Freitag, 30. April 2010

Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese, Losone, Via San Materno 10, Tel. 091 791 32 30
mittwochs geschlossen
Wiedereröffnung 2016: Freitag, 4. März

Genau so wie uns immer wieder ein unwiderstehlicher Sog ins Tessin führt, genauso führt uns - sind wir erst mal dort - ein unwiderstehlicher Sog in dieses wundervolle Grotto. Ich habe auch schon HIER klick und dann noch mal HIER klick meiner Begeisterung Ausdruck verliehen.

Diesmal konnten wir wieder draußen an einem der schönen Granittische mit Blick auf die im Kamin kochende Polenta sitzen. Wir sind beide keine großen Polenta-Fans und studierten die interessante Speisekarte, die auch im Tessiner Dialekt abgefasst ist, wie z.B. "La nosa cicorieta da stagion coi scigol", was übersetzt der von uns so geliebte Cicorieta-Salat mit Zwiebeln ist. Serviert mit einer köstlichen Rotwein-Vinaigrette, dazu das schöne knusprige Valle Maggia Brot. Desweiteren werden als Vorspeisen eine Minestrone, sehr würzig, sehr sättigend, "I fasöö da la végia" Weisse Bohnen nach altem Rezept und "Lenti e panzetta" Linsen mit Pancetta sowie Tessiner Wurstwaren in ausgezeichneter Qualität angeboten. Unbedingt empfehlenswert den Hochlandrind-Saftschinken von Bio-Suisse. Als Hauptgericht gibt es die schon erwähnte Polenta, wahlweise mit Spiegelei, gratiniert mit Strachin (einem Tessiner Blauschimmelkäse, ähnlich einem jungen, milden Gorgonzola), mit Tessiner Mortadella oder mit Luganigheta aus dem Valle Maggia.

Gerhard entschied sich wieder für seinen heiss geliebten Brasato al Merlot, ich für das köstliche Risotto dal Claudio.

Es wird mit Rotwein, Safran und Sahne zubereitet, hat eine leicht säuerliche Note, die vom Wein herrührt und ist eines meiner bevorzugten Gerichte hier. Ansonsten gibt es auch noch Rinderfilet bzw. Steak, wahlweise mit Polenta, Tagliatelle und heute Abend wurde auch ein Kartoffelgratin angeboten.

Unbedingt noch Platz lassen für ein Dessert, entweder die hausgemachte Schokoladencrème, Pannacotta mit Erdbeersauce, Semifreddo all' Amaretto, wunderbares Traubensorbet mit Grappa aus Americana Trauben oder auch das Vanilleeis mit Nocino übergossen. Ich lasse mir immer gerne noch ein Plätzchen frei für die "Degüstazion di nos formacc" Probierhäppchen der köstlichen Käsesorten beginnend mit Strachin, Alpkäse, etwas milder aus dem Bleniotal und etwas kräfter von Bosco Gurin. Sowohl zu Risotto als auch zum Käse passte der Segrisola von Haldemann aus einer sehr alten, seltenen Tessiner Traubensorte Bondola (die glücklicherweise wieder von mehr Winzern angebaut wird) und von der noch selteneren Sorte Bondoletta - ich war begeistert und erkläre diesen hiermit zu meinem Grottino Ticinese Lieblingswein.

Überhaupt studiere ich hier gerne immer wieder die kleine, aber feine Weinkarte, wobei die Betonung auf rot liegt. Gerade bei den etwas größeren Gewächsen wie z.B. Carato Riserva von Delea vermisse ich allerdings die Jahrgangsangabe.

Donnerstag, 29. April 2010

Ristorante Al Portico, Gerra/Gambarogno

Ristorante Al Portico, Gerra-Gambarogno Tel. 091 794 22 12
montags und dienstags geschlossen, BF Januar und Februar

Wir kommen seit über 25 Jahren ins Tessin und schon immer gehörte das Gambarogno zu unseren bevorzugten Regionen. Eines der ersten Restaurants, das wir an der Riviera nel Gambarogno besuchten, war das Ristorante al Portico. Unser erster Weg am Ankunftstag führte uns immer zu der reizenden Signora, die uns umsorgte und ihrem Mann, der Köstlichkeiten aus seiner Küche zauberte. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Abend, als er zum ersten Mal aus seiner Küche kam, um uns zu begrüßen. Ich glaube, ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, ihn erstaunt anzustarren und habe Gerhard am Ärmel gezupft: "Schau mal, da ist Paul Bocuse" Später, als wir uns besser kannten (wir waren mittlerweile zu Stammgästen geworden) erzählten wir den Beiden die Geschichte. Das war für sie nichts Neues, es kam immer wieder vor, dass er auf seine frappierende Ähnlichkeit mit dem französischen Meisterkoch angesprochen wurde. Seitdem wurde unser erster Abend im Tessin immer bei "Bocuse" gefeiert. Meistens mit Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini, für Gerhard weniger scharf, für mich ein bisschen mehr. Dazu der erste Boccalino ... und wir waren angekommen.

Schon seit vielen Jahren gehört das Portico dem Ehepaar Progano und wir verbrachten unseren gestrigen  Ankunftsabend dort, wie gehabt mit Spaghetti Agio, Olio e ...... , für Gerhard etwas weniger scharf und für mich.... Dazu tranken wir Merlot Bianco von Delea für Gerhard und ich hatte einen schönen Rosato von Tamborini. Es war ein wundervoll milder Abend, wir sassen draußen im schönen Garten und freuten uns, wieder hier sein zu dürfen. Mit seinem abschliessenden Schokoladeneis war Gerhard nicht ganz so glücklich, auf der Gerhard-Schokoladeneis-Skala von 1 - 10 gab es zunächst nur eine 5,5, was dann später sogar auf 5 reduziert wurde. Dafür trösteten wir uns dann (ich musste natürlich auch mittrösten) mit einem Pfirsich-Schnaps von einem Brenner hier am Gambarogno - sehr interessant... und tröstlich!

Mittwoch, 28. April 2010

Endlich wieder im Tessin

So lange ist es ja noch nicht her, doch ich habe schon wieder gemerkt, wie dieser unwiderstehliche Sog des Lago Maggiore bis ins Elsass spürbar war...
Hinzu kamen Spannung, Neugier etc.: unser Gartensitzplatz soll diese Woche fertigwerden, die Granitarbeiten sind beendet, als erste Pflanze sitzt unsere Kamelie... wir sind gespannt auf Samstag, denn bis dahin soll alles bis auf ein paar Pflanzarbeiten erledigt sein. Doch mit dem, was wir heute schon zu sehen bekamen, sind wir sehr zufrieden.
Von Basel bis Bellinzona gibt es im Moment viele Baustellen, teilweise einspurige Verkehrsführung, Pannenfahrzeuge, zähfliessender Verkehr, wir waren erst gegen 14 Uhr am Caseificio del Gottardo in Airolo,

haben uns mit der wunderbaren Butter eingedeckt und vor allem mit den ausgezeichneten Käsen, diesmal nicht nur mit denen aus der käsereieigenen Produktion,

sondern mit vielen anderen italienischen Käsen, u.a. einem jungen Pecorino mit peperoncini, den wir bereits HIER! schon mal kosten durften.


Bei dieser Gelegenheit noch meine herzliche Gratulation an Petra von Chili und Ciabatta, die gestern ihren 6. Blog-Geburtstag gefeiert hat. Von Petra kam die Anregung zu meinem Blog und ohne sie gäbe es Ti Saluto Ticino nicht. Liebe Petra, meine aufrichtige Bewunderung und ein großes Dankeschön für viele wunderschöne Fotos und tolle, nachkochenswerte Rezepte.

 

Sonntag, 11. April 2010

Es war ein wunderschöner Oster-Urlaub

Heute ging es wieder nach Hause. Wir haben schöne, erholsame Tage im Tessin verbracht, nette Menschen kennen gelernt und viel Neues entdeckt.

Ich verabschiede mich für diesmal mit ein paar Foto-Eindrücken von den von mir so geliebten Mimosen und Kamelien, die jetzt gerade in voller Blüte stehen.





Ende April/Anfang Mai geht's weiter hier im Blog.

Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla

Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla, Tel. 091 743 22 22
dienstags geschlossen


Ich liebe es, im Tessin neben dem Altbewährten auch häufig neue Entdeckungen zu machen. Wir reisen schon seit über 25 Jahren an den Lago Maggiore und immer wieder gibt es Neues und Spannendes zu entdecken und jedes Mal, wenn wir nach Hause fahren, habe ich noch sooo vieles, was ich beim nächsten Mal entdecken möchte. Auch in der gastronomischen Szene tut sich immer wieder etwas Neues, so wie jetzt an Ostern. Seit 1. April hat die kulinarische Szene in Ponte Brolla ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Neben den alteingesessenen Ristoranti Al Castagnetto, Centovalli und Enzo hat die Familie Ravelli im ehemaligen Ristorante Mamma Mia das Tre Terre eröffnet.

Das Team aus dem ehemaligen Albergo Navegna in Minusio hat hier die Ostersaison eingeläutet. Gerhard und ich waren sehr angetan. Von den sicherlich vorhandenen Anfangsschwierigkeiten haben wir nichts bemerkt. Ein freundlicher, aufmerksamer Service - Signor Ravelli ist allgegenwärtig - , eine interessante Speisekarte, schönes Ambiente... wir haben uns sehr wohl gefühlt und werden sicherlich beim nächsten Tessin-Aufenthalt wieder hier vorbei schauen. Das Wetter spielte ebenfalls mit und so konnten wir im Garten an den schönen Steintischen sitzen, Schatten, Halbschatten oder Sonne, gerade so, wie es jeder mag.

Ich hatte als Vorspeise Grüne Spargel mit verlorenem Ei, Parmesan, Croutons und knusprig gebratenem Speck, danach Wolfsbarsch vom Grill mit Artischocken und war hoch zufrieden. Gerhard übrigens auch. Das i-Tüpfelchen war dann noch das Schokaladen-Eis für ihn, das ich hier auch wegen der besonderen Qualität fotografieren musste.

Es soll auf der "Gerhard-Schokoladeneis-Skala" von 1 - 10 auf Stufe 9 rangieren.

Die Weinkarte ist sehr ansprechend gestaltet,

könnte jedoch noch eine etwas grössere Auswahl an Tessiner Weinen anbieten. Wir entschieden uns für einen Bucaneve, der offen ausgeschenkt wurde.

Fazit: Da müssen wir beide wieder hin

Freitag, 9. April 2010

Enoteca Tivinum, Minusio

Enoteca Tivinum, Via San Gottardo 199, Minusio
Tel. 091 743 99 44

Schon einige Male ist mir im Vorbeifahren diese Enoteca aufgefallen. Leider ignorierte Gerhard bisher immer meine sehnsüchtigen Blicke in diese Richtung, doch heute war ich alleine unterwegs und nichts und niemand konnte mich davon abhalten, einen neugierigen Blick in diesen Laden zu werfen. Ooooooh, ich war hingerissen und hielt mich vor lauter Begeisterung viel zu lange darin auf. Alles hier Angebotene lässt das Herz des Geniessers höher schlagen und meines vor Aufregung blubbern. Da gibt es nicht nur Weine, sondern eine Feinkostabteilung mit auserlesenen Käsen, Salami, Salametti, Prosciuto etc.. frische Pasta in unendlicher Vielfalt, Gewürze.... und... und.... und...

Ja, und dann der Wein!!! Hier im Tessin interessiere ich mich ausschliesslich für Tessiner Weine, denn ich denke, dieser Kanton hat so wundervolle Winzer und Weine, da habe ich noch viele auf- und anregende Jahre des Probierens vor mir. Ich habe bisher noch nirgendwo eine so große Auswahl an Tessiner Weinen wie hier gesehen. Da sind wirklich alle großen (und die auch nicht ganz so großen) Tessiner Winzer vertreten. Ich wollte mir ein kleines Probierpaket zusammen stellen lassen, doch ständig entdeckte ich einen neuen Winzer, auf den ich neugierig war und schon wieder wanderte eine Probierflasche in den Karton zu den anderen.

Ja, und dannn die Grappa-Auswahl!!! Leicht fiel es mir nicht, aber da habe ich mich dann beherrscht. Lediglich eine Flasche vom Aprikosen-Aquavit von Urs Hecht für Gerhard musste mit.

Fazit: DAS Schlaraffenland für alle Geniesser und Weinliebhaber. Und... Ich muss da wieder hin!

Donnerstag, 8. April 2010

Eden Roc, La Casetta, Ascona

Hotel Eden Roc, Via Albrella 16, Ascona, Tel. 091 785 71 71

Am 1. April hat das renommierte Hotel nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet und der neu gestaltete Spa-Bereich ist auch externen Gästen zugänglich. Ein Traum!!!

Nachdem ich ausgiebig geschwommen habe und mich auch im Wellness-Bereich verwöhnen liess, habe ich beschlossen, diesen zauberhaften Tag abzurunden und eine "Kleinigkeit" im Seehaus im La Casetta zu mir zu nehmen. Dieses Restaurant steht unter der gleichen Leitung wie das La Brezza, nämlich unter der Leitung von Rolf Krapf, der für das La Brezza mit 16 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet ist und für das La Casetta mit 13.

Ich sass auf der traumhaften Terrasse des "Hauses am See", im La Casetta und aus der Kleinigkeit wurde dann schon ein bisschen mehr, weil ja alles soooo verführerisch klang bzw. sich las. Also, schon beim Reinkommen musste ich am Antipasti-Buffet vorbei, ist das Absicht? Dann die mediterrane Karte mit Pasta, Fisch...und... und...

Ich entschied mich für die verlockenden Antipasti, eine gute Wahl, denn ich habe selten so ein excellentes Vitello Tonnato gegessen, auch die frischen Gemüsesalate, alles auf höchstem Niveau. Die Antipasti kann man auch als Hauptgang, dann natürlich zu einem anderen Preis, wählen. Ich hatte als Hauptgericht oder eher Hauptgedicht Wolfsbarsch, mit einem Muschelrisotto... hmmm....

Der einzige Wermutstropfen: An der schönen Weinkarte konnte ich mich nur durch Lesen erfreuen und trank Autofahrer-freundliches Aqua Panna.

Dienstag, 6. April 2010

Grotto Morchino, Lugano-Pazzallo

Grotto Morchino, Via Carona 1, 6912 Pazzallo
Tel. 091 994 60 44
geschlossen: Samstagmittag und Montag



Dieses Grotto ist für mich untrennbar mit einem Besuch im Hermann Hesse Museum verbunden. HIER (click) habe ich schon darüber berichtet. Heute haben wir uns dort mit unseren Freunden Christine und Wolfgang verabredet, denen wir von dem ausgezeichneten Capretto vergeschwärmt hatten. Zum Aperetivo werden uns ein paar Scheiben würziger Lardo mit knusprigem Brot serviert. Als Vorspeise entschieden sich alle für Insalata Mista, die mit Tessiner Rotwein-Essig und Olivenöl zum Selberanmachen serviert wird. Danach gabs für mich hausgemachte Lasagne, auf traditionelle Art mit Béchamel und Hackfleischsauce. Nachdem wir ihm ja schon genug vorgeschwärmt hatten, entschied sich Wolfgang dann für Capretto, mit Rosmarin Kartoffeln und Möhren und Zucchini serviert.

Ausserdem standen heute noch auf der Karte Rindercarpaccio mit Treviso und Parmesanspänen oder auch das Bresaola-Carpaccio. Hier wirklich empfehlenswert ist die Tessiner Platte mit Lardo, Coppa, Schinken, Mortadella in einer sensationellen Qualität. Lardo wird auch in einer interessanten Variante mit Birne und Honig serviert. Demnächst wird es dann auch den Tessiner Spargel hier geben. Als Hauptgerichte stehen zur Wahl Brasato, Kaninchen, Ossobuco mit Polenta, verschiedene Risotti (beim nächsten Mal werde ich mal die Lauch/Rosmarin Variante probieren). Mittags gibt es hausgemachte Pasta und ansonsten werden im Sommer Grilladen angeboten.

Eine schöne übersichtlich kleine Weinkarte, leider liegt die Betonung eher auf den Roten.

Es war ein schöner Abend in angenehmer Gesellschaft, die Qualität des Essens war perfekt.... warum ich trotzdem nicht so ganz glücklich bin? Ohne den charmanten Padrone Pierluigi fehlt etwas Wesentliches im Morchino. Also, das Grotto Morchino ohne Pierluigi ist nicht das Grotto Morchino, das wir kennen und lieben.

Sonntag, 4. April 2010

Ristorante Roccobello, Gerra Gambarogno

Ristorante Roccobello, Gerra

http://www.roccobello.ch/
Tel. 091 794 16 19
Montag und Dienstag ganzer Tag und Mittwoch bis 17 Uhr geschlossen (in der Sommersaison ab Juli montags geöffnet

Es giesst mal wieder in Strömen, was passt da besser als ein schönes Essen mit lieben Freunden. Tine und Wolfgang haben sich für ein paar Tage in Locarno im Hotel eingemietet und besuchen uns. Wir haben im Roccobello reserviert, über das ich schon HIER (click) berichtet habe. Signora Rüegg begrüsst uns herzlich, Ernesto werkelt in der offenen Küche und winkt uns zu... ach, wie schön, wieder hier zu sein.

Obwohl das Restaurant heute am Ostersonntag voll besetzt ist, werden wir von der Chefin auf ihre effiziente Art sehr freundlich bedient. Die Karte liest sich mal wieder verlockend, hausgemachte Bärlauch-Gnocchi, Saibling Roulade auf kleinem Salat, der Klassiker: Schnecken in frischer Kräuterbutter, doch wir vier entscheiden uns in schöner Einigkeit für den Salat des Hauses: verschiedene Blattsalate, Crudités mit einem wohlschmeckenden Dressing mit leichter Knoblauchnote. Anschliessend das Stubenküken, das mit Rosmarin knusprig gebraten wird und nach kurzer Zeit aus der offenen Küche einen verführerischen Duft verströmt.

Sieht das nicht zum Anbeißen aus?

Wir schauen Ernesto gerne beim Kochen zu, vor allem, wenn es dann noch so köstlich duftet. Zu den Güggeli werden hausgemachte Tagliatelle oder Röstkartoffel serviert. Ein Rosato von Vini Matasci  in Tenero passte ausgezeichnet.  Auch wenn die marinierten Erdbeeren mit Szechuan-Pfeffer und hausgemachtem Parfait auf Ananas-Carpaccio sehr verführerisch aussehen, bleibt es bei Espresso und Digestivo.

Samstag, 3. April 2010

Ein kurzer Ausflug ins Valle Maggia und der berühmte Pepe di Valle Maggia

Wie Petra von Chili und Ciabatta das so treffend bemerkte, waren wir heute Vormittag auf "kulinarischer Ostereiersuche" im Valle Maggia unterwegs. Erstes Suchziel war die Panetteria Poncini in Maggia,  bekannt für die große Vielfalt und Qualität an Panettone und natürlich für das Valle Maggia Brot.

So sieht es aus, wenn man nach 10 Uhr erscheint:

Danach gings weiter zu unserem nächsten Ziel: Punto Verde, zwischen Cevio und Bignasco. Ein Artigianato, der auch bereits mit wunderschönen Bilder im Ticino con Amore vorgestellt wurde. Eine wahre Entdeckungsreise! Tessiner Kunsthandwerk, Antiquitäten, viele Produkte aus Tessiner Granit, aaaber vor allem den berühmten Pepe Valle Maggia, den wir schon in einigen Grotti kennen lernen durften und der auch immer wieder ein schönes Mitbringsel ist. Viele andere Spezialitäten aus dem Tal werden ebenfalls hier angeboten, eine unglaubliche Vielfalt an Honig und Marmeladen, Nocino, Lemoncino und Arancino, Grappa aus Americano-Trauben, Weine, Käse und Salami und wenn man sich überall umgeschaut und durchprobiert hat, entdeckt noch etwas, was man eben übersehen hatte und eigentlich auch noch unbedingt mitnehmen wollte.



Grotto Al Ritrovo, Val Resa, Brione sopra Minusio

Grotto Al Ritrovo,  6645 Brione s/Minusio
091 743 55 95
091 743 55 61
mittwochs geschlossen, im Winter auch donnerstags

Dieses schöne Grotto haben wir im letzten Jahr entdeckt und waren seitdem auch ein paar mal dort.   HIER (click) habe  ich auch schon darüber berichtet. Von der schönen Aussicht hier oben kann ich heute leider nicht schwärmen, das Wetter ist dieses Jahr zu Ostern nicht so besonders. Doch drinnen hat Gabriela alles liebevoll österlich dekoriert.





Wir haben heute einen kurzen Ausflug ins Valle Maggia gemacht, davon wird später noch berichtet, und haben für mittags im Grotto Al Ritrovo reserviert, da es Gerhards Gelüste nach Capretto zu stillen galt. Nach einem Affettato Ticinese in ausgezeichneter Qualität




bzw. einem Nüssli Salat Mimosa mit hartgekochtem Ei kam dann für Gerhard der herbei gesehnte Moment:

Voilà, das berühmte Gitzi:




Einige schöne Stücke mit viel Fleisch daran, wer es auch so knusprig mag, am besten die Sauce getrennt dazu bestellen. Dazu neue Kartoffeln und eine kleine Beilage aus Frühlingsgemüse. 

Die Weinkarte enthält einige interessante Tessiner Weine, wir entschieden uns für einen weissen Chardonnay "Il Castagnetto" von Terreni alle Maggia.  

Freitag, 2. April 2010

Linea Bio Verde, Cadenazzo

Linea Bio Verde, Cadenazzo, Via al Piano lineabioverde@ticino.com
Tel 091. 858.19.53
geschlossen: vom 25. Dezember 2021 bis 17. Januar 2022


Schon seit langem suche ich nach einer Möglichkeit, hier im Tessin Obst und Gemüse in Bio-Qualität zu kaufen. In einem meiner Lieblings-Gastro-Führer "Urchuchi" las ich von einem Gemüsebauer, der auch die umliegende gehobene Gastronomie beliefern soll, doch bisher war es mir noch nicht gelungen, diesen ausfindig zu machen. Heute haben wir uns ganz direkt auf die Suche begeben. Die Straße ist in unserem Navi nicht vorhanden, also rief ich bei Sign. Cattori direkt an, um mir den Weg erklären zu lassen. Ganz einfach - wenn man's weiss: In Cadenazzo (in Fahrtrichtung Bellinzona) kurz nach der Shell-Tankstelle nach dem Kreisverkehr links über die Brücke fahren, geradeaus über einen Feldweg, links Volvo liegen lassen, immer geradeaus, irgendwann taucht auf der linken Seite der Hofverkauf auf.

Ich war sowohl von der Auswahl als auch von der Qualität beeindruckt, eine wunderbare Auswahl an Gemüsen, Salaten, alles super frisch. Das meiste wird selbst angebaut, einiges wird in Bio-Qualität zugekauft. Ich zählte fünf verschiedene Sorten Kartoffeln, dazu herrlich frischer grüner Spargel, den wir gleich mitnahmen und auch heute noch verarbeiteten, einfach gedünstet und mit etwas Olivenöl und Parmesan serviert. Hier werden wir sicherlich öfter einkaufen.

Nachtrag August 2010: Vom 1. bis 15. August Betriebsferien

Donnerstag, 1. April 2010

Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese, Via San Materno 10, 6616 Losone, Tel. 091 791 32 30 oder 078 681 22 42
mittwochs geschlossen
Wiedereröffnung 2016: Freitag, 4. März



Wir haben nicht nur das Tessin vermisst, sondern auch dieses wunderbare Grotto, das den Winter über geschlossen hatte. Aber nun sind sie ja wieder da, die charmante Sandra Meister und ihr sympathischer Partner Claudio Zanoli. Offensichtlich haben die beiden die Winterpause u.a. zum Heiraten genutzt, denn eben lese ich auf der mitgenommenen Karte Sandra e Claudio Zanoli.

Wir waren bereits im vergangenen Jahr öfter in diesem Grotto und ich habe auch schon im Januar HIER nachzulesen, begeistert darüber berichtet. Nachdem es gestern an unserem Ankunftstag sonnige 16 Grad hatte, wurden wir heute mit Regen verwöhnt, also keine Möglichkeit im schönen Garten am Granittisch zu sitzen. Wir hatten heute Mittag Glück und fanden ohne Reservierung noch einen Plätzchen für uns. Normalerweise ist mittags und abends eine Reservierung unbedingt zu empfehlen. Hier gibt es eine traditionelle tessiner Küche, wobei sehr viel Wert auf regionale und wenn möglich Bio-Produkte gelegt wird. Auch das angebotene Fleisch stammt aus biologischer Haltung von Natur Konkret. Mittags wird ein drei-gängiges Tagesmenu zum sensationellen Preis von Fr. 14,50 angeboten.

Mich beeindruckt immer wieder die in allen Bereichen spürbare Liebe der beiden zur Tradition, beginnend bei der Kleidung, über die Einrichtung bis hin zur Bezeichnung der einzelnen Positionen auf der Speisekarte im Tessiner Dialekt.

Ein absolutes Muss für Polenta-Fans ist die über Holzofen-Feuer gerührte Polenta, ansonsten das Waaahnsinns-Risotto alla Claudio mit rotem Merlot, in das ich mich reinknieen könnte.

Wir hatten heute mal wieder, wie schon so oft, den von uns heiss geliebten Cicorietta Salat mit blanchierten Zwiebeln gegessen, der in hauchdünne Streifen geschnitten, mit einer sehr feinen würzigen Tessiner Rotweinessig-Vinaigrette angerichtet wird. Danach hatte Gerhard Brasato al Merlot mit Tagliatelle, den es, wie er meint, hier in einer ausgezeichneten Qualität gebe.


Für Nicht-Sogerne-Fleisch Esser ist es auch hier, wie meistens im Tessin, ein wenig schwierig, doch gibt es eine göttliche Minestrone und heute Mittag gabs für mich kleine frittierte Fischchen mit Zitronensaft beträufelt -  ein Gedicht. Ich darf nur beim Essen nicht direkt auf den Teller gucken, irgendwie schauen mich die Fischlein allzu direkt an....



Wir tranken dazu einen wunderbar leichten Nostrano von Delea (ich wusste bisher nicht, dass Delea einen solchen herstellt). Gerhard bekam leider nicht sein geliebtes Schokoladeneis und tröstete sich mit einer hausgemachten Schoko-Creme, ich hatte eine kleine Auswahl von Tessiner Käsen, zu denen dann auch noch der letzte Schluck Nostrano passte. Zur Abrundung gab es Espresso und für mich - weil ich mal wieder etwas Neues auf der Getränkekarte entdeckt hatte, das ich unbedingt probieren musste, einen Kräuterschnaps mit grünem Tee vom Monte Verità.

Mittwoch, 31. März 2010

Osterferien im Tessin

Ristorante Pizzo Forno, Chironico, Tel. 091 865 16 26, Dienstags geschlossen


Endlich! Vier Wochen ohne unser geliebtes Tessin sind lange, wir konnten es kaum erwarten, doch heute haben wir uns endlich wieder Richtung Lago Maggiore aufgemacht. Um den üblichen Stau vorm Gotthard zu umgehen, sind wir ganz bewusst schon heute losgefahren und waren pünktlich zum Mittagessen in Chironico im Pizzo Forno.

Wir haben die Autobahn Richtung Faido verlassen. Chironico liegt auf einer Terrasse am Eingang der Val Chironico, das ein rechtes Seitental der Valle Leventina ist. Zur Gemeinde gehören auch die Dörfer Grumo unweit von Chironico selbst und Nivo am Fluss Tessin gegenüber von Lavorgo. Die Pfarrkirche San Maurizio befindet sich zwischen Chironico und Grumo. Das Dorf selbst besteht aus zahlreichen Holzhäusern (Blockbauten), welche für die Leventina typisch sind. Im Dorfkern befinden sich eine alte romanische Kirche (Chiesa di Sant'Ambrogio) und ein mittelalterlicher sechsstöckiger Turm (Torre dei Pedrini), dessen Zweck nicht genau bekannt ist.

Die Terrasse, auf welcher Chironico liegt, ist in prähistorischen Zeiten als Folge eines riesigen Bergsturzes auf der gegenüberliegenden Talseite entstanden. Dieser löste sich vom linken Hang der Leventina an der Stelle, wo heute Anzonico liegt, und sperrte so den Fluss Tessin, welcher sich einen neuen Weg finden musste und auf dieser Weise die Biaschina-Schlucht bildete.

Doch nun zum Eigentlichen: wir folgen einer Empfehlung des von uns sehr geschätzten Urchuchi, aus dem wir heute das Ristorante Pizzo Forno wählten. An diesem Dienstagmittag waren wir die einzigen Gäste. Wir wurden freundlich begrüsst von Sign. Merlo, der für den Service und vor allem für die Weine zuständig ist, während sein Sohn in der Küche werkelt. Das Restaurant betritt man durch die Dorfbeiz, die auch eine eigene Karte hat mit den üblichen Tessiner Wurstwaren, Alpkäsen, Insalata Verde, Insalate Mista etc. Da sitzen einige Einheimische und lassen sich den zweifelsohne guten Wein schmecken. Der Sohn des Hauses, den wir heute leider nicht zu Gesicht bekamen, kocht offensichtlich, wie man aus der Karte schliessen kann, auf hohem Niveau. Vor allem in der Wildsaison lässt es sich in diversen Spezialitäten schwelgen.  Doch am Anreisetag steht uns eher der Sinn nach Einfachem. Wir hatten Carpaccio vom Thunfisch und Schwertfisch, das etwas kräftiger hätte gewürzt sein können.

Danach entschied sich Gerhard für ein paar schön gewürzte und gebratene Steinpilze auf Toast und ich ganz schlicht, Spaghetti mit Tomatensugo und grünem Salat. Das gereichte Brot hatte schon bessere Tage gesehen, doch der wunderbare offen ausgeschenkte weisse Merlot von  Chiericati Vini in Bellinzona, entschädigte uns.

Fazit: für den ersten Tag: nicht schlecht.....

Sonntag, 28. Februar 2010

Macelleria Branca, Vira

In Vira direkt neben der Post gibt es eine wunderbare Metzgerei: die Macelleria Branca. Die Familie Branca hat schon viele Preise für ihr wunderbare Mortadella oder den Zampone gewonnen. Das angebotene Fleisch ist von ausgewählter Qualität, Ware aus Massentierhaltung kommt den Brancas nicht in die Theke und das Geflügel beziehen sie von Terreni alla Maggia.Uns hatte gestern ein kleiner Kalbsrollbraten mit frischen Rosmarinzweigen gut gefallen. Den sollte es heute geben. Wir hatten keine große Lust, lange in der Küche zu stehen, so gab es nur diesen kleinen Braten, im Ofen geschmort mit ein paar Schalotten, eine frische Chili fand sich im Kühlschrank und eine angebrochene Flasche weißer Merlot musste auch noch aufgebraucht werden, bevor es morgen wieder nach Hause geht. Alles wanderte bei 120 Grad in den Ofen und wir gingen erst mal nach Ascona ein Gläschen Prosecco trinken.
Als wir zurückkamen, begrüsste uns ein wunderbarer Duft, hmmmm. Und so sah das Ergebnis dann aus:


Nicht trocken, sondern wunderbar saftig, dazu ein paar Tagliatelle und Gemüse, ein Schlückchen Merlot Bianco war auch noch in der Flasche....

Samstag, 27. Februar 2010

Grotto Broggini, Losone

Grotto Broggini, Via San Materno 18, Losone
Tel. 091 791 15 67
http://www.osteria-nostrana.ch/

Heute wollten wir Sonne pur geniessen. Nach einem Kurzeinkauf von Tessiner Käse und Salami für heute Abend noch kurz ins Al Porto, Locarno ein Valle Maggia Brot kaufen und dann sofort nach Ascona an die Piazza ins Seven Easy. Dort sassen wir bei einem Prosecco und haben uns über die wärmenden Sonnenstrahlen gefreut. Wir hatten kurz überlegt, dort auch etwas zu essen, doch Gerhard stand der Sinn nicht nach mediterrner Küche (wie meistens ;-), sondern eher nach Brasato al Merlot. Wir waren  letztes Mal im Januar im Broggini, das dann anschliessend bis zum 19. Februar geschlossen hatte. Brasato gibt es dort für Gerard und ein Güggeli

 hab' ich schon länger nicht mehr gegessen. Also, auf ins Broggini. Gerhard hatte seinen Brasato, ich das Hähnchen mit Rosmarin und dazu Blattspinat, es war okay... doch irgendwie merkt man, dass die Saison wieder so langsam im Tessin beginnt und dann gehört das Broggino nicht mehr zu unseren bevorzugten Lokalitäten. Es herrschte Hochbetrieb; erschwerend hinzu kam, dass unser Lieblingskellner heute in einem anderen Raum bedient hat und wir auch nicht so aufmerksam wie sonst umsorgt worden.

Freitag, 26. Februar 2010

Grotto Lauro, Arcegno

Grotto Lauro, Via Ceu, Arcegno
Tel. 091 791 42 96
http://www.grotto-lauro.ch/

Nachtrag Herbst 2016: Leider bleiben die Pforten dieses taditionsreichen Grottos geschlossen, Ruth und Aldo Siegel haben sich in ihren wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.



In den nunmehr über 25 Jahren, in denen wir ins Tessin reisen, gehört ein Besuch bei Ruth und Aldo Sigel vom Grotto Lauro dazu. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft gibt uns das Gefühl, als Freunde angenommen zu sein. Schon früher kamen wir immer gerne zu der ausgezeichneten Minestrone, den stets hausgemachten Pasta und zu den täglich frisch zubereiteten Schmorgerichten, die wir in dieser konstanten Qualität noch nirgends besser gekostet haben.

Da wir erst heute mittag losgefahren sind, boten sich ein kleines Mittagessen hinter dem Gotthard sowie ein Besuch in Airolo im Caseificio del Gottardo leider nicht an. Doch dann hatte ich glücklicherweise die Idee, mal im Grotto Lauro anzurufen und wir hatten Glück, seit gestern ist wieder geöffnet und so durften wir unseren ersten Abend in Arcegno in der Nähe von Losone geniessen.

Eine Speisekarte gibt es zwar auch, doch wir verlassen uns immer auf Aldo's Empfehlungen und sind auch noch nie enttäuscht worden. Gerhard hatte mal wieder (er ist halt ein Wiederholungstäter) seine heissgeliebten Tortellini in Gorgonzolasauce. Die Tortellini natürlich hausgemacht, gefüllt mit Ricotta und Spinat, dazu eine leichte, dezent nach Gorgonzola schmeckende Sauce. Ich entschied mich für den von Aldo empfohlenen Antipasto-Teller, eine wunderbare Empfehlung: eine Scheibe der köstlichen, selbstverständlich hausgemachten Gemüseterrine aus Spinat, Karotten und Paprika, ein bis zwei Scheibchen des absolut genialen Vitello Tonnato, was auch als Einzelgericht sehr sehr empfehlenswert ist, ein wenig marinierte Gemüse, Champignons, ein wenig des ersten grünen Spargels, der schon sehr aromatisch war... hmmmmm

Danach stellte uns Aldo, der sowohl im Service als auch in der Küche allgegenwärtig war, die Hauptgerichte vor: Leber auf venezianische Art, das erste Gitzi (Zicklein) des Jahres, Ossobucco mit entweder Polenta, Risotto, Rosmarin-Kartoffeln und Gemüsen oder aber die wunderbaren, hausgemachten Pasta. Ich entschied mich für eine kleine Portion Lasagne mit Spinat und ein wenig Tomatensugo.. köstlich!
Dazu tranken wir - wie immer - den Chiar di Luna von Delea. Da wir beide normalerweise nicht so sehr für Süsses sind, liessen wir es auch heute ausfallen, wobei dies eigentlich eine Sünde ist. Alle Süssschnäbel müssen sich unbedingt Platz lassen für die Mascarpone-Creme mit Waldbeeren oder für die von Aldo selbst zubereitete, legendäre Kastanientorte.

Aldo ist übrigens nicht nur Gastgeber und Koch, sondern auch Maler. Seine Kunstwerke kann man teilweise im Grotto, teilweise in der eigenen Galerie bewundern.

Es war mal wieder ein wunderschönes Ankommen im Tessin, ein Dankeschön an unsere charmanten Gastgeber, wir kommen immer wieder gerne wieder.

Ein spontaner Entschluss

Für dieses Wochenende ist im Elsass Regen angesagt - wie so häufig in den letzten Wochen. Ein Blick auf die Wetterkarte im Tessin zeigt Sonnenschein... um 11 Uhr fiel die Entscheidung... um kurz nach 12 Uhr sassen wir im Auto Richtung Tessin.

Auf der Alpennordseite vor dem Gotthard bei Göschenen war von Schnee nichts mehr zu sehen, dafür aber auf der Alpensüdseite bei Airolo um so mehr. Zwar kein Neuschnee, aber die nicht unerheblichen Schneefälle der letzten Wochen waren bei weitem noch nicht weg getaut. Doch schon hinter Biasca war nichts mehr von der mittlerweile schmutzig gewordenen weissen Pracht zu sehen und das "berühmte blaue Loch am Himmel" über dem Lago Maggiore kündigte sich bereits von weitem an. Am frühen Nachmittag bereits 14 Grad (im Schatten!), dies lässt uns auf ein paar schöne sonnige Tage hoffen.

Hier ein Blick von Magadino.

Montag, 15. Februar 2010

Heut' ist Schnepfen-Tag

Osteria la Montanara, Piotti Lorella, 6875 Monte
Tel. 091 684 14 79

Wir hatten bereits bei unserem vorigen Besuch in dieser Osteria für Sonntag reserviert. Für Gerhard und Yannick war Schnepfe, einmal mit Tagliatelle, einmal mit Polenta bestellt. Signora Lorella war so nett und hat für Caro und mich Tagliatelle mit gebratenen Steinpilzen zubereitet.

Das war nett - aber überflüssig...

Beim Anblick unserer Schnepfe-essenden Männer verging uns der Appetit und so verteilten wir unsere sehr wohlschmeckenden Tagliatelle ai Funghi Porcini großzügig als Beilage an Gerhard und Yannick. Ich bin normalerweise nicht so zart besaitet und schon sehr experimentierfreudig - vor allem in kulinarischer Hinsicht. Doch das gestern war mir eindeutig zu viel!

Was auf diesem Foto nicht so offensichtlich zu erkennen ist und was die Fotografin absichtlich nicht zur Kenntnis nehmen wollte, nämlich Kopf einschliesslich Schnabel befanden sich ebenfalls auf dem Teller hier auf der anderen, dem Betrachter abgewandten Seite,  liegend, machte mir doch sehr zu schaffen und wirkte sich dämpfend auf  meinen ansonsten sehr ausgeprägten Appetit aus. Beide Männer waren sehr angetan, Gerhard beschrieb den Geschmack dem einer Wildente ähnlich, nicht trocken, wie das schon mal leicht bei Fasan vorkommen kann, sondern zart und saftig. Bei Feinschmeckern sehr beliebt soll der Kopf sein, was Yannick ausgiebig bewies.... dies ging so weit, dass Caro auf Dessert und ich auf den heiss ersehnten Zincarlin verzichteten.

Samstag, 13. Februar 2010

Vini e Distillati Delea, Losone

Angelo Delea, einer der berühmtesten, wenn nicht sogar der bekannteste Tessiner Winzer, einer der Weingeschichte schrieb. Vor Delea war wohl kaum außerhalb des Tessins bekannt, dass es überhaupt einen weissen Merlot gibt. Wir haben Delea Weine bereits vor über 20 Jahren kennen gelernt und einer unser liebsten Sommer-Weissweine war und ist der Chiar di Luna. Delea hat so viele bekannte Weine wie bei den weissen neben dem Chiar di Luna den Apocalisse und bei den roten allen voran den Carato hervor gebracht. Hier im Tessin trinken wir gerne als Spumante den Charme in weiss oder rosé. Und eben dieser war uns gerade ausgegangen. Ein Grund mehr, mal wieder nach Losone zu Delea zu fahren.

Freitag, 12. Februar 2010

Osteria Centrale, Losone

Osteria Centrale, Losone
Geschlossen: vom 7. bis 29. August

Ruhetage: Sonntag
Öffnungszeiten:  07.30-24.00 von Montag bis Freitag
18.00-24.00 am Samstag
Küchenzeiten: 12.00-14.00/18.00-22.00

Wir waren heute ein paar Einkäufe im Manor in Losone erledigen, haben im Seven Easy in Ascona an der Piazza in der Sonne gesessen und einen Prosecco getrunken und sind anschliessend in die Osteria Centrale, Losone gefahren. Ich kann nicht verstehen, warum diese Osteria in keinem Führer zu finden ist, zumindest in keinem der uns bekannten Führer. Wir gehen gerne dorthin, zum einen wegen der guten hausgemachten Pasta, zum andern auch, wenn uns mal wieder nach einem gut zubereiteten Cordon Bleu ist. Das ist im Centrale sehr gut und vor allem seeehr gross:

Als Vorspeise hatten wir einen kleinen Nüssli (Feld-) Salat mit hartgekochtem Ei, danach dann Cordon Bleu mit schönem, al dente gegartem Gemüse und Kartoffelscheiben. Am Nachbartisch haben wir ein Panna Cotta mit Brombeeren bewundert und für uns Espresso bestellt. Es gibt eine sehr kleine, übersichtliche Weinkarte, wir entschieden uns für einen Merlot Bianco aus Gudo und danach ein Gläschen offenen Merlot Rosso aus dem Mendrisiotto. Sehr oft haben wir hier schon Angelo Delea als Gast getroffen, um so verwunderlicher, dass auf der Karte kaum Delea-Weine zu finden sind.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Osteria La Montanara, Castel San Pietro, Ortsteil Monte

Osteria La Montanara 6875 Monte  Tel. 091 684 14 79
im Winter geöffnet, Ruhetage Dienstag und Mittwoch

Yannick und Caro sind heute morgen nach Venedig zum Carnevale gefahren. Gerhard und ich geniessen unsere "Freiheit" und fahren ins Luganese. Mit im Auto haben wir die neueste Ausgabe des Osteria d'Italia 2010/11, die ich mir nachsenden liess und die gerade heute eintraf. Kaum ausgepackt, begann ich mich durchzutelefonieren. Welche Osteria hat im Winter geöffnet und wohin darf Akela mit. Beim vierten Versuch war ich erfolgreich: geöffnet und hundefreundlich! wunderbar! wir kommen! Dabei fiel mir auf, dass auch bei dieser neuesten Ausgabe sowohl Öffnungszeiten, als auch Betriebsferien nicht sehr zuverlässig angegeben sind, also, am besten anrufen und nachfragen.
Glücklicherweise haben wir für die Anfahrt ein wenig Zeit eingeplant (wir benötigten ca. 55 min. - ohne Zwischenstopp). Wir wollten auch nicht über die Autobahn nach Lugano brettern, sondern sind über die alte Kantonalsstraße gefahren. Dabei sah ich schweren Herzens zu meiner Linken in Lamone Vini Tamborini vorbeirauschen... Nachdem ich  die Geduld meines Liebsten gestern schon mit einer (etwas länger dauernden) Weinverkostung bei Settemaggio, Monte Carasso strapaziert habe, liess ich heute nur ein leises, sehnsüchtiges Seufzen vom Beifahrersitz hören (und sage mir heimlich, dass ich beim nächsten Mal da unbedingt hin muss!

Zu dieser Jahreszeit wagen sich sicherlich nicht viele Gäste so hoch hinauf ins Valle di Muggio. Mich reizte schon alleine der Zincarlin, der dort hergestellt wird und den ich schon einige Male an anderen Orten probieren durfte. Ausser einigen Besuchern aus dem Dorf, die für ein Gläschen Roten vorbei kamen, waren wir heute die einzigen Gäste. Verständlich, dass wir nicht aus einer umfangreichen Karte wählen konnten. Es gab zur Begrüssung einen Teller mit sehr würzigen Salamischeiben, Stücken von Parmiggiano und grünen Oliven, anschliessend Insalata Verde für Gerhard und Insalata Mista

für mich. Danach eine (selbstverständlich hausgemachte) Lasagne verde mit Spinat und Riccota, was nun ganz und gar nicht Gerhards Geschmack entsprach. Er bekam stattdessen einen schönen Piatto Ticinese mit Formagella in ausgezeichneter Qualität. Dazu ein (zwei?....) Gläschen Weisswein von Parravicini, einem Weingut, das ja auch da irgendwo in der Nähe liegen muss... da muss ich unbedingt mal schauen!

Nach dem Essen haben wir uns ein wenig mit der Padrona unterhalten. Lorella Piotti führt diese Osteria gemeinsam mit ihrem Mann, der leidenschaftlicher Jäger ist und dessen jagdliche Ausbeute die Gäste geniessen dürfen. In der Saison gibt es Reh, Hirsch, aber auch Gemse, Fasane und vor allem die Spezialität: Schnepfe mit Polenta. Neinnein, ich mag diese Vögelchen mit den langen Schnäbeln nicht essen, aber Gerhard ist neugierig darauf und so bestellen wir für Sonntag.

Ich habe mir heute absichtlich ein kleines Plätzchen für den Zincarlin frei gelassen, den es leider nicht mehr gab. Dafür versprach die nette Signora Piotti, mir am Sonntag einen ganzen dieser gepfefferten  pyramidenförmigen Köstlichkeiten inklusive des dazu servierten Kastanienhonigs zu verkaufen. Wir freuen uns schon auf Sonntag.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Osteria Chiara, Muralto-Locarno

Osteria Chiara Vicolo dei Chiara n.1
Tel. 091 743 32 96
CH - 6600 Muralto - Locarno
geschlossen: Sonntag und Montag

Nachtrag; Seit dem Sommer 2016 gibt es einen Besitzerwechsel - ich werde berichten, sobald wir mal wieder diese Osteria besucht haben

Der Tag begann mit dichtem, weißem Nebel über dem Lago, der sich erst im Laufe des Vormittags lichtete. Wir wurden heute von Yannick chauffiert,so konnten Gerhard und ich uns dem Wein- und Grappagenuss hingeben, was wir auch hemmungslos taten. Hierzu haben wir uns die Osteria Chiara ausgesucht. Erstens, weil uns der Wein dort so besonders gut schmeckt und zweitens, weil ein ausgezeichneter Aprikosenbrand von Urs Hecht serviert wird, auf den Gerhard ansonsten schweren Herzens verzichtet, weil er ja mich noch nach Hause chauffieren muss.

Aber wir waren ja auch wegen Marions ausgezeichnetem Essen gekommen, wegen der freundlichen und herzlichen Atmosphäre und Lucianos liebevoll aufmerksamem Service. Gerhard bestellte mal wieder "zur Abwechslung" seine Kalbsleber, Yannick hatte Rinderfilet mit grünem Pfeffer, dazu Risotto. Caro begnügte sich mit den wunderbar zarten Gnocchi, weil sie sich noch ein Plätzchen lassen wollte für ein Dessert. Ihre Wahl fiel auf:

Wunderbare warme Schokolade-Törtchen mit einem zartschmelzenden Kern, dazu Vanilleeis

Das Desssert für Gerhard und mich bestand dann mal wieder aus Espresso und Digestiv, hier die kleine, aber feine Auswahl:








Dienstag, 9. Februar 2010

Osteria Er Pipa, Monte Carasso

Osteria Er Pipa, Monte Carasso
El Stradun 23
CH-6513 Monte Carasso (TI)
T +41 91 840 29 44
http://www.erpipa.ch/
mittwochs und sonntags mittags geschlossen

Heute haben wir mit Yannick und Caro einen Ausflug ins Valle Verzasca gemacht und mit den beiden James Bond Fans die Staumauer besucht.

Danach fuhren wir noch ein Stückchen weiter nach Lavertezzo bis zur berühmten Ponte dei Salti. Das winterliche Valle Verzasca macht einen völlig anderen, nicht minder imponierenden Eindruck als das sommerliche, durch grünes Wasser (acqua verde) geprägte Tal.


Für mittags hatten wir in Monte Carasso in der Osteria Er Pipo reserviert. Ich bin jedesmal wieder beeindruckt von der Herzlichkeit und dem freundlichen Empfang. Wir hatten diesmal wieder Lardo mit Pecorino (mit kleinen Peperoncino-Stückchen darin) für Gerhard und Yannick. Caro und ich hatten Salat bzw. Gamberetti e Pancetta mit feinen Lauchstreifen. Danach war die Entscheidung für Gerhard leicht, er sah das hauchdünne panierte Schnitzel mit dem Bratkartoffeln vom Nachbartisch und entschied sich ebenfalls dafür. Uns fiel es schwer, unter den wunderbaren hausgemachten Pastagerichten eine Auswahl zu treffen. Der freundliche Padrone schlug uns eine Auswahl aus 3 verschiedenen Pasta vor, welche das im einzelnen sein sollten, durften wir entscheiden. Wir wählten Gnocchi mit Butter und Salbei, Tagliatelle mit Ricotta und Pancetta und Fettucine mit Artischocken, die ich schon vom letzten Besuch kannte und die einfach nur köstlich schmecken.

Wir tranken wieder den weißen Merlot von Nicola e RaffaeleMarcionetti von der Cantina Settemaggio, der uns schon letztes Mal begeisterte. Den krönenden Abschluss bildete dann unser Besuch bei diesem Weingut, das in unmittelbarer Nähe der Osteria liegt und wo ich natürlich den weißen Merlot, aber auch zwei rote, Vindala 2006 und die besondere Cuvée Amis, von der jährlich nur ca. 500 Flaschen produziert werden, kaufte.

Ristorante Vecchio Tiglio

Via Municipio 12,

Losone (in der Nähe von Ascona)
Tel. 091 791 14 98 091 791 14 98
Sonntag geschlossen

Nachtrag 1. Oktober 2017: Da fand ein Besitzerwechsel statt - bis jetzt kann ich noch keine Empfehlung abgeben...

Nachtrag Februar 2018: nach zwei Test-Besuchen bei den Nachfolgern wird es hier im Blog auch keine Empfehlung geben - ich weine Claudio schon ein paar Tränen nach...



Wir hatten Yannick und Caro von der tollen Pizza in dieser Osteria vorgeschwärmt, so machten wir uns gestern nach einem Erst-Einkauf im Coop in Tenero auf nach Losone. Auch mittags ist da eine Reservierung erforderlich, weil sehr viele Arbeiter und Geschäftsleute hier während ihrer Mittagspause einkehren und das günstige Tagesmenü wählen.

Bei uns musste es Pizza sein, riesengroß, hauchdünn, knuprig, wie sie sein muss und wie wir sie schon von unserem letzten Besuch in Erinnerung hatten. Davor ein Piatto Ticinese, verschiedene Salame, Schinken, Lardo und für mich Salat von Artischocken und Parmesanspänen. Den Prosecco schenke ich mir das nächste Mal als Aperetivo, dafür ist der weisse offene Merlot von Chiodi sehr gut und Yannick schmeckte auch der Merlot Rosso von Delea sehr gut. Es war wieder ein sehr schöner Mittag "unterm Lindenbaum"

Sonntag, 7. Februar 2010

Hotel Ristorante Forni, Airolo

Hotel Forni
via Stazione
CH- 6780 Airolo

Telefon 0041 91 869 12 70

Am Ankunftstag versorgen wir uns gerne im Caseificio del Gottardo mit Butter, Käse und Salami und suchen uns dann etwas für ein "kleines" Mittagessen. Im Caseificio essen wollten wir heute nicht, denn sonntags ist uns da einfach zu viel los. Diesmal haben wir uns für das Ristorante Forni in Airolo gleich gegenüber vom Bahnhof entschieden. Zwei Speisesäale, rechts schön mit weissen Tischdecken eingedeckt, der linke etwas rustikaler gehalten, doch in diesem sind Hunde erlaubt, also war ganz klar, in welchem Teil wir uns niederliessen. Akela wurde auch gleich freundlich mit einer Schüssel Wasser empfangen, wir vertieften uns in die umfangreiche Weinkarte und entschieden uns für einen offenen weissen Merlot von Clausener.

Eine sehr schöne, angenehm klein gehaltene Speisekarte, unter den Vorspeisenn ein Teller von drei verschiedenen Räucherfischen mit Artischocken Carpaccio und Zitronensauce,  interessante frische hausgemachte Pastagerichte, unter den Fischgerichten ein Seezungenfilet gefüllt mit Artischocken und Majoran, Artischockensalat mit Pecorino und als Fleischgericht liest sich sehr gut Rindsfilet mit Fleur de Sel und Estragon, Schmorbratenjus mit schwarzen Trüffeln. Doch am Anreisetag steht uns der Sinn nach Einfacherem und so durften wir auch von der sog. kleinen rustikalen Karte wählen. Gerhard entschied sich für einen Teller von verschiedenen Tessiner Wurstspezialitäten, Schinken, Salami, Trockenfleisch... in ausgezeichneter Qualität, Yannick wählte hausgemachte, superzarte Gnocchi mit Butter und Salbei, Caro hatte Kraftbrühe mit „Quadretti“ aus frischen Teigwaren mit Formagellacrème und schwarzen Trüffeln und ich bestellte die Ribollita Toscana, eine sehr gehaltvolle Suppe mit weissen Bohnen, Wirsing und vielen anderen Gemüsen, gewürzt mit einem wunderbar aromatischen Olivenöl. Darauf angesprochen, notierte die freundliche Signora Forni gleich die Bezugsquelle für mich, ein Geschäft in Bellinzona, das ich mir gerne näher anschauen möchte...

Das war heute ein sehr angenehmer "Start", auch wenn wir die hier angebotenen Köstlichkeiten heute nicht so sehr zu schätzen wussten, da uns der Sinn nach etwas Einfacherem stand. Doch die Freundlichkeit des Ehepaares Forni und die angenehme Atmosphäre lassen uns sicher wieder kommen. Dann muss ich mir auch unbedingt genauer diese sehr beeindruckende Weinkarte anschauen.