Samstag, 30. Mai 2015

Ristorante La Brezza im Hotel Eden Roc, Ascona


Vorsicht! Laaanger Bericht! Aber solche Genussplätze kann ich nicht in ein paar Worten abhandeln. Holt euch zuerst ein Glas Wein. Habt ihr? Dann lehnt euch jetzt gemütlich zurück und lest mit mir in Ruhe meine Schwärmereien über die kulinarischen Genüsse, die ich hier erleben durfte.




Dies war im Tessin einer der ersten traumhaften Abende, an denen man auf der Terrasse essen und vor allem bei wundervoll klarem Sternenhimmel bis spät abends draussen sitzen konnte.

Solche zauberhaften Momente lassen sich im Hotel Eden Roc erleben. Alle drei, bzw. wenn man das Marina mitzählt, alle vier Restaurants, haben einen herrlichen Blick auf den Lago Maggiore, alle stehen ganz weit oben auf meiner privaten Liste der Lieblings-Genussplätze. Über das La Casetta, das kleine Haus am See, habe ich schon erzählt (u.a. klick hier), auch vom Marina habe ich schon begeistert berichtet (klick hier und dann nochmal hier)

Seit 2014 ist Salvatore Frequente Küchenchef im La Brezza. Der gebürtige Sizilianer schwingt ebenfalls im Marina und im schönen Haus am See La Casetta das Küchenzepter. Er wurde im Gault-Millau zum Aufsteiger des Jahres 2015 gekürt und mit 17 Punkten ausgezeichnet.

Auch ein Küchenchef muss nicht immer anwesend sein. Freie Tage, Urlaub, auswärtiges Kochen und/oder die Entgegennahme von Auszeichnungen hindern ihn manchmal daran, in der eigenen Küche zu stehen. Dafür, dass dies bei seinen Gästen unbemerkt bleibt, braucht er einen guten Sous-Chef. Der Signore, der seinem Chef den Rücken frei hält, heisst im La Brezza Marcel Laversa. Warum ich das weiss und warum ich das trotzdem bemerkt habe? Ich durfte sehr zu meiner Freude einen Besuch in der Küche machen.
Von Marcel Laversa werden wir sicherlich noch Einiges hören - ich freue mich darauf.

Doch nun wollt ihr sicherlich wissen, was ich an diesem zauberhaften Abend geniessen durfte:

Unser Menu startet mit diesem Amuse: Jakobsmuschel/Zitrone



Und nun? Was ist jetzt los? Ein Himbeertörtchen? Sind wir schon beim Dessert? 
Oh, nein, diese grandiose Création besteht aus Foie Gras und Himbeercoulis, mit einem Schokoladenmantel überzogen und einer kleinen Nocke aus cremigem Foie Gras(?)-Eis.




Es geht weiter mit Paccheri in einer herrlich aromatischen Meeresfrüchtesauce



Das nächste Highlight: Polenta Espuma, confiertes Bio-Eigelb, Petersiliencreme, Kalbsbries - ein faszinierendes Geschmackserlebnis und auch hier begeisterte mich wieder die geschmackliche Intensitität und das Spiel mit den unterschiedlichen Texturen. 





Als nächster Gang der Fisch - Auch bei diesem Gericht schmeckt man, dass hier ein Saucier am Werk ist, der sein Handwerk versteht:
Schwarzer Kabeljau/Zucchetti/Kutteln/Schalotten. Ja? Wo ist er denn, der Fisch? Komplett und mit Genuss aufgegessen, das ist sicher. Aber wo ist das Foto? Das fiel sicherlich der Gier der Fotografin zum Opfer... 
Weniger gierig mache ich mich dann später allerdings über das Dessert her - ich bin nunmal keine Süssschnute, das ist ja meinen Lesern mittlerweile bekannt.

Der unwiderstehlichen Charme-Offensive des Maître bin aber selbst ich nicht gewachsen. Wir lassen uns von ihm zu wenigstens einem Dessert (mit zwei Löffeln) überreden. Von seinem Erfolg ermutigt, gelingt es ihm sogar, uns auch noch das Pre-Dessert in Form eines Mini-Cheesecakes "ganz dezent" ebenfalls schmackhaft zu machen. 



Wir kämpfen uns heroisch durch das Ricotta-Soufflée mit Joghurteis und Pfirsichsauce und legen anschliessend erleichtert und stolz die Löffel ab - um dann zu sehen, dass es erbarmungslos weitergehen soll - der Wagen mit den Trüffeln, Macarons und ich-weiss-nicht-was-alles, die dekorativ in grossen Bonbonière-Gläsern präsentiert werden, rückt unaufhaltsam und bedrohlich näher an unseren Tisch heran. 



Glücklicherweise naht Rettung in Form des Hoteldirektors Herrn Schälli. Nicht ganz uneigennützig und dabei völlig ohne Hintergedanken laden wir ihn ein, uns noch ein wenig Gesellschaft zu leisten und lenken somit ganz geschickt die Aufmerksamkeit des Service von uns ab. Herr Schälli muss, ob er will oder nicht, zur Ehrenrettung unseres Tisches beitragen und ein paar der sicherlich köstlichen süssen Teile aus den Bonbonnièren verspeisen. Diese schwere Aufgabe erledigt er eines Hoteldirektors würdig mit seiner unnachahmlichen Nonchalance.

Fazit: Ihr merkt es sicherlich an meinem Schwärmen - dies ist einer der Genussplätze - einer meiner Lieblings-Genussplätze - ein Wohlfühlort, an dem sowohl Essen als auch Ambiente und ein wunderbar unprätentiöser Service dazu beitragen, dass ich da möglichst schnell wieder hin muss.







Freitag, 29. Mai 2015

Cantine Aperte - Tag bzw. Wochenende der offenen Weinkeller im Tessin

An diesem Wochenende dreht sich im Tessin wieder alles um Wein: zum 17. Mal öffnen die Winzer im Tessin ihre Weinkeller-Türen. Kurzentschlossene haben noch Zeit bis morgen oder übermorgen: Samstag, 30. Mai und Sonntag, 31. Mai findet die von Ticinowine organisierte Veranstaltung statt, an der sich mittlerweile über 60 Winzer beteiligen. Auf der Seite von Ticinowine kann man sich auch die Liste der beteiligten Weingüter anschauen bzw. runterladen (klick hier)


Foto Eden Roc


Das ist eine wundervolle Gelegenheit für Weinliebhaber die Keller und Weinberge in der Sonnenstube der Schweiz zu besichtigen, mit den Produzenten zu sprechen und auch vor allem direkt vor Ort die herrlichen Tessiner Weine zu verkosten. Die meisten mitwirkenden Betriebe beschränken ihr Angebot nicht nur auf Degustationen, sondern tischen typische Tessiner Gerichte auf, oft auch mit musikalischer Begleitung.

Die Tessiner Weine aus der Merlot-Traube sind schon längst kein Geheimtipp mehr. Mittlerweile gibt es hier viele edle Tropfen, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Viele Weinkeller sind darüber hinaus architektonische Schmuckstücke, die sich inmitten idyllischer Rebberge befinden.

Also, auf auf! Worauf wartet ihr noch? Das Hotel Eden Roc in Ascona bietet übrigens ein passendes Arrangement an mit einem Besuch bei ausgewählten Weingütern, Degustationen vor Ort und Abendessen in einem der vier wunderbaren Restaurants des Hotels. Mein Favorit ist das Ristorante La Brezza, doch dazu morgen mehr.


Donnerstag, 28. Mai 2015

Gemüsekaufrausch

Meistens passiert es mir im Frühling (häufig auch im Sommer, wenn mich die sonnenverwöhnten Farben anlachen, oft auch im Herbst, wenn die bunten Gemüse allzu verführerisch präsentiert werden oder aber im Winter, wenn die Lust auf frische Kohlsorten geweckt ist), dass mich ein unwiderstehlicher Gemüsekaufrausch überfällt. Ihr merkt schon, eigentlich überfällt er (der Gemüsekaufrausch) mich immer, wenn ich eine solch schöne Vielfalt sehe:


Foto: Fattoria Pedroia
Lande ich in einem solchen Zustand auch noch bei einem meiner bevorzugten Biobauern im Tessin, der Fattoria Pedroia, ist es meist um mich geschehen und ich fahre mit einem übervollen Einkaufskorb nach Hause, grundsätzlich vergessend, dass ich die nächsten Tage das Tessin alleine geniessen muss darf werde, da Gerhard für ein paar Tage zurück nach Deutschland fahren musste. 

Doch hier im Bio-Hofladen von Donato Pedroia in Gordola, in der Via Saleggi 2 entdecke ich ausgefallene Salate, Kräuter, Gemüse etc. Ich freue mich schon auf die Tomatensaison, denn diese Vielfalt, die es dann hier gibt, ist für jeden Tomatenfan auch einen grossen Umweg wert. Die Tessiner Wildkräuter-Königin Meret Bissegger kauft hier übrigens auch ein (klick hier für ihre Einkaufsempfehlungen)

Doch was beginne ich nun mit einem Kühlschrank voller Gemüse? Die Gemüseverwertung erster Wahl ist dann meist eine Minestrone, denn in diese gehören einfach alle saisonalen Gemüse, gerade das, was man auf dem Markt findet (oder in den Kühlschrank geladen hat). Sie lässt sich wunderbar einfrieren. Mittlerweile habe ich für alle vier Jahreszeiten die passende Minestrone im Tiefkühler. Wie schön ist es doch, an einem trüben, grauen Wintertag sich eine frühlingshafte oder sommerlich bunte Minestrone auf den Teller zu holen.

So, nun kommen wir endlich zu meiner Frühlings-Minestrone. Ich habe bewusst auf die sonst übliche Beigabe von Kartoffeln und/oder Reis bzw. Teigwaren verzichtet, weil ich den leichten Charakter dieser Minestrone lediglich mit viel Kräutern hervorheben wollte.



ich nehme (für 4 - 6 Pers.):
  • 1 Zwiebel, geschält, gewürfelt
  • wer mag: ca. 50 g gewürfelte Pancetta
  • wer hat: Rinde eines Parmesan
  • 1 - 2 EL Olivenöl
  • und nun Gemüse je nach Verfügbarkeit, bei mir waren das
  • 2 Karotten, geschält, gewürfelt
  • ca. 1 - 2 Tassen Staudensellerie, in Scheiben geschnitten
  • ca. 1 Tasse frisch gepalte grüne Erbsen
  • 1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
  • ein paar Stangen grüner Spargel, die unteren Enden abgebrochen, in Stücke geschnitten
  • 1/2 Kohlrabi, in Würfel geschnitten
  • 2 Mangoldblätter oder Spinat
  • Salz, Pfeffer
  • ein paar Salbeiblätter
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 Zweig Rosmarin
  • kurz vor dem Servieren: frisch geriebener Parmesan und viel frisch gehackte Kräuter über die Suppe streuen bzw. darin verrühren
und los gehts:

Einen grossen Topf nehmen. Zwiebel im Olivenöl andünsten bzw. bei Verwendung von Pancetta mit diesem bei mittlerer Hitze kurz anbraten. Die Gemüse in der Reihenfolge ihrer Garzeit in den Topf dazu geben, ab diesem Zeitpunkt gehören auch Salbei, Thymian und Rosmarin mit in den Topf, salzen, pfeffern, kurz andünsten und mit Wasser auffüllen, bis alle Gemüse bedeckt sind. Wer hat fügt noch ein Stück Rinde vom Parmesan dazu, das ergibt einen wunderbar würzigen Geschmack.

Mit aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis alle Zutaten gegart sind, ich mag es gerne mit ein wenig Biss, viele Tessiner Rezepte für Minestrone geben allerdings eine Garzeit von über 1 Stunden an, bei dieser Zubereitungsart ist mir das Gemüse zu sehr zerkocht.

Kurz vor dem Servieren frisch gehackte Kräuter unterrühren (ich hatte Petersilie, piantaggine coltivata (Spitzwegerich) und shungiko oder auch crisantemo di Garland (eine spezielle Chrysanthemen-Art)

Ecco! Buon appetito!





Sonntag, 24. Mai 2015

Gegrilltes Stubenküken mit Rosmarin und Zitrone

Nun ja, zugegeben, das ist nun nicht sehr innovativ, mittlerweile weiss wirklich jeder Leser, dass wir grosse Fans von Brathühnchen (und Cordon Bleu) sind, weil er es auf dem Blog schon mindestens hundertmal gelesen hat. Pro Tessin-Aufenthalt wandert auch mindestens eines dieser Güggeli in unseren Backofen bzw. auf den Grill oder wir lassen sie uns auswärts schmecken. Die besten Tessiner Auswärts-Essen-Güggeli gibt es übrigens hier (klick)

Oder bei uns vom Elektro-Grill, die ich zwar schon mal hier (klick) vorgestellt hatte, aber ihr müsst euch das schon wieder anschauen, denn heute gab es diese Güggeli extra für Sandra, denn sie wünscht sich für das Blog-Event bei zorra Gegrilltes, denn "It's BBQ-'Time". Tja, was soll ich machen, Sandra ist schuld ;-)






Wir haben unsere Güggeli wieder bei Terreni alla Maggia gekauft, sie mit frischem Rosmarin (DAS Tessiner Kraut!) und Zitronenscheiben gefüllt, gesalzen, gepfeffert und leicht eingeölt auf dem Grillspiess unseres kleinen Elektrogrill-Backofen gegrillt.



Dazu gab es Rosmarin-Kartoffeln und grüne Blattsalate.



Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)

Samstag, 23. Mai 2015

BLU Restaurant & Lounge, Locarno

BLU Restaurant & Lounge, Via Goacchino Respini 11, Locarno,
Tel. 091 759 00 90, täglich geöffnet von 9:00 bis 1:00 Uhr



Es ist nicht so, dass wir in der letzten Zeit kein Ristorante oder Grotto hier im Tessin besucht haben, doch darüber hüllen wir besser den Mantel des Schweigens (darunter alleine drei Neueröffnungen, die wirklich enttäuschend waren). Auch das vor knapp 4 Wochen eröffnete Ristorante BLU im Lido di Locarno veranlasst mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen. Mir haben das Ambiente und die Lage direkt am Lago Maggiore gut gefallen und im Gegensatz zum Signore war ich mit meinem Essen zufrieden. Grosses Lob auch für die gut aufgelegten, aufmerksamen Herren im Service.

Crema d'asparagi con speck croccante - Spargelcremesuppe mit knusprigem Speck:



Insalata di carciofi e champignon - Salat aus rohen Artischocken und Champignons


BLU-Hamburger für den Signore


für mich tadelloses Fritto Misto di Mare (mit der wohl unvermeidlichen Balsamico-Malerei):



Aus der umfangreichen Weinkarte, darunter eine grosse Auswahl an Tessiner Weinen, einige auch offen bzw. in kleinen Flaschen angeboten, wählten wir den Gran Rosé von Guido Brivio, der uns schon einige Mal ein geschätzter Begleiter war.


Samstag, 2. Mai 2015

Abschied vom Tessin (aaaaber nur für kurz) und das Ristorante Al Portico, Gerra-Gambarogno

Ristorante al Portico, Gerra - Gambarogno, Tel. 091 794 22 12
Montag und Dienstag geschlossen


Wie der Name schon sagt, unser Kurzurlaub im Tessin war mal wieder vieeel zu kurz! Um uns den Abschied besonders schwer zu machen, legt sich die Sonne auch nochmal richtig ins Zeug und verwöhnt uns mit 24 Grad und Sonne.



Wir verbringen diesen sonnigen Vormittag in Ascona mit schwimmen, in der Sonne sitzen, Prosecco trinken... Nichtstun und Leute gucken; essen dann im Ristorante al Portico in Gerra, sitzen dort noch lange im sonnigen Garten und unterhalten uns mit dem Inhaber Pasquale Progano über Gott und die Welt - ach, wie herrlich kann doch Nichtstun sein .

Doch bevor Pasquale Zeit hat, mit uns im Garten zu plaudern, grüsst er uns zunächst einmal aus seiner Küche hiermit:



Seine wunderbare selbstgemachte Terrina di polpo - herrlich zart, ein Stückchen Avocado und ein kleines Scampi-Cocktail

Ich mag hier auch immer gerne den gemischten Salat, er ist gut angemacht und besteht aus jeweils wechselnden frischen Zutaten.




Für den Signore darf es ein Süppchen sein: 



und für uns beide dann... ja, was wohl? Ich sage jetzt nichts mehr....



Unbedingt bei der Bestellung daran denken, es als Kalbfleisch zu bestellen, so gehört sich das ja schliesslich auch.

Die Sonne wirft zusätzliche Deco-Elemente als Schattenspiel auf den Teller, der Rosé ist gut gekühlt und die Gespräche sind anregend, am liebsten würden wir noch ewig hier sitzen bleiben. Aber wir kommen ja wieder, gaaanz bald!


Freitag, 1. Mai 2015

Grotto Raffael, Losone

Grotto Raffael, Vicolo Canaa 21, 6616 Losone, Telefon: 091 791 15 29
Ruhetag: Montag

Bereits seit einem Jahr bewirtschaftet nun Guiseppe das Grotto Raffael in Losone. Wir waren bei unserem ersten Besuch hier schon sehr zufrieden und dieser Eindruck setzte sich auch heute fort.

Beim heutigen Wetter war keine Chance zum draussen sitzen und essen, wir stiegen die Treppen hoch zum Restaurant, in dem der schöne grosse Kamin angezündet war und eine gemütliche Atmospäre schuf.

Wir teilten uns Affetato Misto und einen Cicorietta-Salat


und anschliessend einen Klassiker in der italienischen Küche: Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini, hier mal wieder wunderbar und perfekt serviert:


Danach war noch Platz für die hausgemachte Torta di Mele:


Danach musste dann Grappa sein - klar, was sonst.

Getrunken haben wir wieder den Merlot Bianco der Cantina San Giorgio aus Losone, der uns bereits beim letzten Mal ausgezeichnet geschmeckt hatte.

Wir werden sicherlich bald wieder kommen an diesen Wohlfühl-Ort, vielleicht auch einmal an einem Donnerstagabend, denn ab 14. Mai wird es künftig jeden Donnerstag-Abend Tessiner Musik geben.

Donnerstag, 30. April 2015

Ankommen im Tessin und das Grotto Val d'Ambra in Personico

Grotto Val d'Ambra, Personico, montags geschlossen, Tel. 091 864 18 29




Das war heute ein Bilderbuch-Ankommen und die Schweiz präsentierte sich bereits bei der Anreise von ihrer schönsten Seite - Postkarten-Idylle: schneebedeckte Bergzipfel, grüne, saftige Weiden mit Kühen, Sonne, duftige Wölkchen, herrlich, der Frühling ist angekommen und somit auch wieder die Öffnungszeit vieler Grotti, die über den Winter geschlossen hatten.




Eines unserer Favoriten für die Ankunft ist das Grotto Val d'Ambra. Darüber habe ich auch schon einige Mal berichtet, vor allem über die wunderbare Qualität der hier verwendeten Produkte, dann da wohnen noch die glücklichen Schweine. (klick hier):

Bisher gestaltete sich die Anfahrt immer etwas schwierig, meistens ging es nur mit ein bis zwei Anrufen (mindestens) bei der sympathischen Inhaberin Nadine, doch irgendwann hatten wir es raus und überlisteten das uns in die Irre führende Navi - doch jetzt wurden wir überlistet, denn quer über der bisher von uns benutzten kleinen Brücke lag ein groooosser Stein (der wird dort auch noch laut Nadine liegen bleiben, bis die Brücke saniert ist). Ok, dann gibt es jetzt eine neue Wegbeschreibung, die diese hier (klick) bis auf weiteres ersetzen soll:

1. Die Autobahnausfahrt Faido nehmen (das ist die Ausfahrt VOR Biasca), anschliessend sofort das Navi ausschalten!

2. Links abbiegen Richtung Bodio, Polleggio, Alptransit fahren

3. In Bodio Richtung Personico fahren

4. In Personico durchs Dorf fahren, NICHT an der Kirche abbiegen, sondern oberhalb der Kirche vorbeifahren bis ans Ortsende, dort sieht man dann irgendwann das rot verputzte Grotto... 

Doch jetzt sind wir erstmal angekommen (nach nur einem einzigen Anruf bei Nadine ;-) ). Trippa in Umido - Kutteln gibt es heute... huch... nein, bitte nicht für uns. Daneben hätte es noch Roastbeef. Wir essen lieber nur einen Tessiner Teller, weil es diesen hier in wunderbarer Qualität gibt, nämlich von den eigenen Tieren:



Auch das Vitello Tonnato ist genau so wie es der Signore liebt:



Und dann noch ein Stückchen Formagella bzw. für mich ein 'Carree di Mucca', den Nadine in ihren Kellern etwas nachreifen lässt. Er wird mit Essig und aromatischem Olivenöl gegessen und ist eine Wucht!




Schon alleine die Umgebung rund um dieses Grotto lässt unser Tessiner-Herz höher schlagen. Dies ist eine wunderbare Empfehlung für die Anreise bzw. für alle, die auf dem Weg nach Italien abseits der Raststätten eine kleine Pause einlegen möchten.





Samstag, 18. April 2015

Cordon Bleu - ein Klassiker



Cordon Bleu zählt eindeutig zu unseren Lieblingsgerichten und hier im Tessin haben wir einige Restaurants, in denen wir diesen mit Schinken und Käse gefüllten Klassiker der Schweizer Küche auch immer und immer wieder bestellen. Manchmal schreiten wir aber auch selbst zur Tat und dieses besonders gut gelungene Exemplar eines Cordon Bleu muss mal hier inklusive Rezept festgehalten werden. Zu den Anfangszeiten dieses Blogs gab es bereits ein Rezept dieses von uns so geliebten Gerichtes - klick hier

Ich brate Cordon Bleu übrigens immer mit ein paar Zwiebelspalten in der Pfanne an. Dies gibt dem Fleisch einen besonders guten Geschmack. Für die Zwiebel habe ich anschliessend eine schöne Verwendungsmöglichkeit: Für die Panierung nehme ich gleich zwei Eier, der Rest kommt, nachdem ich das Cordon Bleu fertig gebraten habe, über die Zwiebel in der Bratpfanne und wird so zu einem Zwiebelrührei, das wunderbar dazu passst.



ich nehme (für zwei Personen):

  • 2 Kalbsschnitzel, vom Metzger gleich für Cordon Bleu passend im Schmetterlingsschnitt zuschneiden lassen
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, frisch gerieben
  • 2 Scheiben Kochschinken, dünn geschnitten
  • ca. 60 g Käse (es darf auch etwas mehr sein, wenn die Schnitzel gross sind), am liebsten mag ich eine Mischung aus Alpkäse, Gruyère und Fontina
  • 2 Eier
  • Mehl und Semmelbrösel für die Panierung
  • Butterschmalz
  • 1 Zwiebel, geschält und in Spalten geschnitten
  • Zitrone


und los gehts:

Die Schnitzel trocken tupfen, von beiden Seiten würzen. Den Käse in jeweils eine Schinkenscheibe einpacken (so läuft er während des Bratens nicht raus), in die Schnitzel packen und panieren (erst in Mehl, dann im verquirlten, gesalzenen Ei und anschliessend im Paniermehl wenden).

In einer Pfanne das Butterschmalz erhitzen, die Cordon Bleu hineingeben, dazwischen die Zwiebelspalten irgendwie unterbringen und bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. von jeder Seite schön knusprig und goldbraun braten.

Wenn die Cordon Bleu fertig gebraten sind, auf Küchenpapier etwas abtropfen lassen. Das evtl. übrig gebliebene Bratfett aus der Pfanne entfernen und den Rest vom verquirlten Ei über die Zwiebelspalten giessen und fertig braten.

Mit Zitrone zum Beträufeln servieren.


Mittwoch, 15. April 2015

blitzschnelle Bärlauch-Frittata

Gestern bei der Anreise ins Tessin machten wir mal wieder kurz hinter dem Gotthard in einem Grotto Halt. Wir hatten von letztem Mal noch das Grotto del Mulo in angenehmer Erinnerung und genau dort kehrten wir dann auch ein. Beim Abschied wurden wir noch reich beschenkt, denn der padrone pflückte für uns ganz frisch eine grossen Strauss vom direkt neben dem Eingang wachsenden Bärlauch. Dieses knoblauchduftende Grün musste dann umgehend verarbeitet werden und so machte ich eine Bärlauch-Frittata:




ich nehme für 2 Personen:

  • 4 Eier
  • 30 g frisch geriebener Parmesan
  • 1 Handvoll Bärlauch, in feine Streifen geschnitten
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 10 g Butter

und los gehts:

Die Eier aufschlagen, salzen, pfeffern, mit Muskat würzen, Parmesan und Bärlauchstreifen dazu geben und gut vermischen.

In der Pfanne nun die Butter leicht aufschäumen und sofort die Eiermasse hinein geben. Bei geringer Hitze leicht stocken lassen. Wenn nur noch die Oberfläche leicht flüssig ist, unter den vorgeheizten Grill (oder Oberhitze 250 Grad) geben. Achtung, daneben stehen bleiben, nur ein paar Sekunden, dann ist es fertig. Die Oberfläche darf nicht bräunen, sonst wird die Frittata trocken.


Den restlichen Bärlauch werde ich morgen in diesen (klick) Bärlauch-Gnocchi verarbeiten



Dienstag, 31. März 2015

Wiederbesucht: Ristorante Canvetto Ticinese, Brisassago

Ristorante Canvetto Ticinese, Via Ovega 23, 6614 Brissago, Tel. 091 793 29 96

Das Ristorante scheint geschlossen! Sobald ich Näheres erfahre, werde ich hier berichten.

Nachtrag November 2016: Nun habe ich die Familie Favero aufgespürt:

klick hier: http://tisalutoticino.blogspot.fr/2016/12/ristorante-tamaro-tenero-oder.html

Wir haben erst kürzlich dieses bereits seit vielen Jahren existierende Restaurant von Paola und Cesare Favero für uns entdeckt und uns vorgenommen, da sehr bald wieder hinzugehen. 

Auf dem Weg dorthin machten wir einen kleinen Umweg und so kann ich euch noch einen Blick auf die Madonna del Sasso anbieten:




Auch für diesmal spielte das Wetter mit und wir konnten bei herrlich warmem Sonnenschein im Ristorante auf der Terrasse essen. 

Carpaccio di tonno rosso con germogli di cipolla - Thunfisch-Carpaccio mit Zwiebelsprossen für den Signore:



Sorpresa di prosciutto crudo con asparagi verdi - Überraschung von Rohem Schinken mit grünem Spargel:



(die Überraschung steckt in dem Schinkenpäckchen, darin befindet sich nämlich ein sehr schön angemachter Salat vom grünen Spargel)

Weiter geht es für den Signore mit filetti di coniglio con senape e asparagi - Kaninchenfilets mit Senf und Spargel gefüllt



Und ich? Ja, was esse ich denn jetzt? Ich bin völlig perplex... Auf der Speisekarte steht Il tradizionale Cordon Bleu - das steht doch da ganz deutlich: das traditionelle Cordon Bleu! Und der Signore bestellt etwas anderes. Wo bleiben denn da die Traditionen? Eigentlich hätte ich Risotto mit Meeresfrüchten oder Felchenfilets bestellen wollen, doch jetzt bin ich hin und her gerissen... und entscheide mich im letzten Moment für ?.... für die Tradition ;-)



Dazu trinken wer den Loero 2013 unseres Tessiner Lieblingswinzers Roberto Belossi der Cantina il Cavaliere.


Montag, 30. März 2015

Artischockensalat mit dem i-Tüpfelchen



Ein einfaches, aber um so köstlicheres Gericht, geeignet als Antipasto oder als kleines Abendessen mit einem Stück Valle Maggia-Brot dazu.

Ich habe schon häufig einen Salat mit frischen rohen Artischocken und Parmesanspänen zubereitet, doch dieser hier hat das ganz besondere i-Tüpfelchen, nämlich Radicchio, der dazu wunderbar passt und das Ganze perfekt abrundet. Erstaunlich, wie so eine klitzekleine Abwandlung einem Gericht einen völlig anderen Schubs in eine neue Geschmacksrichtung geben kann.


ich nehme für 2 Personen:

  • 4 - 5 kleine Artischocken, geputzt, geviertelt und in Zitronenwasser aufbewahrt
  • 2 Zitronen (eine fürs Zitronenwasser fürs Putzen der Artischocken)
  • Parmesan, gehobelt, Menge ca. 1 Tasse
  • Radicchio, in mundgerechte Stücke gezupft, ca 1 Handvoll
  • Vinaigrette aus: Saft einer Zitrone, etwas abgeriebene Zitronenschale, Pfeffer, bestes Olivenöl
  • Fleur de Sel


und los gehts:


Die Artischockenhälften oder -viertel kurz vor dem Servieren auf zwei Teller hobeln, Parmesan und Radicchio darauf anrichten und mit der Vinaigrette übergiessen. Kurz vor dem Servieren noch mit etwas Fleur de Sel würzen.

Sonntag, 29. März 2015

Grotto Lauro, Arcegno - Winterpause beendet

Grotto Lauro, Arcegno, Tel. 091 791 42 96

Nachtrag Herbst 2016: Leider bleiben die Pforten dieses taditionsreichen Grottos geschlossen, Ruth und Aldo Siegel haben sich in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Nachtrag Frühling 2017: Das Grotto ist ab sofort wieder unter neuer Leitung geöffnet.





Noch einer unserer Lieblings-Genussplätze, der seinen Winterschlaf beendet hat. Wir freuen uns, hier wieder den Vorfrühling und vor allem die köstliche Küche geniessen zu dürfen. 




Für Gerhard gibt es seinen Klassiker, den er hier schon seit fast 30 Jahren bestellt: Tortellini in Gorgonzola-Sauce:



Für mich Tagliatelle con gamberoni




Als Hauptgericht Fegato alla Veneziana mit Rosmarin-Kartoffeln




und Ossobucco di vitello alla gremolata, ebenfalls wahlweise mit hausgemachten Tagliatelle, Risotto, Polenta oder halt mit den so lange von uns vermissten knusprigen Rosmarinkartoffeln.


Wer dann noch ein bisschen Platz hat, muss unbedingt eines der wundervollen Desserts probieren: Creme Caramel mit Orangen, hausgemachte Kastanientorte, die berühmte Mascarponecreme mit Waldfrüchten, diverse Mousses, Sorbets oder am besten gleich die 'Sinfonia di dolci Lauro'

Wir haben diesen Tag in der Sonne in vollen Zügen genossen und haben uns wohlgefühlt, aufs herzlichste umsorgt durch den charmant zuvorkommenden Service von Ruth Siegel und bekocht durch den padrone, der selbst am Herd stand, was wir immer wieder ganz besonders geniessen.

Mille grazie, Ruth e Aldo.

Freitag, 27. März 2015

Mediterraner Gemüseeintopf



Das Rezept für diesen köstlichen mediterranen Gemüseeintopf habe ich in der Essen & Trinken entdeckt. Es ist super schnell zubereitet (ca. 30 min) und kommt mit wenigen Zutaten aus. Schon während des Kochens durchzieht ein Duft nach Sommer, Sonne und Süden die Küche - Sommer, ich habe nichts dagegen - du kannst kommen!

Darin sind sämtliche Zutaten enthalten, die ich liebe, die ich immer im Vorrat habe und die für mich zur mediterranen Küche gehören.

Ich habe den Eintopf ein wenig abgewandelt, aber wirklich nur ein bisschen, z.B. hatte ich gerade keine Schalotten zur Hand und nahm stattdessen in Spalten geschnittene Zwiebel. Endlich kam mal wieder mein schöner Schmortopf zum Einsatz, denn das Rezept ist für 8 Portionen berechnet, da braucht man schon ein grösseres Behältnis.



Ich nehme (für 6 - 8 Port.):

  • ca. 150 g Schalotten (moi: Zwiebeln) in Spalten geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, geschält, in grobe Stücke geschnitten
  • 3 EL Olivenöl
  • ca. 4 - 5 Tomaten, geviertelt und dann in grobe Würfel geschnitten
  • ca. 150 g Orecchiette
  • 5 Zweige Thymian
  • 1,5 Liter Gemüsebrühe (moi: selbstgekocht, ich habe sie immer im Vorrat)
  • Salz, Pfeffer
  • 150 g Kichererbsen aus der Dose (moi: selbstgegart, aus meinem TK-Vorrat)
  • ca. 4 EL Oliven (mein Favorit sind Taggiasca-Oliven, davon nehme ich auch immer noch ein wenig vom Öl, in dem sie eingelegt sind)
  • 2 EL Salzkapern (gewässert)
  • frisch gezupftes Basilikum





und los gehts:

Olivenöl erhitzen, Zwiebelspalten und Knoblauchstücke darin andünsten, die Tomatenstücke dazu und unter rühren andünsten. Salzen und pfeffern. Die Thymianzweige dazu geben und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Ca. 15 min bei geöffnetem Deckel köcheln lassen.

Orecchiette und Kichererbsen zufügen, kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken und ca. weitere 15 min garen, bis die Orecchiette al dente sind. Oliven und Kapern hinzu und nochmals abschmecken.

Kurz vorm Servieren mit ein paar abgezupften Basilikumblättern garnieren.

Dies ist endlich mal wieder ein Rezept für Kathas Tierfreitag:

tierfreitag