Sonntag, 25. März 2012

Puntarelle mit Rosinen und Pinienkernen nach Meret Bissegger


Meret Bissegger, die bekannte Tessiner Kräuterfrau und Köchin, über die ich schon häufig berichtet habe, u.a. auch über ihr im letzten Jahr erschienenes Kochbuch: "Meine wilde Pflanzenküche" klick hier hat dieses Rezept mit gekochtem Löwenzahn zubereitet. Ich habe eine schöne Puntarelle-Staude entdeckt und es damit in leicht abgewandelter Form zubereitet. Falls Puntarelle nicht zur Verfügung steht, passt es sicherlich auch zu Mangold, Catalogna oder Cima di rapa.



Zutaten für 4 Personen:

ca. 600g Puntarelle, in grobe Stücke bzw. Streifen geschnitten
2 EL Fenchelsamen
2 - 3 Sardellenfilets
100 g Rosinen
100 g Pinienkerne
1 Knoblauchzehe
Pfeffer



Die geputzten Puntarellestücke in kräftigem Salzwasser oder im Dampfgarer ca. 5 Minuten kochen und in einem Sieb gut abtropfen lassen
Wenig Olivenöl in eine Pfanne geben und Fenchelsamen, Sardellenfilets, Rosinen und Pinienkerne darin bei kleiner Hitze vermischen, so dass alles langsam angeröstet wird. Zum Schluss eine geschälte Knoblauchzehe dazu pressen. (ich habe zusätzlich noch ein paar kleine Chiliwürfel dazu gegeben).
Die gegarten Puntarelle in die Pfanne geben und mit zwei Holzlöffeln gut mit den Gewürzen in der Pfanne vermischen. Mit etwas Olivenöl und viel schwarzem Pfeffer abschmecken und servieren.

Fazit: Das muss ich nochmal machen, absolute Nachkochempfehlung, wenn man leicht bitter mag (ansonsten mit Mangold probieren), dazu das leicht süssliche der Rosinen. Mir hat es allerdings besser geschmeckt, nachdem es noch ca. 10 min. nachgezogen hat.

Grotto Raffael, Losone, gut essen im ehemaligen Steinbruch

Grotto Raffael, Vicolo Canaa 21, Losone, Tel. 091 791 1529, Ruhetag: Montag, doch am besten vorher anrufen, eine Reservierung empfiehlt sich ohnehin


Diese Jahreszeit geniesse ich ganz besonders hier im Tessin, die Natur erwacht mit aller Kraft und plötzlich blüht alles gleichzeitig um die Wette. Verlässt man den Gotthard-Tunnel auf der Alpensüdseite sieht man endlich wieder blühende Forsythien-Hecken an der Autobahn. Die diversen Kamelienarten stehen in unendlich vielen Farben in voller Blüte und nächste Woche findet in Locarno das Kamelienblüten-Fest statt. Die von mir so geliebten Mimosen stehen schon kurz vorm Verblühen und überall sieht man die Magnolien bereits in voller Pracht. Der Frühling lässt sich nicht mehr aufhalten und ich kann mich nicht satt sehen.

Auch die meisten Grotti beenden ihre Winterpause. Die Nicht-Tessin-Reisenden fragen sich sicherlich, was "Grotti" sind. Wolfram Siebeck beschreibt sie in "DIE ZEIT" so: "Grotto heißen sie im Singular, das bezeichnet einen rustikalen Typ von Kneipe, die von naiven Geistern für den Inbegriff einer wahrhaften und authentischen Gastronomie gehalten wird. Woanders nennt man sie Beiz, Beisl und Bistro". Einen gut gemachten Bericht über Grotti gibt es auch bei Jürgen Weber (klick hier) zu lesen.

Das Grotto Raffael in Losone beim Municipio gelegen hat auch erst seit ein paar Tagen wieder geöffnet. In dem großen Garten wird noch nicht serviert, auch wenn das Wetter schon mitspielt. Wir dürfen wenigstens unseren Aperitivo draußen trinken, dazu serviert die freundliche Signora uns ein paar frisch gebratene, noch lauwarme Polpette, das sind kleine, wunderbar gewürzte Fleischküchlein.

Danach gehts die Treppe hoch in den mit Kamelienblüten dekorierten Speiseraum mit dem schönen großen Kamin. Als Tagesmenu gibt es als Vorspeise Feldsalat mit Ei und danach entweder Polpette mit Gemüse und Rosmarinkartoffeln oder Rindsragout mit Tagliatelle, das Gerhard sehr gut geschmeckt hat:





Eine schöne Sitte ist es, im Grotto Raffael das Essen nicht auf dem Teller zu servieren, sondern in Schüsseln, aus denen man sich nach Belieben bedienen kann.

Dazu getrunken haben wir Terre di Gudo von Tamborini, der uns wesentlich besser geschmeckt hat als der offen ausgeschenkte Merlot bianco.

Samstag, 24. März 2012

Cantina il Cavaliere di Roberto Belossi, Contone (Gambarogno)

Cantina il Cavaliere di Roberto Belossi, Via Cantonale, Contone



Bereits seit längerem habe ich geplant, hier bei Ti saluto Ticino Tessiner Winzer und ihre Weine vorzustellen. Doch mit welchem soll ich meine kleine Serie beginnen? Meine Wahl ist auf Roberto Belossi gefallen. Seine Cantina il Cavaliere liegt in Contone am Gambarogno, dort wo auch wir wohnen, wenn wir mal wieder ein paar freie Tage im Tessin genießen dürfen. Also, was liegt näher, genau hier, in einer Region, die uns besonders am Herzen liegt, meine kleine Tessiner Weinreise beginnen zu lassen.

Die Wurzeln der Cantina il Cavaliere reichen bis ins Jahr 1895 zurück, als der Urgrossvater von Roberto Belossi einen landwirtschaftlichen Betrieb gründete, dem dann später Weinbau zugefügt wurde. Die Rebstöcke erstrecken sich am Fusse des Monte Ceneri entlang über acht Hektar und werden nach den Richtlinien der integrierten Produktion bearbeitet. Die Trauben werden von Hand geerntet und sorgfältig ausgelesen, dann in Stahltanks vergärt. Die Reifung erfolgt in Barriques, die in klimatisierten Kellern gelagert sind. Es werden jährlich mehr als 60.000 Flaschen abgefüllt, alle mit der Bezeichnung D.O.C. Die Cantina produziert drei Sorten Weisswein, einen Rosé und sechs Sorten Rotwein.

Vor ein paar Jahren war die Cantina il Cavaliere noch relativ unbekannt. Auch wir fuhren immer, wenn wir bei der Anreise die Autobahn Bellinzona Süd verliessen, an dieser direkt an der Kantonalstraße links gelegenen Weinkellerei mit dem Schild aperto (manchmal stand da auch chiuso ;-) vorbei. Doch so nach und nach konnte man die Weine auf den Speisekarten der besseren Restaurants und Grotti entdecken und häufig bestellten wir den Gambarogno Bianco 2011 zu fritto misto di lago, wozu er ausgezeichnet passt

Der sympathische Strahlemann oben auf dem Foto ist Roberto Belossi. Ich habe gefragt, ob er einen Lieblingswein habe. "Ja", meinte er, "montags dieser" (und zeigt auf einen Wein im Regal), "dienstags dieser" (und zeigt auf den nächsten Wein) "und mittwochs...." Wobei er mir schon verraten hat, dass seine neueste Kreation, der Artù, der zu 50 % im Stahlfass und zu 50 % im Barrique ausgebaut wird, ihm schon besonders gut gefällt.

Da wir Rotweine nicht so gut vertragen, habe ich mich leider auf die Weissweine beschränken müssen: Gambarogno Bianco 2011 (100 % Merlot-Traube), Il Cavaliere Bianco 2011 (Chardonnay, Doral, Sauvignon) und Lansilò Bianco 2011 (ebenfalls 100 % Merlot). Und ein Fläschchen Artù musste trotzdem noch mit. Ach, ja, einen ausgezeichneten Grappa gibt es auch noch.


Freitag, 23. März 2012

Ristorante Aerodromo, Ascona, wird zum Ristorante Aerodromo da Nani

Ristorante Aerodromo da Nani, Ascona, Via Aerodromo 3, Tel. 091 791 13 73
geschlossen: Mittwoch ganz, Donnerstag mittags

Von dem legendären Ristorante Aerodromo habe ich schon klick hier erzählt und von einem traumhaften Nachmittag und dem Stöbern in der Vergangenheit mit Silvio im Aerodromo kann man klick hier lesen. Ende letzten Jahres hat Silvio sich leider aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen müssen. Nun wird das Aerodromo von Hernani (genannt Nani) Fernandes mit seiner Frau Carmita geführt. Er war viele Jahre Küchenchef im ehemaligen Albergo Navegna in Minusio (dem heutigen Giardino Lago).

Wir sitzen bei Sonnenschein mit Liane und Arno im schönen Garten und lassen uns erzählen, was es abgesehen von der schönen Speisekarte noch gibt. Unsere Wahl fällt auf:

Carpaccio di pescatrice e tartare di tonno, condito all' olio extra vergine d'oliva e succo di limone verde
Seeteufelcarpaccio und Tunfisch-Tatar mit feinem Olivenöl und Saft von grünen Zitronen




Für Arno gibt es Scampi alla piastra con foglio d'insalata croccante e salsa all'olio di nocciola - tatsächlich waren es allerdings Langoustines oder Kaisergranat. Wenn ich das gewusst hätte ... ich liebe Langoustines, Scampi haben mich weniger interessant und so wähle ich für mich:
Fantasia di cruditè di verdure fresche, avocado al fior di sale - eine schöne Auswahl von gekochten und rohen Gemüsen und Salaten und Avocado mit Fleur de sel, schon optisch sehr ansprechend:


Für Liane und Gerhard gibt es anschliessend Pasta, natürlich hausgemacht: Tortelloni di freschi ripieni alla ricotta, al burro e salvia - frische Tortelloni mit Ricotta und Kräutern gefüllt, mit Butter und Salbei



Arno und ich folgen der Tagesempfehlung: ein Teller mit gegrillten Fischen: Eglifilets, ein Stück Tunfisch, eine Jakobsmuschel uuuund... hach, noch eine Langoustine, dazu köstliche perfekt gegarte Gemüse



So, jetzt für alle Süssschnuten und stellvertretend für alle für zorra von kochtopf today gibt es auf diesem Blog endlich mal etwas ausser Schokoladeneis zu sehen - und das gleich dreifach (Eine am Tisch wählte statt Dessert Espresso und Grappa, wisst ihr wer?)

Gratinierte frische Himbeeren mit hausgemachten Sahneeis für Liane


Die Früchte mit hmmm... ??? einem Sorbet, auf jeden Fall sehr gut und hausgemacht mit Maracuja-Coulis


Für meinen Schokotiger gibt es, wie kann es anders sein, dreierlei von Schokolade, ein warmes Schokoladentörtchen mit zartschmelzendem Kern, eine Schokoladenmousse und ein hausgemachtes Eis aus weisser Schokolade:


Getrunken haben wir von der Cantina Kopp von der Crone Visini den Mattobianco 2009, eine Assemblage von Viognier, Sauvignon, Kerner und wie sich herausstellte, war dies eine ausgezeichnete Wahl, sowohl zur Vorspeise als auch zum Fisch.

Die Fotos habe ich übrigens ganz alleine gemacht - ohne den Fotografen - bei solch strahlendem Sonnenschein gelingen auch mir schöne Fotos mühelos.

Donnerstag, 22. März 2012

Ankommen im Ristorante Rodolfo, Vira, Gambarogno

Ristorante Rodolfo, Vira-Gambarogno
Tel. 091 795 15 82
täglich geöffnet, Sonntagabend geschlossen.

Ankunftstag im Tessin, das bedeutet für uns entweder Mittagessen hinter dem Gottard oder, wenn wir etwas später von zu Hause abfahren, ein frühes Abendessen auf "unserer Seeseite" am Gambarogno, entweder im Al Portico in Gerra oder im Roccobello oberhalb von Gerra mit einem traumhaften Blick auf den Lago.

Heute Abend waren wir, wie schon so häufig, mit Melanie und Andreas im Rodolfo zu Gast. DIE Spezialität dort sind Fritto Misto di Lago, super frisch, super köstlich und das bestellen wir auch meistens. Doch mir steht heute Abend der Sinn nach etwas Einfachem:

hier der für mich erste grüne Spargel der Saison mit etwas Butter und Parmesan:

Danach dann etwas ebenso einfaches wie köstliches: Pasta in Tomatensauce:

Gerhard und Andreas bestellen die Spargelcremesuppe mit knusprigen Croutons (ich darf probieren: köööstlich!)
und anschliessend für den Rest des Tisches die wunderbaren Fritto Misto di Lago:

Hier noch für Gerhard das obligatorische Schokoladeneis (GSS: 7,0) - man beachte rechts das kleine, sich dezent im Hintergrund haltende Dessert von Melanie zum Vergleich:


Man merkt, dass heute Abend der Fotograf dabei war. Endlich mal wieder gelungene Fotos. Ich sollte ihn öfter mitnehmen.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Ti saluto Ticino hat Nachwuchs bekommen: Bonjour Alsace!


In meinem Blog Ti saluto Ticino schreibe ich über meine kulinarischen Reiseerlebnisse im Tessin. Dazu gehören auch Rezepte, teils aus Kochbüchern, teils bei anderen Foodblogs entdeckt und teilweise sind es Eigenkreationen oder Gerichte, die seit vielen Jahren schon in unserer Familie zubereitet werden. Vieles passt nicht zu dem Thema Tessin und daher habe ich mich entschlossen, ein neues Blog mit dem Titel


zu schreiben.

Hier werden ab sofort immer mal wieder Rezepte, Berichte über von mir besuchte Restaurants oder Winzer oder über sonstige kulinarische Themen veröffentlicht. Nicht regelmässig, aber immer, wenn ich Lust habe zu schreiben und ich dazu die Zeit finde ... und vor allem, wenn ich NICHT im Tessin bin. Dann sobald ich mich dort aufhalte, wird es weiterhin heissen Ti saluto Ticino.

Montag, 27. Februar 2012

Salat von Mönchsbart auf römische Art

Insalata di barba di frati (agretti) alla romana

Vor einiger Zeit habe ich Catalugna mit einem Dressing alla romana zubereitet, das mich sehr begeistert hatte. Ich konnte mir es genauso gut auch für einen lauwarmen Salat mit Mönchsbart, der hier barba di frati oder agretti gennant wird, vorstellen und richtig: DAS war der absolute Knaller, ich hätte mich reinsetzen können. Diese Zubereitungsart für Barba di Frati hat mir sogar noch besser geschmeckt, als die Versionen mit Pasta, die ich letzte Saison daraus gepostet hatte.

Zutaten für 2 Personen:

1 Bund Mönchsbart
5 Anchovisfilets, klein gewürfelt
1/2 kleine Zwiebel in hauchdünne Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe, feinst gewürfelt
1 kleine Chilischote, klein gewürfelt
2 EL bester Weinessig
Salz, Pfeffer,
1 TL Dijonsenf
3 EL Olivenöl

Zubereitung:

Die Wurzeln des Mönchsbarts großzügig abschneiden und dann gründlich waschen, er kann ziemlich sandig sein. In einem großen Topf Wasser aufkochen, kräftig salzen und den Mönchsbart ca. 5 Minuten kochen. Abschütten und noch heiss wieder in den Topf zurückgeben. Direkt mit den Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Anchovis mischen.

In einer genügend großen Salatschüssel eine Vinaigrette aus Essig, Salz, Pfeffer und Senf rühren, das Olivenöl dazu geben , schön cremig rühren und dann den Mönchsbart aus dem Topf in die Salatschüssel dazu geben, alles gründlich mischen und geeeeeniiiiessen... kööööööstlich
(Wer mag, kann noch Parmesanspäne dazu geben).

Sonntag, 26. Februar 2012

Tessiner Spezialitäten: Affettato Misto oder Piatto Ticinese mit dem berühmten Valle Maggia Pfeffer


Im Tessin findet man Affettato Misto, diese verschiedenen Sorten von hauchdünn aufgeschnittenen Tessiner Wurstwaren, bis in die abgelegensten Täler auf fast allen Speisekarten. Unsere stammen von der Macelleria Efra in Gordola. Dort gibt es Schinken und Salami in einer grandiosen Qualität, Pancetta sowie Carne Seca



und Käse aus dem Valle Verzasca kann man auch dort kaufen. Das Pane Valle Maggia dazu stammt von der Panetteria Al Porto, die man u.a. in Ascona und Locarno findet und das mit seiner knusprigen Kruste sooo köstlich schmeckt, dass man davon immer mehr isst, als man eigentlich will.

Dazu dann ein paar eingelegte Zwiebeln und vor allem der berühmte Pepe Valle Maggia, ein geschroteter Pfeffer mit Wein und diversen Kräutern, der einfach nur über Käse oder Salami gestreut wird und das Ganze abrundet.

Samstag, 25. Februar 2012

Winterpause beendet im Grotto Lauro, frühlingshafte Temperaturen und das erste Capretto der Saison

Grotto Lauro, Arcegno, Tel. 091 791 42 96, Ruhetag: Montag

Nachtrag Herbst 2016: Leider bleiben die Pforten dieses taditionsreichen Grottos geschlossen, Ruth und Aldo Siegel haben sich in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.


Nachtrag Frühling 2017: Das Grotto ist ab sofort wieder unter neuer Leitung geöffnet.




Wir haben Besuch von Barbara und Armin, die das Tessin bisher noch nicht kannten. Dafür macht die Sonnenstube der Schweiz ihrem Namen alle Ehre und präsentiert sich von ihrer schönsten Seite, wir haben Sonne pur und frühlingshafte Temperaturen.


Glücklicherweise hat eines unserer Lieblings-Grotti, das Grotto Lauro von Ruth und Aldo Siegel in Arcegno, die Winterpause beendet und wir verbringen dort einen wundervollen Mittag in der warmen Sonne bei köstlichem Essen und kühlem Merlot bianco... mmmmhhh.. was geht es uns wieder gut!

Ich glaube, wenn Gerhards Auto auf dem Parkplatz vorfährt, rennt Aldo in die Küche und schliesst mit dem Koche eine Wette ab, dass der Gast, der jetzt gerade kommt, die (natürlich hausgemachten) Tortellini in Gorgonzolasauce bestellen wird . Er hat diese Wette in 25 Jahren noch nie verloren, stimmt's Aldo? Auch diesmal wieder enttäuscht mein Mann nicht und ordert seine heissgeliebten Tortellini, Barbara schliesst sich ihm an,


Armin probiert die Tagesempfehlung: hausgemachte grüne Tagliatelle mit den ersten Spargelstückchen aus Italien, kleinen Lughanighe-Klösschen in einer leichten Sahne-Weisswein-Sauce



und ich wähle die Antipasti, bei denen mir das Vitello Tonnato immer wieder besonders gut schmeckt:



Anschliessend gibt es für die Signori das erste Capretto (Gitzi) für diese Saison. Normalerweise ist das Zicklein ab spätestens Ostern auf fast allen Speisekarten im Tessin zu finden - ein Glück, dass es heute im Grotto Lauro angeboten wird. Die Herren können von Pasta nicht genug bekommen und wählen als Beilage hausgemachte Tagliatelle (ansonsten hätten noch Polenta oder Rosmarin-.Kartoffeln zur Verfügung gestanden).


Barbara und ich werden verwöhnt mit einem grandiosen Steinbutt, in etwas Weisswein, Butter, frischen Tessiner-Kräutern und jungem Knoblauch gedünstet, dazu Safran-Risotto, köstlich!!! Ich muss nur beim nächsten Mal daran denken, bei der Bestellung darum zu bitten, den Fisch etwas kürzer zu garen (ich mag ihn gerne ganz leicht glasig)



Es gibt Leute, die müssen danach noch ein Schokoladeneis haben (heutige GSS: 8,0) ;-)
Barbara und Armin teilen sich das grandiose Dessert des Hauses, Mascarpone-Creme mit Früchten:



Vielen Dank für diesen wundervollen Mittag bei Euch,  liebe Ruth, lieber Aldo, wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

Tessiner Küche: Involtini di verza alla Ticinese



Kohlrouladen auf Tessiner Art

Das Rezept für diese Kohlwickel habe ich in dem schönen Kochbuch "Le donne contadine ticinesi cucinano - Tessiner Landfrauen kochen"  gefunden und in leicht abgewandelter Form nachgekocht:

Zutaten für 4 Personen:

1 schöner Kopf Wirsing
2 Brötchen
100 ml Milch
100 ml Sahne
200 g gehacktes Kalbfleisch
200 g gehacktes Schweinefleisch
(bei mir: 400 g Rinderhack)
2 Eier
200 g geriebener Parmesan
50 g Pancetta
1 Zwiebel, geschält und fein gewürfelt
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Anbraten
ca. 200 ml Weisswein
ca. 400 ml Gemüsebrühe (bei mir selbstgekochter Rinderfond)

Zubereitung:

Den Wirsingkopf in einen großen Topf kochendes Salzwasser geben, nach 1 Minute wieder heraus holen und die äusseren Blätter (die, die sich leicht lösen lassen) entfernen. Dann wieder ins kochende Wasser geben, wieder raus und die folgenden Blätter ablösen, so lange, bis man ca. 8 - 10 schöne, genügend große Blätter abgelöst hat. Diese zum Trocknen auf einem Geschirrtuch auslegen. (Den restlichen Wirsing habe ich in Streifen geschnitten und mit Chili und Zwiebel kurz in Olivenöl angeschmort, gesalzen, gepfeffert und dazu serviert).

Die Blattrippen mit einem scharfen Messer flach abschneiden, ungefähr so:

Die Brötchen in der lauwarmen Milch-Rahm-Mischung einweichen und anschliessend gut ausgedrückt unter das Hackfleisch mischen, Eier, Käse, Pancetta und Zwiebelwürfel beifügen, kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf die abgekühlten Wirsingblätter verteilen, aufrollen (dabei die Seiten jeweils zur Mitte einschlagen) und mit einer Küchenschnur verschliessen.



Im Olivenöl von allen Seiten schön kräftig anbraten, mit Wein und Fond ablöschen und eine gute Stunde bei niedriger Temperatur schmurgeln lassen. Danach die Kohlrouladen rausnehmen, zur Seite stellen, die Sauce evtl. noch etwas einkochen lassen, abschmecken (wer mag evtl. mit 1 TL angerührter Speisestärke leicht abbinden, was bei uns nicht nötig war).

Dazu gab es Dampfkartoffeln und das Wirsinggemüse:








Mittwoch, 22. Februar 2012

Bruschette mit Catalogna - der Rest muss auch noch verarbeitet werden








Zutaten für 2 Personen:
2 Stauden Catalogna (ich habe davon nur die Stiele verwendet, das Grün kam gestern in den Salat)
1 kleine Zwiebel, geschält und in Spalten geschnitten
1 Chilischote, in feine Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe, geschält, feinst gewürfelt
4 Anchovisfilets, in kleine Stücke geschnitten
2 EL Olivenöl
2 Scheiben geröstetes Pane Valle Maggia, ansonsten schönes Landbrot
ein paar Zitronenstücke






Zubereitung:

Die Zwiebel in dem Olivenöl anbraten, Anchovis, Knoblauch und Chili hinzu, dann die in Stücke geschnittene Catalogna. Bei mittlerer Hitze bissfest schmoren, evtl. salzen, obwohl die Anchovis bereits genügend Salz mitbringen, etwas pfeffern.



Auf geröstetem Brot (ich habe das Brot noch mit einer halbierten Knoblauchzehe kräftig abgerieben) anrichten und mit Zitrone zum beträufeln servieren.







Dienstag, 21. Februar 2012

Catalogna oder Puntarelle?







Puntarelle oder Catalogna? Das ist hier die Frage....








Trotz intensiver Recherchen konnte ich die Frage nicht eindeutig klären, worum es sich bei diesem dem Löwenzahn ähnelnden Gemüse oder Salat, den ich bei meinem Tessiner Bio-Bauern Punto Verde entdeckt habe, handelt. Ich denke mal, es handelt sich um Catalogna Gigante di Chioggia, denn für Puntarelle waren die Stiele nicht knackig genug. Diese sollen im Originalrezept in dünne Spalten/Streifen geschnitten werden und dann so lange (mind. 1 Std.) im Eiswasser liegen, bis sie sich leicht kräuseln - wo bleiben denn denn da die Vitamine?





Und da ich nicht gerade sehr entscheidungsfreudig war, habe ich zwei Varianten ausprobiert, einmal alla Romana als Salat zubereitet und einmal die Stiele geschmort und auf geröstetem Valle Maggia Brot als eine Art Bruschetta.

Doch erst mal die Salat Variante:

Zutaten für 2 Personen:

2 Stauden Catalogna
4 - 5 eingelegte Anchovis, klein gehackt
2 EL Rotweinessig
1 kleine Knoblauchzehe, feinst gehackt
1 kleine Chilischote, klein gewürfelt
4 EL Olivenöl

Zubereitung:

Catalogna putzen, gründlich waschen und das Grüne von den Blattstielen streifen oder schneiden. Ich habe nur das Grüne verwendet, die Stiele kommen morgen dran.
Die Anchovis so lange in Rotwein verrühren, bis sie ein wenig auseinanderfallen. Knoblauch und Chili unterrühren und mind. 15 min. ziehen lassen, dann das Olivenöl unterrühren, abschmecken und mit dem Salat vermischen.



Und die Bruschette gibt es morgen ;-)


Sofern mich Blogger lässt... denn ich habe seit gestern ziemliche Probleme mit dem Posten bzw. auch Bearbeiten von Posts. Da erschien das sich ständig drehende Ladezeichen und nichts tat sich. Auf den Google Hilfeseiten wurde ich fündig:



Unter Einstellungen - grundlegend - globale Einstellungen: den alten Editor wählen. Das ist zwar ein bisschen mühsam, vor allem bei den Fotos - irgendwie bekomme ich sie nicht an die Stelle, an die sie sollen, aber so kann ich wenigstens meine Posts veröffentlichen.

Montag, 20. Februar 2012

Giardino Lago, Minusio

Hotel & Ristorante Giardino Lago, Minusio, Tel. 091 786 95 95
ganzjährig geöffnet, im Restaurant ist bis 9. April dienstags Ruhetag, ab dann täglich geöffnet










Im Dezember 2011 hat in Minusio in traumhafter Lage direkt am See das Giardino Lago eröffnet. Das ehemalige Hotel Navegna (dessen Besitzer jetzt in Ponte Brolla das Ristorante Tre Terre führt) wurde komplett umgebaut und ist ein richtiges Schmuckstück in hellen, freundlichen Farben geworden. Leider konnten wir nicht auf der traumhaft schönen Terrasse sitzen, dazu war es zu windig heute.

Aus der schönen Auswahl von Tapas hatten wir:

Tortilla con patate e prosciutto crudo ticinese, Tortilla mit Kartoffeln und Tessiner Rohschinken

Vitello tonnato – Fettine di vitello con salsa tonnata, Vitello tonnato – Feine Kalbstranchen an Thunfischsauce

Carpaccio di filetto di manzo scottato con erbette, Sautiertes Rindsfilet-Carpaccio mit Kräutern


Insalatina di polpo e patate con vinaigrette al limone, Pulpo-Kartoffelsalat an Zitronen-Vinaigrette

Es gibt eine schöne Auswahl an Pasta und Fischgerichten, doch die Spezialität des Hauses ist für Fleischtiger:

US Beef, Bison, Kalbskotelettes, im 800 Grad heissen Hochleistungsofen zubereitet, das bildet in kürzester Zeit eine feste Fleischkruste. Das Fleisch zieht danach bei gut 65 Grad nach und erreicht durch die Kombination von hoher Hitze und „des ruhen lassen“, eine unvergleichliche Zartheit und Aromaentfaltung.


Ein sehr schönes Ambiente, ein freundlicher, aufmerksamer Service und offensichtlich auch sehr kinderfreundlich: Am Nachbartisch war ein Tisch für Gäste, die mit Kleinkindern kamen, eingedeckt mit Hochstuhl und zum Ambiente passenden Kissen und dazu passenden Gläsern und Geschirr. Natürlich wurde auch den Kindern zuerst serviert, was leider noch lange nicht überall selbstverständlich ist.

Wir haben uns sehr wohlgefühlt und kommen sicherlich wieder,