Freitag, 29. März 2019

Ristorante Senza Punti, Contra

Ristorante Senza Punti, Via Contra 440, 6646 Contra
Tel. 091 600 15 15
geöffnet: von Donnerstag (nur abends) bis Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils mittags und abends



Schon der Eingang ist einladend und kaum sind wir die paar Stufen zum Restaurant herab gestiegen, begrüsst uns Gabriela Baumann aufs herzlichste. Sie führt das Restaurant gemeinsam mit ihrem Mann Markus, sie im Service und er in der Küche. Und dort wird er unterstützt von Aldo Sigel. Ihn kennen wir als Inhaber das Grotto Lauro in Arcegno, das er vor 2 Jahren an seine Nachfolger übergeben hat. Welch glückliche Fügung, dass wir hier wieder seine Kochkünste mit den Schmorgerichten und den frischen Tessiner Kräutern geniessen dürfen.

Zum Auftakt ein Affetato Misto - gemischte Tessiner Wurstwaren




mit herrlich knusprigem Valle Maggia-Brot und einem gemischten Salat




und für den Signore etwas, was ihn in dieser Saison vor und nach Ostern immer begeistert: Capretto! Tessiner Zicklein! 



serviert mit Maltagliati (hausgemachte Nudeln) und Gemüsen



und für mich Saltimbocca: hauchfeine Kalbsschnitzelchen, Parmaschinken und Salbeiblätter




Beeindruckt haben uns der aufmerksame Service und die Freundlichkeit von Gabriela Baumann und die Grosszügigkeit, mit der Weine auch auf Anfrage des interessierten Gastes glasweise ausgeschenkt werden. 

Wir freuen uns bereits heute auf ein Wiedersehen mit den Baumanns und Aldo Sigel.

Donnerstag, 28. März 2019

100 Jahre Hermann Hesse im Tessin

100 Jahre Hermann Hesse im Tessin


Vor hundert Jahren, im Mai 1919, bezog Hermann Hesse eine Wohnung in der Casa Camuzzi in Montagnola bei Lugano. Er wusste damals noch nicht, dass dieser Ort ihm zur Heimat werden würde und er ihn bis zu seinem Tod 1962 nicht mehr verlassen sollte. Heute ist das Haus ein lebendiges Begegnungszentrum und Museum mit Wechselausstellungen, Vorträgen, Konzerten und Lesungen für alle, die in die Welt von Hermann Hesse eintauchen möchten. Das diesjährige Programm des Hermann Hesse Museums in Montagnola würdigt diesen Jahrestag und damit die tiefe Verbundenheit Hermann Hesses mit seiner Wahlheimat, der italienischen Schweiz. So präsentiert die traditionelle Lesung am Ostersonntag Betrachtungen und Gedichte des Literaten, die er vor 100 Jahren in Montagnola schrieb, und zum Todestag Hermann Hesses wird im August aus der Erzählung „Klingsors letzter Sommer“ gelesen, welche ebenfalls im Sommer 1919 entstand. Eine Sonderausstellung, die ab Juni zu sehen ist, widmet sich der langjährigen Verbindung zwischen Hermann Hesse und Theodor Heuss. Vor 100 Jahren erschien ausserdem Hermann Hesses „Demian“ unter Pseudonym zum ersten Mal. Zu diesem Anlass gibt es im Oktober eine Lesung in deutscher und italienischer Sprache, begleitet von klassischer Musik.
Quelle: Jutta Ulrich, Ticino Turismo

Wir würdigen Hermann Hesse auf diese Weise (klick):

https://tisalutoticino.blogspot.com/2010/01/grotto-morchino-pazzallo.html




Mittwoch, 6. März 2019

Pasta al Limone - ein Klassiker

Pasta al Limone - Pasta mit cremiger Zitronen-Parmesan-Sauce




Inspiration: SZ Magazin

Dieses Gericht lebt mal wieder - wie so viele - von der Qualität der verwendeten Zutaten. Nehmt die beste Hartweizen-Pasta-Sorte die ihr auftreiben könnt, nehmt die beste Biozitrone und natürlich den besten Parmesankäse, für mich ist das der von der "roten Kuh" "delle vacche rosse" - probiert den Unterschied bzw. lasst doch gleich diese industriell gefertigte Ware links liegen und gönnt euch das jeweils beste Grundprodukt.

ich nehme (für 2 - 3 Personen):


  • 200 g Pasta (ich: Linguine)
  • 1/2 Bio-Zitrone
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 1 Ei
  • 40 g frisch geriebener Parmesan
  • 1/2 Bund frisch gehackte Petersilie
  • 1 EL eiskalte Butter


und los gehts:

Die Pasta in reichlich Salzwasser knapp al dente kochen.

Währenddessen die Schale einer halben, sehr saftigen Bio-Zitrone fein abreiben. Den Saft auspressen.

450 ml Hühnerbrühe um die Hälfte einreduzieren, anschliessend den Zitronensaft zugeben.

Den geriebenen Parmesan mit dem Zitronenabrieb, den restlichen 50 ml Hühnerbrühe und einem Ei verquirlen.

Die Blättchen von einem halben Bund glatter Petersilie abzupfen und fein hacken. Mit 1 EL Butter und der Zitronenschale unter die eingekochte Brühe rühren.

Pasta abgiessen, kurz abtropfen lassen und dann sofort in einer vorgewärmten Pastaschüssel mit der Brühe und Parmesan-Ei-Mischung vermengen, so lange, bis alles von einer cremigen Emulsion überzogen ist.
Sofort auf vorgewärmten Teller servieren, mit schwarzem Pfeffer bestreuen.

Ich habe dazu ein paar geviertelte und in Olivenöl gebratene Artischockenherzen serviert. Kööööööstlich!!!




Dienstag, 5. März 2019

Trattoria Er Pipa, Monte Carasso

Trattoria Er Pipa, Er Stradun 23, 6513 Monte Carasso, Sonntag und Montag geschlossen, Tel. 091 826 45 03




Irgendwie haben wir diese Trattoria in der letzten Zeit aus den Augen verloren, doch auch nach dieser längeren Abstinenz werden wir heute wieder aufs herzlichste begrüsst.

An Karneval-Dienstag werden hier, wie in vielen Ristoranti, traditionell Risotto und Luganighetta (eine aufgerollte sehr würzige Schweinsbratwurst) serviert. Gerhard ist kein Fan davon, umso schöner war es, dass wir auch à la carte essen durften: hier die handgeschriebene, angenehm klein gehaltene Speisekarte:



Nach der Essen-Bestellung ging es zur Wein-Bestellung in den Keller ein paar Stufen tiefer: hier kann man sich unter den Rotenweinen seinen Favoriten aussuchen, darunter viele Tessiner Gewächse, was mir immer sehr gut gefällt. Auch ich trinke, sobald ich im Tessin bin, überwiegend die heimischen Weine. Diese Region hat ausgezeichnete Winzer, die leider noch viel zu wenig bekannt sind.



Wieder nach oben gestiegen geht es weiter mit dem Essen:

Für den Signore als Antipasto Lardo und Chili-Peccorino:



für mich ein wunderbarer Salat aus hauchdünnen Spänen von rohen Artischocken und Parmigiano



anschliessend geht es für beide mit Pasta weiter - für Gerhard Chitarra (natürlich hausgemacht) mit Ricotta und Pancetta




und für mich:



Bucatini all'Amatriciana mit einer köstlich würzigen Tomatensauce und Pancetta

anschliessend gönnt sich der Signore noch ein Sorbet aus Americana-Trauben und Grappa



und ich mir ein Stückchen Käse (Memo: beim nächsten mal vorher fragen, welchen Käse es aktuell hat- heute war die Auswahl sehr gering, es gab einen ziemlich lieblos servierten Parmesan und den hatte ich bereits bei der Vorspeise  ...)

Es war - bis auf diesen kleinen "Käse-Fauxpas" - ein angenehmer Mittag in dieser Trattoria. Bis zu unserem nächsten Besuch dort werden wir sicherlich nicht mehr so viel Zeit vergehen lassen.








Sonntag, 3. März 2019

Tessiner Kalbskotelette mit Spinat und Bratkartoffeln

Kalbskotelette mit Tessiner Kräutern und Valle Maggia Pfeffer, Spinat und Bratkartoffeln


Nach drei Tagen hintereinander auswärts essen - und sei es auch noch so gut - haben wir wieder Lust zu Hause zu kochen. 

Bei unserem Tessiner Lieblingsmetzger kaufen wir ein schönes grosses Kalbskotelette, das auch für zwei Personen ausreichend ist und eventuell in Scheiben aufgeschnitten serviert werden kann.

ich nehme (für 2 Personen):

1 doppeltes Kalbskotelette
2 EL Olivenöl
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 Zweige Rosmarin
1 kleines Bund Thymian
2 Zweige Salbei
Salz, Pfeffer - oder:
Valle Maggia Pfeffer (falls nicht vorhanden, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer nehmen)
2 Knoblauchzehen, geschält und halbiert
Olivenöl zum Braten
2 cl Grappa


und los gehts…

Das Kalbskotelette am Vorabend marinieren mit den gehackten Rosmarinnadeln, dem abgezupften Thymian und dem in Streifen geschnittenen Salbei. Die Knoblauchhälften auf jede Seite geben, mit Olivenöl und Zitronenabrieb einreiben und über Nacht im Kühlschrank marinieren.

Am nächsten Tag 1 - 2 Std. vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.

Kurz vor dem Braten salzen - den Pfeffer später dazu geben damit er nicht verbrennt. Die Kräuter ein wenig abstreifen, sie werden während des Bratvorganges dazu gegeben.

Das Kotelette im Öl bei mittlerer Hitze auf einer Seite anbraten, anschliessend wenden. Jetzt die Tessiner Kräuter mit in die Pfanne geben. Die bereits angebratene Fleischseite mit dem Valle Maggia Pfeffer bestreuen, dann in eine feuerfeste kleine Form geben, die andere Seite pfeffern und im Backofen bei 100 Grad Ober-/Unterhitze ruhen lassen.

Achtung: jetzt kommt das i-Tüpfelchen: In die Bratpfanne 2 cl Grappa giessen und die Röststoffe lösen, dann über das Kalbskotelette giessen.

Dazu haben wir Blattspinat mit Knoblauch und knusprige Bratkartoffeln gegessen.




Samstag, 2. März 2019

Osteria Enoteca Cuntitt, Castel San Pietro

Osteria Enoteca Cuntitt, Via alla Chiesa 8, 6874 Castel San Pietro
Tel. 091 630 07 07

Auf Empfehlung von einem meiner Leser haben wir uns aufgemacht nach Castel San Pietro in diese erst kürzlich eröffnete Osteria (vielen Dank für diesen wunderbaren Tipp, lieber Fredo!).




Am Eingang begrüsst uns diese Tafel mit dem Angebot des Tages


Wir haben nicht reserviert, sind allerdings sehr früh da und bekommen einen Tisch in diesem hübschen kleinen Zimmer mit dem Kamin:




Aus dem Angebot beschliessen wir, eine kleine Auswahl zu probieren und zu teilen:

gemischte Wurstwaren mit sauer eingelegtem Gemüse



Käse aus dem Muggiotal - zu dieser Jahreszeit ausschliesslich Kuhmilchkäse - mit Zwiebelconfit:


Im Ofen geschmorte Zwiebel, gefüllt mit Salsiccia und Käse:



geschmorter Radicchio di Treviso mit gegrilltem Tomino:




Gerne hätten wir noch ein Traubensorbet gegessen, doch leider hat es auch heute hier nur noch für einen Espresso und einen Grappa gereicht. Aber ich muss da sowieso wieder hin und dann probiere ich ein bisschen mehr.




Freitag, 1. März 2019

Grotto Ca'nostra, Brione

Grotto Ca' nostra, 6645 Brione sopra Minusio, Via Orselina 77, 
Tel. 091 743 58 52

täglich mittags und abends geöffnet

Das Grotto mit der herrlichen Lage und dem Blick auf den See gehört seit vielen Jahren zu den alteingesessenen Grotti. Vergangenen Dezember wurde es von der Tochter der bisherigen Inhaber wieder eröffnet. Claudia und ihren Mann Gianluca kennen wir bereits seit längerem, sie haben fünf Jahre lang das Grotto La Baita am Gambarogno geführt.



Als Vorspeise Cicoria Salat mit Kirschtomaten und Zwiebeln, für den Signore mit Salametti, für mich mit Büscion di Capra, einem Tessiner Ziegenfrischkäse.



Als Hauptgericht für Gerhard Kalbsleber venezianische Art mit Tagliatelle



und für mich Tagliatelle mit einer sehr aromatischen Krustentiersauce und Hummer




Auch bei diesem Wein handelt es sich um eine frühere Bekanntschaft, La Dama Bianca aus Stabio, den ich zum ersten Mal hier in einem Grotto entdeckt habe. Wunderbar - er wird auch glasweise ausgeschenkt.



Es war ein wunderbarer Mittag mit köstlichem Essen und wir freuen uns bereits heute auf einen nächsten Besuch.