Mittwoch, 6. März 2019

Pasta al Limone - ein Klassiker

Pasta al Limone - Pasta mit cremiger Zitronen-Parmesan-Sauce




Inspiration: SZ Magazin

Dieses Gericht lebt mal wieder - wie so viele - von der Qualität der verwendeten Zutaten. Nehmt die beste Hartweizen-Pasta-Sorte die ihr auftreiben könnt, nehmt die beste Biozitrone und natürlich den besten Parmesankäse, für mich ist das der von der "roten Kuh" "delle vacche rosse" - probiert den Unterschied bzw. lasst doch gleich diese industriell gefertigte Ware links liegen und gönnt euch das jeweils beste Grundprodukt.

ich nehme (für 2 - 3 Personen):


  • 200 g Pasta (ich: Linguine)
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 Ei
  • 40 g frisch geriebener Parmesan
  • 1/2 Bund frisch gehackte Petersilie
  • 1 EL eiskalte Butter


und los gehts:

Die Pasta in reichlich Salzwasser knapp al dente kochen.

Währenddessen die Schale einer halben, sehr saftigen Bio-Zitrone fein abreiben. Den Saft auspressen.

450 ml Hühnerbrühe um die Hälfte einreduzieren, anschliessend den Zitronensaft zugeben.

Den geriebenen Parmesan mit dem Zitronenabrieb, den restlichen 50 ml Hühnerbrühe und einem Ei verquirlen.

Die Blättchen von einem halben Bund glatter Petersilie abzupfen und fein hacken. Mit 1 EL Butter und der Zitronenschale unter die eingekochte Brühe rühren.

Pasta abgiessen, kurz abtropfen lassen und dann sofort in einer vorgewärmten Pastaschüssel mit der Brühe und Parmesan-Ei-Mischung vermengen, so lange, bis alles von einer cremigen Emulsion überzogen ist.
Sofort auf vorgewärmten Teller servieren, mit schwarzem Pfeffer bestreuen.

Ich habe dazu ein paar geviertelte und in Olivenöl gebratene Artischockenherzen serviert. Kööööööstlich!!!




Dienstag, 5. März 2019

Trattoria Er Pipa, Er Stradun 23, 6513 Monte Carasso, Sonntag und Montag geschlossen, Tel. 091 826 45 03




Irgendwie haben wir diese Trattoria in der letzten Zeit aus den Augen verloren, doch auch nach dieser längeren Abstinenz werden wir heute wieder aufs herzlichste begrüsst.

An Karneval-Dienstag werden hier, wie in vielen Ristoranti, traditionell Risotto und Luganighetta (eine aufgerollte sehr würzige Schweinsbratwurst) serviert. Gerhard ist kein Fan davon, umso schöner war es, dass wir auch à la carte essen durften: hier die handgeschriebene, angenehm klein gehaltene Speisekarte:



Nach der Essen-Bestellung ging es zur Wein-Bestellung in den Keller ein paar Stufen tiefer: hier kann man sich unter den Rotenweinen seinen Favoriten aussuchen, darunter viele Tessiner Gewächse, was mir immer sehr gut gefällt. Auch ich trinke, sobald ich im Tessin bin, überwiegend die heimischen Weine. Diese Region hat ausgezeichnete Winzer, die leider noch viel zu wenig bekannt sind.



Wieder nach oben gestiegen geht es weiter mit dem Essen:

Für den Signore als Antipasto Lardo und Chili-Peccorino:



für mich ein wunderbarer Salat aus hauchdünnen Spänen von rohen Artischocken und Parmigiano



anschliessend geht es für beide mit Pasta weiter - für Gerhard Chitarra (natürlich hausgemacht) mit Ricotta und Pancetta




und für mich:



Bucatini all'Amatriciana mit einer köstlich würzigen Tomatensauce und Pancetta

anschliessend gönnt sich der Signore noch ein Sorbet aus Americana-Trauben und Grappa



und ich mir ein Stückchen Käse (Memo: beim nächsten mal vorher fragen, welchen Käse es aktuell hat- heute war die Auswahl sehr gering, es gab einen ziemlich lieblos servierten Parmesan und den hatte ich bereits bei der Vorspeise  ...)

Es war - bis auf diesen kleinen "Käse-Fauxpas" - ein angenehmer Mittag in dieser Trattoria. Bis zu unserem nächsten Besuch dort werden wir sicherlich nicht mehr so viel Zeit vergehen lassen.








Sonntag, 3. März 2019

Tessiner Kalbskotelette mit Spinat und Bratkartoffeln

Kalbskotelette mit Tessiner Kräutern und Valle Maggia Pfeffer, Spinat und Bratkartoffeln


Nach drei Tagen hintereinander auswärts essen - und sei es auch noch so gut - haben wir wieder Lust zu Hause zu kochen. 

Bei unserem Tessiner Lieblingsmetzger kaufen wir ein schönes grosses Kalbskotelette, das auch für zwei Personen ausreichend ist und eventuell in Scheiben aufgeschnitten serviert werden kann.

ich nehme (für 2 Personen):

1 doppeltes Kalbskotelette
2 EL Olivenöl
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 Zweige Rosmarin
1 kleines Bund Thymian
2 Zweige Salbei
Salz, Pfeffer - oder:
Valle Maggia Pfeffer (falls nicht vorhanden, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer nehmen)
2 Knoblauchzehen, geschält und halbiert
Olivenöl zum Braten
2 cl Grappa


und los gehts…

Das Kalbskotelette am Vorabend marinieren mit den gehackten Rosmarinnadeln, dem abgezupften Thymian und dem in Streifen geschnittenen Salbei. Die Knoblauchhälften auf jede Seite geben, mit Olivenöl und Zitronenabrieb einreiben und über Nacht im Kühlschrank marinieren.

Am nächsten Tag 1 - 2 Std. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Kurz vor dem Braten salzen - den Pfeffer später dazu geben damit er nicht verbrennt. Die Kräuter ein wenig abstreifen, sie werden während des Bratvorganges dazu gegeben.

Das Kotelette im Öl bei mittlerer Hitze auf einer Seite anbraten, anschliessend wenden. Jetzt die Tessiner Kräuter mit in die Pfanne geben. Die bereits angebratene Fleischseite mit dem Valle Maggia Pfeffer bestreuen, dann in eine feuerfeste kleine Form geben, die andere Seite pfeffern und im Backofen bei 100 Grad Ober-/Unterhitze ruhen lassen.

Achtung: jetzt kommt das i-Tüpfelchen: In die Bratpfanne 2 cl Grappa giessen und die Röststoffe lösen, dann über das Kalbskotelette giessen.

Dazu haben wir Blattspinat mit Knoblauch und knusprige Bratkartoffeln gegessen.




Samstag, 2. März 2019

Osteria Enoteca Cuntitt, Castel San Pietro

Osteria Enoteca Cuntitt, Via alla Chiesa 8, 6874 Castel San Pietro
Tel. 091 630 07 07

Auf Empfehlung von einem meiner Leser haben wir uns aufgemacht nach Castel San Pietro in diese erst kürzlich eröffnete Osteria (vielen Dank für diesen wunderbaren Tipp, lieber Fredo!).




Am Eingang begrüsst uns diese Tafel mit dem Angebot des Tages


Wir haben nicht reserviert, sind allerdings sehr früh da und bekommen einen Tisch in diesem hübschen kleinen Zimmer mit dem Kamin:




Aus dem Angebot beschliessen wir, eine kleine Auswahl zu probieren und zu teilen:

gemischte Wurstwaren mit sauer eingelegtem Gemüse



Käse aus dem Muggiotal - zu dieser Jahreszeit ausschliesslich Kuhmilchkäse - mit Zwiebelconfit:


Im Ofen geschmorte Zwiebel, gefüllt mit Salsiccia und Käse:



geschmorter Radicchio di Treviso mit gegrilltem Tomino:




Gerne hätten wir noch ein Traubensorbet gegessen, doch leider hat es auch heute hier nur noch für einen Espresso und einen Grappa gereicht. Aber ich muss da sowieso wieder hin und dann probiere ich ein bisschen mehr.




Freitag, 1. März 2019

Grotto Ca'nostra, Brione

Grotto Ca' nostra, 6645 Brione sopra Minusio, Via Orselina 77, 
Tel. 091 743 58 52

täglich mittags und abends geöffnet

Das Grotto mit der herrlichen Lage und dem Blick auf den See gehört seit vielen Jahren zu den alteingesessenen Grotti. Vergangenen Dezember wurde es von der Tochter der bisherigen Inhaber wieder eröffnet. Claudia und ihren Mann Gianluca kennen wir bereits seit längerem, sie haben fünf Jahre lang das Grotto La Baita am Gambarogno geführt.



Als Vorspeise Cicoria Salat mit Kirschtomaten und Zwiebeln, für den Signore mit Salametti, für mich mit Büscion di Capra, einem Tessiner Ziegenfrischkäse.



Als Hauptgericht für Gerhard Kalbsleber venezianische Art mit Tagliatelle



und für mich Tagliatelle mit einer sehr aromatischen Krustentiersauce und Hummer




Auch bei diesem Wein handelt es sich um eine frühere Bekanntschaft, La Dama Bianca aus Stabio, den ich zum ersten Mal hier in einem Grotto entdeckt habe. Wunderbar - er wird auch glasweise ausgeschenkt.



Es war ein wunderbarer Mittag mit köstlichem Essen und wir freuen uns bereits heute auf einen nächsten Besuch.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Adressen fürs Ankommen: Osteria alla Birreria

Osteria alle birreria, Strada Cantonale, 6760 Faido
Tel. 091 866 19 53
Ruhetag: Montag

Wir sind immer wieder auf der Suche nach Adressen für die Anreise. Kurz hinter dem Gotthard, in bzw. nach Airolo, gibt es unzählige empfehlenswerte Adressen. Gerne verlasse ich mich auf die Empfehlungen von Ticino Weekend
So wie auch dieses mal. Wir waren zum ersten mal in dieser Osteria und liessen uns von dem äusseren Erscheinungsbild nicht abschrecken: Direkt an der Kantonalstrasse gelegen - aber trotzdem nicht allzu laut, riesig gross - aber trotzdem Stofftischdecken und -servietten, ein grosser Parkplatz - aber trotzdem keine Busse, sondern eher viele Einheimische und Arbeiter, die hier ihr einfaches aber köstliches Mittagessen einnehmen - das ist immer eine gute Adresse.




Wir beschliessen, à la carte zu essen:

Für den Signore vorweg einen grünen Salat und für mich die Minestrone des Tagesmenus. Anschliessend gibt es für mich

Froschschenkel à la provencale mit Reis



und für den Signore 

Eglifilets, in Salbeibutter gebraten, mit Gemüse




Wir haben als Apertivo das San Gottardo Bier getrunken, die Brauerei ist ganz in der Nähe.

Später liessen wir uns noch den Terre Alte von Chiodi schmecken. 

Das war ein angenehmes Ankommen, ein Dankeschön auch an Gabriela, das war ein sehr aufmerksamer, freundlicher Service!





Freitag, 1. Februar 2019

Bottega del Vino, Locarno

Bottega del Vino, Locarno

Bottega del Vino, Via Luini 13, 6600 Locarno, Tel. 091 751 82 79
geschlossen: Samstagmittag, Sonntag ganztags

Seit wir dieses wunderbare Restaurant entdeckt haben, zieht es uns immer wieder dahin (auch wenn ich euch nicht immer wieder davon berichtet, doch diesmal muss ich euch mal wieder von der Bottega vorschwärmen)

Heute gibt es für den Signore eine sehr feine cremige Blumenkohlsuppe (auf der Karte mit Sepia-Stücken, doch auf Wunsch eines einzelnen Signore geht es auch ohne)


Für mich mal wieder das, was ich meistens hier esse: Salat mit Artischocken und Parmesanspänen;



Anschliessend für den Signore bei Niedertemperatur gegarter Schweinebraten, der anschliessend mit knuspriger Kruste serviert wird, dazu gemischtes Gemüse und die wunderbaren, dünn und knusprigen Pommes Frites:


Oktopus, würzig abgeschmeckt in Tomaten- und Oliven-Sauce, auf einer Scheibe  gegrilltem Valle Maggia-Brot serviert:


Dazu haben wir einen Apocalisse 2017 von Delea getrunken und waren mal wieder mit allem zufrieden.

Ein grosses Dankeschön und Lob auch nochmals an den aufmerksamen freundlichen Service von Piero und Michele - es ist immer wieder herrlich bei euch zu sein.



Donnerstag, 31. Januar 2019

Ein schöner Auftakt in der Osteria da Giacinto, Iragna

Osteria da Giacinto, Via ai Grotti 10, 6707 Iragna
Tel. 091 862 29 56
täglich geöffnet, Montag und Dienstag allerdings nur mittags

Gerade jetzt Ende Januar sind noch viele Restaurants geschlossen, doch glücklicherweise ist diese Osteria täglich, auch im Winter, geöffnet. Seit unserer Entdeckung im April 2018 sind wir nun bereits zum dritten mal hier eingekehrt und nehmen uns, wie bei den beiden vorherigen Besuchen bereits geschehen, vor wiederzukommen, wenn der schöne Garten geöffnet hat, d.h. ihr werdet sicherlich bald wieder einen Bericht über die Osteria da Giacinto hier finden.

Heute hat Gerhard sogar eines seiner Lieblings-Gerichte, nämlich Cordon Bleu, auf der häufig wechselnden Karte entdeckt (Memo für nächstes Mal: Falls es den Signore beim nächsten mal danach gelüsten sollte: mindestens 2 Tage im voraus vorbestellen).

So, doch nun zu den uns heute gebotenen Genüssen:



Salat aus mariniertem Fenchel, Orangen-Vinaigrette und Hummerstücken, garniert mit einem Chip aus Sepia-Tinte.

Es geht weiter mit Paccheri alla Norma für mich, d.h. Pasta mit Auberginen, Tomaten, Ricotta und Basilikum. Wer diesen Klassiker aus der sizilianischen Küche einmal selber zubereiten möchte (es schmeckt köstlich!) findet hier (klick) bei Signor Roberto ein schönes Rezept.



Und für meinen Signore das Cordon Bleu - zubereitet genauso, wie er es mag: hauchdünn geklopftes Kalbfleisch und nicht zu viel Käse, doch dieser muss schön cremig sein, dazu Pommes Frites (die haben nicht mehr auf das Foto gepasst).





Zur Feier des Tages gönnt er sich noch ein Dessert: ein Trauben-Sorbet mit Grappa begossen:



Wir haben dazu den Wein des Monats getrunken: Merlot Bianco Prà von Guido Brivio, der uns ein wunderbarer Begleiter war.

So, und das nächste mal wird es hier einen Bericht über unseren Besuch im zauberhaften sonnigen Garten geben - versprochen!

Sonntag, 30. Dezember 2018

Ristorante Agorà, Brissago (Neuentdeckung)

Ristorante Agorà, Via Muro degli Ottevi 10, 6614 Brissago, Tel. 091 793 31 21
Ruhetage: Sonntag und Montag
geschlossen vom 1. Januar bis 17. Januar 2019


In diesem über 500 Jahre alten Haus kochen seit Mai diesen Jahres Andrea Trinca und Alessandro Boaretto.




Diese beiden haben einen legendären Vorgänger, und damit meine ich nicht unbedingt Rolf Heiniger, der hier viele Jahre im Ristorante Giardino, wie es zu der Zeit hiess, kochte (klick hier). Nein, ich meine den weit über die Grenzen des Tessins hinaus bekannten Koch Angelo Conte Rossini, der sein Restaurant bis zu seinem allzu frühen Tod unter dem Namen "Agorà" führte.

Bereits beim Betreten sieht man rechts eine schöne Bar, an der ich mir vorstellen könnte, beim nächsten Besuch den Aperitivo zu nehmen. Wir werden von Andrea's Frau Dalila an unseren Tisch, direkt am Fenster zum malerischen Innenhof gelegen, gebracht.

Die Küche grüsst mit einem supercremigen kleinen Kartoffelsüppchen mit Kurkumaöl.

Dann geht es weiter für den Signore mit:




Battuta di manzo alle Piemontese, funghi sott'olio, mousse al parmigiano
Rindertatar Piemonteser Art, Pilze sott'olio, Parmesanmousse

ich wähle als Vorspeise:




Baccalà mantecato alla Veneziana, mayonnaise al latte di soja e curcuma, spinacino novello
Baccalà vom Kabeljau nach Venezianischer Art, Mayonnaise mit Sojamilch und Curcuma, junter Blattspinat


Als Hauptgericht für den Signore:




Hausgemachte Tagliatelle mit Tessiner Hirschragout
Tagliatelle al ragout di cervo delle Centovalli

und für mich:




auf der Haut knusprig gebratener Wolfsbarsch, Gemüsejulienne mit Sesamöl, Quinoa
Branzio scottato, julienne di verdure all'olio di sesamo, quinoa

Wunderbares, mit Liebe und Kenntnis zubereitetet Essen. Wir waren sehr zufrieden. Auch unsere von Dalila empfohlene Weinauswahl ruft nach einer Wiederholung.



Wir haben uns sehr wohl gefühlt und müssen da unbedingt schnellstmöglich wieder hin!

Montag, 24. Dezember 2018

Winterliche Bräuche in der italienischen Schweiz, 2. Teil

Epifania - Dreikönigsfest im Tessin Mit dem Dreikönigstag gehen im Tessin die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel zu Ende, ein Festausklang, bei dem sowohl süd- wie auch mitteleuropäische Traditionen eine wichtige Rolle spielen. Weit verbreitet ist das Dreikönigs- oder Sternensingen, welches seit 2012 auch in der Liste der „Lebendigen Traditionen der Schweiz“ aufgeführt ist. Hierbei ziehen Schüler als die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus und singen alte und neue Dreikönigslieder, darunter auch religiöse Weisen aus dem 17. Jahrhundert. In einigen Tessiner Dörfern wie Morcote, Vira Gambarogno, Arzo oder Castel San Pietro kommen Kaspar, Melchior und Balthasar an diesem Tag hoch zu Ross und verteilen auf dem Kirchplatz Süssigkeiten an die Kinder. Besonders beliebt ist der Ritt der Könige im Val Capriasca bei Lugano, der allerdings bereits am 5. Januar stattfindet. Kinder der Region weisen den verkleideten Männern den Weg ins Kapuzinerkloster von Bigorio, welches die Heiligen Drei Könige feierlich empfängt. Anschliessend findet in der Kapelle eine Messe statt.

Neben den Heiligen drei Königen kommt zu diesem Festtag im Tessin auch die Befana zu Besuch, eine mythische Figur, die sich vor allem im benachbarten Italien grosser Beliebtheit erfreut. Der Name Befana stammt von Epifania ab, dem Kirchenfest der Heiligen Drei Könige. Dem italienischen Volksglauben nach ist sie eine gute Hexe, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar mit ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und die bereitgestellten Strümpfe der Kinder mit Geschenken und Leckereien füllt. Sie soll einst vom Hirten die Botschaft der Geburt Jesu gehört haben. Der Stern von Bethlehem sollte sie zur Krippe führen, doch da sie zu spät aufbrach, war der Stern bereits erloschen. Deshalb fliegt sie heute noch durch die Gegend und beschenkt Kinder, in der Hoffnung, dass eines davon das Christkind sei. Eine neuere Tradition für Hartgesottene ist das erfrischende Bad im Lago Maggiore am 6. Januar. Die «Nodada della Befana», wie das Drei-Königs-Schwimmen im Tessiner Dialekt heisst, wurde im Jahre 2001 erstmals durchgeführt. Elf Wagemutige sprangen damals ins kalte Wasser des Langensees. Dutzende von Personen aus dem In- und Ausland nehmen mittlerweile an diesem Volksschwimmen teil und durchqueren dabei eine achtzig Meter lange Strecke im Hafenbecken des Grenzdorfes Brissago. Dem Tag angemessen wird dabei gerne eine Königskrone aufgesetzt. Erfahrungsgemäss ist das Wasser des Sees zu dieser Jahreszeit meist wärmer als die Luft. Ins Schlottern kommt man dabei dennoch.

Quelle: Jutta Ullrich, TICINO TURISMO

Samstag, 22. Dezember 2018

Winterliche Bräuche in der italienischen Schweiz

Winterliche Bräuche der italienischen Schweiz 

Vor allem zur Adventszeit werden im Tessin alte Traditionen lebendig, in denen die südländische Seele der Region sich mit mitteleuropäischen Bräuchen zu einem besonderen Erlebnis vereint. Dass der Winter im Tessin nicht triste ist, zeigt auch die Karnevalszeit, wenn Bellinzona zur Hochburg der Narren mutiert. An der Fasnacht, die hier „Rabadan“ heisst, was im lokalen Dialekt „Lärm“ bedeutet, feiern über 150.000 Menschen ausgelassen auf den Strassen und in den Festzelten. Damit hat Bellinzona nach Basel den grössten Karneval der Schweiz. 

Crèfli und Spampezie – süsse Traditionen der Leventina Traditionelles Tessiner Weihnachtsgebäck sind die Spampezie aus der Leventina. Der Name geht vermutlich auf das italienische Wort für Lebkuchen zurück „Pan di Spezie“. Zutaten sind Mehl, Butter, Honig, gehackte Nüsse und eine wohlschmeckende Gewürzmischung. Zur Herstellung der Spampezie, in abgeänderter Form auch Crèfli genannt, werden Backformen aus Nussbaumholz mit eingeschnitzten Dekorationen verwendet. Hauptmotive bildeten religiöse Themen wie die Heiligen Drei Könige, Sterne oder Fische aber auch Familien- und Gemeindewappen. Jeder Haushalt des Tals hatte sein eigenes Rezept mit dem die Bauern- , Industriearbeiter- und Eisenbahnerfamilien der Leventina das Traditionsgebäck einst zu Weihnachten und Neujahr oder an Kirchweihfesten als stärkenden Imbiss für die kalte Jahreszeit erstellten. Heute findet man die süssen Spezialitäten das ganze Jahr über in Bäckereien der Leventina, wie beispielsweise der Panetteria von Renato Schröder in Chiggiogna, die Spampezie noch nach alten Rezepten zubereitet, mit viel Nüssen und Grappa. www.spampezia-faido.ch 

Einige der schönsten historischen SpampezieAusstechformen können in der Casa Stanga in Giornico bewundert werden. Das volkskundliche Museum der Leventina bietet aber nicht nur interessante Einblicke in die Geschichte des Tals, sondern führt im November an drei Nachmittagen auch in die Herstellung der traditionellen Süssigkeiten der Leventina ein. Der Backkurs findet am 10., 17. und 24. November 2018 jeweils von 14.30 – 17.30 Uhr zum Preis von 50 Schweizer Franken pro Person statt. Natürlich können die gemeinsam produzierten Crèfli und Spampezie anschliessend mit nach Hause genommen werden. Anmeldungen werden bis eine Woche vor Kursbeginn direkt im Museum entgegengenommen. 
www.museodileventina.ch

Quelle: Jutta Ullrich, Ticino Turismo

Freitag, 7. Dezember 2018

Ristorante Aerodromo, Ascona

Ristorante Aerodromo da Nani, Via Aerodromo 3, 6612 Ascona
Tel. 091 791 13 73
geschlossen: Mittwoch ganztags und Donnerstag mittags



Es wurde endlich mal wieder Zeit, dieses von uns sehr geschätzte Ristorante, das von Nani und seiner Frau Carmita geführt wird, zu besuchen.

Hier habe ich eine der besten Minestrone gegessen, da Nani sie im Augenblick der Bestellung erst aus den frischesten regionalen Zutaten herstellt und fein abschmeckt - werde ich mir beim nächsten  Besuch gleich wieder bestellen.



Da das Foto der Erbsensuppe für den Signore nicht vorzeigbar ist, gehen wir gleich mal weiter zu seinem Hauptgericht:

Medaillons vom Kalb mit einer Scheibe von gebratener Foie Gras und Calvados Sauce, dazu Gemüse





und für mich (wie meistens hier) das am Spiess gebratene Stubenküken in einer aromatischen Kräutersauce




Als Dessert für den Signore ein Teller mit Mango Sorbet und Früchten



Es war mal wieder ein sehr angenehmer Mittag, zu dem Nani und seine Frau durch ihre Aufmerksamkeit und Freundlichkeit wesentlich beigetragen haben.

Donnerstag, 22. November 2018

Ristorante Seven, Ascona

Ristorante Seven an der Piazza von Ascona
jetzt in der Herbst/Winter-Saison geöffnet: Donnerstag bis Sonntag, mittags und abends
Tel. 091 780 77 88


Auf der Terrasse kann man im November zwar selten sitzen, doch den malerischen Postkartenblick auf die Seepromenade mit Palmen, See und bunten Häusern hat man auch, wenn man einen der begehrten Tische direkt am Fenster  bekommt.



Unser letzter Besuch liegt lange zurück, da war noch Ivo Adam Küchenchef und Yannick und ich besuchten das Restaurant (klick hier)

Mittlerweile hat man sich von der innovativen Gourmetküche etwas distanziert und ich kann auch mit meinem Signore einen Besuch dort in Erwägung ziehen. 

Wir sind mittags hier und geniessen fast die ungeteilte Aufmerksamkeit des freundlichen und kompetenten Service sowie der in der Küche wirkenden beiden Könner, unter Nicola Leanza als Küchenchef und seinem Bruder Pietro Leanza, einem gelernten Pâtissier.

Wir starten mit



64 Grad Ei im Kataifi-Nest und sautierten Steinpilzen für den Signore




Topinambur-Suppe mit weissen Trüffeln für mich

Es geht weiter mit



Tagesempfehlung für mich: Spaghetti mit Hummer

und 



Perlhuhn-Suprême, Blumenkohl und Rosmarin-Kartoffeln (die sich auf einem extra Teller versteckt haben). Im Original wurde das Gericht auf der Karte mit anderen Beilagen (Bramata Polenta und Mais) angeboten

Als Dessert:




"Unsere Birne" - eine täuschend echt gestaltete Birne, bestehend aus einer hellen Creme, gekochten Birnenwürfeln, diese ummantelt mit weisser Schokolade, die in den Farben einer Birne gefärbt wurde, Pecannüsse und Schokoladen-Sorbet.

Getrunken haben wir nach eingehenden Studiums der umfangreichen Weinkarte einen Weisswein aus dem Piemont




Roero Arneis 2017 von Michel Chiarlo, der uns sehr gut zu Vorspeise und Hauptgericht gefallen hat.

Nicht nur wir, sondern auch die Schwäne geniessen die um diese Jahreszeit fast menschenleere Piazza in Ascona