Samstag, 12. Februar 2011

Trattoria Er Pipa, Monte Carasso

Osteria Er Pipa, Monte Carasso

El Stradun 23
CH-6513 Monte Carasso (TI)
T +41 91 826 45 03
http://www.erpipa.ch/

Warum müssen wir blos immer mehrere Anläufe nehmen, um in diese wundervolle Osteria zu kommen? Bei unserem ersten Besuch musste ich ja noch tief in die weibliche Trickkiste greifen, um Gerhard zu einem Essen dort zu überreden. Da galt es, mehrere Hindernisse zu überwinden, nachzulesen H I E R

Danach spielten immer terminliche Hindernisse eine Rolle oder aber das Problem mit Akela, den wir bei sonnigemWetter nicht im Auto lassen wollen. Doch heute war es uns wieder vergönnt, uns in dieser sympathischen Osteria verwöhnen zu lassen. Gerhard und Caro sind heute angekommen - ich habe mich auf meinen Mann gefreut und Yannick freute sich, seine Caro wieder zu sehen, beste Voraussetzungen für einen gelungenen Tag.



Wir sind bei jedem Besuch immer wieder auf's Neue beeindruckt von der Herzlichkeit des Empfangs. Der padrone Andrea Giuliani kommt und bespricht mit uns, was es heute Köstliches aus der Küche gibt.

Eine handgeschriebene Speisekarte gibt es auch - ich würde wie immer, wenn ich hier bin, am liebsten sagen: "Bitte von oben links bis nach unten rechts" Daher fällt uns die Entscheidung mal wieder schwer, nur Gerhard als Wiederholungstäter hat es leicht: Er bestellt als Vorspeise Lardo e Pecorino, hauchdünner Lado und Pecorinohobel mit Peperoncini auf einem Teller hübsch arrangiert (nein - ich darf nicht fotografieren - der Erst-Hunger lässt es nicht zu). Yannick und Caro bestellen sich gemeinsam eine Portion Bucatini alla Amatriciana, köstlich, aber wie isst man Bucatini ohne sich zu bekleckern? Ich darf probieren und bin mutig - ich trage einen tomatenroten Pulli, da kann doch nichts schief gehen?

Danach gibt es für Gerhard und Caro jeweils Orecchie di Elefante und genau  so groß wie Elefantenohren sehen diese hauchdünnen Kalbsschnitzel auch aus. Dazu knusprige Rosmarinkartoffelwürfel und ein köstliches Gemüse aus Möhren, Zucchini und Fenchel.

Mein Essen war eine Tagesempfehlung des Padrone: Kalbsentrecôte mit Steinpilzen. Und Yannick spekulierte darauf, dass wir das alles sowieso nicht schaffen - Recht hatte er;-)

Als Dessert wurden dann die von der Nonna hausgemachten Kuchen in jeweils kleinen Stückchen gekostet: Torta di Limone (begossen mit Limoncello), Torta della Nonna (gefüllt mit Vanillecreme und bestreut mit Pinienkernen und Puderzucker) und Torta ciocolato.

Bei den Weinempfehlung vertraue ich dem padrone. Das war auch diesmal wieder eine schöne Empfehlung. Ein Weisswein vom Nachbarn sozusagen ;-) Nämlich aus Sementina von Giancarlo Pestoni von der Cantina Pizzorin tranken wir einen Ninfea 2009, einen Chardonnay, der sogar Gerhard's Gefallen fand.

Freitag, 11. Februar 2011

Meine Ferienküche: Spaghetti con barba dei frati, Spaghetti mit Mönchsbart zum Zweiten Oder das kommt dabei heraus, wenn frau sich nicht entscheiden kann


Nachdem das H I E R bereits gepostete Rezept wegen mangelnder fotografischer Fähigkeiten der Köchin (und nicht wegen mangelnden Geschmacks) durchgefallen war, musste unverzüglich wieder Barba dei frati her. Dann hat mich auch noch Petra  auf ein Rezept von Robert aufmerksam gemacht und dieser wiederum schickte mir einen Link für seine Version mit Sardellen. Beim Stöbern habe ich noch ein weiteres Rezept von Robert entdeckt, und zwar diese etwas cremige Version mit Pancetta. Alle drei Rezepte gefielen mir ausnehmend gut. Was sollte ich jetzt tun? Sohn war auch keine Hilfe - er hatte einfach nur Huuunger.

Ich begann dann schon mal, den Mönchsbart zu putzen, d.h. gründlich zu waschen und die Wurzeln abzuschneiden.


Dabei hatte ich dann nochmal Zeit zu überlegen, für welches Rezept ich mich denn jetzt entscheiden sollte. Und was tut frau, wenn sie sich nicht entscheiden kann? Das ist wie mit den Schuhen - sie nimmt alle drei Paare.

Ich habe mich nun nicht etwa für drei Spaghetti con agretti-Versionen entschieden, sondern für eine Mischung aus den drei Rezepten von Robert. (Die Zutaten hatte ich schon mal reinvorsorglich im Haus)


Zutaten für 2 bis 3 Personen:

250 g Spaghetti
1 Bund Barba dei frati
1 kleine Zwiebel, in feine Streifen geschnitten
Olivenöl
ca. 50 g Pancetta (in hauchdünnen Scheiben und dann in Streifen geschnitten)
1/2 Chilischote in dünne Streifen geschnitten
3 Knoblauchzehen, auf der Trüffelhobel in dünne Scheiben gehobelt
5 Sardellenfilets in Öl, abgetupft und in feine Würfel geschnitten
3 EL Pinienkerne
100 ml Sahne
50 ml Weisswein (bei uns war das Merlot bianco)
100 g Parmesan, frisch gerieben

Zubereitung:

Barba dei frati gründlich waschen und die Wurzelenden abschneiden.
Die Pinienkerne in einer Pfanne fettfrei leicht anbraten, heraus nehmen und erstmal zur Seite stellen.
In der gleichen Pfanne die Zwiebelspalten in etwas Olivenöl andünsten, Chili und Sardellenfilets und Knoblauch dazu geben und so lange dünsten, bis die Sardellenfilets geschmolzen und die Zwiebeln weich sind. Zur Seite stellen.

In einer Sauteuse Sahne und Wein erwärmen, darin den fein geriebenen Parmesan auflösen, mit Pfeffer (Salz war nicht nötig) und Muskat kräftig abschmecken.

Die Spaghetti sehr al dente kochen und drei Minuten vor Ende der Garzeit den Mönchsbart mit zu den Spaghetti geben und fertig garen. Anschliessend abgiessen und in die Parmesancreme geben, etwas durchziehen lassen und die Pinienkern-Pancetta-Mischung darüber geben und servieren.


Köstlich, wir waren begeistert! Das wird es sicherlich noch öfter bei uns geben.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Sonne pur und Pizza im Seven Easy in Ascona

Seven Easy, Ascona, Tel. 091 780 77 71

Bei diesem traumhaften Wetter zog es Yannick und mich nach Ascona an die Piazza. Wir sassen bis zum Nachmittag im Seven Easy draußen und genossen die Sonne in vollen Zügen, Yannick durfte diesen Genuss auch noch mit Vino steigern - ich leider nicht, denn heute war ich mit fahren an der Reihe, dafür durfte ich gestern Prosecco und Merlot Bianco trinken und wurde vom Sohn chauffiert.

Von allen Pizze sind die im Seven Easy für uns eine der besten. Heute gab es für den Sohn Pizza Carpaccio mit Ruccola und Parmesanspänen, ich entschied mich für das Menu del Giorno, das heute aus einem gemischten Blattsalat und wie hier bei Claus aus Moscardini mit Gemüsen bestand.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Meine Ferienküche: Spaghetti con agretti (barba dei frati) Spaghetti mit Mönchsbart

Meine Ferienküche: Spaghetti con barba di frate, Spaghetti mit Mönchsbart



Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich hier am Gambarogno gerne bei Daniela Obst und Gemüse einkaufe. Schon gestern bei der Ankunft bemerkte ich ein Schild mit der verheissungsvollen Ankündigung Barba dei frati. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, zumal die Saison für dieses wunderbare Gemüse nur sehr kurz ist.
Dieses Wildkraut, das wie ein dicker fleischiger Schnittlauchbund aussieht, habe ich bisher nur hier entdeckt. Mönchs- oder Kapuzinerbart wächst in den von der Gischt salzgetränkten Dünenwiesen Italiens. Er war auch in seiner Heimat ein lange Zeit fast vergessenes Gemüse. In Italien nennt man ihn «Barba di frate», «Agretto» oder auch «Ballerina». Das Kraut gehört zur Familie der Wegericharten und ist auch als Hirschhorn oder Schlitzwegerich bekannt. Mönchsbart kann roh als Salat oder gedünstet und mit Zitronensaft sowie Olivenöl beträufelt als Gemüse gegessen werden.

Zutaten für 2 Personen:

1 Bund Barba dei frati
2 Schalotten, 3 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz, Pfeffer
etwas Weisswein
2 Tomaten
1 Chilischote
250 g Spaghetti
geriebener Parmesan

Zubereitung:

Den Mönchsbart putzen, d.h. die Wurzelenden abschneiden. Da er unterschiedlich lang ist, muss man eigentlich jeden einzeln in die Hand nehmen und die Wurzeln kürzen - das nimmt schon ein wenig Zeit in Anspruch. Anschliessend sieht das so aus:
So, und ab jetzt werden sämtliche Fotos unbrauchbar. Gerade weil dieses Gemüse sehr eine kurze Saison hat und weil es selten bei uns zu finden ist, wollte ich so richtig viele schöne Fotos machen - nichts ist daraus geworden. Von ca. 20 diversen Fotos habe ich es geschafft, etwa da Hälfte zu verwackeln oder falsch zu belichten und die hier gezeigten sind noch die einzigen brauchbaren. Kennt ihr das? Man gibt sich richtig Mühe, hat auch Zeit und muss nicht hudeln... und dann kommt nur Schrott raus. Glücklicherweise war das essbare Ergebnis durchaus brauchbar - und tröstete mich etwas.

Dann gehts jetzt weiter in der Zubereitung: In einer Pfanne die Schalottenwürfel in etwas Olivenöl anschwitzen, die geschälten Knoblauchzehen in Scheiben hobeln und dazu geben, ebenso die in feine Streifen geschnittene Chilischote. Die Tomaten enthäuten und entkernen und dann in feine Spalten schneiden und in die Pfanne geben. Mit etwas Weisswein ablöschen.
In der Zwischenzeit Wasser zum Kochen bringen. Achtung: Spaghetti und Mönchsbart sollen im gleichen Wasser gekocht werden und gleichzeitig fertig sein. Der Mönchsbart braucht ungefähr 5 Minuten, meine Spaghetti hatten eine Gesamtgarzeit von 11 Min. d.h. ich habe den Mönchsbart nach 5 min zu der Pasta gegeben und beides dann gemeinsam nach 10 min abgegossen und mit ca. 5 EL des Kochwassers zum dem angedünsteten Gemüse in die Pfanne gegeben, mit Parmesan servieren.

Dienstag, 8. Februar 2011

Ristorante alla Stazione, Lavorgo

Ristorante alla Stazione, Lavorgo, Ruhetag: Sonntagabend und Montag,
Tel.Nr. 091 865 14 08

Ich bin heute mit Yannick schon mal "vorgefahren", am Freitag kommt Gerhard und bringt Caro mit - dann geniessen wir zu viert ein verlängertes Wochenende.

Für den Ankunftstag wählen wir gerne mittags ein Restaurant "kurz hinter'm Gotthard" , d.h. in der Leventina, an der viele (wir bis vor ein paar Jahren auch) achtlos auf dem Weg in den Süden vorüber brausen. Schade eigentlich, denn dann entgeht einem vieles, u.a. dieses schöne Ristorante in Lavorgo, von dem ich schon einmal klick hier berichtet habe.

Yannick entschied sich für das Tagesmenu, das heute aus hausgemachten Ravioli di Magro mit Butter und Salbei bestand.

Anschliessend gab es Roastbeef mit Kartoffelgratin und Möhren.

Ich hatte warmes Gemüse-Antipasto mit Parmesanspänen

und anschliessend den vom sympathischen Küchenchef Signor Crosetti empfohlenen Wolfsbarsch, auf mediterrane Art mit Tomaten und Oliven.
Wir waren beide begeistert, das warme Gemüse war so wie es sein soll leicht bissfest gegart und mit frischem Thymian gewürzt, ich hoffe, das gibt es bei unserem nächsten Besuch immer noch auf der Karte - ich würde es sofort wieder bestellen. Der Wolfsbarsch war perfekt zubereitet, wunderbar aromatisch. Wie gerne hätte ich auch etwas von den schönen Weinen probiert, die man sich selbst in der kleinen Cantina aussuchen kann, das werde ich sicherlich beim nächsten Mal nachholen.

Dienstag, 18. Januar 2011

Ristorante la Chiesa, Locarno-Monti

Ristorante La Chiesa, Via del Tiglio 1, Locarno-Monti, Tel. 091 752 03 03
montags geschlossen

Das La Chiesa befindet sich direkt an der Straße die von Orselina zum Monte Brè führt in Locarno-Monti. Der Eingang befindet sich rechts neben der katholischen Kirche:
Heute war mal wieder ein wundervoll sonniger Tag und uns bot sich dieser grandiose Ausblick auf den Lago Maggiore mit rechts im Bild die Brissago-Inseln:

Wir waren letztes Jahr im September zum ersten Mal im La Chiesa. Auch da war ich schon hellauf begeistert und habe beschlossen, dass ich da wieder hin möchte. Was mir gleich wieder beim Betreten des Restaurants auffiel, war die helle freundliche Atmosphäre, von Winter keine Spur, alles wirkte genau so sonnig und sommerlich wie Anfang September. Zu diesem Gesamteindruck trugen auch die großen Fenster bei, die einen grandiosen Blick auf den Lago Maggiore bieten.

Beim Ankommen begrüsst uns Claudio Borsoni, der sympathische Padrone. Er erkochte früher in Porto Ronco für das San Martino 14 Punkte im Gault Millau und hat das mittlerweile auch berechtigterweise wieder für sein eigenes Restaurant erreicht. Er hat diesen Erfolg mehr als verdient.

Als Amuse Bouche wurde uns ein kleiner Fenchelsalat mit geräucherter Entenbrust und rosa Pfeffer serviert:

Als Vorspeise hatte Gerhard (er war mal wieder, wie so oft, ein Wiederholungstäter und bestellte sich das, was ihn schon beim letzten Besuch begeistert hatte: Tartare di Manzo e uovo di quaglia al tegame con zupetta di patate e tartufo "Périgord" - Rindfleischtartar und Wachtelspiegelei mit Kartoffelsüppchen und Périgord-Trüffel

Ich wählte aus dem Tagesmenu die beiden Vorspeisen, als erstes Tonno rosso al pastrami con insalatina asiatica e coriandro - Thunfisch mit pastrami und kleinem asiatischen Salat mit Koriander

und anschliessend Ravioli alla stufato di tacchino con carote e asparagi verdi, hausgemachte Ravioli gefüllt mit Truthahnragout, serviert mit Möhren und grünem Spargel
Als Hauptgericht gab es
Filetto di rombo selvatico, tris di lenticchie, patate lesse e citronette al prezzemolo - Steinbutt aus Wildfang, Dreierlei von Linsen, Salzkartoffeln und Petersilienpesto mit Zitrone - perfekt die Kombination, perfekt die Zubereitung

und weil's sooo gut war, hab ich's gleich nochmal von der anderen Seite fotografiert...




So viel Perfektionismus fordert auch uns heraus. Entgegen unserer sonstigen Gewohnheit, ein schönes Essen mit Espresso und Digestivo abzuschliessen, waren wir uns unserer Pflicht sehr wohl bewusst und vertieften uns ausnahmsweise mal in die Dessertkarte.
Für Gerhard gab es Pflaumensorbet mit marinierten Pflaumen, begossen mit Vieille Prune von Fassbind (den er dann anschliessend auch gleich wieder zum Espresso kostete)

Da ich nun so ganz und gar nicht die Süsse bin, gab es für mich die - wie sich dann herausstellte - vortreffliche Auswahl an Tessiner und italienischen Käsen mit ihren jeweils dazu ausgewählten Konfitüren (wie z.B. Chili-Konfitüre, Feigen-Chutney, Trüffel-Honig etc....)

oben rechts übrigens einer meiner Lieblingskäse: Testun al Barolo

Gerhard hatte Lust auf Rosé, ich hätte zwar lieber Weisswein gehabt, war aber auch neugierig auf den Gran Rosé von Guido Brivio, den ich noch nicht kannte und liess mich überreden. Eine schöne Wahl, der 2009er frisch, fruchtig und zu meinem Thunfisch und zu den Ravioli wunderbar. Zum Käse trank ich dann ein (zwei... drei...) Schlückchen Rosso "Cresperino 2009 von Tenuta Bally & von Teufenstein, köstlich... einfach nur köstlich - den will ich wieder haben!

Nachdem wir uns bis hierhin höchst heldenhaft geschlagen haben gab es dann zur Belohnung Espresso und Grappa von Guido Brivio

und jetzt:



Ich habe fertig!

Nachtrag: Claudio hat das La Chiesa verlassen, seit Juli 2015 kocht hier Peter von Bosch - ich werde berichten.....

Tessiner Spezialitäten: Pane Sant'Abbondio

Pane Sant'Abbondio

Sant' Abbondio ist ein Dorf auf der linken Seeseite des Lago Maggiore am Gambarogno.

Dort hatte Renato Gobbi seine Bäckerei. Auf Wunsch vieler Feriengäste aus der Deutschschweiz, die ein dunkles, kräftiges Brot bevorzugten, entwickelte er das Pane Sant'Abbondio. Es besteht aus Weizen- und Roggenmehl, Leinsamen und Sojamehl, Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Weizenkleie und Roggenmalz und ist sehr gut haltbar.

Leider gibt es die Panetteria Gobbi nicht mehr, dafür hat Renato Gobbi die Herstellungs- und Vermarktungsrechte verkauft und die Brote werden mittlerweile von einigen Tessiner Bäckern hergestellt. Wir kaufen unser Pane Sant'Abbondio in Magadino im M2, die von der Panetteria Peverelli in Bellinzona beliefert werden.

Sonntag, 16. Januar 2011

Meine Ferienküche: Cordon Bleu

Meine Ferienküche: Cordon Bleu


Mittlerweile hat es sich ja schon rumgesprochen, dass eines von Gerhards Lieblingsgerichten Cordon Bleu ist. Am besten schmeckt es ihm bei Sandra im Grotto al Bosco in Avegno, doch sie ist in ihrer wohl verdienten Winterpause. Dann schreiten wir doch mal selbst zur Tat.




Bei unserem Lieblingsmetzger am Gambarogno, Macelleria Branca in Vira, bekommen wir extra hauchdünn geschnittene Kalbsschnitzel, die Signor Branca speziell für uns für Cordon Bleu zuschneidet - wir brauchen nur noch zu füllen. Dies machen wir mit jeweils 2 dünnen Scheiben gekochtem Schinken und wir haben hier einen milden Tessiner Alpkäse verwendet, in Scheiben geschnitten. Die Schnitzel von innen und außen mit Salz, Pfeffer, Muskat würzen, dann füllen und anschliessend panieren. Schön knusprig bei mittlerer Hitze braten.
Bei uns gab es ein Gemüse aus Erbsen (TK) und Möhren, abgeschmeckt mit Salzbutter und fein gehackter Petersilie und Kartoffeln dazu.

Anmerkung: Bei uns wird die Panade vor dem Braten angedrückt, damit sie NICHTaufgeht und Blasen wirft - ich mag dieses luftige, aufgeblähte Zeugs nicht bei Cordon Bleu, sondern nur beim echten Wiener Schnitzel.

Samstag, 15. Januar 2011

Tessiner Küche: Cicoria Verde

Tessiner Küche: Cicoria Verde

Heute habe ich endlich wieder in unserem Lieblingsgemüseladen bei Daniela Cicoria Verde entdeckt. Ich mag diesen leicht bitteren Salat, ein Verwandter von Chicorée und Radicchio, den ich bisher nur hier im Tessin entdecken konnte. Dieses Mal werde ich auf jeden Fall versuchen, Cicoria-Samen aufzutreiben und ihn im heimischen Garten aussäen.

Ich mag ihn am liebsten ganz schlicht zubereitet. Zuerst eine kleine Zwiebel halbieren und in hauchdünne Scheiben schneiden. Die Scheiben müssen wirklich so dünn wie nur irgendmöglich sein. In eine kleine Schüssel geben und mit etwas feinem Salz bestreuen und vermischen. Ein paar klitzekleine Chili-Würfelchen dazu geben und ca. 15 min durchziehen lassen bis die Zwiebelscheiben leicht glasig sind.

Eine Vinaigrette zubereiten aus Rotweinessig, Senf, Olivenöl, Salz und Peffer, den in äusserst feine Streifen geschnittenen Salat darin wenden, die Zwiebelscheiben darüber geben und sofort servieren

Freitag, 14. Januar 2011

Angekommen! Und Nudel-Gratin "Rumfort"

"Rumfort"-Nudel-Gratin

Heute am späten Vormittag sind wir losgefahren Richtung Tessin. Auf der Alpen-Nordseite war nichts mehr von Schnee zu sehen - auf der Alpensüdseite (hier ein Blick auf Airolo) bot sich uns folgendes Bild:


Da wir diesmal das verlängerte Wochenende noch ein bisschen mehr verlängern können, musste unser heimischer Kühlschrank "aufgeräumt" werden und diverse Zutaten wanderte in die Kühltasche, die sich zu unserem kleinen Reisegepäck gesellte.

Am frühen Nachmittag landeten wir für ein Begrüssungs-Schlückchen und Gerhard für einen Affetato Ticinese und ich für eine Minestrone im Albergo Ristorante Forni in Airolo, herzlich und wie alte Bekannte begrüsst durch Signora Forni. Um 15 h gibt es außer Minestrone und ein paar kalten Gerichten von der kleinen Karte nichts, aber wir waren zufrieden und haben dann doch noch eine kleine Überraschung erlebt. Zu den Espressi gelüstete es meinen Mann nach einem Digestivo. Uns wurde eine Extra-Digestif-Karte vorgelegt, die eine sehr interessante Auswahl an Grappe und Obstschnäpsen enthielt, u.a. einen Albicocce aus dem Wallis. Ich stellte mich freiwillig als Chauffeuse für die Weiterfahrt zur Verfügung und begnügte mich mit Schnuppern am Glas - Gerhard war begeistert, sowohl vom Digestivo als auch von der freiwilligen Chauffeuse.

So eine Minestrone hält nicht lange vor... vorhin beim Auspacken der Kühltasche überlegte ich dann schon, was es noch Gutes zur Begrüssung geben könnte...

Angeregt durch Petra von Chili und Ciabatta gab es bei uns keine Rumfort-Suppe, sondern ein Rumfort-Nudel-Gratin, in das ebenfalls alles reinkam, was rum lag und fort musste :-) So fanden sich in meinem heimischen Kühlschrank noch:

1/2 Fenchelknolle
1/2 gelbe Paprika
1 Stückchen Lauchstange
1/2 Zwiebel
1 Stück Chinakohl
1 Boursin mit Knoblauch und feinen Kräutern
1 Stück Gruyère

Zwiebel in Spalten schneiden, in etwas Olivenöl andünsten, dann die restlichen, in kleine Stücke geschnittenen Gemüse hinzu und bissfest garen, mit Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette abschmecken. 2 EL Tomatenmark dazu und leicht anrösten. Mit etwas Weisswein ablöschen (der findet sich sowohl im heimischen Kühlschrank als auch hier im Tessin ;-) und  2- 3 EL Boursin unterrühren. Nochmal abschmecken - aber nicht zuuu viel!

Hier fanden wir noch ein angebrochenes Päckchen Penne, das wurde (knapp) al dente gegart und in eine Gratinform gegeben. Die Gemüsemischung darüber und mit geriebenem Käse bestreuen und dann im Ofen so lange backen, bis die Käseschicht schön knusprig wird.


Köstlich! Dazu dann ein Schlückchen Tessiner Merlot... mmmmhhhhh... Das Tessin-Feeeeeling stellt sich ein...

Mittwoch, 12. Januar 2011

Award: Liebster Blog

Ulrike von Küchenlatein hat mir zu meinem 1. Blog-Geburtstag diesen Award verliehen: 

Vielen Dank, liebe Ulrike, ich fühle mich sehr geehrt und nehme den Award gerne an. Ich finde die dahinter stehende Idee, unbekannte Blogs bekannter zu machen, sehr gut und unterstütze dies auch gerne. Gerade in den letzten Tagen habe ich durch diesen Award schon viele neue lesenswerte Blogs entdeckt, meine Blogroll wird immer länger und länger ;-)

Am liebsten würde ich allen in meiner Blog-Liste diesen Award verleihen, doch beschränke ich mich ganz bewusst auf die "nicht ganz so bekannten"

Marion, eine in München lebende Französin: http://marionion.blogspot.com/

Jutta, die deutsche Römerin: http://www.dielorbeerkrone.com/

Véronique, eine, wie sie selbst schreibt: in Deutschland lebende Französin: http://wiegottindeutschland.blogspot.com/

Die Regeln zum Verleihen dieses Awards:




“Dir wurde der Award verliehen und du möchtest ihn gerne weitergeben?


Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= der Text, den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst und ihr den Link deines Award Posts da lassen.

Danach überlegst du dir 3 – 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommentarfunktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.

Liebe Blogger: Das Ziel dieser Aktion ist, weniger bekannte, gute Blogs an’s Licht zu bringen. Deswegen bitte ich euch keine Blogs zu posten, die ohnehin schon täglich 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon eine Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.”





Sonntag, 9. Januar 2011

Erster Bloggeburtstag bei Ti saluto Ticino

Freitag, 8. Januar 2010, das war das Datum meines ersten Posts hier bei Ti saluto Ticino. Grund genug ein Schlückchen darauf zu trinken, leider nicht im Tessin, aber von zu Hause aus schmeckt mein selbst gemachter Tessiner Nusslikör Nocino (Rezept wird nachgereicht) genau so gut.



                                                                              Salute!

Sonntag, 2. Januar 2011

Seven Easy - Neujahrsbrunch


Seven Easy, Ascona


Wir waren bereits im letzten Jahr zum Neujahrsbrunch im Seven Easy und haben auch für dieses Jahr wieder rechtzeitig reserviert. Wir mögen die Atmosphäre im Seven Easy sehr und waren wie immer angetan vom schönen Ambiente und vor allem von dem Super Service.


Es gab dieses schöne Antipasti-Buffet:



und so sah das dann auf meinem Teller aus:


Für die warmen Gerichte konnte man bei den Köchen vorbeischauen und sich entweder Eiergerichte in diversen Variationen frisch zubereiten lassen oder aber unter Risotto, Rinds-Entrecôte auf Ruccola, Kalbsgeschnetzeltem etc. wählen. Abgerundet wurde das ganze durch eine schöne Käseplatte und verschiedene Desserts.

Ein schöner Abschluss dieses gelungenen Tages war dann gestern Abend das Neujahrsfeuerwerk in Ascona, das wir uns von zu Hause aus von unserem Logenplatz aus anschauten.

Samstag, 1. Januar 2011

unser Silvesteressen: Charbonnade

Charbonnade zu Silvester

An einem langen Silvesterabend mag ich gerne solche geselligen Essen wie Raclette, Fondue oder Charbonnade, die sich ruhig ein wenig in die Länge ziehen dürfen.



Fondue Bourguignonne ist uns zu fett, Fondue Chinoise zu laff, Charbonnade ist da optimal. Wir haben uns vor vielen Jahren bei einem Urlaub im Wallis ein Charbonnade-Grillgerät gekauft, das außen eine Kupferschicht hat und so gut isoliert ist, dass man damit auf dem Tisch direkt auf vorgeglühter Holzkohle grillen kann. Wir haben diverse Fleischsorten (Rind, Bison, Kalb, Lamm) gegrillt, man sollte nur darauf achten, dass sich alle Fleischsorten zum Kurzbraten eignen und mager sind, damit kein überflüssiges Fett in die Glut tropft - wir haben Filet gewählt. Was man beim Grillen an Fett einspart, kann in die Saucen investiert werden ;-)
Bei uns gab's Knoblauchsauce, Senfmayonnaise, eine Sauce mit frischen Kräutern und Zitrone, eine scharfe Chilisauce und eine Mango-Ingwer-Sauce mit grünem Pfeffer. Und dann natürlich, wie meistens, wenn wir im Tessin sind, das köstliche Valle Maggia Brot.