gestimmt hat, es war sicherlich kein Grund zur Reklamation. Beinahe ein leichter Korkgeschmack, obwohl dies beim verwendeten Verschluss fast nicht möglich sein konnte, ich werde diesen Rosato beim nächsten Mal wieder probieren müssen. Entschädigt hat mich dann der Käseteller, kleine Degustionen aus der Region, formaggio del alpe, formagella e formagio di capra, dazu ein Gläschen roter Merlot. Es gibt auch einen sehr guten, einfachen offenen Rosato, von wem ist der blos??? Das muss ich beim nächsten Besuch unbedingt herausfinden. Ach ja, und dann diesen köstlichen Pfeffer aus dem Valle Maggia, ob ich ihn vielleicht hier kaufen kann? Als Dessert unbedingt empfehlenswert das Sorbet aus Americano-Trauben, begossen mit... Grappa, was sonst...

Grotto Broggini, Losone

Grotto Broggini,

Via San Materno 18,
Losone
Tel. 091 791 15 67
Kein Ruhetag, jedoch manchmal von Jan. bis Mitte Febr. geschlossen
http://www.grotto-broggini.ch/

Man muss es mögen, ich mag’s! (und einen Lieblingstisch hab' ich auch: Nr. 26). Allerdings war es keine Liebe auf den ersten Blick. Wir haben es, weil dieses Grotto über das ganze Jahr hinweg geöffnet hat und wir es immer wieder als „Ausweich-Grotto“, wenn alles rundherum geschlossen war, genutzt haben, irgendwann im Laufe der Jahre lieben gelernt. Es ist sehr groß, viele Sitzplätze, die sich allerdings angenehm in verschiedene Räume unterteilen. Wir mögen am liebsten Tisch 26 (und einen Lieblings-Kellner haben wir natürlich mittlerweile auch)



Das Grotto gehört zum Imperium des legendären Fred Feldpausch, es ist sozusagen sein Flagschiff. Wenn man den mittlerweile über 80jährigen noch antrifft, dann hier. Ihm gehören die Osteria Nostrana direkt am Lungolago in Ascona, das neue Sensi in Locarno sowie die Confiserie Al Porto mit ihren zahlreichen Filialen hat ihm gehört oder gehört ihm noch immer. Deren berühmtes Valle Maggia Brot wird auch im Broggini gereicht. Allein dieses Brot ist schon zum Niederknien. Dies dann als Bruschetta mit Tomaten oder in der Saison mit frischen Steinpilzen – ich bekomme beim Schreiben schon Pfützchen im Mund.

Das Broggini ist bekannt für seine Güggeli, die ich dann auch meistens dort esse. Am Spiess, über Buchenholz gebratene, knusprige kleine Hähnchen mit frischem Rosmarin, wahlweise mit Steinpilzrisotto, Polenta, Kartoffeln etc. Dessert-Fans sollten unbedingt noch Platz machen für die Zabaione, das Schlagen hört man ab einer bestimmten Uhrzeit ständig, wahrscheinlich ist dieses Dessert bei den Insidern bekannt und beliebt.

Die Weinkarte ist sehr umfangreich und fasziniert mich immer wieder. Nach ausgiebigem Studium entscheide ich mich dann doch häufig für den vino del mese, den die Crew gemeinsam auswählt und den es dann auch glasweise gibt.

Grotto Grassi, Tremona

Grotto Grassi, Via ai Grotti, Tremona

Tel. 079 353 94 04
Geöffnet von März bis Ende Okto.
Ruhetag: wetterabhängig

von Mendrisio Richtung Stabio fahren, nach 3 km Ausfahrt Rancate, dann Richtung Besazio.

Im Dorf Parkplatz und ca. 10 min Fussweg, (auch für Fusskranke zu bewältigen, Schotterpiste, daher nicht mit Stöckels, aber wer trägt denn schon so was im Tessin? 

Ansonsten direkte Anfahrt, allerdings eng, nicht für tiefergelegte Fahrzeuge geeignet und wenn kleiner Parkplatz belegt, dann? ... s.o. zurückfahren, Wendemöglichkeit kleiner Parkplatz

Eine wundervolle Entdeckung, noch eines der typischen Tessiner Grotti und wie es sich gehört mit Boccia-Bahn. Grandioser Weitblick - sollte er nicht frühzeitig verschleiert werden durch den ebenfalls grandiosen Merlot.

Pollo-Brüstchen in einer Mascarpone-Pilz.-Sauce, fantastische hausgemachte Tessiner Mazze, wundervolle Desserts, Grilladen, ein Digestivo (Williamino della case) zum Niederknien... und dann dieser charmante Kellner....

Hier waren wir sicherlich nicht zum letzten Mal

Osteria Al Capon, Brione sopra Minusio

Osteria Grotto Al Capon
Monika und Rolf Lipp, Casella Postale 159, 6645 Brione sopra Minusio
Tel. 091 743 45 10
http://www.alcapon.ch/
Montags und Dienstags geschlossen, nur abends geöffnet



Dieses gemütlich-rustikale Grotto ist nicht leicht zu finden in den engen Gassen von Brione s/Minusio. Ein Orientierungspunkt ist der Glockenturm der Kirche oder einfach im Autosilo von Brione parken, schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite bei der „Osteria Jonny“ (mit den Katzen) in die Gasse reingehen und schon nach ein paar Schritten steht man vor dem wunderschönen Grotto. Liebevolle Details, herzlicher Empfang, einfach ein Ort zum Wohlfühlen.

Donnerstags gibt es meistens „Mistkratzerle“, die kleinen Stubenküken, die der Wirt eigens von den Terreni della Maggia bekommt, knusprig gebraten, mit Rosmarinkartoffeln und Salat, Gemüse.

Ein ausgezeichneter offener weisser Merlot und viele viele Angebote von roten Tessiner Weinen.

Osteria Enoteca Ferriroli, Contra

Osteria Enoteca Ferriroli

Via Cantonale, 6646 Contra
Tel. 091 745 11 14
info@ferriroli.ch
http://www.ferriroli.ch/
montags und dienstags geschlossen



FLEISCH! FLEISCH! FLEISCH! Kann man hier nur schreiben!

Und so steht es auch schon über dem großen Gartengrill geschrieben: „Vegetarier leben nicht länger, sie sehen nur älter aus.“

Wer so richtig der Fleischeslust frönen möchte, ist hier an der richtigen Stelle. Alles vom Grill: Rind, Schwein, Kalb, aber auch exotisches wie Hirsch, Bison und noch heftiger: Antilope, Kanguruh… tessinerisches: Luganige, Luganighetta gibt es natürlich auch, dazu Rosmarinkartoffeln oder Polenta, feine Gemüse wie Spinat und/oder Möhren und einen guten gemischten Salat. Dazu eine sehr grosse Weinauswahl mit vielen Tessiner Gewächsen, wobei die Betonung auf rot liegt. Wie überall in der Schweiz haben alle Gerichte mit Fleisch ein oberes Preisniveau

Osteria Chiara, Muralto-Locarno

Osteria Chiara, Locarno, Dezember 2009
Vicolo dei Chiara 1, Muralto-Locarno
Tel. 091 743 32 96
Geschl. Sonntag und Montag



Die Osteria ist leicht zu finden, einfach in Muralto am See parken und die paar Stufen durch die Gasse hoch spazieren. (Ein Schild, das auf die zu nehmende Gasse hinweist, findet sich auch) Dies ist eine wunderbare Entdeckung, sehr schönes Ambiente, reizendes Ehepaar, sie Rheinländerin, er aus Italien? Oder Tessiner? Müssen wir mal erfragen.
Ich hatte eine Ricotta-Mousse mit gegrilltem Gemüse, mmmhhh, wunderbar, und dann einen köstlichen gebratenen Wolfsbarsch, Gerhard schwärmt von Kalbsleber zum Danieder-knien. Sehr schöne Weine und einen Waaahnsinns-Grappa von… na, wie heisst er denn noch mal? Ich muss da wieder hin……!!!!!



Oktober 2009

Wir waren wieder da, also, sie ist aus Köln und heisst Marion, er ist Italiener und heisst Luciano und der Wahnsinns-Grappa ist kein Grappa, sondern ein Aprikosen-Edel-Obstbrand aus der Gegend um Zürich und ist von Urs Hecht. So, diese Fragen wären schon mal beantwortet, ansonsten waren wir Wiederholungstäter, ich hatte wieder das gegrillte Gemüse und anschliessend zur Abwechselung die Daurade auf mediterrane Art zubereitet, mit ein paar grünen Böhnchen und Kartoffeln, Gerhard wieder seine Kalbsleber.



21. Jan. 2010

Mittlerweile gibt es kaum eine Fahrt ins Tessin ohne einen Besuch bei Marion und Luciano, wir lieben die Küche und die Herzlichkeit der Beiden, die Atmosphäre, die wunderbaren Gerichte und die Weine… und ich immer wieder Marion’s Ricotta-Mousse mit Gegrillten Gemüsen und Gerhard die Kalbsleber und… und…. Heute hatte ich nach der mittlerweile obligatorischen Ricotta-Mousse einen perfekt gegarten Wolfsbarsch mit Spinat und Kartoffelwürfeln… oh, bitte mehr von diesem köstlichen Spinat. Irgenwann werden wir sicherlich auch mal ein Plätzchen frei haben für eines der schönen Desserts.
Die Weinkarte ist Luciano's "Revier". Darauf sind viele Tessiner Grössen vertreten, sie macht mir bei jedem Besuch immer wieder Freude und liest sich wie ein „who’s who“ der Tessiner-Wein-Grössen, da gibt es sooo viele Fläschchen, die mich neugierig machen. Ich muss da wieder hin…. Und immer, immer wieder…..!!!

Ristorante alla Stazione, Lavorgo

Ristorante alle Stazione, Lavorgo
Tel. 091 865 14 08
Geschl. Sonntagabend und Montag



Heute Morgen sind wir bei trübem, kaltem Winterwetter zu Hause kurz vor 8 Uhr losgefahren und sassen kurz nach 12 Uhr bei einem Begrüssungs-Prosecco im Ristorante alla Stazione in Lavorgo. Eine sehr freundliche Begrüssung durch den padrone Ermanno Crosetti. Das Menu für heute Mittag bestand aus hausgemachten Orechiette mit Ragù, danach Linsen mit Cottechine, danach war uns nicht. Wir entschieden uns à la carte zu essen und der padrone schlug noch außerhalb der Karte vor, uns auch gerne ein Cordon Bleu zu servieren. Doch Gerhard entschied sich für die (selbstverständlich) hausgemachte Entenleberterrine mit Cognac und ich für das Thunfisch-Carpaccio, mit leicht süsslichem Chili-Dressing. Danach war ich begeistert vom Tagesfisch, ein gedünsteter Wolfsbarsch mit Spinat und Kartoffelwürfelchen und Gerhard nahm die Pasta vom Tages-Menu. Dann folgte für Gerhard das unvermeidliche Schokoladeneis mit Sahne, das für gut befunden wurde… ein wichtiges Kriterium! Danach noch Espresso – ohne Digestivo, es war schliesslich noch früh am Tage.


Bei der Weinbestellung liessen wir uns wieder vom Padrone beraten, der gleich auf die „Cantina“ verwies. Ich war begeistert: Durften wir in den Weinkeller? Dabei handelte es sich dann allerdings um einen in einen der Gasträume eingebauten kleinen Weinkeller, der jedoch mit vielen interessanten Gewächsen bestückt ist. Viele bekannte und unbekannte Tessiner Namen, wir entschieden uns für einen Bianco Ticinese von Agriloro 2008 aus dem Mendrisiotto, einen weissen Merlot mit geringem Anteil von Chardonnay, der als Weinvorschlag diesmal auch offen angeboten wurde. Uns schmeckte er sehr gut, obwohl Gerhard normalerweise seine große Abneigung gegen Chardonnay pflegt. Ich musste dann mal wieder ein „Neugier-Schlückchen“ Roten nachgiessen, Genestrerio Ticino 2007 vom gleichen Weingut, ein wunderbarer leichter Wein, hoffentlich wird der beim nächsten Mal immer noch offen angeboten.

Samstag, 16. Januar 2010

Grotto Morchino, Pazzallo

Grotto Morchino, Via Carona 1, Pazzallo, Tel.Nr. 091 994 60 44
geschlossen: Samstagmittag und Montag ganz

Gerne fahren wir auch mal "rüber" ins Luganese. Dieses Grotto ganz in der Nähe von Lugano bedeutet für mich, auf den Spuren von Herrmann Hesse zu wandeln. Ein perfekter Tag beginnt in Gentilino mit dem Besuch des Friedhofs und des Grabs von Herrmann Hesse. Danach gegenüber durch die wunderbare Zypressen-Allee bis zur kleinen Kirche spazieren, anschliessend die wenigen Kilometer nach Montagnola zur Casa Rossa, das Haus in dem Hesse bis zu seinem Tod gelebt hat. Vor dem Haus ein wunderschöner kleiner Platz mit einem Tisch und Stühlen davor, sich dort niederlassen und hinaufschauen zur 1. Etage des Hesse-Hauses und im weit geöffneten Fenster die Schreibmaschine des Dichters zu sehen, so als sässe er noch davor.



Danach über den Hügel bis hin zu diesem Grotto, das von Hesse besucht und in seiner Erzählung „Klingsors letzter Sommer“ beschrieben wurde. Von außen äusserst unscheinbar, ja, schon fast hätte ich geschrieben, nicht einladend. Dann dafür drinnen eine wohltuende italienische Landhausatmosphäre und herzlicher Empfang durch den charmanten – für weibliche Augen durchaus ansehenswerten - Padrone Pierluigi. Eine der besten Tessiner Wurstspezialitäten, sehr gute Qualität bei hauchdünnen Scheiben von Lardo, luftgetrocknetem Schinken, Salami, Pancetta und einer Salamiart, die mit Leber zubereitet wurde und die von den Tessinern auch Mortadella genannt wird, mit der uns bekannten Mortadella aber weder Geschmack noch Aussehen gemeinsam hat. Als secondo dann ausgezeichnete hausgemachte Pasta, wie z.b. Cannelloni oder Lasagne und danach den Brasato al Merlot, Coniglio, Ossobuccho gereicht mit Polenta oder Risotto.

Dazu die offenen Tessiner Weine, z.B. den weissen Merlot oder aber den preiswerten offenen roten Merlot aus der Gegend um Bellinzona. Und als Dessert nicht versäumen die Rolata di Castagne oder den frisch gebackenen Apfelkuchen

Und dann in weinseliger Stimmung die Verabschiedung durch den charmanten padrone… wir kommen wieder…. Arrivederci e mille grazie.

Ristorante Centovalli, Ponte Brolla


Ristorante Centovalli, Ponte Brolla, Tel. 091 796 14 44
geschl.: Montag, Dienstag

Das Dritte Adventswochenende, Gerhard und ich hatten mal wieder das dringende Bedürfnis, in unser geliebtes Tessin zu fahren, wenn auch nur für ein verlängertes Wochenende. Als wir durch den Gotthard kamen, sahen wir, dass in Airolo schon hoch Schnee lag, da gab es vor ca. 2 Wochen einen ziemlich heftigen Wintereinbruch mit teilweise stundenlangen Staus. Wir hatten Glück und kamen super durch.

Heute haben wir dann überlegt, wohin essen gehen? Sonntags geöffnet und dann auch noch im Dezember? Da kommen eher die Ristoranti um Ascona oder im Locarnese in Frage. Der Slow-Food Führer gab nicht viel her, also haben wir mal wieder unsere beiden Lieblings-Führer „URCHUCHI“ und „Tessin geht aus“ befragt. Unsere Wahl fiel auf’s Centovalli.

Eine Tessiner Legende, eines der Tessiner In-Lokale, berühmt für Risotto mit Steinpilzen und Gorgonzola, in allen einschlägigen Führern hochgelobt und jeder preist Risotto Centovalli. Nun, ich stimme in diesen Kanon nicht ein. Wir waren dort, wir haben (bzw. ich habe) den berühmten Risotto gegessen, den gibt es entweder pur, oder mit Rindsfilet, Kalbssteak oder Lamm. Ansonsten standen auf der Carte Riesencrevetten mit thailändischem Curry mit Kokossauce und Basmati-Reis. Das las sich für mich sehr verlockend, doch ich wollte ja Risotto probieren. Gerhard mag das nicht, und bekam sehr gute, knusprig gebratene Kartoffelwürfelchen mit Salbei. Er hatte dazu ein Rindsfilet, relativ klein und kaum gewürzt bzw. hatte der Koch etwa komplett vergessen nach Salz und Pfeffer zu greifen? Nun zum berühmten Risotto – ich mag es z.B. bei Agnese in Intragna lieber. Schon als Kind mochte ich keinen Reisbrei geschweige denn Reissuppe, und hier wird Risotto auf einer flachen Platte als schon beinahe Suppe serviert, nicht so mein Fall. Dafür der Wein dann schon eher. Hier auch eine sehr kompetente Beratung durch Renato Gobbi, wie auch überhaupt der Service freundlich, herzlich und kompetent ist, sehr sehr wohltuend. Ja, aber der Wein…. Drei Empfehlungen, die es dann auch offen gibt, einen weißen und zwei Rote. Wir probierten erst den weissen, einen Viognier von Ferrari aus Stabio, wunderbar!!!! Und dann goss ich noch mit einem Neugier-Schlückchen in rot vom gleichen Winzer auf, auch nicht übel.

Und dann kam’s: Gerhard und ich, beide noch nicht so ganz gesättigt…. Wir hatten noch ein bisschen Platz und entschieden uns, obwohl (außer bei Gerhard das obligatorische Schokoladeneis) normalerweise das Essen bei uns mit Espresso und Digestivo endet, für Sorbet. Ich hatte hausgemachtes Himbeer-Sorbet mit Himbeer-Geist und Gerhard hausgemachtes! Schokoladeneis. Zum DANIEDER-KNIEN!!!! Das weltbeste Sorbet!!! Sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz. Und dann tat ich etwas, was ich noch NIEEEE tat und Gerhard verwundert schauen liess: Ich bestellte noch ein Dessert. Diesmal das Sorbetto di Uva, mit den Americano-Trauben „von der Pergola“ wie uns der sympathische Renato erläuterte, begossen mit Grappa di Uva Americano. Dieses Dessert-Erlebnis begeisterte uns und wenn wir wiederkommen, NUR wegen der himmlischen Sorbets.

Sonntag, 10. Januar 2010

Caseificio del Gottardo, Airolo

Caseificio del Gottardo
Airolo
Tel. 091 869 11 80
Täglich geöffnet von 8 bis 24 Uhr!

Tatsächlich direkt hinterm Gotthard: die erste Ausfahrt hinter dem Tunnel nehmen, ein paar Hundert Meter weiter steht man schon auf dem großen Parkplatz. Die Schaukäserei ist sehr gut ausgeschildert und leicht zu finden. Hier werden viele der besten Tessinerkäse produziert und stehen auch zum Verkauf, dazu kommen eine wunderbare Butter und viele gute Tessiner Produkte wie Polenta, Reis und natürlich Wein. Eine gute Gelegenheit, sich noch kurz vorm Ankommen mit Käse einzudecken. Außerdem gibt es eine Schaukäserei sowie ein Käsemuseum und ein rustikales Raclette-Stübli für den Abend.

Ein riesiger Speisesaal mit laut lärmender Gemütlichkeit. Wir waren Sonntagsmittags dort, da ist der Lärmpegel schon heftig. Ein schneller, effizienter Service. Eine schöne Speisekarte mit der Betonung auf Käse – natürlich – wie sollte es anders sein. Dazu ein Tagesmenu und einige Fleischgerichte zu denen auch ein Cordon Bleu gehören. Wir probierten am Besuchstag einen schönen gemischten Salat, Käseschnitte mit Schinken und Spiegelei, Yannick hatte eine Käseauswahl in sehr gutem Reifezustand. Den Abschluss bildete für Gerhard das gute hausgemachte Schokoladeneis mit der berühmten Gotthard-Schlagsahne. Die Weinkarte ist mit vielen bekannten Tessiner-Gewächsen bestückt, da wir allerdings noch ein Stückchen fahren mussten, entschieden wir uns für den offenen weißen Merlot (ich mochte ihn nicht so besonders gerne) und Yannick für den roten Merlot. Am Wochenende gibt es durchgehend warme Küche, ansonsten mittags bis 14 Uhr.

Eine sehr schöne Möglichkeit zum „Ankommen“ und sich mit Butter und Tessiner Käsen zu versorgen ... man darf sich allerdings von dem großen Speisesaal nicht abschrecken lassen …

Samstag, 9. Januar 2010

Seven Easy, Ascona


Seven Easy, Piazza, Ascona
Tel. 091 780 77 71

Ich geb’s zu! Ich mag’s! Ich finde das Seven -Konzept toll. Vor allem das Seven Easy direkt unten an der Piazza im Herbst, wenn (fast) alle Touristen wieder abgereist sind und die Sonne scheint, hat es mir angetan. Und dann einen der Tische direkt an der kleinen Holzwand erwischen oder reservieren (Tisch 120, 130 oder 140) Dort sitzt man schön geschützt und warm, wir haben sogar Ende November mittags noch draußen essen können. Überhaupt mittags, es gibt ein sehr schönes Menü für ca. 24 Franken: z.B. rucola, Parmesanhobel, Carne secca, anschliessend geniale Pasta mit Gemüse, oder mit Sepie und Scampi und dann einfach nur noch genießen, hmmmmmmmmmm

Januar 2010 Neujahrsbrunch

Wir hatten bereits vor einigen Wochen reserviert, so begehrt scheint dieser Termin zu sein. Jetzt wissen wir auch warum: Von 10 bis 15 Uhr wird ein Brunch angeboten, der inklusive Kaffee CHF 55,00 kostet. Alle anderen Getränke gehen extra.
Zu Silvester hatten wir Besuch von Rosi und Roland und so bot es sich an, am nächsten Tagen ein „Katerfrühstück“ einzunehmen (was sich dann allerdings nicht als notwendig herausstellte, denn wir waren am Neujahr alle vier topfit).
Alle waren restlos begeistert, sowohl von Qualität als auch von der Vielfalt des Dargebotenen. Eier in allen Variationen, die im Tisch serviert werden, frischer Saft, süsses Gebäck, 15 verschiedene Sorten Brot und Brötchen, Süsskram, den ich mir nicht so genau angeschaut habe…. Damit begann es, dann wurden ständig neue Sachen herangetragen, große Platten mit diversen Räucherfischen, wunderbare Blattsalate mit vier ausgefallenen Dressings, Thunfisch-Carpaccio, Rindercarpaccio mit Parmesan, Vitello Tonnato und dann gings weiter mit Affetato Misto, hauchdünne knusprige Pizza-Stücke mit Parma-Schinken und Rosmarin, gegrillte Gemüse, Riesen-Scampi Spieße, Lamm-Carrée, knuspriger Spiessbraten, Fischpäckchen auf mediterrane Art mit Risotto, Polenta, Rosmarin-Kartoffeln, Kartoffel-Gratin. Ich kann gar nicht alles aufzählen, denn ständig wurden neue Sachen aufgetragen. Danach wunderbar frischer Obstsalat und wieder Süsskram und kleine Teilchen. Es war unglaublich und wir waren restlos begeistert. So gesättigt machten wir uns auf dem Heimweg um erstmal auszuruhen und uns auf das große Neujahrs-Feuerwerk vorzubereiten, dass direkt vor dem Seven Easy an der Piazza um 18.30 h beginnt, und das wir zu Hause von unserem Logenplatz aus ansehen wollten.

Einkaufen:
Wer Zeit hat, sollte gleich beim Seven Easy um die Ecke, d.h. die zweite Straße, die von der Piazza abzweigt, die Via Orelli rechts hoch gehen und einen Besuch bei Urs Mäder, dem Tessiner-Weinpapst in der Cantina dell' Orso machen. Dort findet man alle bekannten und unbekannten Tessiner Gewächse, eine schöne Atmosphäre und kompetente Beratung.

Freitag, 8. Januar 2010

8. Januar 2010

Angeregt durch http://www.chili-und-ciabatta.de/ von Petra Holzapfel will ich mich nun mal selbst als Bloggerin versuchen. Hier werden zukünftig meine Tessiner kulinarischen Reiseerinnerungen zu finden sein.