Sonntag, 19. Juni 2011

Osteria Al Sasso, Avegno Gordevio, Valle Maggia

Osteria Al Sasso, Via Cantonale, Avegno Gordevio, Tel. 091 796 23 08, Ruhetag: Montag, Januar und Februar geschlossen

Diese Osteria liegt direkt zu Beginn der Strasse ins Valle Maggia in Avegno. Von Ascona sind es nicht mal zehn Minuten Fahrzeit.

Es giesst in Strömen, aber wir sitzen draußen - herrlich. Der freundliche Kellner bringt mir noch eine Decke. Ich brauche sie zwar nicht, aber fühle mich wunderbar umsorgt. (Um das zu toppen muss sich Gerhard jetzt aber anstrengen ;-)

Der Aperitivo wird gebracht, mit noch lauwarmen Grissini und zwei Stückchen ebenfalls lauwarmem Brot mit Parmaschinken. Wir vertiefen uns in die Speisekarte, die zwar nicht sehr umfangreich, aber dennoch beeindruckend ist. Es gibt ein kleines, preiswertes Mittagsmenu mit 3 Gängen, ein saisonales Menu: Kartoffel-Gnocchi mit Butter und Salbei, Lammkotelette mit Senfsauce und Beilagen oder Zanderfilet in Weinsauce, Reis und Gemüsen und anschliessend gratinierte Johannisbeeren.

Unter den kalten Vorspeisen kann man wählen zwischen einem der Jahreszeit angepassten Salat,

Thunfisch-Carpaccio mit Wasabisauce, Tatar vom geräucherten Lachs mit Zitronengras-Sauce oder Rinds-Tatar. Als Pastagang gibt es heute entweder Ravioli gefüllt mit Rindsbraten und Polenta oder Penne mit hausgemachtem Bärlauch-Pesto.

Unter den Hauptspeisen gefiel mir am besten
Filetto di Lucioperca in salsa ai gamberi, riso ai tre grani - Zanderfilet mit Garnelensauce, Dreikornreis und Gemüse

Ansonsten standen heute noch auf der Karte: in Rosmarin gebratene Perlhuhnbrust, Lammfilet auf Kräutersauce und Entenbrust in Orangensauce. Wer denn noch einen Mitesser findet, darf auch die köstlichen Risotti probieren, für die das Al Sasso bekannt ist und die es leider erst ab 2 Personen gibt.

Leider war schlechtes Wetter, für schöne Fotos schon ein wenig zu dunkel. Ich hätte meinen Assistenten mitnehmen sollen, der macht bessere Fotos ....

Fazit. Für uns war das heute eine wunderbare Neuentdeckung. Eine abwechslungsreiche Speisekarte, eine freundliche Bedienung, ein schönes Ambiente. Auch bei schlechtem Wetter sitzt es sich drinnen vor dem großen beheizten Kamin sehr gemütlich. Wir kommen gerne wieder - dann bei hoffentlich besserem Wetter. Gerhard ist es übrigens doch noch gelungen, den freundlichen Herrn im Service zu toppen: Bei strömendem Regen rennt er wagemutig zum Auto, fährt bis zum Eingang vor (er wäre wahrscheinlich sogar die Treppen hochgefahren, hätte ich ihn nicht davon abgehalten - ehrlich!), zaubert von irgendwoher einen RIIESEN-Schirm und kommt mich dann abholen.

Samstag, 18. Juni 2011

Für's Ankommen: Grotto Sprüch, Lodiano

Grotto Sprüch, Ludiano, Tel. 091 870 10 60, Ruhetag: Montag, Betriebsferien: Anfang Januar für ca. 3 Wochen, mittags und abends geöffnet

Ludiano liegt im Valle di Blenio, von dort aus kann man auch in Richtung Passo del Lucomagno,  Lukmanierpass, fahren. Für uns war dies heute ein kleinerer Tagesausflug (gute 35 min vom Gambarogno aus zu fahren), es kommt trotzdem in die Rubrik "Für's Ankommen", weil es auf der Gotthard-Route gerade mal höchstens 10 Minuten von der Autobahnausfahrt Biasca zu fahren sind und weil wir uns dort heute so wohl gefühlt haben, dass wir beim nächsten Mal sicherlich bei der Anreise nochmal vorbei kommen wollen.

Hier die Pfarrkirche S. Secondo (damit man sieht, dass wir (ein bisschen) die Kultur unterwegs nicht ganz außer acht lassen ;-)


Aber nun geht's zum Ziel unseres kleinen Ausflugs: Grotto Sprüch.  Hier beim Eingang sieht man sehr gut, dass dieses Grotto in den Stein gebaut wurde:



Und so sieht das Ganze von der Rückseite aus:


Hier der Blick ins Innere - man richte den Blick auf die Decke:


Dies ist sicherlich eines der ursprünglichsten Tessiner Grotti - wenn nicht sogar DAS ursprünglichste Grotto überhaupt. Die Grotten als natürliche Felshöhlen waren ursprünglich Aufbewahrungs- bzw. Reifekammer für Wein, Käse, Wurst und sind erst seit dem 19. Jahrhundert öffentlich zugänglich.

Im Grotto Sprüch wird noch die ursprüngliche Tessiner Küche gepflegt, es gibt Polenta, Risotto, manchmal Gnocchi, alles selbstverständlich hausgemacht. Dazu dann Brasato al Merlot, Ossobuco, Mortadella fegato, Arosto di Vitello und das alles nicht ständig verfügbar, sondern hier wird täglich frisch gekocht. Eine Speisekarte oder Weinkarte gibt es nicht. Man bespricht mit Milena das Menu (oder ruft vorher an und erkundigt sich, was es zu essen gibt).

Wir hatten einen Piatto Ticinese - die Tessiner Wurstwaren -


dazu knuspriges, frisches Brot und anschliessend gab es für Gerhard Brasato al Merlot mit frischen, hausgemachten Gnocchi


und für mich diese köstlichen, leichten Dinger mit Gemüse und Käse



Als wir ankamen, wurden wir von zwei Herren, die draußen sassen, mit einem freundlichen "Buongiorno" begrüsst. Einer stellte sich als Oliviero Rusconi heraus, der uns anschliessend sooo gut bekochte. Wer der andere Herr war, erfuhr ich erst bei meiner Weinbestellung. Das war Giuseppe Ferrari, der Weinproduzent aus Ludiano, dessen Nostrano ich hier probiert habe. Ein wunderbar leichter, süffiger Wein, der aus Merlot und Bondola gekeltert wird - köstlich! Ach, wie gerne hätte ich ein paar Fläschchen mitgenommen, doch leider gibt es ihn nicht in Flaschen abgefüllt, sondern nur im Fass.

Na gut, dann muss ich da halt wieder hin!

Freitag, 17. Juni 2011

Ristorante Stazione da Agnese e Adriana, Intragna

Ristorante Stazione da Agnese e Adriana, Intragna, Tel. 091 796 12 12, täglich geöffnet, mittags und abends


Agnese Broggini, die charmante Gastgeberin im Ristorante Stazione sitzt bei unserer Ankunft draußen an einem der Tische auf der Terrasse. Sie begrüsst uns herzlich und begleitet uns an unseren Tisch, von dem wir diesen grandiosen Ausblick ins Centovalli geniessen dürfen

Wir sind an diesem Abend die ersten Gäste, es ist warm, sehr warm, gewittrig, doch die weit geöffneten Fenster bringen ein kühles Lüftchen. Agnese trägt uns die Tagesempfehlungen vor, dann vertiefen wir uns in die interessante Speisekarte. Ich entscheide mich für den Kräutersalat, der mit einer Ziegenkäsemousse und mit der köstlichen Feigensenf-Vinaigrette serviert wird.

Hier die Vorspeise, für die sich der Assistent bzw. Fotograf (im Hintergrund - ohne Fotoapparat - zu sehen) entschieden hat: lauwarmes Forellenfilet mit kleinem Salat:


Melanie geniesst einen Salat mit warmen Pilzen, Gerhard eine köstliche Zuppa Pavese. Gerne hätten wir als Hauptgericht das legendäre Kalbskotelette gewählt, das es leider an diesem Abend nicht gibt. Dafür aber Kalbspiccata mit Risotto für den Fotografen, Kalbsleber auf Gemüse, serviert mit einem Rosmarin-Rösti für Melanie und Gerhard:

und für mich Wolfsbarsch (leider eine Spur zu lange gebraten) mit Spinat und Kartoffelstock mit Vanille


Dazu dürfen wir jeweils ein wenig des legendären Risotto probieren, das eigentlich zum Picata gehören sollte und für das Agnese schon seit Jahrzehnten berühmt ist - ich liiieebe es!
Hier serviert in einem ausgehöhlten Pecorino.

Als Dessert gibt es für die Süssschnuten fragole al pepe, Erdbeeren mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer, mehr wird nicht verraten, denn das wird gesondert geblogt. ;-)

Dafür dann ein Foto vom "einfachen" Espresso:

Ein wunderschönes stimmungsvolles Video dieser Tessiner Restaurant-Legende kann man bei Stefan von Ticinus Media anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=Zc32-LIhLaE

Fazit: ein schöner Abend mit einer reizenden Gastgeberin. Mille Grazie, Agnese, wir kommen gerne wieder und essen dann Kalbskotelettes ;-)

Donnerstag, 16. Juni 2011

Meine Ferienküche: Bruschetta mit Pfifferlingen

Bruschetta mit Pfifferlingen



Einfach, schnell, köstlich!

Juchhuuu, es gibt sie wieder: frische Pfifferlinge. Gerhard hat sie gestern beim Einkaufen entdeckt und dann schnell diese Köstlichkeit daraus gezaubert.

Pfifferlinge (500 g für zwei Personen sind gerade richtig) putzen, mit dem Pinsel alles, was da nicht dran gehört entfernen. Falls das nicht ausreicht, dann müssen sie halt geschwaschen werden, aber nur ganz kurz und dann sofort schön abtrocknen.

In einer gut heissen Pfanne in etwas Olivenöl anbraten (Pfifferlinge müssen beim Anbraten pfeiffen!), dann Hitze herunter schalten, Zwiebelwürfel dazu, salzen, pfeffern. Am Schluss einen guten Schluck trockenen Weisswein dazu und fein gehackte Petersilie darüber streuen und auf geröstetem Brot servieren.


Mittwoch, 15. Juni 2011

Yachtsport-Resort, Brissago

Yachtsport-Resort, Brissago, Tel. 091 793 12 34, täglich mittags und abends geöffnet, Winterpause für Hotel und Restaurant bis 30.03.2012



Nachdem wir gestern ein paar Besorgungen in Ascona erledigt hatten, zog es uns in Richtung Brissago, da waren wir schon länger nicht mehr. Hier Blick auf den kleinen Bootshafen von Brissago:


Das Yachtsport Resort war unser auserkorenes Ziel. Ein sehr gepflegtes, maritimes Ambiente, ein paar Zimmer und Suiten, Terrassen auf zwei Ebenen und für alle, die auf dem Seeweg anreisen ist gesorgt: Kostenlose Bojen stehen zur Verfügung, kurzer Anruf genügt und man wird mit dem Tenderboot abgeholt.
Wir sind auf dem Landweg angereist, ausreichend Parkplätze stehen auch dafür zur Verfügung.


Platz nehmen kann man auf der oberen Terrasse mit Korbstühlen oder auf der unteren Terrasse mit Steintischen:



Angeboten wird von 12 bis 17 Uhr sowie von 19 bis 23 Uhr ein mediterranes Buffet mit Spezialitäten aus Italien und aus dem Tessin: Diverse Brotsorten, darunter auch das von uns geliebte Pane Valle Maggia, Parmaschinken, Salami, Bresaola, verschiedene marinierte Gemüse, Salate, kleine Cocktailgläser mit Cocktail di Gamberetti, Vitello Tonnato auf Thunfischtatar, Tomatensuppe, klare Gemüsesuppe mit Mittelmeerfischen, Pasta, Risotto, irgendwo gab es auch eine Dessertecke, aber da hab ich nicht so genau hingeschaut.


Dazu kann man sich wahlweise gegrillten Fisch (Lach, Seezunge, Dorade oder Wolfsbarsch) oder gegrilltes Rinderfilet, Kalbfleisch oder Maispoulardenbrust bestellen.

Wir hatten Wolfsbarsch, auf einem Gemüsebett mit Petersilienkartoffeln.



Fazit: Sowohl Ambiente als auch Küche haben uns sehr gut gefallen und wir kommen gerne wieder.

Ein Traum: Ich kauf' mir dann ein Riva-Boot und lege dort an ;-)

Montag, 13. Juni 2011

Wiederbesucht: Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese, Via San Materno 10, Losone (ein paar Autominuten von Ascona), Tel. 091 791 32 30, mittags und abends geöffnet, Ruhetag: Mittwoch
Wiedereröffnung 2016: 4. März

Gestern ist Gerhard angekommen. Weil ich mich sooo darüber gefreut habe (und weil es sein Lieblings-Grotto ist) ging es gestern Abend zum wiederholten Male ins Grottino Ticinese zu Sandra und Claudio Zanoli. Wie immer ein sehr herzlicher Empfang und meinen Lieblingstisch bekamen wir auch noch - wunderbar! Ein schöner Start für einen schönen Abend.

Seit dieses sympathische Paar das Ticinese eröffnet hat, waren wir schon sehr häufig hier zu Gast und waren immer wieder begeistert. Wer mag darf gerne hier und hier und hier und hier und nochmal hier nachlesen, alle anderen fahren einfach selber mal vorbei.

Im Grottino Ticinese fällt einem gleich auf, dass sehr viel Wert auf Tessiner Tradition gelegt wird - dies beginnt bei der Kleidung von Sandra und Claudio und setzt sich fort bis zu der Speisekarte, die in Tessiner Dialekt geschrieben ist. Alle Produkte kommen von namhaften regionalen Produzenten, das Fleisch kommt von Bio Suisse, der Salat aus dem Garten hinter dem Grotto.

Wir sind zu viert und können uns durch eine kleinere Anzahl von diversen Vorspeisen durchprobieren: Zunächst mal das köstliche gegrillte Pane Valle Maggia mit Olivenöl und Knoblauch, Lardo (von Gerhard wieder mit vieeel Pepe Valle Maggia bestreut), I fasöö da la végia" Weisse Bohnen nach altem Rezept und "Lenti e panzetta" Linsen mit Pancetta, "La nosa cicorieta da stagion coi scigol", was übersetzt der von uns so geliebte Cicorieta-Salat mit Zwiebeln ist

und schlussendlich noch ein Polenta-Salat - sehr erfrischend - mit Tomaten, Zwiebeln und Gurken:


Auf der Terrasse im offenen Kamin schmurgelt in einem großen Kessel die Polenta, die es wahlweise mit Rindsragout, Brasato al Merlot:


oder Kalbsbraten, aber auch mit Spiegelei oder Stracchin (Stracchino, ein Blauschimmelkäse) oder Luganighetta gibt. Wer kein Fan von Polenta ist, bekommt zum Brasato dann Tagliatelle:



Und wer das auch nicht mag, der bestelle unbedingt Claudio's köstliches Risotto mit Merlot Rosso, gerne pur oder aber auch mit Luganighetta oder... oder....



Es soll Leute geben, die schaffen danach noch ein Dessert. Nun gut, die Desserts sollen hier spektakulär sein, es gab z.B. ein hausgemachtes Tiramisu:

Und es soll Leute geben, die lieben Schokoladeneis über alles:

Und dafür bekam das Schokoladeneis dann auf der GSS (Gerhard's Schokoladeneis Skala) 8,5 Punkte.

Dass die Fotos diesmal so gut geworden sind, liegt nicht an mir. Eigentlich war es schon ein bisschen zu dunkel zum Fotografieren. Ich habe diese Aufgabe (und meinen Fotoapparat) an Andreas übergeben. Er hat seine Sache so gut gemacht, dass ich ihn kurzerhand zu meinem persönlichen Assistenten gemacht habe - er darf jetzt immer mit.

Samstag, 11. Juni 2011

Tessiner Küche: Scarpazza - ein Tessiner Gemüsekuchen

Scarpazza - ein Tessiner Gemüsekuchen

Dieser Kuchen wird im Tessin auch "Torta di Frà" genannt, vermutlich weil Mönche das Rezept ins Kloster von Bigorio oberhalb von Tesserete gebracht haben. Ob im ältesten Kapuzzinerkloster der Schweiz der (oder die?) Scarpazza noch immer zubereitet wird und wie sie schmeckt, kann ich nicht sagen, aber mir hat diese Variante sehr gut geschmeckt. Ein ähnliches Gericht gibt es übrigens im Misox (Valle Mesolcina) und wird dort Smeazza genannt.

Mein Rezept hier stammt aus einer wunderbaren Sammlung  traditioneller Tessiner Rezepte: "So isst das Tessin", das ich leicht abgewandelt habe.

Zutaten:

1 Zwiebel, geschält, in Würfel geschnitten
2 Stangen Lauch, geputzt und sowohl das weisse und grüne in Scheiben schneiden
500g Spinat
in etwa die gleiche Menge Mangold, in Streifen geschnitten
2 kleine Zucchini, in groben Raspeln
2 Knoblauchzehen, auf dem Trüffelhobel in Scheiben geschnitten
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskat
ca. 300g Alpkäse (möglichst 4 verschiedene Sorten) in kleine Würfel geschnitten
2 Eier
4 EL Buchweizenmehl (bei mir 3 EL Farina Bona, 1 EL Weizenmehl)
1 kleiner Bund Petersilie, fein gehackt
etwas Butter für die Form

Zubereitung

Zwiebelwürfel in etwas Öl andünsten, dann das Gemüse dazu geben und unter Rühren so lange dünsten, bis es beginnt, köstlich vor sich hin zu duften - ich nenne das "anduften". Leicht abkühlen lassen. Falls es Brühe gezogen hat, abgiessen und dabei die Brühe auffangen.

So sieht sie vor dem Backen aus!

Die Eier mit den Gewürzen verrühren, Salz, Pfeffer, Muskat und Petersilie dazu, und mit dem Mehl (bei mir Farina Bona) verrühren. Evtl. mit etwas Wasser und/oder Brühe von dem Gemüse. Den gewürfelten Käse untermischen und in eine gebutterte Gratinform geben. Ca. 45 min bei 180 Grad backen bis die Oberfläche schön knusprig ist.

Man kann die Scarpazza frisch aus dem Ofen essen, oder lauwarm, oder auch am nächsten Tag kalt in kleine Würfel geschnitten zum Apéritif


So sieht sie gebacken aus


Und das war's


Meine Ferienküche: Ich schwelge in Superlativen oder Insalata di Polpo - Oktopussalat

Meine Ferienküche: Insalata di Polpo - Oktopussalat



Nachdem es gestern hier die schnellste Béarnaise der Welt gab, gibt es heute den weltbesten Oktopus-Salat.

Ich liebe Pulpo - in allen Variationen - am liebsten als Salat. Doch mein heutiger Insalata di Pulpo war so was von genial, einfach der weltbeste!

Zutaten:

für den Sud:
1 kleiner Oktopus (Pulpo) (meiner wog ca. 800 g)
2 Lorbeerblätter
grobes Meersalz, Pfeffer
ein ordentlicher Schluck Weisswein
1 Schluck Olivenöl
und etwas Wurzelgemüse oder was sonst noch so im Gemüsefach rumdümpelt, bei mir waren das diesmal Chilischote, Möhre, Sellerie, Zwiebel und ein Rosmarinzweig kam auch noch mit dazu

für den Salat:
2 Stängel Staudensellerie
1 Bund glatte Petersilie
1 Knoblauchzehe
1 Stückchen Chili
1 Zitrone
2 - 3 EL Olivenöl
2 EL Kapern, gehackt

Zubereitung:

Zutaten für den Sud zerkleinern und in wenig Olivenöl leicht anschwitzen. Mit Weisswein ablöschen, kräftig umrühren und den Pulpo dazugeben. NEIN, kein Wasser, so wie das in vielen Kochbüchern beschrieben wird. Der Pulpo gibt ausreichend Flüssigkeit ab und wir wollen den guten Sud doch nicht verwässern.
Bei leichter Hitze dezent schmurgeln lassen, zu hohe Hitze würde das Tierchen nur hart werden lassen. Je nach Größe ist er nach ca. 1 Stunde schön zart gegart, dann den Topf vom Herd ziehen und darin auskühlen lassen.

Entweder stelle ich ihn jetzt mitsamt Kochtopf bis zur Weiterverarbeitung in den Kühlschrank - er hält sich darin sicherlich mindestens 2 - 3Tage - und erwärme ihn dann vor der Zubereitung wieder ein wenig, damit sich der gallertartige Sud leichter löst - oder ich verarbeite ihn gleich, indem ich die Tentakel abschneide. Wer mag, kann auch noch den Körper putzen, Mund mitsamt Kauwerkzeugen abschneiden, ebenso die Augen, mir ist das zuviel.

Den Sud durchsieben und aufbewahren. Pulpo in nicht zu große Stücke schneiden und zur Seite stellen. Staudensellerie ebenfalls in feine Scheiben schneiden und ganz leicht in etwas Olivenöl anschwitzen, bis er anfängt, köstlich zu duften. Salzen und ein wenig pfeffern, Chilischote in feinen Würfeln dazu, ebenso den geschälten Knoblauch, den ich auf der Trüffelhobel in feine Scheiben und anschliessend in Stifte geschnitten habe.

Für die Vinaigrette Zitronensaft, etwas abgeriebene Zitronenschale (bei mir kein Abrieb, sondern hauchdünne Zitronenschale in hauchdünne Stifte geschnitten), Salz, Pfeffer mit dem Olivenöl cremig aufschlagen und die feingehackte Petersilie und die Kapern dazu geben.  Evtl. noch 1 bis 2 EL des Suds dazu geben. (Den restlichen Sud unbedingt aufbewahren, er passt z.B. wunderbar zu einem Risotto mit Fisch oder Frutti di Mare.

Alles in eine Schüssel geben und mischen, mit Salz abschmecken... und dann auf Salat anrichten oder einfach nur so genießen.

Freitag, 10. Juni 2011

Meine Ferienküche: Sauce Hollandaise - Sauce Béarnaise

Meine Ferienküche: Sauce Hollandaise - Sauce Béarnaise

Die schnellste Béarnaise der Welt - so machte diese Sauce die Runde durch viele Food-Blogs. Bei Petra von Chili und Ciabatta klick hier habe ich sie zum ersten Mal entdeckt. Seitdem habe ich sie schon häufiger nachgekocht, jedoch in leicht abgewandelter Form, da wir den Geschmack von Estragon nicht so sehr mögen - ich verwende allerdings einen sehr guten Estragonessig zur Sauce. Sie passt wunderbar zu Spargel, aber auch zu vielen anderen Gemüsen oder zu einem schönen Fisch oder Fleisch.

Zutaten:

150 g gute Süssrahmbutter
2 EL Quark 40 % (das ist wichtig-bei Magerquark tritt der Quarkgeschmack zu sehr in den Vordergrund)
2 Eigelb
1 TL Dijonsenf
1 TL Zitronensaft
1 TL Estragonessig
Salz, Pfeffer
und wer mag 4 Stängel Estragon


In ein schmales, hitzebeständiges Gefäss (ich verwende nach Petra's Empfehlung ein Metallgefäss zum Aufschäumen von Milch, das ich mir eigens für diesen Zweck zugelegt habe) Quark, Eigelbe, Senf, Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Estragonessig geben (wer mag, auch die abgestreiften, feingehackten Estragonblätter).

Die Butter in einem kleinen Topf auf dem Herd sprudelnd zum Kochen bringen.

Die Quarkmasse mit dem Pürierstab (Zauberstab) auf höchster Stufe durchmixen, dabei die kochende Butter zugiessen. Abschmecken und sofort servieren oder kurz im Wasserbad warmstellen.

Ich habe die Sauce auch schon direkt im Wasserbad zubereitet, dafür eignet sich das Metallgefäss bestens. Reste kann man wunderbar darin aufbewahren, einfach im Gefäss in den Kühlschrank stellen, eine Stunde vor Verwendung wieder herausnehmen und im Wasserbad unter gelegentlichem Rühren ca. 5 Minuten aufwärmen.





Donnerstag, 9. Juni 2011

Ristorante Seven Easy, Ascona

Seven Easy, Ascona, täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet, Tel. Nr. 091 780 77 71

Es ist mittlerweile ja schon hinlänglich bekannt, dass ich ein Fan des Seven Easy bin. Mindestens einmal pro Aufenthalt hier im Tessin steht ein Besuch dort an. Häufig mal tagsüber, wenn wir auf Einkaufstour sind zum Abschluss ein Gläschen Prosecco trinken oder aber auch wenn mich die Lust auf Pizza überkommt, zieht es mich an die traumhaft schöne Piazza von Ascona, so auch heute.

Als Vorspeise gab es für mich Oktopus, butterzart, traumhaft, mit einem Mus aus weissen Bohnen und Zitrusfrüchten, dazu Fave und grüne Bohnen

und anschliessend die Pizza Pisciadelle Ligure, mit Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Sardellen, Oliven, Basilikum
Ich weiss, sie ist nicht so fotogen, dafür hat sie aber köstlich geschmeckt. Ich habe mir noch ein wenig der sehr scharfen, in Olivenöl eingelegten Peperoncini darüber geträufelt.

Im Seven Easy gibt es eine ausgezeichnete Weinkarte, wobei auch die glasweise ausgeschenkten Weine sehr empfehlenswert sind. Mir hat sehr gut der Bianco Seven von Delea geschmeckt und anschliessend zur Pizza ein (zwei? drei?) Gläschen Merlot Rosso della Casa, der ebenfalls von Delea stammt. Als Cuvée Seven gibt es offen sogar einen Wein von Meinrad Perler, dem Schweizer Winzer des Jahres 2010, vom Weingut Agriloro aus Arzo.

Wem es anschliessend noch nach Süssem gelüstet, dem sei die Spezialität des Hauses: lauwarmes Schokoladentörtchen mit Früchten - heute serviert mit einer Kugel Erdbeereis - empfohlen

Mittwoch, 8. Juni 2011

Ristorante Roccobello, Gerra-Gambarogno

Ristorante Roccobello, Gerra-Gambarogno, Tel. 091 794 16 19
Nachtrag 2019: Das Ristorante hat das Konzept geändert, geöffnet nur noch zu bestimmten Termin und auf Vorab-Reservierung. Schaut am besten auf der Homepage nach: klick hier

Die Riviera del Gambarogno liegt am linken Ufer des Lago Maggiore und zieht sich von Contone über die Bolle di Magadino bis hin zur italienischen Grenze. Hier geht es etwas ruhiger und beschaulicher zu als in dem quirligen Ascona oder in Locarno, auch gastronomisch gesehen. Umso unverständlicher ist es für mich, dass in dem neu erschienenen Gastro-Führer "Tessin geht aus 2011" das Roccobello nicht mehr aufgeführt ist. Gerade die wenigen lohnenswerten Ristoranti hier am Gambarogno gehören doch unbedingt in diesem Restaurantführer, den ich ansonsten sehr schätze, erwähnt.

Im Roccobello stimmt einfach alles, die Herzlichkeit des Ehepaares Rüegg, sie im Service, er in der Küche, die Atmosphäre im Restaurant mit dem grandiosen Blick auf den Lago Maggiore und dann vor allem die regelmässig wechselnde Speisekarte mit den immer frischen hausgemachten Pasta und/oder Gnocchi.

Manchmal habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich Ernestos Kochkünsten nicht gerecht werde. Ich nehme mir immer wieder vor, eine der Köstlichkeiten von der Speisekarte oder den Tagesempfehlungen zu bestellen und dann überfällt mich beim Betreten des Restaurants der Duft von köstlichen frisch gebratenen Güggeli mit Rosmarin - wie kann ich da noch widerstehen?

Auch heute Abend musste es mal wieder sein und Melanie schliesst sich mir an:  - the same procedure as every year month - ich MUSS das Rosmarin-Güggeli haben. Wir bestellen es und ich nehme mir vor, beim nächsten Mal endlich etwas anderes zu probieren, so wie Andreas z.B. heute:


Perfekt auf den Punkt gebratenes Rinderfilet mit Café de Paris Sauce und wunderbaren Gemüsen.

Davor hatten wir einen gemischten Salat und zum Güggeli gab es wahlweise Rosmarin-Kartoffeln, Reis oder Pasta. Dazu tranken wir Il Castagnetto von Terreni alla Maggia, einen im Barrique ausgebauten Chardonnay, der für unsere Güggeli eine ausgezeichnete Wahl war. Als einziger Kritikpunkt ist zu erwähnen, dass der Inhalt dieser Flasche sich viel zu schnell leerte und wir leider eine zweite ordern musste (die allerdings den gleichen Mangel aufwies).

Für Andreas gab es anschliessend noch ein hausgemachtes Rhabarber-Sorbet, für die Damen Espresso und Nocino.

Ein wundervoller Abend, vielen Dank, Melanie und Andreas.