Samstag, 22. Februar 2020

Macelleria Fagetti, Roveredo - dort, wo der Schinken mit der Berkel geschnitten wird

Macelleria Salumeria Fagetti, 6535 Roveredo, montags geschlossen
Tel. 091 827 12 27




Wenn uns jemand eine gute Einkaufsquelle (oder ein gutes Restaurant) empfiehlt, sind wir dazu bereit, auch ein Stückchen weiter zu fahren. 

Nun ganz so weit war es heute nicht, da wir ohnehin in Bellinzona auf dem Samstagmarkt waren. Und von dort bis nach Roveredo sind es über die A 13 Richtung San Bernardino gerade mal 10 km. Das machen wir locker für einen guten Schinken. Grazie für die Empfehlung, Marco!

Prosciutto Mesolcina - Schinken aus dem Graubündner Misox ist bekannt für seinen ausgezeichneten Geschmack und seine Qualität, ganz besonders bekannt ist der Rohschinken der Macelleria Fagetti in Roveredo.




Hier wird der Schinken gerade mit der Berkel aufgeschnitten (die klassische Aufschnittmaschine mit dem Schwungrad). Schon das ist ein besonderes Erlebnis. Ich liebe solche Aufschnittmaschinen und schon das sanfte Gleiten und das damit verbundene Geräusch des Schlittens begeistern mich.



Eine ausgezeichnete Auswahl von Fleisch, entweder aus eigener Produktion oder von Kleinstbetrieben.

Wir haben uns Schinken, Salami und wunderbare Peperoncini-Salametti mitgenommen und daraus zu Hause dieses köstliche Festmahl gezaubert:



In weiser Voraussicht hatten wir vorher auf dem Samstagmarkt in Bellinzona das Pane Mercato bei Peverelli gekauft.







Mittwoch, 19. Februar 2020

Osteria Vairano und Chris hält die Stellung

Osteria Vairano, Via Bellavista 1, 6575 Vairano - San Nazzaro
Tel. 091 794 16 04, montags und dienstags geschlossen


Diese Osteria mit ihrem traumhaften Blick auf die gegenüberliegende Seeseite Richtung Maggiadelta mit Ascona und Locarno gehört zu unseren bevorzugten Adressen bei der Ankunft im Tessin. Der Inhaber Chris Gottraux steht selbst in der Küche und bereitet einfache und immer hausgemachte Tessiner Küche mit guten Grundprodukten und Zutaten aus der Region zu. Es gibt mittags ein Tagesgericht, das sehr gerne von Arbeitern, die häufig hier anzutreffen sind, angenommen wird. Dies spricht für mich immer für gute, preiswerte Qualität.

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Noch hat die Saison hier am Gambarogno nicht begonnen, da müssen wir noch bis Ostern warten. Viele Restaurants sind jetzt in Winterpause - einige leider auch dauerhaft geschlossen. Umso dankenswerter, dass Chris hier die Stellung hält. Wie wichtig ist es für den Tourismus, für die Einheimischen ebenso und vor allem auch für die Arbeiter und Geschäftsleute, dass hier wenigstens ein paar gute Restaurants geöffnet haben. Danke Chris, dass du die Stellung hält!

Heute gibt es als Tagesgericht geschmorte Rinderbäckchen mit Kartoffelstock - sehr verführerisch, doch der Signore und ich betätigen sich mal wieder als Wiederholungstäter:



Insalata Mista - ihr seht, hier werden nur die frischesten Zutaten verwendet -



und anschliessend hausgemachte Gnocchi mit Butter und Salbei bzw. für den Signore mit Gorgonzola-Sauce (ohne Foto). Herrlich fluffige Gnocchi, wunderbar abgeschmeckt, knuspriger Salbei - ich könnte mich da reinsetzen.

Danach das übliche Dessert: Sorbetto di Uva Americana mit Grappa (er war wieder schneller mit dem Löffel, daher ohne Foto) und einen Espresso Corretto con Grappa für mich.

Wir haben uns mal wieder sehr wohlgefühlt, der Service war äusserst aufmerksam und freundlich, das Ambiente gefällt uns sehr und wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch und den sympathischen Chris.

Sonntag, 16. Februar 2020

Catalogna - ein beliebtes Bittergemüse

Nun endlich beginnt die Zeit, zu der man bereits auf den italienischen Märkten die Catalogna findet. Sie ist eine Zichorienart und zählt wie Chicorée, Endivien, Radicchio, Puntarelle etc. zu den Bittergemüsen, die man sowohl als Salat als auch als warmes Blattgemüse zubereiten kann; besonders gut passen sie zu Pasta.







Ich mag die Catalogna besonders gerne, wenn sie, wie in der ayurvedischen Küche üblich, alle sechs Geschmacksrichtungen (Rasas) in einem Gericht vereint, d.h. süss, sauer, salzig, bitter, scharf, herb (zusammenziehend).



ich nehme (4 Pers.):


  • 1 Staude Catalogna, in Streifen geschnitten
  • 1 Zwiebel, in feine Spalten geschnitten
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 kleine Chilischote (wer es nicht so scharf mag, entfernt Kerne und Innenhaut), in feinste Würfel geschnitten
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 1/2 TL Curcuma
  • 1/2 Tel. Corianderkörner, leicht zermörsert
  • 2 EL Feigenchutney (Orangenchutney geht auch)
  • ca. 15 schwarze Oliven (Taggiasca-Oliven am besten)
  • ein paar Spritzer Zitronensaft

und los gehts:

  • Zwiebel und Chilischotenwürfel mit aufgelegtem Deckel in Olivenöl fast weich dünsten, Catalogna dazu, salzen, pfeffern, Curcuma und Koriander dazu und weiterhin mit aufgelegtem Deckel schön bissfest dünsten. 
  • Oliven und Feigenchutney dazu, nochmals kräftig abschmecken, mit ein paar Spritzern Zitronensaft würzen und als Beilage oder mit Pasta servieren.
Das gleiche Rezept schmeckt auch köstlich mit Radicchio oder Chicorée-Stauden. Da lasse ich allerdings die Oliven weg.








Donnerstag, 13. Februar 2020

Klassiker: Pasta mit Ragù Bianco




Früher dachte ich immer, mein Signore sei der einzige Mensch weit und breit, der keine Tomaten isst. Bei Ragù Bolognese, das er sich von Zeit zu Zeit wünschte, musste ich mit sämtlichen mir zur Verfügung stehenden Tricks und Zutaten arbeiten, um dem Ragù eine leicht bräunliche und vor allem keinesfalls rötliche Farbe zu geben. Viiiel Rotwein, kräftiges Anbraten und 2 EL Tomatenmark (dann so ganz ohne tomatige Zutat habe ich mich geweigert, eine Bolognese herzustellen) halfen da.

Doch glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei. Nicht, dass er plötzlich zum Tomaten-Liebhaber geworden wäre, nein! keinesfalls! niemals! 

Doch mittlerweile scheint "ohne Tomaten" salonfähig geworden zu sein. Es gibt in den meisten Pizzerien die Pizza Bianca, d.h. eine Pizza ohne Tomatensauce, nur mit hellem Belag. Kein Pizzaolo rauft sich mehr die Haare, wenn eine Bestellung für Pizza ohne Tomatensauce an ihn herangetragen wird. 

Und glücklicherweise gibt es Ariane, eine in Rom lebende Bloggerin, die ein mittlerweile ebenfalls zum Saucen-Klassiker avanciertes Rezept gekocht hat:
Ragù Bianco.
Bei diesem Ragù wird für das Hack weisses Fleisch, wie z.B. Kalb, Huhn oder Kaninchen verwendet und selbstverständlich wird auf Tomaten verzichtet.
Für den kräftigeren Geschmack habe ich allerdings halb Rinder- halb Kalbshack verwendet.

ich nehme:


  • 400 g Hackfleisch, halb Kalb, halb Rind
  • 1 Salsiccia, ca. 100 g
  • 30 g getrocknete Steinpilze
  • 1 Schalotte
  • 1 Karotte
  • 1 Stück Stangensellerie, ca. 60 g
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Salbeiblätter
  • ein paar Rosmarinnadeln
  • 1 Lorbeerblatt
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 150 ml Kalbsfond
  • Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • Olivenöl extra vergine
  • Parmigiano Reggiano


und los gehts:

Die Steinpilze mit kochendem Wasser übergiessen und eine halbe Stunde einweichen. Dann aus dem Wasser nehmen und fein hacken.
Die Schalotte und die Knoblauchzehe fein hacken, die Karotte und den Stangensellerie in erbsengroße Würfelchen schneiden.
Die Haut von der Salsiccia entfernen und das Brät grob zerkleinern. Die Rosmarinnadeln fein hacken, Salbeiblätter fein zerrupfen.
In einer Pfanne die Schalottenwürfel, Knoblauch, das zerkleinerte Gemüse und die Kräuter (bis auf das Lorbeerblatt) in Olivenöl anschwitzen. Die Mischung aus Zwiebeln, Karotten und Sellerie bezeichnet man in Italien als sogenanntes "Soffritto".

Nun die grob zerkleinerte Salsiccia und das Hackfleisch hinzufügen und krümelig braten. Salzen und pfeffern.
Mit dem Weißwein ablöschen, diesen etwas einkochen lassen, den Fond angießen, Lorbeerblatt und die grob zerkleinerten Pilze hinzufügen und das Ragù zugedeckt bei milder Hitze ungefähr eine Stunde köcheln lassen.
Die Pasta al dente kochen und in der Pfanne mit dem Ragù vermischen.
Frisch geriebenen Parmigiano dazu reichen.


Quelle: Ariane von tra dolce ed amaro
Danke dir, liebe Ariane, für dieses wunderbare Rezept.

Dienstag, 11. Februar 2020

Nachtrag: Fondue oder Charbonnade



Traditionell gibt es bei uns zu Weihnachten oder Silvester Charbonnade. Das ist Grillen auf einem speziellen Gerät auf Holzkohle, das man in geschlossenen Räumen verwenden kann und für uns seit Jahren ein beliebtes Weihnachts- oder Silvesteressen ist.  

Dazu werden - natürlich selbstgemachte - Saucen/Dips serviert und die waren so köstlich, dass sie nicht in den Tiefen meines Blogs verschwinden dürfen.

So schaut das Gerät aus:




Diesmal kamen Yannick und Caro zwischen den Feiertagen an und zur Begrüssung haben sich die beiden Charbonnade gewünscht.
Die traditionellen Familiensaucen (klick hier) habe ich ergänzt durch ein paar neue Varianten, die ich in der Zeitschrift Feinschmecker entdeckt habe. Diese waren so köstlich, dass sie in die Reihe unserer Charbonnade-Klassiker aufgenommen werden und unbedingt hier im Blog festgehalten werden müssen:



Mango-Orangen-Chutney mit Curry:

2 Orangen
1 rote Zwiebel
15 g frischer Ingwer
1 kleine rote Chilischote
2 EL Olivenöl
1 EL Currypulver
50 ml Aceto Balsamico Bianco
50 g Rohrohrzucker
1 reife Mango
Salz

Die Orangen so schälen, dass die gesamte weisse Haut mit entfernt wird. Fruchtfleisch klein würfeln. Zwiebeln und Ingwer schälen, Chilischote halbieren, entkernen. Alles fein würfeln.
Olivenöl erhitzen, Zwiebel, Ingwer, Chili darin andünsten. Dann Curry und gewürfelte Orangen dazugeben. Alles mit Aceto Balsamico ablöschen. Zucker unterrühren. Mix so lange einkochen lassen, bis fast die ganze Flüssigkeit verdampft ist.
Inzwischen die Mango schälen. Das Fruchtfleisch vom Stein schneiden, dann würfeln. Mangowürfel unter den heissen eingekochtenOrangenmix geben. Alles mit Salz würzig abschmecken. Das Chutney im Kühlschrank abkühlen lassen.


Apfel-Wasabi-Mayonnaise mit Schnittlauch:

1 zimmerwarmes Eigelb
3 TL Wasabipaste aus der Tube (ich: frisch geriebene Wasabiwurzel)
1 - 2 EL Apfelessig
125 ml Sonnenblumenöl
1 Bund Schnittlauch
1 süsslicher Apfel
Saft 1/2 Zitrone
Zucker, Salz, Cayennepfeffer

Das Eigelb mit Wasabi, Essig und Öl in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Pürierstab zu einer dicken Mayonnaise mixen. Dabei den Mixstab zunächst etwa 15 Sekunden am Boden des Bechers belassen. Dann langsam nach oben ziehen.
Schnittlauch in feine Ringe schneiden. Apfel schälen, fein würfeln und mit Zitronensaft vermischen. Beides unter die die Wasabi-Mayonnaise heben und mit etwas Zucker, Salz und Cayennepfeffer würzig abschmecken.






Avocado-Gurken-Remoulade mit Koriander und Dill

1 Bund Dill
1 Bund Koriander (oder glatte Petersilie)
125 g griechischer Joghurt (10 %)
150 g Mayonnaise
Saft von 1/2 Limette
1/2 Salatgurke
1 kleine Avocado
Salz, Cayennepfeffer

Dill und Koriander (Petersilie) waschen, trocken schütteln. Blätter abtupfen und fein hacken. Mit Joghurt, Mayonnaise und Limettensaft verrühren.
Gurke schälen, entkernen und klein würfeln. Avocado halbieren. Kern entfernen. Fruchtfleisch aus der Schale haben und ebenfalls klein würfeln. Beides mit der Creme vermischen, mit Salz, Cayernnepfeffer würzig abschmecken.


Paprika-Ketchup mit Raucharoma

250 g eingelegte gegrillte rote Paprikaschoten (auf spanische Art, nicht sauer!)
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Chilischote
1 EL Olivenöl
2 - 3 EL brauner Zucker
2 - 3 EL Paprikamark
50 g Honig
Meersalz
1 - 2 TL Rauchsalz
Saft 1/2 Limette

Die eingelegten Paprikaschoten in eine Schüssel abgiessen. Vom Sud 120 ml abmessen und beiseitestellen.
Zwiebel und Knoblauch schälen. Chili entkernen. Alles würfeln und in heissem Olivenöl anschwitzen. Zucker darüberstehen und diesen karamellisieren lassen. Das Ganze mit dem beiseitegestellten Sud ablöschen. Paprikamark hinzufügen und alles 15 Minuten bei mittlerer Hitze leise köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.
Honig untermischen, alles mit einem Pürierst fein mixen. Ketchup abschliessend mit Salz, Rauchsalz und Limettensaft würzig abschmecken.

Dazu haben wir Filet vom Bison, Kalb und Pute gegessen.

Freitag, 7. Februar 2020

Traditionelle Tessiner Küche: Cazzöla





Cazzöla, der traditionelle Tessiner Schweinefleischeintopf wird auch u.a.  Cassoeula, Cassoeûla oder Cassöra genannt (ich liebe den Tessiner Dialekt mit seinen vielen 'ü' und 'ö'). Sie wurde früher hauptsächlich ab Januar angeboten, nämlich dann, wenn im Herbst und Winter Hausschlachtungen durchgeführt wurden und das Fleisch und auch teilweise die Wurst in diesem Eintopf verarbeitet wurden.
Woher der Name stammt, ist nicht genau geklärt. Er könnte vom Löffel 'casseou' hergeleitet werden oder von der Pfanne 'casseruola'. Eine weitere Erklärung scheint mir die interessanteste zu sein: Bei den Arbeiten zum Bau des Gotthard-Strassentunnels wurde von den Bauarbeitern häufig dieser Kohl-Schweinefleisch-Eintopf gekocht. Er soll, in Ermangelung grösserer Rührlöffel mit der Maurerkelle 'cazzuola' umgerührt worden sei.
Dadurch zeigt sich, dass die Cazzöla nicht nur ein einfacher - aber köstlich schmeckender Eintopf - sondern ein Stück lokale Geschichte ist.



Mein Rezept habe ich an den heutigen Geschmack und Hunger angepasst und die Fleischmengen deutlich reduziert.

ich nehme (für 6 Personen):

500 g vom Rippenstück (ich: Spare ribs)
500 g (ungeräucherter) Schweinebauch 
500 g Schweinenacken
50 g Butter
3 grosse Zwiebeln (geschält, gewürfelt)
Selleriegrün
500 g Karotten
2 - 3 Tassen Fond (ich: Gemüsefond)
Salz, Pfeffer
2 EL Tomatenmark
1 kleiner Kopf Wirsing
1/2 Kopf Spitzkohl
4 Kartoffeln, geschält, in grosse Würfel geschnitten
ca. 200 ml trockener Weisswein

und los gehts:

Fleisch in ziemlich grosse Stücke zerteilen, von allen Seiten schön anbraten. Die Zwiebelwürfel zugeben, vermischen. Die zerkleinerten Sellerie und Karottenscheiben in den Topf geben, mit Fond und Tomatenmark ablöschen, kräftig salzen und pfeffern. Ca. 45 min bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Wirsing und Spitzkohl in mundgerechte Stücke schneiden und mit den Kartoffelwürfeln in den Topf geben. Gründlich mischen, mit dem Weisswein aufgiessen und zugedeckt garen, bis Kohl und Kartoffeln schön weich sind. Abschmecken.

Sonntag, 2. Februar 2020

Ristorante Cittadella, Locarno

Ristorante Cittadella, Via Cittadella 18, 6600 Locarno
Tel. 091 751 58 85, Ruhetag: Montag, mittags und abends geöffnet



In dem in der Altstadt von Locarno gelegenen traditionellen Restaurant liegt die Betonung auf Fisch,und zwar in allen Variationen, sei es aus dem Lago, sei es aus dem Meer. Bei der Reservierung sollte man präzisieren, ob man in der ersten Etage in dem etwas eleganteren Gourmet-Restaurant sitzen möchte oder unten in der etwas einfacheren Trattoria, in der es neben Fisch und 2 oder 3 Fleischgerichten auch Pizza aus dem Holzofen und während der Woche ein feines Tagesmenü mit Vorspeise, Hauptgericht und einem kleinen Dessert für ca. CHF 22,00 gibt.

Auch wenn ich hier sonst immer fritto misto di mare esse - wunderbar knusprige Fische und Meeresfrüchte - muss es heute Pizza sein.

Der Signore wählt als Antipasto Insalata di Puntarelle mit Anchovis:




und ich entscheide mich für Insalata di carciofi con Parmigiano - dünn gehobelte rohe Artischocken mit Parmesanspänen



Dann wählen wir beide die Pizza Tonne e Cipolle, für den Signore als Pizza Bianca, d.h. ohne Tomaten, für mich die klassische Variante



Die Pizza ist wunderbar dünn und knusprig, so wie wir das mögen. Die Oliven sind von ausgezeichneter Qualität (Taggiasca) und nicht das sonst übliche kern- und geschmacklose Einerlei.

Auch wenn die Trattoria bis auf den letzten Platz ausgebucht war, wurden wir mit auserlesener Höflichkeit und Aufmerksamkeit bedient - ein kurzer Blick genügte und schon war jemand zur Stelle.

Ein wirklich empfehlenswertes Ristorante, wenn auch nicht ganz preiswert.






Freitag, 31. Januar 2020

10 Jahre Ti Saluto Ticino!

10 Jahre Ti Saluto Ticino! Und ich verpasse das! Unfassbar!

Am 8. Januar 2010 schrieb ich meinen ersten Blog-Beitrag auf dieser Seite (klick hier). Angeregt durch Petra vom Blog Chili und Ciabatta, die nun unwiderruflich meine Blog-Patin ist, habe ich meinen ersten Beitrag veröffentlicht. 

Dem folgten viele weitere Beiträge, teilweise über unsere Tessiner Restaurant Erlebnisse, teilweise über unsere Entdeckungen kulinarischer Tessiner Spezialitäten und immer mehr wird auch hier gekocht werden. Nach und nach möchte ich euch die italienische, aber auch vor allem die einfache, bodenständige Tessiner Küche vorstellen.

Eine zeitlang war es hier etwas ruhiger. Da gibt es meinen französischen Blog 'Bonjour Alsace' (unser Familienkochbuch) und da gibt es auch noch seit Mai 2016 mein jüngstes Blog-Baby 'Bonjour Henri' (mein Wohnmobil- und Reiseblog), die ein wenig meiner Zeit beansprucht haben.

Doch Ti Saluto Ticino liegt mir am Herzen! Und den Spass am Bloggen habe ich noch lange nicht verloren!


Donnerstag, 30. Januar 2020

Italienischer Bittersalat: Chicorée, Radicchio, Birne, Fontina




Ich liebe als Vorspeise diese Bittersalate, die ich im Tessin in Hülle und Fülle geniessen kann. Da gibt es bereits jetzt die ersten Frühlingsboten wie Puntarelle, Catalogna, Löwenzahn, Barba dei Frate, auch Ruccola, Endivien und Frisée zählen dazu.

Hier ein köstlicher Salat aus Chicorée, Radicchio und als schmackhafte Zugabe Birne und Käse, eine wunderbare Kombination, die sich sowohl als feine Vorspeise als auch als kleines Abendessen eignet.

ich nehme:

  • 1 kleiner Kopf Radicchio (noch besser wäre es natürlich, wenn ihr eine Staude Treviso auftreiben könntet
  • 2 kleine Chicorée
  • 1 Birne
  • 80 g halbfester Schnittkäse (ich habe Fontina genommen)
  • 1 - 2 EL fein gehackte glatte Petersilie

Vinaigrette:

  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL scharfer Senf
  • 2 EL milder Essig (ich: Orangenessig, ansonsten 1 EL Essig und 1 EL Orangensaft)
  • etwas abgeriebene Schale der Orange (natürlich Bio!)
  • 2 EL Öl (ich: Walnussöl)

und los gehts:

  • Zunächst die Vinaigrette zusammenrühren, sie sollte eine schön cremige Konsistenz haben. Wer mag, mit deutlichen Orangennoten.
  • Den Radicchio in mundgerechte Stücke zupfen bzw. den Treviso in mitteldicke Streifen schneiden. Den Chicorée in längs in feine Streifen schneiden.
  • Wer mag, schält die Birne, ansonsten einfach nur das Kerngehäuse entfernen, erst in Spalten, dann in feine Streifen schneiden, den Käse ebenfalls in feine Streifen schneiden.
  • Erst kurz vor dem Servieren Salate und Vinaigrette mischen und servieren.






Samstag, 4. Januar 2020

Antico Ristorante Borromeo - im Winter am Kamin

Antico Ristorante Borromeo, Via Collegio 16, 6612 Ascona
Tel. 091 791 92 81, Ruhetage: Montag und Dienstag
Betriebsferien: ab Montag, 6. bis einschliesslich Dienstag, 28. Januar 2020

Das Borromeo wird häufig erwähnt wegen seines schönen Gartens im Sommer. Aber wir lieben dieses Ristorante für die besondere Atmosphäre im Winter am Kamin und freuen uns immer wieder, bei den beiden Brüdern Bruno und Isolino Iacomini einzukehren. 

Hier der Eingang, der in ein paar Fussminuten von der Piazza durch die Altstadt am Rande des historischen Ortskerns von Ascona in Richtung Collegio Papio erreichbar ist:


Beim Betreten biegt man gleich links ab und kommt in den ersten der drei Gasträume, doch vorher komme ich an der Tafel mit der Tagesempfehlung vorbei und weiss sofort, was ich essen möchte - ich zeige es euch gleich. 

Doch zunächst die Vorspeise: insalata formentino Mimosa, das, was ich in der Saison meistens hier esse: Feldsalat mit Croûtons, Speck und hartgekochtem Ei:



Und dann folgt das, was es häufig freitags  hier gibt: Fritto Misto del Lago: knusprig und dennoch zart ausgebackener Fisch, der ausnahmslos aus dem Lago Maggiore kommt und je nach Fanglage meistens besteht aus Lachsforelle, Zander und Felchen.


Dazu trinken wir den Vino Bianca della Casa, eine Assemblage von Vini Chiodi aus Merlot, Chasselas und geringen Chardonnay-Anteilen.

Wir beschliessen diesen angenehmen Mittag im Borromeo mit einem Espresso und nehmen uns vor, hier bald wieder vorbei zu kommen.



Montag, 30. Dezember 2019

Osteria da Ketty & Tommy, Ascona

Osteria da Ketty & Tommy, Via Muraccio 20, 6612 Ascona
Tel. 091 791 35 81, geöffnet: täglich mittags und abends
MIT ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEIT! (klick hier)

Endlich mal wieder haben wir diese nur ca. 5 Gehminuten von der Piazza in Ascona entfernte Osteria besucht. Glücklicherweise habe ich kurz vorher angerufen, denn bei unserer Ankunft waren bereits fast alle anderen Plätze besetzt bzw. ebenfalls reserviert.



Schaut euch die sehr ambitionierte Speisekarte an (klick hier), da gibt es viele Köstlichkeiten zu entdecken. Uns steht heute jedoch der Sinn nach einfacheren Genüssen, wobei es diese hier in höchster Vollendung gibt: Für den Signore Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini und für mich Pizza:



Pizza INFERNO mit Tomaten, Büffelmozzarella und Nduja, diese grossartige, scharfe Salami aus Kalabrien
ich habe schon lange keine sooo gute Pizza mehr gegessen!



Dazu gehört Tessiner Merlot, wir haben den Vino della Casa getrunken, ein Merlot von Andrea Ferrari aus Stabio, der auch in halben Flaschen angeboten wird.





Sonntag, 29. Dezember 2019

Grotto Broggini, Losone

Ristorante Grotto Broggini, Via San Materno 18, 6616 Losone
Tel. 091 791 15 67
in der Saison täglich mittags und abends geöffnet, jetzt im Winter von Mittwoch bis Sonntag
Betriebsferien 2020: Montag, 6. bis Donnerstag, 30. Januar

Das Broggini ist im ganzen Tessin bekannt als der "Güggeli-Tempel". Knusprig am Spiess über Holzkohlenfeuer gegrillte Poulets, serviert wahlweise mit Steinpilzrisotto, mediterranen Gemüsen und dem köstlichen Blattspinat.

Gerade in der ruhigen Saison in den Wintermonaten besuchen wir dieses Grotto gerne, so auch diesmal wieder in der Weihnachtszeit:


Der Signore wählt das, was er meistens hier wählt und was er selten in einer solch unnachahmlich guten Qualität bekommt:

Fegato alla Veneziana mit Tagliatelle - geschnetzelte Kalbsleber mit Zwiebeln und Salbei gebraten mit einer sehr würzigen Rotweinsauce, dazu Tagliatelle


Auch ich bin Wiederholungstäterin und wähle das, was ich immer hier bestelle:

knusprig gebratenes Güggeli mit Gemüse


Zum Abschluss geniesst Gerhard noch ein Traubensorbet mit Grappa



Meistens schauen wir hier erst gar nicht in die umfangreiche Getränkekarte, sondern bestellen gleich den Roero Arneis von Bruno Giacosa. Doch diesmal empfiehlt mir der aufmerksame Herr im Service vom gleichen Winzer einen Barbera - ich bin immer neugierig auf mir bislang unbekannte Weine und prompt steht ein paar Minuten später diese Flasche vor uns:



Das war eine ausgezeichnete Empfehlung. Der Barbera passt ausgezeichnet sowohl zur Kalbsleber als auch zum Poulet.

Samstag, 7. Dezember 2019

Ristorante da Enzo, Ponte Brolla, noch bis 4. Januar geöffnet

Ristorante de Enzo, Ponte Brolla,
Tel. 091 796 14 75
NEUE ÖFFNUNGSZEITEN: diesen Winter geöffnet!!! Ab jetzt von Donnerstagabend bis Sonntagmittag
Vom 25. Dezember 2019 bis 4. Januar 2020 mittags und abends täglich geöffnet


Nun pilgern wir schon seit Jahren in dieses Ristorante in Ponte Brolla und seit Jahren bedauern wir es, wenn Enzo seine Pforten schliesst, um in den Wintermonaten eine Hütte in Motta zu bewirtschaften und ins im Tessin Verbliebene darben lässt und nun dies: ENDLICH ist bei Enzo geöffnet! Zwar vorerst nur bis 4. Januar, aber was nicht ist, kann ja noch werden und wenn alle Fans auch im Winter da fleissig hinpilgern, sollte der Rest des Winters doch auch noch irgendwann ausgefüllt sein, oder?

Zum Auftakt gibt es für Gerhard Bündner Hirschcarpaccio, Birnen, Pilze und Caprino-Käse aus dem Valle Maggia



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und für mich: 
Scampo e aragostella, Puntarelle, mozzarella di Buffola, Caviar di Beluga
Scampi und Languste, Puntarelle, Büffetmozzarella, Beluga-Caviar



Ich lasse mich durch die Tageskarta mit den Alba-Trüffeln verführen und wähle
ein Zwischengericht:
Spinat, Sahne, Ei und weisse Trüffel


anschliessend gibt es für den Signore perfekt gebratene Fasanenbrust mit köstlicher dunkler Sauce, Sauerkraut und Zwiebeln süss-sauer






und für mich hausgemachte Tagliolini mit weisser Trüffel


Das Dessert des Signore: Crème Caramelle, Mandarinensorbet



und für mich eine kleine, aber umso köstlichere Variation Käse:

einmal Stanser Fladä (ein vollfetter Kuhmilch-Rohkäse mit einer samtig würzigen leichte Nussnote) links und der Löffel rechts: Blue Cheese aus dem Valle Maggia von Maurizio Lorenzetti



getrunken haben wir mal wieder den Chasselas von Dezalay sowie zum Käse hat Enzo für mich noch einen Merlot von Brissoni aus Tegna geöffnet, den er mir glasweise offeriert hat.

Wir haben mal wieder einen wundervollen Mittag hier verbracht und freuen uns, das Ristorante Enzo auch einmal in adventlicher Stimmung geniessen zu dürfen.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Tessin-Winter in der italienischen Schweiz-Teil 2

Foto: Ticino Turismo/Enrico Boggio


Silvester über den Dächern von Lugano
Ab diesem Winter fährt die Standseilbahn des Monte San Salvatore auch in der kalten Jahreszeit auf den imposanten Gipfel des Hausbergs von Lugano und ermöglicht Gästen der Stadt damit rund ums Jahr die fantastische Aussicht auf den Luganersee und die eindrucksvolle Bergkette der Schweizer Alpen. Die Standseilbahn, die 2020 ihr 130-jähriges Jubiläum feiert, erlebt vom 7. Dezember 2019 bis zum 8. März 2020 ihre erste Wintersaison und bringt an den Wochenenden sowie zwischen 21. Dezember 2019 und 6. Januar 2020 sogar täglich die Gäste hoch auf 912 Meter. In Zusammenarbeit mit dem Restaurant Vetta gibt es Veranstaltungen wie den wöchentlichen Sonntagsbrunch sowie besondere Menüs an den Feiertagen. Wer also beispielsweise den Silvesterabend über den Dächern von Lugano verbringen will, kann sein Ticket ab 110 Schweizer Franken pro Person ab sofort buchen. Inkludiert sind die Fahrt mit der Standseilbahn, ein Antipasti Buffet, Fondue Chinoise à discrétion, Dessert und nach Mitternacht die Tessiner Spezialität "Cotechino e lenticchie" (Linsen mit Tesser Wurst), ein traditionelles Silverstergericht der italienischen Schweiz. Darüber hinaus lohnt der Besuch des Museums auf dem Gipfel und die verschiedenen Wandermöglichkeiten unter der milden Wintersonne.


Quelle: 
Ticino Turismo, Leitung Kommunikation Jutta Ulrich, Bellinzona



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Freitag, 29. November 2019

Tessin - Winter in der italienischen Schweiz Teil 1


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Tessin – Winter in der italienischen Schweiz
Bekannt ist der Tessiner Winter vor allem für seine milde Wintersonne, unter der auch in der kalten Jahreszeit die mediterrane Lebensfreude spürbar ist. Doch auch die kleinen feinen Wintersportgebiete, die für abwechslungsreiche Ferientage sorgen und ein Kulturprogramm, das rund ums Jahr mit interessanten Themen aufwartet, prägen das Winterangebot der italienischen Schweiz. Und nicht zuletzt werden alte Traditionen lebendig, in denen sich das kulturelle Erbe der Region wiederspiegelt.

Quelle: Ticino Turismo

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Schneeschuhtouren, Bergkristalle und Formaggi in Cioss Prato im Bedrettotal

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Das Bedrettotal am Fuss des Gotthard-Passes ist im Winter eine der schneesichersten Gegenden der Schweiz. Besonders bei Familien beliebt ist die von Agnese und Marco Leonardi geführte kleine Skistation Cioss Prato, wo die Kleinsten der Kleinen die ersten Schwünge versuchen, während die Eltern, gemütlich vor der Hütte sitzend, von unten dabei zusehen. Die unberührte, alpine Winterlandschaft des Bedrettotals ist ausserdem ideal für Schneeschuhwanderungen und Skitouren. Auf einem 3,8 Kilometer langen Rundweg mit nur minimalen Höhenunterschieden geht es ca. 1,5 Stunden durch die verschneite Winterlandschaft, vorbei an Lärchen und Tannen, an denen Lehrtafeln über die Tiere des Waldes informieren. Entlang des Weges geben darüber hinaus ehemalige Werkzeuge der Landwirtschaft Zeugnis vom einstigen Leben im Tal. Schneeschuhe können an der Skistation Cioss Prato ausgeliehen werden. Auf Wunsch werden auch geführte Touren angeboten. Neben einer Stärkung im Restaurant der Hütte von Cioss Prato bei Agnese sollte man sich auch den Besuch des Mineralienmusems „Grotta Cioss Prato“ nicht entgehen lassen. In einem unterirdischen Felsenareal kann man Eisenrosen, Tessinerhabitus-Quarz, Nadelquarz und viele weitere seltene Mineralien bewundern, die der Strahler Gilberto Leonardi aus dem Gotthardgebiet und den umliegenden Tälern des nördlichen Tessins hier zusammengetragen hat. Gleich nebenan reift übrigens der Käse der Alpe Cioss Prato, der in der Hütte degustiert werden kann. ticino.ch/kristalle

Quelle: Jutta Ulrich, Leitung Kommunikation, Ticino Turismo, Bellinzona