Sonntag, 24. Dezember 2017

Weihnachten einmal anders...

Weihnachten 2017 - dies ist Weihnachten einmal anders. 




Seit 27 Jahren - seit unser Sohn auf der Welt ist - haben wir jedes Jahr Weihnachten gemeinsam gefeiert. Dieses Fest ist bei uns in der Familie sehr wichtig, verbunden mit vielen, im Laufe der Jahre lieb gewonnenen Traditionen und immer mit schönen kulinarischen gemeinsamen Erlebnissen verknüpft. Jetzt ist Yannick 28 Jahre und frisch verheiratet. Es trifft mich nicht so ganz unvorbereitet, als er uns irgendwann eröffnet, Weihnachten mit seiner Frau bei deren Familie feiern zu wollen. Ich kann es gut verstehen, schliesslich sind 800 km Fahrtzeit um lediglich 3 Tage bei uns zu verbringen, wahrscheinlich auch noch bei Schnee- und Winterwetter, einfach zu viel. Trotzdem trifft es mich und ich beginne mir bereits Gedanken zu machen, wie wir, d.h. Gerhard und ich alleine, dieses Jahr Weihnachten verbringen werden.

Soll es traditionell werden, so wie jedes Jahr? Oder soll es Weihnachten einmal anders werden? Gibt es etwas, auf das ich mich vorfreuen kann? Vielleicht sogar ein bisschen im voraus ablenken bzw. trösten kann?

Seit Jahren spuckt in meinem Kopf der Wunsch herum, einen grossartigen Wein, DEN Château Pétrus zu probieren. Für mich ein Wein, den ich mindestens einmal in meinem Leben probieren will. Ich möchte wissen, wie er schmeckt, wie er riecht und welche unterschiedlichen Nuancen ich auf meiner Zunge wahrnehme. Warum nicht mal zu Weihnachten? Das wäre doch eine grossartige Gelegenheit. 

Ich zögere noch eine Weile, der Preis... der Preis ist schon ein Wahnsinn... ist das wirklich richtig was ich tue? Ach Unsinn! Jaaa! Ich will das schon längst tun und jetzt tue ich es einfach! Jawoll! 

Dann geht die Suche los (das lenkt mich schon ein bisschen ab und die Vorfreude und Neugierde auf diesen besonderen Wein wächst). Wo kaufe ich diese Besonderheit? Bei den Händlern meines Vertrauens? Die arbeiten im mittleren Preissegment - in diesen Sphären werde ich da nicht fündig. Bei den grossen Händlern? ... einer macht sich noch nicht einmal die Mühe, mir auf meine wiederholte Mailanfrage zu antworten. Dies ist auch schliesslich eine Frage des Vertrauens, schliesslich hat man schon oft genug von Fälschungen gehört. Nicht auszudenken, wenn ich in meiner Unwissenheit ... ach, ich will gar nicht daran denken.

Ich werde schliesslich fündig - Merci beaucoup, Eric! - und kurz vor Weihnachten reist eine Flasche Château Pétrus 2007 in seiner Holzkiste verpackt mit mir ins Tessin. 




Bereits der Moment, als wir die Flasche ins Auto tragen, ist aufregend. Ich glaube, Gerhard ist schon ein bisschen genervt von mir, weil ich ihn ständig ermahne, vorsichtig zu sein, nur ja nicht zu stolpern und die Flasche in ihrem Karton sicherlich gut verpackt, nur ja geschützt im Auto zu lagern. Schliesslich ist das bewältigt, die kostbare Fracht ist sicher ins Tessin transportiert und darf ein paar Tage in unserem Weinkeller ruhen.

Wir sind selbst hier in den Ferien mit sehr guten Weingläsern ausgestattet, doch irgendwie ist mir plötzlich keines unserer Gläser gut genug und wir kaufen auch noch schnell zwei spezielle Pomerol-Gläser, schön dünnwandig, so wie ich es mag. 

Am Weihnachtsmorgen darf Le Pétrus aus der Cantina ins ebenfalls kühle Schlafzimmer wandern, wir telefonieren noch mit den Kindern (ich kämpfe bereits ein wenig mit den Tränen...), doch es gibt glücklicherweise auch noch whatsapp und unsere Schwiegertochter! Sie hält liebevoll (und für mich auch tröstend) den Kontakt und versorgt uns mit aktuellen Fotos von ihren Vorbereitungen für den Weihnachtsabend, schickt Fotos vom Baumschmücken, von unserem Sohn unter dem fertig geschmückten Baum, vom Weihnachtsessen... Es ist trotzdem ein seltsames Gefühl ... zum ersten Mal ohne Yannick ... doch Schluss jetzt!

Ich öffne den Château Pétrus rechtzeitig. Es gelingt mir, auch wenn ich ziemlich aufgeregt bin, denn schliesslich öffne ich nicht alle Tage ein solches Fläschchen, den Korken unversehrt heraus zu ziehen Ich schnuppere.... und bin erleichtert: nicht die leiseste Ahnung eines Korkgeruchs, es scheint alles in Ordnung zu sein. Ich muss trotzdem schon probieren, denn ich will ganz sicher sein, ob der Wein auch wirklich in Ordnung ist. Nur ein klitzekleines Schlückchen, doch ich bin aufgeregt und der Wein geht nicht ins Glas, sondern der kostbare Schluck fliesst daneben auf den Tisch. Oh nein, das darf doch nicht wahr sein! Ohne gross darüber nachzudenken, was ich da tue und wie das wohl aussehen mag, beuge ich mich über den Tisch und ... ja, ich tue es wirklich, schlürfe die kostbaren Tropfen vom Tisch. Der Wein ist in Ordnung, doch dann schaue ich auf meinen Mann, der sich vor Lachen nicht mehr halten kann. Aber schliesslich handelt es sich um die wahrscheinlich kostbarste Flasche Wein, die ich jemals in meinem Leben trinken werde, da darf ich doch mal meine gute Erziehung vergessen, oder? 

Dann noch eine Stunde warten, das Depot soll sich setzen, aaaber nicht dekantieren, wird mir empfohlen. Ja, mache ich, jetzt bin ich geduldig, denn ich weiss zumindest schon mal, dass mein Pétrus in Ordnung ist. Nun muss ich nur noch warten, bis er nicht nur in Ordnung, sondern grandios schmeckt. 

Wir bereiten unser Abendessen vor, es gibt Charbonnade, doch den Wein wollen wir vorher bereits verkosten, ich will den puren Genuss und dieser sollte nicht durch irgendwelche andere Aromen und Geschmackrichtungen verändert werden. 

Der erste Schluck! Ich bin aufgeregt, nehme kleine Schlucke... und bin begeistert! Diesen besonderen Geschmack, diese Aromen... ich weiss schon jetzt, dass ich sie in meiner Erinnerung immer wieder auf meiner Zunge schmecken und dass ich diesen Moment und diesen Geschmack auch nie vergessen werde.

Doch da ist noch was.... dieser Moment - ist das der richtige Moment für diesen besonderen Wein? Ich schaue Gerhard an und wir sind uns einig, dass heute vielleicht doch nicht der richtige Tag ist und dass wir ein Glas trinken werden und unsere Flasche für den morgigen Tag aufheben werden. Ich bin mal wieder dankbar für meine Vakuum-Weinpumpe, verschliesse den Pétrus und stelle ihn bis morgen zur Seite.

Für heute hat er seinen Zweck erfüllt - ich hatte ein besonders Weihnachtserlebnis und hoffte, mich dadurch ein wenig ablenken zu können. Es ist dir gelungen, Château Pétrus. Doch wenn ich wählen dürfte, hätte ich Weihnachten lieber mit meinem Sohn als mit einem Pétrus verbracht. Wobei, perfekt wäre es gewesen, mit Yannick einen Pétrus zu verkosten 😏

Weihnachten einmal anders... der Heiligabend war tatsächlich anders, aber auch sehr schön! Weihnachten zu zweit war neu für mich, aber auch ein schönes, sehr entspanntes Erlebnis - ZU ZWEIT! Danke, Gerhard!!!


Samstag, 23. Dezember 2017

Wiederbesucht: Ristorante La Piazza, Verscio

Ristorante La Piazza, Verscio
Ristorante Pizzeria Piazza
Piazza Concordia 6
6653 Verscio
091 753 18 36
montags geschlossen




 Ich mag die Terre di Pedemonte sehr, zumal diese Region ein Paradies für Geniesser ist. Eine solche Dichte von guten Restaurants findet man sonst nur in grösseren Regionen. Allein in Verscio gibt es eine Vielzahl von Ristoranti, die man nach einem Besuch des Teatro Dimitri aufsuchen kann. Für uns gibt es jedoch erstmal Brot-Einkauf bei Fausto Peri, direkt an der Piazza neben dem Ristorante La Piazza gelegen.




Ausserdem ist es mal wieder Zeit, über dieses wunderbare Restaurant von Davide Modeste zu erzählen. Wir kehren dort häufig ein (viel öfter, als ich es euch hier erzähle), eigentlich meistens dann, wenn wir Lust auf gute Pizza haben. Wobei das diesem Restaurant sicherlich nicht gerecht wird, denn die Karte verzeichnet viele andere Köstlichkeiten und lässt sich nicht nur auf Pizza reduzieren, auch wenn diese noch so gut schmeckt. 

Auf der Tages-Karte finden sich auch gerade jetzt in der herbst- bzw. winterlichen Saison viele verführerische Wild-Gerichte, ansonsten sind immer zu haben die Fritti Misti di Mare (irgendwann esse ich die mal....) bzw. eine ständig wechselnde Auswahl an hausgemachter Pasta, wie z.B. die Orecchiette mit Zucchini, Salsiccia und Basilikum, Pizzoccheri alla Valtellinese, Ravioli mit violetten Kartoffeln und Guancinale und als Hauptgerichte neben dem bereits erwähnten Fritto Misto di Mare verführen Ossobuco di Vitello, Cordon Bleu, Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti und... und... und....

Doch wie gesagt, ich bin da wenig flexibel, wenn ich in dieses schöne Dorf zu Davide fahre, dann will ich immer nur das eine: PIZZAAA!

Vorher noch - wann immer ich es auf der Karte entdecke, einen Salat aus rohen Artischocken, Ruccola und Parmesanspänen:



aaaber dann endlich zum Objekt meiner Begierde: Pizza Nostromo: pomodoro, mozzarella, tonno, capperi, cipolle, die ich noch zusätzlich grosszügig mit olio piccante abrunde.



Auch der Signore liebt dieser Pizza, allerdings in der Variation Bianca und ohne Kapern, aber das Foto erspare ich euch... (für mich sieht das aus wie Flammkuchen 😏

Wir haben dazu (auch wenn ich zu Pizza eigentlich lieber Rotwein mag, aber zum Artischocken-Salat hat es wunderbar gepasst, und Weine der Cantina il Cavaliere kann ich immer trinken) die Wahl des Signore getrunken: Lansiló 2016, ein reinsortiger, weiss-vinifizierter Merlot, im Stahltank ausgebaut, so liebt es der Signore - und bei Weinen von Belossi, meinem Tessiner Lieblingswinzer kann ich mich ihm anpassen...

Ach, es war mal wieder schön hier zu sein. Ich mag diese wunderbare Mischung von den Bewohnern aus der Region, die hier ihren Cafe trinken und das Hörnli der benachbarten Bäckerei verspeisen oder dann später die Mitarbeiter der nebenan gelegenen Postfiliale, die hier ihren Weihnachts-Apéro nehmen und nicht zuletzt mag ich Davide, der uns noch zum Abschluss seinen herrlichen Grappa zum Espresso serviert und einfach ein herrlich unkomplizierter, aufmerksamer Gastgeber ist.

Grazie, Davide!

Freitag, 22. Dezember 2017

Osteria Vairano, San Nazzaro

Osteria Vairano, Via Bellavista 1, 6575 Vairano - San Nazzaro
Tel. 091 794 16 04, montags geschlossen



Hier oben vom Parkplatz der Osteria Vairano hat man einen wunderschönen Blick auf das verschneite, aber sonnige Tessin. Vor uns auf der anderen Seeseite liegt die Bucht von Ascona, doch wir betreten jetzt diese gemütliche Osteria, in der mittags die Arbeiter und Geschäftsleute der Region einkehren zu einem preiswerten Piatto del Giorno - heute gibt es Costine und knusprige Rosmarin-Kartoffeln. Der Blick auf die Teller an den Nachbartischen ist verführerisch, doch wir werden an den Feiertagen noch genügend Fleisch essen, daher dann heute bitte eher fleischlos....



Wir geniessen zunächst einmal einen Aperitivo und warten, bis sich der Trubel ein wenig gelegt hat. Danach wählen wir à la carte: Zum Auftakt dann doch nicht ganz so fleischfrei: ein Affetato Misto, Tessiner Wurstwaren:



Salami, Schinken, Lardo, Trockenfleisch und... und... mit Alpkäse serviert, sind von herausragender Qualität, serviert mit knusprigem Brot



Anschliessend hausgemachte Gnocchi mit Butter und Salbei, bzw. für den Signore mit Gorgonzola - besser haben wir dieses Gericht kaum irgendwo serviert bekommen, leicht, fluffig - einfach köstlich!

Auch die junge Dame im Service war, trotz anfänglichem Hochbetrieb, aufmerksam, schnell und sehr kompetent. Grosses Kompliment!

Nicht nur im Sommer, wenn der herrliche Blick ohnehin für sich spricht, kann ich diese Osteria empfehlen, sondern auch bzw. gerade jetzt, in der ruhigen Winterzeit, lohnt sich der Weg nach Vairano.


Donnerstag, 21. Dezember 2017

Klassiker: Fettucine Alfredo


Fettucine Alfredo, ein Klassiker in der italienischen Küche



Es gibt Essen, die sind einfach nur grandios. Dazu gehören für mich die Klassiker in der italienischen Pastaküche, allen voran Fettucine Alfredo. Immer wenn die Saison der Alba-Trüffel beginnt, werde ich ein wenig unruhig und lechze nach diesem göttlichen Duft und Geschmack. Bereits der Tag, an dem diese weisse Trüffel bei mir in der Küche einzieht, ist ein besonderer: Die frischesten Eier, die ich auftreiben kann, werden in ein verschliessbares Glas geschichtet, 4 - 6 Eier müssen es schon sein, darauf kommt die Trüffel und dann verschliesse ich das Glas bis zum nächsten oder übernächsten Tag. Das Trüffelaroma verbindet sich durch die poröse Schale mit den Eiern (aus denen ich dann später ein Trüffel-Omelette zubereite). 

Bei Robert von lamiacucina habe ich das Rezept entdeckt und es seit seiner Entdeckung mittlerweile in jedem Jahr zu Beginn der Saison der weissen Alba-Trüffel zubereitet. Es schmeckt einfach so köstlich, schon alleine der Duft lässt mich geniesserisch die Augen schliessen, wenn ich eine grosszügige Portion über frisch gemachte Pasta hobele.



ich nehme (für 2 - 3 Personen):

250 g Weissmehl Type 405
2 Eier (62g)
2 Eigelb
Prise Salz
für die Crema:
1 dl Vollrahm
50 g milden, allerbesten Parmesan, frisch und fein gerieben, oder einen guten Sbrinz
50 g Butter, weich
Salz, weisser Pfeffer, ein Hauch von Knoblauch
und los gehts:
(1) Eier und Eigelb mit einem Quirl zu einer Emulsion verschlagen.
(2) Mehl, Salz und ca. 90% der Eimasse in der Kenwood zu einer krümeligen Masse verkneten (5-10 Minuten), Rest der Eimasse in kleinen Portionen zugeben, bis der Teig klumpt. Kein Wasser (Ein perfekter Teig klebt kaum und muss später nicht bemehlt werden).
(3) Den Teig von Hand zusammenkneten, in einem Suppenteller flachdrücken und mit Klarsichtfolie zudecken. Eine Stunde bei Raumtemperatur beiseite stellen, danach im Kühlschrank über Nacht reifen lassen.
(4) Am nächsten Tag den Teig stückweise mehrfach maschinell auswalzen, von grob nach fein, bis der Teig durchscheinend ist (feinste Stufe 9/9). Das Teigwarenband in ca. 20 cm lange Stücke schneiden, bemehlen mit Hartweizengriess und sofort mit dem Fettuccine-aufsatz oder von Hand zu Nudeln schneiden.
(5) Die Fettuccine bis zum Verbrauch über einen Besenstiel hängen, sie trocknen an der Luft sehr rasch ab. Die Fettucine können trocken 1-2 Tage aufbewahrt werden.
für die Crema:
(6) Für die Crema zuerst die Butter mit Handrührwerk oder Schwingbesen schaumig schlagen, danach den Parmesan unterziehen. Anschliessend den Rahm in kleinen Portionen zugeben und zu einem festen Schaum unterschlagen. Dazu nach jeder Rahmzugabe das Gefäss kurz in warmes Wasser (ca. 50 °C) stellen und kräftig rühren. Falls die Crema zu weich wird, das Gefäss in kaltes Wasser stellen und weiterrühren. Dieses Prozedere braucht etwas Geduld, durch das Erwärmen sollen die Parmesankrümel gelöst werden, zu starkes Erwärmen ergibt jedoch eine flüssige Käsesauce anstelle der schaumigen Crema. Die entstandene Creme hat die Konsistenz von schaumig geschlagener Butter. Die Crema kann vorbereitet werden, sollte aber nicht kaltgestellt werden (oder muss rechtzeitig wieder auf Raumtemperatur angeglichen werden).
für den Finish:
(7) Teller auf 70 °C vorwärmen.
(8) Fettucine in heissem, aber nicht siedendem Salzwasser knapp al dente kochen (frisch: 1-2 Minuten !) .
(9) Fettucine abgiessen, in die heisse Pfanne zurückgeben, mit der Crema mischen und sofort auf die vorgewärmten Teller verteilen und essen. Pfeffern nach Belieben.




Sonntag, 26. November 2017

Advents- und Weihnachtsstimmung unter Palmen

Tessin - Weihnachtsstimmung unter Palmen 
Wer in der kalten Jahreszeit ins Tessin fährt, der erlebt den einzigen mediterranen Winter der Schweiz. Gerade zur Weihnachtszeit hat ein Besuch im Tessin seinen besonderen Reiz. Denn alte Traditionen werden lebendig, in denen die südländische Seele der Region sich mit mitteleuropäischen Bräuchen zu einem besonderen Erlebnis vereint.

Crèfli und Spampezie – süsse Traditionen der Leventina
Traditionelles Tessiner Weihnachtsgebäck sind die Spampezie aus der Leventina. Der Name geht vermutlich auf das italienische Wort für Lebkuchen zurück „Pan di Spezie“. Zutaten sind Mehl, Butter, Honig, gehackte Nüsse und eine wohlschmeckende Gewürzmischung. Zur Herstellung der Spampezie, in abgeänderter Form auch Crèfli genannt, werden Backformen aus Nussbaumholz mit eingeschnitzten Dekorationen verwendet. Hauptmotive bildeten religiöse Themen wie die Heiligen Drei Könige, Sterne oder Fische aber auch Familien- und Gemeindewappen. Jeder Haushalt des Tals hatte sein eigenes Rezept mit dem die Bauern-, Industriearbeiter- und Eisenbahnerfamilien der Leventina das Traditionsgebäck einst zu Weihnachten und Neujahr oder an Kirchweihfesten als stärkenden Imbiss für die kalte Jahreszeit erstellten. Heute findet man die süssen Spezialitäten das ganze Jahr über in Bäckereien der Leventina, wie beispielsweise der Panetteria von Renato Schröder in Chiggiogna, die Spampezie noch nach alten Rezepten zubereitet, mit viel Nüssen und Grappa. www.spampezia-faido.ch

Einige der schönsten historischen Spampezie-Ausstechformen können in der Casa Stanga in Giornico bewundert werden. Das volkskundliche Museum der Leventina bietet aber nicht nur interessante Einblicke in die Geschichte des Tals, sondern führt im November an drei Nachmittagen auch in die Herstellung der traditionellen Süssigkeiten der Leventina ein. Der Backkurs findet am 4., 11. und 18. November 2017 jeweils von 14.30 – 17.30 Uhr zum Preis von 50 Schweizer Franken pro Person statt. Natürlich können die gemeinsam produzierten Crèfli und Spampezie anschliessend mit nach Hause genommen werden. Anmeldungen werden bis eine Woche vor Kursbeginn direkt im Museum entgegengenommen. www.museodileventina.ch


Weihnachtsmarkt auf der Burg
Unter dem Motto «Natale a Castelgrande» wird die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Burg im Zentrum der Stadt Bellinzona am 14. Dezember 2017 mit einem Weihnachtsmarkt aufwarten. In der Altstadt führen einige Wege zu dem historischen Gemäuer empor, welches zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Kanton Tessin zählt. Gehören doch die drei Burgen von Bellinzona zu den bedeutendsten Zeugen der mittelalterlichen Befestigungsbaukunst im Alpenraum. Der Weihnachtsmarkt bietet neben der einmaligen Kulisse des Burgareals und dem nächtlichen Ausblick auf die anderen beiden Burgen ab 16.30 Uhr weihnachtliche Köstlichkeiten aus der Region und ein musikalisches Unterhaltungsprogramm. www.bellinzonese-altoticino.ch


Weihnachten in Ascona
Magisch und zauberhaft geht es auf der Piazza in Ascona zu, wenn ab dem 26. November 2017 am Seeufer von Ascona festlich geschmückte Weihnachtsbäume um die Wette leuchten. Unternehmen und Organisationen des bekannten Ferienortes dekorieren die Bäume auf originelle Weise, die es bis zum 6. Januar 2018 zu bestaunen gilt. Am 2. und 3. Dezember bieten die Stände des kleinen Weihnachtsmarkts typische regionale Spezialitäten und Kunsthandwerk in der Via Borgo an. Höhepunkt zwischen den Festtagen ist sicherlich die „Tavolata“, wenn Ascona am 30. Dezember von 11 bis 16 Uhr an die 150 Meter lange Tafel an der Seepromenade bittet. Neben Raclette à discretion gibt es einen kulinarischen Markt mit Tessiner Spezialitäten und eine Bar, an der regionale Weine ausgeschenkt werden. Und wie es die Tradition will, begrüsst Ascona das neue Jahr am 1. Januar um 18.30 Uhr mit einem fantastischen Feuerwerk über der Bucht. www.ascona-locarno.com


Krippenweg im Maggiatal
Geradezu idyllisch ist die Adventszeit im beschaulichen Dörfchen Moghegno im Maggiatal. Vom 8. Dezember 2017 bis 6. Januar 2018 lädt hier ein Krippenweg dazu ein, durch das verträumte, weihnachtlich geschmückte Dorf zu ziehen. Vorbei an engen Gassen zu historischen Plätzen können hier die von Einheimischen geschaffenen Krippen bewundert werden. Auf dem Weihnachtsmarkt am 8. Dezember werden von 10 bis 16 Uhr heimische Produkte degustiert, bevor der Krippenweg um 16.30 Uhr offiziell mit einem Konzert des Chor Clairière in der Pfarrkirche eröffnet wird. Musikalisch umrahmt wird die Krippenausstellung auch am Sonntag 17. Dezember mit einem Konzert des Chor Incanto. Die Krippen bleiben bis zum 6. Januar 2018 ausgestellt.  www.ascona-locarno.com


Golden Voices of Gospel im LAC in Lugano
Was wäre Weihnachten ohne ein Gospelkonzert, welches auf die besinnliche Jahreszeit einstimmt. Mit den temperamentvollen Klängen der «Golden Voices of Gospel» lockt das Kulturzentrum Lugano Arte e Cultura, kurz LAC, zur Adventszeit an das Ufer des Lago di Lugano. Die Gruppe aus den USA setzt sich zusammen aus professionellen Künstlern der amerikanischen Gospelszene unter der Leitung von Musical Direktor Reverend Dwight Robson. Mit den historischen Negro Spirituals und Gospels präsentieren sie seit über 20 Jahren weltweit die afroamerikanische Kirchenmusik auf den Bühnen, bei Festivals und in Kirchen. Unter dem Motto «Let’s have Church tonight» inspirieren sie ihr Publikum mit mitreissenden Rhythmen, die unter die Haut gehen. Am 22. und 23. Dezember 2017, jeweils um 20.30 Uhr laden sie im LAC in Lugano zu einer musikalischen Reise ein, mit charismatischen Liedern, wie sie in den Gottesdiensten der «Black Churches» in den USA und der Karibik gesungen werden. www.luganolac.ch

Wiedereröffnung der Kathedrale Lugano nach sieben Jahren Bauzeit
Wer zur Weihnachtszeit einen Gottesdienst in der Kathedrale in Lugano besuchen will, hat nun endlich wieder Gelegenheit dazu. Nach sieben Jahren Bauzeit, wurde die Kathedrale San Lorenzo am 13. Oktober 2017 wiedereröffnet. Die Kosten der Restaurierung des grössten Gotteshauses in Lugano betrugen insgesamt 15,7 Millionen Franken. Im Innern findet man zahlreiche Fresken, die eine Auffrischung erhielten sowie wertvolle Barockdekorationen, Kirchenfenster und die Orgel, welche sorgfältig restauriert wurden. Architekt Franco Pessina schaffte mehr Raum in dem er die ursprünglichen Proportionen des neu gestalteten Chorraums, des Haupt- und Nebenschiffes wiederherstellte und auf alte Schlichtheit setzte. Zeugen alter Kirchenkunst finden sich auch im Museum, das Pessina neben der Kirche konzipiert hat. Aus frühmittelalterlicher Gründung, wurde das Gotteshaus schon im 818 zur Pfarrkirche und in 1078 zur Collegiata. Seit 1888 ist sie Kathedrale und heute im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von Bedeutung eingetragen. www.luganoturismo.ch


Biciocada – alljährliche Adventsfeier im Glockenturm
Das bezaubernde Dörfchen Morcote, am Luganer See gelegen, ist auch im Winter eine Reise wert. Besonders in den neun Tagen vor Weihnachten. Denn vom 16. bis 24. Dezember wird hier eine ganz besondere Weihnachtstradition gepflegt. Wiederbelebt wurde sie 1977 vom Pensionär Giuseppe «Pepo» Ardizio und einer Gruppe von Freunden. Seither treffen sich alljährlich ab dem 16. Dezember abends um 20.30 Uhr Einheimische und Gäste im Glockenturm der Kirche Santa Maria del Sasso in Morcote, um melodische Grüsse an die Menschen zu senden, als Vorbote für das Weihnachtsfest. Während abwechselnd die Glocke geläutet wird, werden am offenen Kaminfeuer Würste gegrillt. Dazu gibt es Käse, Salametti, Tessiner Wein und geselliges Beisammensein. www.morcoteturismo.ch


Epifania - Dreikönigsfest im Tessin
Mit dem Dreikönigstag gehen im Tessin die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel zu Ende, ein Festausklang, bei dem sowohl süd- wie auch mitteleuropäische Traditionen eine wichtige Rolle spielen. Weit verbreitet ist das Dreikönigs- oder Sternensingen, welches seit 2012 auch in der Liste der „Lebendigen Traditionen der Schweiz“ aufgeführt ist. Hierbei ziehen Schüler als die Heiligen Drei Könige von Haus zu Haus und singen alte und neue Dreikönigslieder, darunter auch religiöse Weisen aus dem 17. Jahrhundert. In einigen Tessiner Dörfern wie Morcote, Vira Gambarogno, Arzo oder Castel San Pietro kommen Kaspar, Melchior und Balthasar an diesem Tag hoch zu Ross und verteilen auf dem Kirchplatz Süssigkeiten an die Kinder. Besonders beliebt ist der Ritt der Könige im Val Capriasca bei Lugano, der allerdings bereits am 5. Januar stattfindet. Kinder der Region weisen den verkleideten Männern den Weg ins Kapuzinerkloster von Bigorio, welches die Heiligen Drei Könige feierlich empfängt. Anschliessend findet in der Kapelle eine Messe statt.

Neben den Heiligen drei Königen kommt zu diesem Festtag im Tessin auch die Befana zu Besuch, eine mythische Figur, die sich vor allem im benachbarten Italien grosser Beliebtheit erfreut. Der Name Befana stammt von Epifania ab, dem Kirchenfest der Heiligen Drei Könige. Dem italienischen Volksglauben nach ist sie eine gute Hexe, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar mit ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und die bereitgestellten Strümpfe der Kinder mit Geschenken und Leckereien füllt. Sie soll einst vom Hirten die Botschaft der Geburt Jesu gehört haben. Der Stern von Bethlehem sollte sie zur Krippe führen, doch da sie zu spät aufbrach, war der Stern bereits erloschen. Deshalb fliegt sie heute noch durch die Gegend und beschenkt Kinder, in der Hoffnung, dass eines davon das Christkind sei.

Eine neuere Tradition für Hartgesottene ist das erfrischende Bad im Lago Maggiore am 6. Januar. Die «Nodada della Befana», wie das Drei-Königs-Schwimmen im Tessiner Dialekt heisst, wurde im Jahre 2001 erstmals durchgeführt. Elf Wagemutige sprangen damals ins kalte Wasser des Langensees. Dutzende von Personen aus dem In- und Ausland nehmen mittlerweile an diesem Volksschwimmen teil und durchqueren dabei eine achtzig Meter lange Strecke im Hafenbecken des Grenzdorfes Brissago. Dem Tag angemessen wird dabei gerne eine Königskrone aufgesetzt. Erfahrungsgemäss ist das Wasser des Sees zu dieser Jahreszeit meist wärmer als die Luft. Ins Schlottern kommt man dabei dennoch. www.ticino.ch
Quelle: 
TICINO TURISMO 
Jutta Ulrich
Leitung Kommunikation

Samstag, 25. November 2017

Arrivederci e a presto

Nachdem es den ganzen Vormittag geregnet hat, werden wir am Nachmittag mit diesem grandiosen Ausblick belohnt:


Morgen geht es wieder nach Hause... arrivederci e a presto Ticino!

Freitag, 24. November 2017

Il Giardino d'Arbigo, Losone

Ristorante il Giardino d'Arbigo, Via Arbigo 1, 6616 Losone,Tel. 091 791 33 43, geöffnet: Dienstag bis Sonntag mittags und abends geöffnet




Carpaccio Schwertfisch, Tonno, überflüssige Balsamico-Garnitur


Variation von Meeresfrüchte Antipasti, Sepie mit Zucchini, Schwertfisch Carpaccio, Scampi, Jakobsmuschel mit überflüssigen Senftupfen


Äusserst sättigende Spaghetti Carbonara - wahrscheinlich mit Sahne, wenn nicht sogar mit Mascarpone zubereitet - da bin ich froh, dass ich mich für Fisch entschieden habe.

All dies hat uns nicht so überzeugt, dass sich der Giardino d'Arbigo für eine Veröffentlichung hier qualifiziert hätte, doch jeder hat eine zweite Chance verdient und beim zweiten Besuch haben wir die Pizza getestet - damit waren wir sehr  zufrieden:


Hier meine Variante mit Oliven, Tonno e cipolle - wir haben noch nicht aufgegeben, sondern werden weiter testen - ich würde mich über Mittester sehr freuen. Wie sind eure Erfahrungen?



Ein Klassiker neu interpretiert: Vitello Tonnato

Vitello Tonnato gibt es bei uns im Sommer häufig - meistens in der Variante mit eifreier Mayonnaise, eventuell auch in der Zubereitung mit Geflügel (klick hier)



Am liebsten mag ich allerdings die klassische Variante, inspiriert durch Marcella Hazan, zwar nicht so ganz fotogen, dafür aber sooo gut (klick hier).



Die bisher optisch schönste Version hatten wir bisher im Restaurant Acquarello von Mario Gamba in München gegessen (klick hier)

Und diese hat mich auch inspiriert zu meiner Art des Anrichtens für diese Variante, dabei habe ich mit Kalbsfilet, frischem Thunfisch und die Sauce als Espuma probiert, geschmacklich wunderbar, optisch noch verbesserungswürdig, vor allem, da es dem Espuma an Standfestigkeit gefehlt hat.

Ich habe ein Kalbsfilet gesalzen und gepfeffert, schön rosa in Olivenöl angebraten und lauwarm abkühlen lassen. Den Thunfisch habe ich ebenfalls von beiden Seiten gesalzen und in grob geschrotetem Pfeffer gewendet. Von jeder Seite kurz und kräftig anbraten - er muss in der Mitte noch fast roh sein, sonst trocknet er aus.

Für die Sauce verwende ich eine Mayonnaise, die im Zauberstab blitzschnell zubereitet ist. Dazu ca. 400 ml sehr mildes Olivenöl, ein ganzes! Ei, 2 Esslöffel Zitronensaft, 1 Esslöffel Weisswein-Essig, 1 EL Dijon-Senf und Salz und Pfeffer aufschlagen. 

In ein weiteres Gefäss ca. 150 g Thunfisch (beste Qualität, in Olivenöl extra vergine) 3 Anchovisfilets, 1 - 2 Esslöffel Kapern geben und mit dem Schneidstab glatt pürieren und dann mit der Mayonnaise mischen. 

In den ISI Whipp geben, eine Kapsel aufschrauben und zu einem Espuma verarbeiten.

Dann mit Salat so oder so ähnlich wie auf dem Foto anrichten.

Memo für mich: Nächstes Mal probiere ich Roberts Variante (klick hier)









Donnerstag, 23. November 2017

Klassiker der italienischen Küche: Saltimbocca alla Romana



Saltimbocca alla Romana - diese köstlichen kleinen Dinger machen ihrem Namen alle Ehre und springen einem tatsächlich genussvoll in den Mund. Zudem sind sie einfach und schnell zubereitet und lassen sich mit Beilagen und/oder diversen Zutaten leicht abwandeln. Wenn ich Zeit habe, bereite ich sie mit einem Steinpilzrisotto zu, wenn es schnell gehen soll, genügt auch mal ein Stück Ciabatta oder Baguette zum Auftunken der köstlichen Sauce. Die Grundzubereitung lebt wie immer von der Qualität der verwendeten Zutaten, also, sucht euch einen Super-Metzger, kauft nicht einfach Schnitzelfleisch, sondern Faux-Filet oder Medaillons und auch beim Schinken, der ausschlaggebend für den Saucengeschmack ist, bitte keine eingeschweisste Billig-Ware verwenden, sondern beste luftgetrocknete Schinken. Zum Ablöschen habe ich endlich DEN Marsala gefunden, den ich schon lange gesucht habe: nicht pappsüss und dann auch noch in Bio-Qualität - danke lieber Robert!).



ich nehme (für 2 Personen):

8 hauchdünn geklopfte Scheiben Kalbfleisch (am besten faux filet oder filet médaillons)
wenig Salz
Pfeffer (ich: Tessiner Valle Maggia Pfeffer)
8 hauchdünne Scheiben luftgetrockneter Schinken (ich: Tessiner Nostrano)
8 grosse, frische Blätter Salbei
3 EL Butterschmalz
ein bisschen Dijon-Senf (Tipp Robert)
5 cl Marsala (nochmal Tipp Robert)
50 ml kräftiger Kalbs- oder Rinderfond 
ein kleiner Schluck guter Balsamico

und los gehts:

Butterschmalz in eine grosse schwere Eisenpfanne geben (bitte nicht antihaftbeschichtet, das ergibt keine gute Sauce).

Die Kalbsschnitzelchen, falls nötig, nochmals dünn klopfen, leicht salzen und pfeffern, dünn mit Senf bestreichen, jeweils eine Scheibe luftgetrockneter Schinken darauf und mit einem Salbeiblatt belegen.

Auf die Salbei-Seite in die Pfanne geben - Zahnstocher sind nicht nötig - das hält von alleine. Von jeder Seite kurz und kräftig jeweils 2 Minuten anbraten und zugedeckt in den 80 Grad warmen Backofen stellen.

Evtl. das überschüssige Bratfett aus der Pfanne mit einem Küchenpapier wegtupfen, mit Marsala und Kalbsfond ablöschen und die Röststoffe unter ständigem Rühren loskochen. Mit Salz (wahrscheinlich nicht nötig), Balsamico und Pfeffer abschmecken, nötigenfalls einreduzieren lassen. Die Schnitzelchen kurz im Jus wenden und servieren.






Mittwoch, 22. November 2017

Ristorante della Carrà, Ascona

Ristorante della Carrà, Via Carrà dei Nasi 10, 6612 Ascona, Tel. 091 791 44 52
Ruhetag: Sonntag und Montag

Wir betreten das Restaurant durch den im Sommer sicherlich wunderschönen Innenhof - aaaber es ist November - leider! Doch auch der Innenraum ist sehr stimmungsvoll, beim Betreten fällt sofort die rote Berkel-Aufschnittmaschine in mein Auge.... ach, das ist so ein Wunsch-Objekt von mir ....


Schon seit langem wollten wir dieses alteingesessene Ristorante in der Altstadt von Ascona besuchen, heute hat es endlich mal gepasst.

Zum Prosecco werden uns köstliche, selbstgemachte Grissini und kleine fluffige Brötchen serviert, dazu Valle Maggia Pfeffer, Salz und sehr gutes aromatisches Olivenöl.

Für Gerhard dann Blätterteig, Rinderlebermousse, Steinpilz-Paté, Himbeeren und Feigen an Porto



Für mich hausgemachte Spaghettoni mit Meeresfrüchten



Anschliessend für den fleischliebenden Signore am Tisch Tagliata vom Rinderfilet, Radicchio in Schalotten und Balsamico geschmort, auf einem Bett von knusprig gebratenen Kartoffeln



Ich liebe nunmal Fisch: Diesmal Seeteufel-Medaillons, Orangenzesten in Aperol, Taggiasca-Oliven


Solch eine Winzigkeit an Dessert schafft Gerhard dann gerade noch: Semifreddo mit Jamaica-Pfeffer, Valle Maggia Pfeffer und rosa Pfeffer



Getrunken haben wir von der Cantina Agriloro den 2014er Granito, eine Assemblage von Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Blanc et Pinot Gris, die jeweils einzeln in Barrique ausgebaut und erst anschliessend gemeinsam in die Flasche abgefüllt werden.

Fazit: Ein sehr schönes Ambiente, hochpreisig, und ein sehr grosser Pluspunkt:
Der aufmerksame, freundliche junge Mann im Service und die Chefin Signora Cormano, die stets charmant und aufmerksam zur Stelle ist und auf eine Reklamation von uns sofort und adäquat reagiert.





Freitag, 6. Oktober 2017

Ascona - Kastanienfest auf der Piazza

Ascona - Kastanienfest auf der Piazza

Quelle: Organizzazione turistica Lago Maggiore e Valli


Ascona, festa della castagna e sagra d’autunnale | 7.10. und 14.10.2017
Beim Kastanien- und Herbstfest am Seeufer von Ascona, am 7. und 14. Oktober 2017, spielt die Frucht eine unbestrittene Hauptrolle. Wie anno dazumal rösten so genannte Maronatt über 2000 Kilogramm Kastanien zu heissen Marroni unter der milden Tessiner Herbstsonne und an den Marktständen an der Piazza werden verschiedene, aus der Kastanie hergestellten Köstlichkeiten wie Marmelade, Honig oder Kastanienkuchen feil geboten. Neben einem typischen Mittagessen mit Polenta und Mortadella oder Gorgonzola gibt es darüber hinaus verschiedene musikalische Unterhaltungen. Weitere kleine Kastanienfeste gibt es auch in den umliegenden Dörfern, u.a. am in Brione sopra Minusio sowie in Muralto, Ronco sopra Ascona, Indemini, Arcegno, Intragna und Losone. www.ascona-locarno.com


Samstag, 30. September 2017

Tessiner Herbst 2017 - ein Volksfest für alle Sinne

Rassegna Gastronomica del Mendrisiotto | 01.10. – 05.11.2017




„Eine Tradition, die sich jedes Jahr erneuert“, lautet die Devise der Rassegna Gastronomica del Mendrisiotto e Basso Ceresio, des kulinarischen Monats, der vom 1. Oktober bis 5. November 2017 stattfindet. Bei diesem Kulinarik-Festival im Südzipfel der Schweiz machen rund 50 Restaurants und Grotti mit. Diese bieten ein äusserst vielfältiges kulinarisches Angebot mit traditionellen Gerichten aus der Region sowie klassische und neuinterpretierte saisonale Spezialitäten an. Zu einem guten Mahl gehört natürlich auch ein guter Wein. Passend dazu ist das Geschenk, das jeder Gast der Rassegna erhält: ein elegantes Weinglas. www.rassegnagastronomica.ch

Quelle: Jutta Ulrich,  Ticino Turismo


Freitag, 29. September 2017

Ristorante da Enzo, Ponte Brolla - immer und immer wieder gerne

Ristorante da Enzo, 6652 Ponte Brolla, Tel. 091 796 14 75
geschlossen: Mittwoch ganztags, Donnerstag nur mittags

Mindestens einmal pro Saison müssen wir nach Ponte Brolla ins Ristorante da Enzo, so auch an diesem schönen sonnigen Mittag letzte Woche. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen, die diese Idee hatten und so rannten Enzo und die freundlich kompetente junge Dame im Service unermüdlich auf und ab, servierten Getränke, Speisen und hatten doch immer Zeit für einen kleinen Plausch bzw. eine freundliche Beratung über die angebotenen Köstlichkeiten.


Wir sitzen mit Charlie Chaplin - umgeben von weissen Hortensien - im wunderschönen Garten. Die Küche grüsst mit 

Süsskartoffelsuppe - Frischkäsepraline - Coppa
Bei der Vorspeise ist Gerhard schnell bei der Sache bzw. beim Carpaccio:


Rehcarpaccio, Zwiebelblätterteig, Büffelmozzarellacreme, Feigen

Ich habe nach ausführlicher Prüfung und reifer Überlegung - und ich hatte wirklich die Qual der Wahl - mal wieder nicht widerstehen können:


Wie gerne würde ich all die anderen Köstlichkeiten auch einmal probieren, doch immer wieder stolpere ich über die grandiosen Spaghetti Enzo all'aragosta - und dann ist es um mich geschehen, weil ich mich noch vom letzten Besuch an diesen wundervollen Geschmack nach würziger, intensiv schmeckender Tomatensauce und herrlichem, perfekt gegartem Hummer erinnere - ach, würde der Koch sie doch endlich mal von der Karte nehmen, damit ich etwas anderes probieren kann (aber bitte nur für kurze Zeit!).

Für den Signore geht es weiter mit:


Fasanenbrust, Sauerkraut, Kartoffelpüree, Wacholder-Jus

Ich wähle die Fischempfehlung von der Tageskarte:


Auf der Haut gebratenes Zanderfilet, junger Spinat, Trüffel

Das das grandios geschmeckt hat, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, das Foto spricht für sich, oder?

Aufs Dessert verzichtet diesmal sogar der Signore - nimmt sich aber fest vor, beim nächsten Mal da auch wieder eine Auswahl treffen zu wollen. Denn dass wir da schnellstmöglich wieder hin müssen, steht fest, am besten noch bis spätestens Anfang November, so lange geht die diesjährige Saison noch.

Wer auch die Berichte über unsere vorigen Besuche in diesem empfehlenswerten Ristorante anschauen möchte, bitte hier:

klick hier

und hier


Samstag, 23. September 2017

Wiederbesucht: Osteria 80fame, Golino

Osteria 80fame, Golino

Osteria 80fame, 6656 Golino
Tel. 091 780 04 05 oder mobil 079 400 75 90
geöffnet: Dienstag bis Freitag, aber nur abends
Samstag und Sonntag mittags und abends geöffnet

Nachdem wir bei unserem ersten Besuch in dieser sympathischen kleinen Osteria schon so begeistert waren, mussten wir da unbedingt wieder hin, zumal auch die beim letzten Mal gekauften Oliven und Pasta schon aufgebraucht waren.

Zum Aperitif knusprige Brushette, mit der köstlichen Gemüsecreme, die es hier ebenfalls zu kaufen gibt:


Anschliessend für den Signore - wie könnte es anders sein: Vitello Tonnato


Für die Signora köstliche cremige Spinatsuppe mit Croutons


Es geht weiter für Gerhard mit Ossobuco, serviert auf seinen besonderen Wunsch mit Pasta anstelle von Polenta


und für mich - wenn immer ich auf der Karte Tintenfisch entdecke, muss ich ihn bestellen, hier als gefüllte Tuben serviert - wunderbar - würzig - in der Küche steht eine Künstlerin






hier schaut sie gerade aus dem geöffneten Fenster ihrer kleinen Küche heraus.

Wir waren mal wieder aufs höchste zufrieden und wurden zum Abschluss noch von Antonio reich beschenkt: 2 Flaschen Tomatensugo - von seiner Mama selbst eingemacht! Eine grosse Ehre! Ich werde damit etwas ganz besonderes zaubern

Hier (klick) geht es zum Bericht unseres ersten Besuches in dieser wunderbaren Osteria.










Donnerstag, 21. September 2017

Osteria Boato, Brissago

Osteria Boato, Viale Lungolago, 6614 Brissago
täglich mittags und abends geöffnet
bis einschliesslich 20. Oktober 2017 geöffnet, danach kommt eine laaange Winterpause



Es ist mittlerweile bekannt, dass es ein bisschen Überredungskunst und Zeit braucht, bis ich den Signore zum Besuch eines neuen Ristorante überreden kann. Sollte es sich bei der von mir auserwählten Lokalität auch noch um eine Osteria handeln, deren Schwerpunkt eindeutig auf Fisch liegt, grenzt dies fast ans Unmögliche. 

Doch bei der relativ späten Anreise gestern Abend wird Gerhard noch im Ristorante Al Portico (klick hier) mit einem von ihm heissgeliebten Cordon Bleu beglückt - das hält offensichtlich noch bis heute Morgen vor. So nutze ich geschickt meine Chance und überrede meinen noch wunderbar gesättigten Signore zum Besuch in der Osteria Boato, die ich schon seit Jahren auf meiner Wunschliste habe.



Herrlich gelegen am Lungolago von Brissago, das Wetter spielt schon mal mit, was soll da noch schiefgehen? Der Empfang ist freundlich, der Prosecco schmeckt wunderbar und dann entdeckt er auch noch am Nachbartisch ein frisch gezapftes Pils einer seiner Lieblingsproduzenten aus der Süd-Eifel (pssst: es handelt sich um - ja, wie soll es anders sein: Bi...t...burg...).

Die Spezialität dieser Osteria sind eindeutig Gerichte mit und um Fisch, ob aus dem See oder Meer, alles auf der Speisekarte liest sich interessant und mundwässernd.

Im Tessin gibt es gerade Steinpilze im Überfluss, also, dann muss Steinpilzsuppe für den Signore her:



Dann leiste ich ihm "Suppen-Gesellschaft" und esse die "kleine" Fischsuppe - kööööstlich, Vongole, Cozze und Fischfilets, knusprig gebackenes Valle Maggia Brot, mir hätten höchstens noch etwas Rouille und/oder Käse gefehlt, aber ich bin ja hier im Tessin und nicht in Südfrankreich ...




Anschliessend wird uns die Wahl nicht leicht gemacht: Wie sollen wir auch entscheiden zwischen Wolfsbarsch, Seezunge und... und... in der Salzkruste oder auch auf mediterrane Art, oder doch lieber Saibling? Welchen Zander oder doch besser das Fritto misto del Lago Maggiore?

Um dem Signore die Wahl noch zusätzlich zu erschweren, haben gerade die Wildwochen begonnen, vielleicht sollte er die Pasta mit dem Wildschweinragout nehmen? 

Gerhard überlegt, ob er vielleicht doch lieber die Entenbrust, die als Tagesempfehlung angeboten wird, wählen soll:




Zwischenzeitlich bekommen wir lieben Besuch am Tisch:



Entenbrust gestrichen - da erhebe ich Einspruch - wir wollen den Koch nicht in Versuchung führen. Also gut, dann doch für den Signore die gebratene Seezunge - eine gute Wahl, wie sich herausstellt:



serviert mit Rosmarin-Kartoffeln und Gemüse und für mich
Calamari Fritti - da kann ich nicht widerstehen - und die haben wirklich grandios geschmeckt - knusprig und gleichzeitig zart - kein Vergleich zu den sonst angebotenen "Gummiringen" als Tiefkühlware. Schaut auch diese kleinen knusprigen Dinger an:



Ich brauche dann weder Reis noch Sauce Tartare - lediglich Zitronensaft und vielleicht ein bisschen Rosé?

Jaaa, Gran Rosé von Guido Brivio hat wunderbar gepasst.

Für Gerhard dann noch ein Traubensorbet mit Grappa:



und für mich - wie könnte es anders sein:



Mein Fazit: ich muss da ganz schnell wieder hin und Gerhard kommt freiwillig mit dem grössten Vergnügen mit.