Dienstag, 1. Juni 2010

meine Ferienküche: superschnelle Tessiner Mascarponecreme mit frischen Beeren

Auf vielfachen Wunsch hier das Rezept für meine superschnelle Tessíner Marscarponecreme mit frischen Beeren. Sie kommt bei Gästen gut an, macht richtig Eindruck und vor allem: sie ist so was von schnell zuzubereiten und das begeistert mich immer wieder. Am besten schmeckt sie, wenn sie ein paar Stunden im Kühlschrank durchgezogen ist.

Zunächst mal Beeren besorgen, wir mögen am liebsten Himbeeren und Heidelbeeren. Aber auch Erdbeeren schmecken wunderbar (muss man allerdings wieder klein schnippeln, dann doch lieber Himbeeren und Heidelbeeren). Die Beeren in eine Schüssel geben und mit Limoncello und Grappa (da es ja eine Tessiner-Creme ist, nehme ich auch meinen guten Tessiner Grappe aus Americana Trauben von Stefano Haldeman und den Limoncello von Punto Verde aus dem Maggia Tal. Richtig schön begiessen, nicht sparsam sein. Wer mag, darf auch ein bis zwei Löffel Zucker darüber geben, braucht man aber nicht. Dann eine gute Stunde das ganze Saft ziehen lassen.

In der Zwischenzeit bereite ich die Mascarponecreme zu. Drei Eigelb mit drei Esslöffeln Zucker schaumig rühren, 250 g Mascarpone dazu, mit etwas Limoncello und Grappa glattrühren und 125 g geschlagene Sahne unterziehen.

Dann eine flache Schale (in der auch serviert werden soll) mit Cantuccini auslegen, schön dicht aneinander. Wichtig ist die Qualität der Cantuccini, nicht irgendwelche mit Mini-Stückchen Mandel, sondern mit richtig schönen großen Mandelstücken nehmen. Die Beeren über einem Sieb abtropfen lassen. STOP!!! Nicht vergessen, etwas drunter zu stellen und das Gute Zeugs auffangen - die Flüssigkeit der Beeren haben mit dem Limoncello und dem Grappa einen wunderbaren Saft gebildet. Ich beherrsche mich und behalte den größten Teil davon zurück, denn jetzt kommt das Wichtigste: Die Cantuccini so mit der Flüssigkeit begiessen, dass sie schön durchfeuchtet, aber nicht nass und matschig werden. Bei mir wird dazu dann doch das meiste der köstlichen Flüssigkeit benötigt und ich kann mir kein Schlückchen mehr gönnen. Dann noch die abgetropften Beeren darüber geben - ein paar für die Deko aufbewahren - und die Mascarponecreme glatt darüber streichen. Mit den übrig gebliebenen Beeren und evtl. ein paar Stückchen Cantuccini dekorieren, auch etwas Minze oder Schokospäne machen sich gut als Deko.






Sonntag, 30. Mai 2010

Osteria La Vignascia, Vira Gambarogno

Osteria La Vignascia, Vira (Gambarogno), Tel. Nr. 091 795 10 20, nur abends geöffnet

Diese Osteria liegt direkt an der Uferstraße Ortsausgang Vira Richtung Italien und hat eine große Terrasse, von der man abends beim Essen romantische Sonnenuntergänge, so das Wetter denn auch mitspielt, geniessen kann. Bei voll besetzter Terrasse kann es allerdings schon mal hektisch werden, da die wirklich sehr bemühte und freundliche Chefin den gesamten Ansturm alleine bewältigt.

Die Karte ist angenehm klein gehalten, die "üblichen Verdächtigen" wie Salami, Tessiner Teller etc., dann Gnocci mit Pesto (sind die hier hausgemacht?) Spaghetti in Tomatensauce, Spaghetti in Butter und Salbei und Spaghetti Vignascia. Ein bis zwei Fleischgerichte gibt es auch. Wir hatten als Vorspeise einen kleinen gemischten Salat und anschliessend Felchenfilets bzw. die Spaghetti nach Art des Hauses, sprich Vignascia, d.h. in einer Tomaten-Sahnesauce mit Kräutern. Ein angenehmer Abend, es war warm genug zum Draußensitzen, na endlich! Gerhards obligatorisches Schokoladeneis landete hier allerdings leider nur auf Rang 5.

Nachtrag: Seit dieser Saison (2011) hat die Osteria leider geschlossen, lediglich Zimmer sind noch immer zu vermieten. Mal sehen, wie es weiter geht.

Samstag, 29. Mai 2010

Ristorante La Bolla, Carmorino

Ristorante La Bolla, Via Ai Campisc, Camorino-Comelina, Tel. 091 857 65 95, sonntags geschlossen
(Richtung Bellinzona, in der Nähe des Centro San Antonio)

Wir haben dieses Restaurant aufgrund einer Empfehlung im Urchuchi schon früher einmal besucht und waren sehr angetan, so auch diesmal. Aufgrund der diversen Bauarbeiten im Industriegebiet um San Antonio ist es nicht so ganz leicht, dieses Restaurant aufzuspüren, aber die Ausschilderung mitten durch die Baustelle ist hervorragend und so sitzen wir schon bald bei unserem ersten Prosecco. An diesem Mittag gab es leider nur der Möglichkeit auf der großen überdachten Terrasse, die ein wenig die Atmosphäre einer Lagerhalle hat, zu sitzen. Mir persönlich gefällt es in den verschiedenen anderen kleineren Räumen besser. Mittags wird das Ristorante häufig von Geschäftsleuten aus der Gegend frequentiert, es wird ein Tagesmenu angeboten,

für das sich Gerhard entschieden hat: als Vorspeise hausgemachte Lasagne, danach Polpette, Tagesgemüse und Rosmarin-Kartoffeln.

Ich hatte Thunfisch-Carpaccio (für meinen Geschmack etwas zu dick geschnitten)  und anschliessend die Pasta-Variation, bestehend aus Crespelle, Gnocchi (zart schmelzend) mit Ragù, Ravioli in Steinpilz-Creme und Tortellini mit Ricotta-Kräuterfüllung, wunderbar, aber von der Menge her nicht zu bewältigen.

Freitag, 28. Mai 2010

Osteria Grotto Borei, Piodina (bei Brissago)


Grotto Borei, Piodina (bei Brissago), Tel. 091 793 01 95, donnerstags geschlossen

In diesem Grotto waren wir früher sehr oft, doch irgendwie geriet es bei uns in Vergessenheit, vermutlich weil es noch soooo viel anderes zu entdecken gibt. Doch der Blick ist grandios!!! Fast der ganze Lago liegt einem zu Füssen. Wir sassen im unteren Teil des Gartens an einem der großen Granittische. Unser Lieblingstisch (direkt an der Hauswand im oberen Teil der Terrasse) war leider schon besetzt.

Zunächst kommt unaufgefordert ein Holzbrettchen mit Salametti und köstlich knusprigem Valle Maggia Brot auf den Tisch

Die Karte ist angenehm klein gehalten, es gibt Tessiner Teller mit und ohne Käse, Salatteller, Minestrone (leider heute nicht), Risotto mit Steinpilzen, Risotto mit Safran, hausgemachte Ravioli, Kalbsbraten oder Rindsschmorbraten, jeweils mit Rosmarin-Kartoffeln,  Risotto oder Pasta und Gemüse. Ich hatte einen Teller mit verschiedenen in Olivenöl gedünsteten Gemüsen und danach Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini, Gerhard vergnügte sich wieder mit seinem (beinahe)-Standard Tessiner Lieblingsgericht Brasato al Merlot, dazu Pasta. Auf Vorbestellung gibt es Ossobucco di Vitello, der hier ausgezeichnet schmecken soll. Doch allein schon dieser Blick!!! Dafür allein lohnt sich schon die steile Auffahrt.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Meine Ferienküche: Felchenfilets in Salbei-Zitronenbutter gebraten

Yannick und Caro sind gestern nach Wien zurück gefahren; wir haben Lust, uns zu Hause etwas zu kochen: unsere Wahl fällt auf Felchenfilets, in Butter gebraten, mit Salbei und Zitrone, dazu Dampfkartoffeln, grüne Bohnen in Pancetta eingerollt und knusprig gebraten.
Unseren Fisch kaufen wir immer am Gambarogno in Vira bei Walter Branca. Ich habe hier (klick) schon mal darüber berichtet. Wir suchen uns die frischen Felchen selbst aus und lassen sie gleich an Ort und Stelle filetieren. Es ist schon ein Genuss, ihm dabei zuzusehen, zackzack, das Messer gleitet hindurch und im Handumdrehen haben wir für jeden drei schöne Felchenfilets. Die werden mit Zitronensaft beträufelt, ein paar Minuten ziehen gelassen und mit Fleur de Sel und Pfeffer gewürzt und leicht mehliert (aber nur auf einer Seite, NICHT auf der Hautseite). Wir braten dann in Butter auf der Hautseite zuerst an, mittlere Hitze, bis der Fisch schon leicht gebräunt ist, dann ein paar in Streifen geschnittene Salbeiblätter darüber geben und die Felchenfilets ganz kurz wenden. Sofort auf vorgewärmten Tellern anrichten und dann den Saft 1 Zitrone in der Pfanne kurz mit der Butter erhitzen und zu dem Fisch angießen, aber nicht darüber, damit der Salbei schön knusprig bleibt.

Dazu hatten wir einen wunderbaren Wein von der Cantina Kopp von der Crone, der perfekt zu dem zitronigen Fisch passte.

Dienstag, 25. Mai 2010

Neuer Gartensitzplatz - unser erstes Frühstück



Nachdem wir gestern unseren neu gestalteten und frisch bepflanzten Gartensitzplatz zum ersten Mal bewundern durften, wurde er heute von Gerhard und mir mit einem Frühstück eingeweiht.

Unbedingt mit dabei in kleinen Portionsgläsern meine neueste Konfitüren-Creationen: Rhabarber-Erdbeer mit Kardamom, Pina Colada und Pink Grapefruit mit Coconut-Rhum:




Und dieser Blick bot sich uns heute Morgen von unserem Sitzplatz (natürlich bevor Gerhard die Hecken so wunderschön geschnitten hat:



Montag, 24. Mai 2010

Grotto Pini, Biasca, Via ai Grotti

Endlich wieder hier!!! Nachdem die letzte Zeit durch diverse Wochenendeinladungen keine Gelegenheit war, wieder ins Tessin zu fahren und sich über Pfingsten Yannick und Caro angesagt hatten, beschlossen wir, die Gelegenheit zu nutzen und am Pfingstmontag, wenn die Beiden wieder nach Wien abgereist sind, uns in Richtung Süden aufzumachen. Heute morgen stand dann unser Sohn da und meinte, er sei so traurig, wenn wir jetzt abfahren.... Kurz und gut, der Entschluss stand schnell fest: Yannick und Caro fahren für zwei Tage mit! ... schliesslich kann man ja auch über's Tessin nach Wien fahren ;-)

Für heute Mittag haben wir uns ein einfaches Grotto ausgesucht. In Biasca in der Grottozone, Via ai Grotti, nur ein paar Minuten von der Autobahnabfahrt, liegt das Grotto Pini. Man sitzt im schattigen Garten unter großen Bäumen und kann nach der Fahrt schön entspannen. Die Karte ist klein, verschiedene Wurstwaren in ausgezeichneter Qualität, Trota in Carpione, ein gemischter Salat und Kalbsbraten. Wir liessen uns eine Platte der hausgemachten Wurst schmecken (vor allem der wunderbar zarte, aromatische Schinken hat uns sehr gut geschmeckt), teilten uns brüderlich und schwesterlich einen gemischten, frisch angemachten Möhren- und grünen Salat, dazu ein wenig Alpkäse und ein (kleines) Schlückchen weißen Merlot gönnten wir uns auch. Eine schöne Art anzukommen.

Sonntag, 2. Mai 2010

Tre Terre, Ponte Brolla

Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla, Tel. 091 743 22 22
geschlossen bis 17. November 2011, ansonsten den ganzen Winter geöffnet, Ruhetag: Dienstag

Heute giesst es in Strömen, wir beschliessen uns vor der morgigen Abreise noch ein schönes Sonntagsessen im beim letzten Mal (klick) neu entdeckten Ristorante Tre Terre zu gönnen. Diesmal dann halt wetterbedingt im neu gestalteten Innenraum, den wir vom früheren Mamma Mia noch in dunklen Holztönen in Erinnerung haben. Jetzt ist alles in hellen, freundlichen Farben gehalten, lediglich die Stühle halten die Erinnerung an frühere Zeiten wach und stören den ansonsten sehr positiven Eindruck.

Auch diesmal gab es wieder auf der schön klein gehaltenen Karte ein paar Gerichte mit Spargel, doch danach war mir nicht. Ich entschied mich für einen Salat aus gebeiztem Lachs und Langustenschwänzen und danach einen absolut perfekten gegarten Schwertfisch mit Artischocken und Safranrisotto, das für meinen Geschmack etwas zuviel Salz abbekommen hat. Dazu tranken wir einen Weißen von der Cantina Il Cavaliere, der angenehm leicht war und hervorragend passte.

Das Schokoladeneis rangiert noch immer, obwohl diesmal ohne Sahne bestellt, auf der Gerhard-Schokoladeneis-Skala auf Rang 9.

Samstag, 1. Mai 2010

Antipasti-Buffet für 12

Ein Antipasti-Buffet für 12 Personen stellt in unserer kleinen Ferienküche schon eine Herausforderung dar. Wo und wie kühlen? Prosecco, Wein, Wasser und dann noch das Essen! Was soll bzw. muss denn nun besser gekühlt werden? Ganz klar - da sind wir uns mal wieder einig - die Getränke, vor allem Prosecco und Wein und das Wasser? Das ist bei Zimmer bzw. Gartentemperatur ohnehin bekömmlicher. Das wäre schon mal geklärt. Ausserdem kommt Wasser für Gerhard ohnehin erst an letzter Rangstelle und wird erst mal abgelehnt mit seinem Lieblingssatz: "Hilfe, nein, sonst wird meine Leber noch verrückt!"
Prosecco und Wein haben wir schon mal untergebracht.

Vitello Tonnato muss unbedingt in den Kühlschrank, ausserdem alle Sachen mit Fisch. Ach ja, für die Mascarponecreme, die mit rohen Eiern gemacht ist, muss sich auch noch ein Plätzchen finden. Der Rest kommt jetzt unter feuchten Geschirrtüchern in den Weinkeller. Das Wetter will uns offensichtlich bei unseren logistischen Problemen unterstützen, denn heute ist es regnerisch und kühl.

Freitag, 30. April 2010

Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese, Losone, Via San Materno 10, Tel. 091 791 32 30
mittwochs geschlossen
Wiedereröffnung 2016: Freitag, 4. März

Genau so wie uns immer wieder ein unwiderstehlicher Sog ins Tessin führt, genauso führt uns - sind wir erst mal dort - ein unwiderstehlicher Sog in dieses wundervolle Grotto. Ich habe auch schon HIER klick und dann noch mal HIER klick meiner Begeisterung Ausdruck verliehen.

Diesmal konnten wir wieder draußen an einem der schönen Granittische mit Blick auf die im Kamin kochende Polenta sitzen. Wir sind beide keine großen Polenta-Fans und studierten die interessante Speisekarte, die auch im Tessiner Dialekt abgefasst ist, wie z.B. "La nosa cicorieta da stagion coi scigol", was übersetzt der von uns so geliebte Cicorieta-Salat mit Zwiebeln ist. Serviert mit einer köstlichen Rotwein-Vinaigrette, dazu das schöne knusprige Valle Maggia Brot. Desweiteren werden als Vorspeisen eine Minestrone, sehr würzig, sehr sättigend, "I fasöö da la végia" Weisse Bohnen nach altem Rezept und "Lenti e panzetta" Linsen mit Pancetta sowie Tessiner Wurstwaren in ausgezeichneter Qualität angeboten. Unbedingt empfehlenswert den Hochlandrind-Saftschinken von Bio-Suisse. Als Hauptgericht gibt es die schon erwähnte Polenta, wahlweise mit Spiegelei, gratiniert mit Strachin (einem Tessiner Blauschimmelkäse, ähnlich einem jungen, milden Gorgonzola), mit Tessiner Mortadella oder mit Luganigheta aus dem Valle Maggia.

Gerhard entschied sich wieder für seinen heiss geliebten Brasato al Merlot, ich für das köstliche Risotto dal Claudio.

Es wird mit Rotwein, Safran und Sahne zubereitet, hat eine leicht säuerliche Note, die vom Wein herrührt und ist eines meiner bevorzugten Gerichte hier. Ansonsten gibt es auch noch Rinderfilet bzw. Steak, wahlweise mit Polenta, Tagliatelle und heute Abend wurde auch ein Kartoffelgratin angeboten.

Unbedingt noch Platz lassen für ein Dessert, entweder die hausgemachte Schokoladencrème, Pannacotta mit Erdbeersauce, Semifreddo all' Amaretto, wunderbares Traubensorbet mit Grappa aus Americana Trauben oder auch das Vanilleeis mit Nocino übergossen. Ich lasse mir immer gerne noch ein Plätzchen frei für die "Degüstazion di nos formacc" Probierhäppchen der köstlichen Käsesorten beginnend mit Strachin, Alpkäse, etwas milder aus dem Bleniotal und etwas kräfter von Bosco Gurin. Sowohl zu Risotto als auch zum Käse passte der Segrisola von Haldemann aus einer sehr alten, seltenen Tessiner Traubensorte Bondola (die glücklicherweise wieder von mehr Winzern angebaut wird) und von der noch selteneren Sorte Bondoletta - ich war begeistert und erkläre diesen hiermit zu meinem Grottino Ticinese Lieblingswein.

Überhaupt studiere ich hier gerne immer wieder die kleine, aber feine Weinkarte, wobei die Betonung auf rot liegt. Gerade bei den etwas größeren Gewächsen wie z.B. Carato Riserva von Delea vermisse ich allerdings die Jahrgangsangabe.

Donnerstag, 29. April 2010

Ristorante Al Portico, Gerra/Gambarogno

Ristorante Al Portico, Gerra-Gambarogno Tel. 091 794 22 12
montags und dienstags geschlossen, BF Januar und Februar

Wir kommen seit über 25 Jahren ins Tessin und schon immer gehörte das Gambarogno zu unseren bevorzugten Regionen. Eines der ersten Restaurants, das wir an der Riviera nel Gambarogno besuchten, war das Ristorante al Portico. Unser erster Weg am Ankunftstag führte uns immer zu der reizenden Signora, die uns umsorgte und ihrem Mann, der Köstlichkeiten aus seiner Küche zauberte. Ich erinnere mich noch sehr genau an den Abend, als er zum ersten Mal aus seiner Küche kam, um uns zu begrüßen. Ich glaube, ich habe mich sogar dazu hinreißen lassen, ihn erstaunt anzustarren und habe Gerhard am Ärmel gezupft: "Schau mal, da ist Paul Bocuse" Später, als wir uns besser kannten (wir waren mittlerweile zu Stammgästen geworden) erzählten wir den Beiden die Geschichte. Das war für sie nichts Neues, es kam immer wieder vor, dass er auf seine frappierende Ähnlichkeit mit dem französischen Meisterkoch angesprochen wurde. Seitdem wurde unser erster Abend im Tessin immer bei "Bocuse" gefeiert. Meistens mit Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini, für Gerhard weniger scharf, für mich ein bisschen mehr. Dazu der erste Boccalino ... und wir waren angekommen.

Schon seit vielen Jahren gehört das Portico dem Ehepaar Progano und wir verbrachten unseren gestrigen  Ankunftsabend dort, wie gehabt mit Spaghetti Agio, Olio e ...... , für Gerhard etwas weniger scharf und für mich.... Dazu tranken wir Merlot Bianco von Delea für Gerhard und ich hatte einen schönen Rosato von Tamborini. Es war ein wundervoll milder Abend, wir sassen draußen im schönen Garten und freuten uns, wieder hier sein zu dürfen. Mit seinem abschliessenden Schokoladeneis war Gerhard nicht ganz so glücklich, auf der Gerhard-Schokoladeneis-Skala von 1 - 10 gab es zunächst nur eine 5,5, was dann später sogar auf 5 reduziert wurde. Dafür trösteten wir uns dann (ich musste natürlich auch mittrösten) mit einem Pfirsich-Schnaps von einem Brenner hier am Gambarogno - sehr interessant... und tröstlich!

Mittwoch, 28. April 2010

Endlich wieder im Tessin

So lange ist es ja noch nicht her, doch ich habe schon wieder gemerkt, wie dieser unwiderstehliche Sog des Lago Maggiore bis ins Elsass spürbar war...
Hinzu kamen Spannung, Neugier etc.: unser Gartensitzplatz soll diese Woche fertigwerden, die Granitarbeiten sind beendet, als erste Pflanze sitzt unsere Kamelie... wir sind gespannt auf Samstag, denn bis dahin soll alles bis auf ein paar Pflanzarbeiten erledigt sein. Doch mit dem, was wir heute schon zu sehen bekamen, sind wir sehr zufrieden.
Von Basel bis Bellinzona gibt es im Moment viele Baustellen, teilweise einspurige Verkehrsführung, Pannenfahrzeuge, zähfliessender Verkehr, wir waren erst gegen 14 Uhr am Caseificio del Gottardo in Airolo,

haben uns mit der wunderbaren Butter eingedeckt und vor allem mit den ausgezeichneten Käsen, diesmal nicht nur mit denen aus der käsereieigenen Produktion,

sondern mit vielen anderen italienischen Käsen, u.a. einem jungen Pecorino mit peperoncini, den wir bereits HIER! schon mal kosten durften.


Bei dieser Gelegenheit noch meine herzliche Gratulation an Petra von Chili und Ciabatta, die gestern ihren 6. Blog-Geburtstag gefeiert hat. Von Petra kam die Anregung zu meinem Blog und ohne sie gäbe es Ti Saluto Ticino nicht. Liebe Petra, meine aufrichtige Bewunderung und ein großes Dankeschön für viele wunderschöne Fotos und tolle, nachkochenswerte Rezepte.

 

Sonntag, 11. April 2010

Es war ein wunderschöner Oster-Urlaub

Heute ging es wieder nach Hause. Wir haben schöne, erholsame Tage im Tessin verbracht, nette Menschen kennen gelernt und viel Neues entdeckt.

Ich verabschiede mich für diesmal mit ein paar Foto-Eindrücken von den von mir so geliebten Mimosen und Kamelien, die jetzt gerade in voller Blüte stehen.





Ende April/Anfang Mai geht's weiter hier im Blog.

Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla

Ristorante Tre Terre, Ponte Brolla, Tel. 091 743 22 22
dienstags geschlossen


Ich liebe es, im Tessin neben dem Altbewährten auch häufig neue Entdeckungen zu machen. Wir reisen schon seit über 25 Jahren an den Lago Maggiore und immer wieder gibt es Neues und Spannendes zu entdecken und jedes Mal, wenn wir nach Hause fahren, habe ich noch sooo vieles, was ich beim nächsten Mal entdecken möchte. Auch in der gastronomischen Szene tut sich immer wieder etwas Neues, so wie jetzt an Ostern. Seit 1. April hat die kulinarische Szene in Ponte Brolla ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Neben den alteingesessenen Ristoranti Al Castagnetto, Centovalli und Enzo hat die Familie Ravelli im ehemaligen Ristorante Mamma Mia das Tre Terre eröffnet.

Das Team aus dem ehemaligen Albergo Navegna in Minusio hat hier die Ostersaison eingeläutet. Gerhard und ich waren sehr angetan. Von den sicherlich vorhandenen Anfangsschwierigkeiten haben wir nichts bemerkt. Ein freundlicher, aufmerksamer Service - Signor Ravelli ist allgegenwärtig - , eine interessante Speisekarte, schönes Ambiente... wir haben uns sehr wohl gefühlt und werden sicherlich beim nächsten Tessin-Aufenthalt wieder hier vorbei schauen. Das Wetter spielte ebenfalls mit und so konnten wir im Garten an den schönen Steintischen sitzen, Schatten, Halbschatten oder Sonne, gerade so, wie es jeder mag.

Ich hatte als Vorspeise Grüne Spargel mit verlorenem Ei, Parmesan, Croutons und knusprig gebratenem Speck, danach Wolfsbarsch vom Grill mit Artischocken und war hoch zufrieden. Gerhard übrigens auch. Das i-Tüpfelchen war dann noch das Schokaladen-Eis für ihn, das ich hier auch wegen der besonderen Qualität fotografieren musste.

Es soll auf der "Gerhard-Schokoladeneis-Skala" von 1 - 10 auf Stufe 9 rangieren.

Die Weinkarte ist sehr ansprechend gestaltet,

könnte jedoch noch eine etwas grössere Auswahl an Tessiner Weinen anbieten. Wir entschieden uns für einen Bucaneve, der offen ausgeschenkt wurde.

Fazit: Da müssen wir beide wieder hin

Freitag, 9. April 2010

Enoteca Tivinum, Minusio

Enoteca Tivinum, Via San Gottardo 199, Minusio
Tel. 091 743 99 44

Schon einige Male ist mir im Vorbeifahren diese Enoteca aufgefallen. Leider ignorierte Gerhard bisher immer meine sehnsüchtigen Blicke in diese Richtung, doch heute war ich alleine unterwegs und nichts und niemand konnte mich davon abhalten, einen neugierigen Blick in diesen Laden zu werfen. Ooooooh, ich war hingerissen und hielt mich vor lauter Begeisterung viel zu lange darin auf. Alles hier Angebotene lässt das Herz des Geniessers höher schlagen und meines vor Aufregung blubbern. Da gibt es nicht nur Weine, sondern eine Feinkostabteilung mit auserlesenen Käsen, Salami, Salametti, Prosciuto etc.. frische Pasta in unendlicher Vielfalt, Gewürze.... und... und.... und...

Ja, und dann der Wein!!! Hier im Tessin interessiere ich mich ausschliesslich für Tessiner Weine, denn ich denke, dieser Kanton hat so wundervolle Winzer und Weine, da habe ich noch viele auf- und anregende Jahre des Probierens vor mir. Ich habe bisher noch nirgendwo eine so große Auswahl an Tessiner Weinen wie hier gesehen. Da sind wirklich alle großen (und die auch nicht ganz so großen) Tessiner Winzer vertreten. Ich wollte mir ein kleines Probierpaket zusammen stellen lassen, doch ständig entdeckte ich einen neuen Winzer, auf den ich neugierig war und schon wieder wanderte eine Probierflasche in den Karton zu den anderen.

Ja, und dannn die Grappa-Auswahl!!! Leicht fiel es mir nicht, aber da habe ich mich dann beherrscht. Lediglich eine Flasche vom Aprikosen-Aquavit von Urs Hecht für Gerhard musste mit.

Fazit: DAS Schlaraffenland für alle Geniesser und Weinliebhaber. Und... Ich muss da wieder hin!

Donnerstag, 8. April 2010

Eden Roc, La Casetta, Ascona

Hotel Eden Roc, Via Albrella 16, Ascona, Tel. 091 785 71 71

Am 1. April hat das renommierte Hotel nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder eröffnet und der neu gestaltete Spa-Bereich ist auch externen Gästen zugänglich. Ein Traum!!!

Nachdem ich ausgiebig geschwommen habe und mich auch im Wellness-Bereich verwöhnen liess, habe ich beschlossen, diesen zauberhaften Tag abzurunden und eine "Kleinigkeit" im Seehaus im La Casetta zu mir zu nehmen. Dieses Restaurant steht unter der gleichen Leitung wie das La Brezza, nämlich unter der Leitung von Rolf Krapf, der für das La Brezza mit 16 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet ist und für das La Casetta mit 13.

Ich sass auf der traumhaften Terrasse des "Hauses am See", im La Casetta und aus der Kleinigkeit wurde dann schon ein bisschen mehr, weil ja alles soooo verführerisch klang bzw. sich las. Also, schon beim Reinkommen musste ich am Antipasti-Buffet vorbei, ist das Absicht? Dann die mediterrane Karte mit Pasta, Fisch...und... und...

Ich entschied mich für die verlockenden Antipasti, eine gute Wahl, denn ich habe selten so ein excellentes Vitello Tonnato gegessen, auch die frischen Gemüsesalate, alles auf höchstem Niveau. Die Antipasti kann man auch als Hauptgang, dann natürlich zu einem anderen Preis, wählen. Ich hatte als Hauptgericht oder eher Hauptgedicht Wolfsbarsch, mit einem Muschelrisotto... hmmm....

Der einzige Wermutstropfen: An der schönen Weinkarte konnte ich mich nur durch Lesen erfreuen und trank Autofahrer-freundliches Aqua Panna.

Dienstag, 6. April 2010

Grotto Morchino, Lugano-Pazzallo

Grotto Morchino, Via Carona 1, 6912 Pazzallo
Tel. 091 994 60 44
geschlossen: Samstagmittag und Montag



Dieses Grotto ist für mich untrennbar mit einem Besuch im Hermann Hesse Museum verbunden. HIER (click) habe ich schon darüber berichtet. Heute haben wir uns dort mit unseren Freunden Christine und Wolfgang verabredet, denen wir von dem ausgezeichneten Capretto vergeschwärmt hatten. Zum Aperetivo werden uns ein paar Scheiben würziger Lardo mit knusprigem Brot serviert. Als Vorspeise entschieden sich alle für Insalata Mista, die mit Tessiner Rotwein-Essig und Olivenöl zum Selberanmachen serviert wird. Danach gabs für mich hausgemachte Lasagne, auf traditionelle Art mit Béchamel und Hackfleischsauce. Nachdem wir ihm ja schon genug vorgeschwärmt hatten, entschied sich Wolfgang dann für Capretto, mit Rosmarin Kartoffeln und Möhren und Zucchini serviert.

Ausserdem standen heute noch auf der Karte Rindercarpaccio mit Treviso und Parmesanspänen oder auch das Bresaola-Carpaccio. Hier wirklich empfehlenswert ist die Tessiner Platte mit Lardo, Coppa, Schinken, Mortadella in einer sensationellen Qualität. Lardo wird auch in einer interessanten Variante mit Birne und Honig serviert. Demnächst wird es dann auch den Tessiner Spargel hier geben. Als Hauptgerichte stehen zur Wahl Brasato, Kaninchen, Ossobuco mit Polenta, verschiedene Risotti (beim nächsten Mal werde ich mal die Lauch/Rosmarin Variante probieren). Mittags gibt es hausgemachte Pasta und ansonsten werden im Sommer Grilladen angeboten.

Eine schöne übersichtlich kleine Weinkarte, leider liegt die Betonung eher auf den Roten.

Es war ein schöner Abend in angenehmer Gesellschaft, die Qualität des Essens war perfekt.... warum ich trotzdem nicht so ganz glücklich bin? Ohne den charmanten Padrone Pierluigi fehlt etwas Wesentliches im Morchino. Also, das Grotto Morchino ohne Pierluigi ist nicht das Grotto Morchino, das wir kennen und lieben.

Sonntag, 4. April 2010

Ristorante Roccobello, Gerra Gambarogno

Ristorante Roccobello, Gerra

http://www.roccobello.ch/
Tel. 091 794 16 19
Montag und Dienstag ganzer Tag und Mittwoch bis 17 Uhr geschlossen (in der Sommersaison ab Juli montags geöffnet

Es giesst mal wieder in Strömen, was passt da besser als ein schönes Essen mit lieben Freunden. Tine und Wolfgang haben sich für ein paar Tage in Locarno im Hotel eingemietet und besuchen uns. Wir haben im Roccobello reserviert, über das ich schon HIER (click) berichtet habe. Signora Rüegg begrüsst uns herzlich, Ernesto werkelt in der offenen Küche und winkt uns zu... ach, wie schön, wieder hier zu sein.

Obwohl das Restaurant heute am Ostersonntag voll besetzt ist, werden wir von der Chefin auf ihre effiziente Art sehr freundlich bedient. Die Karte liest sich mal wieder verlockend, hausgemachte Bärlauch-Gnocchi, Saibling Roulade auf kleinem Salat, der Klassiker: Schnecken in frischer Kräuterbutter, doch wir vier entscheiden uns in schöner Einigkeit für den Salat des Hauses: verschiedene Blattsalate, Crudités mit einem wohlschmeckenden Dressing mit leichter Knoblauchnote. Anschliessend das Stubenküken, das mit Rosmarin knusprig gebraten wird und nach kurzer Zeit aus der offenen Küche einen verführerischen Duft verströmt.

Sieht das nicht zum Anbeißen aus?

Wir schauen Ernesto gerne beim Kochen zu, vor allem, wenn es dann noch so köstlich duftet. Zu den Güggeli werden hausgemachte Tagliatelle oder Röstkartoffel serviert. Ein Rosato von Vini Matasci  in Tenero passte ausgezeichnet.  Auch wenn die marinierten Erdbeeren mit Szechuan-Pfeffer und hausgemachtem Parfait auf Ananas-Carpaccio sehr verführerisch aussehen, bleibt es bei Espresso und Digestivo.

Samstag, 3. April 2010

Ein kurzer Ausflug ins Valle Maggia und der berühmte Pepe di Valle Maggia

Wie Petra von Chili und Ciabatta das so treffend bemerkte, waren wir heute Vormittag auf "kulinarischer Ostereiersuche" im Valle Maggia unterwegs. Erstes Suchziel war die Panetteria Poncini in Maggia,  bekannt für die große Vielfalt und Qualität an Panettone und natürlich für das Valle Maggia Brot.

So sieht es aus, wenn man nach 10 Uhr erscheint:

Danach gings weiter zu unserem nächsten Ziel: Punto Verde, zwischen Cevio und Bignasco. Ein Artigianato, der auch bereits mit wunderschönen Bilder im Ticino con Amore vorgestellt wurde. Eine wahre Entdeckungsreise! Tessiner Kunsthandwerk, Antiquitäten, viele Produkte aus Tessiner Granit, aaaber vor allem den berühmten Pepe Valle Maggia, den wir schon in einigen Grotti kennen lernen durften und der auch immer wieder ein schönes Mitbringsel ist. Viele andere Spezialitäten aus dem Tal werden ebenfalls hier angeboten, eine unglaubliche Vielfalt an Honig und Marmeladen, Nocino, Lemoncino und Arancino, Grappa aus Americano-Trauben, Weine, Käse und Salami und wenn man sich überall umgeschaut und durchprobiert hat, entdeckt noch etwas, was man eben übersehen hatte und eigentlich auch noch unbedingt mitnehmen wollte.



Grotto Al Ritrovo, Val Resa, Brione sopra Minusio

Grotto Al Ritrovo,  6645 Brione s/Minusio
091 743 55 95
091 743 55 61
mittwochs geschlossen, im Winter auch donnerstags

Dieses schöne Grotto haben wir im letzten Jahr entdeckt und waren seitdem auch ein paar mal dort.   HIER (click) habe  ich auch schon darüber berichtet. Von der schönen Aussicht hier oben kann ich heute leider nicht schwärmen, das Wetter ist dieses Jahr zu Ostern nicht so besonders. Doch drinnen hat Gabriela alles liebevoll österlich dekoriert.





Wir haben heute einen kurzen Ausflug ins Valle Maggia gemacht, davon wird später noch berichtet, und haben für mittags im Grotto Al Ritrovo reserviert, da es Gerhards Gelüste nach Capretto zu stillen galt. Nach einem Affettato Ticinese in ausgezeichneter Qualität




bzw. einem Nüssli Salat Mimosa mit hartgekochtem Ei kam dann für Gerhard der herbei gesehnte Moment:

Voilà, das berühmte Gitzi:




Einige schöne Stücke mit viel Fleisch daran, wer es auch so knusprig mag, am besten die Sauce getrennt dazu bestellen. Dazu neue Kartoffeln und eine kleine Beilage aus Frühlingsgemüse. 

Die Weinkarte enthält einige interessante Tessiner Weine, wir entschieden uns für einen weissen Chardonnay "Il Castagnetto" von Terreni alle Maggia.  

Freitag, 2. April 2010

Linea Bio Verde, Cadenazzo

Linea Bio Verde, Cadenazzo, Via al Piano lineabioverde@ticino.com
Tel 091. 858.19.53
geschlossen: vom 25. Dezember 2021 bis 17. Januar 2022


Schon seit langem suche ich nach einer Möglichkeit, hier im Tessin Obst und Gemüse in Bio-Qualität zu kaufen. In einem meiner Lieblings-Gastro-Führer "Urchuchi" las ich von einem Gemüsebauer, der auch die umliegende gehobene Gastronomie beliefern soll, doch bisher war es mir noch nicht gelungen, diesen ausfindig zu machen. Heute haben wir uns ganz direkt auf die Suche begeben. Die Straße ist in unserem Navi nicht vorhanden, also rief ich bei Sign. Cattori direkt an, um mir den Weg erklären zu lassen. Ganz einfach - wenn man's weiss: In Cadenazzo (in Fahrtrichtung Bellinzona) kurz nach der Shell-Tankstelle nach dem Kreisverkehr links über die Brücke fahren, geradeaus über einen Feldweg, links Volvo liegen lassen, immer geradeaus, irgendwann taucht auf der linken Seite der Hofverkauf auf.

Ich war sowohl von der Auswahl als auch von der Qualität beeindruckt, eine wunderbare Auswahl an Gemüsen, Salaten, alles super frisch. Das meiste wird selbst angebaut, einiges wird in Bio-Qualität zugekauft. Ich zählte fünf verschiedene Sorten Kartoffeln, dazu herrlich frischer grüner Spargel, den wir gleich mitnahmen und auch heute noch verarbeiteten, einfach gedünstet und mit etwas Olivenöl und Parmesan serviert. Hier werden wir sicherlich öfter einkaufen.

Nachtrag August 2010: Vom 1. bis 15. August Betriebsferien

Donnerstag, 1. April 2010

Grottino Ticinese, Losone

Grottino Ticinese, Via San Materno 10, 6616 Losone, Tel. 091 791 32 30 oder 078 681 22 42
mittwochs geschlossen
Wiedereröffnung 2016: Freitag, 4. März



Wir haben nicht nur das Tessin vermisst, sondern auch dieses wunderbare Grotto, das den Winter über geschlossen hatte. Aber nun sind sie ja wieder da, die charmante Sandra Meister und ihr sympathischer Partner Claudio Zanoli. Offensichtlich haben die beiden die Winterpause u.a. zum Heiraten genutzt, denn eben lese ich auf der mitgenommenen Karte Sandra e Claudio Zanoli.

Wir waren bereits im vergangenen Jahr öfter in diesem Grotto und ich habe auch schon im Januar HIER nachzulesen, begeistert darüber berichtet. Nachdem es gestern an unserem Ankunftstag sonnige 16 Grad hatte, wurden wir heute mit Regen verwöhnt, also keine Möglichkeit im schönen Garten am Granittisch zu sitzen. Wir hatten heute Mittag Glück und fanden ohne Reservierung noch einen Plätzchen für uns. Normalerweise ist mittags und abends eine Reservierung unbedingt zu empfehlen. Hier gibt es eine traditionelle tessiner Küche, wobei sehr viel Wert auf regionale und wenn möglich Bio-Produkte gelegt wird. Auch das angebotene Fleisch stammt aus biologischer Haltung von Natur Konkret. Mittags wird ein drei-gängiges Tagesmenu zum sensationellen Preis von Fr. 14,50 angeboten.

Mich beeindruckt immer wieder die in allen Bereichen spürbare Liebe der beiden zur Tradition, beginnend bei der Kleidung, über die Einrichtung bis hin zur Bezeichnung der einzelnen Positionen auf der Speisekarte im Tessiner Dialekt.

Ein absolutes Muss für Polenta-Fans ist die über Holzofen-Feuer gerührte Polenta, ansonsten das Waaahnsinns-Risotto alla Claudio mit rotem Merlot, in das ich mich reinknieen könnte.

Wir hatten heute mal wieder, wie schon so oft, den von uns heiss geliebten Cicorietta Salat mit blanchierten Zwiebeln gegessen, der in hauchdünne Streifen geschnitten, mit einer sehr feinen würzigen Tessiner Rotweinessig-Vinaigrette angerichtet wird. Danach hatte Gerhard Brasato al Merlot mit Tagliatelle, den es, wie er meint, hier in einer ausgezeichneten Qualität gebe.


Für Nicht-Sogerne-Fleisch Esser ist es auch hier, wie meistens im Tessin, ein wenig schwierig, doch gibt es eine göttliche Minestrone und heute Mittag gabs für mich kleine frittierte Fischchen mit Zitronensaft beträufelt -  ein Gedicht. Ich darf nur beim Essen nicht direkt auf den Teller gucken, irgendwie schauen mich die Fischlein allzu direkt an....



Wir tranken dazu einen wunderbar leichten Nostrano von Delea (ich wusste bisher nicht, dass Delea einen solchen herstellt). Gerhard bekam leider nicht sein geliebtes Schokoladeneis und tröstete sich mit einer hausgemachten Schoko-Creme, ich hatte eine kleine Auswahl von Tessiner Käsen, zu denen dann auch noch der letzte Schluck Nostrano passte. Zur Abrundung gab es Espresso und für mich - weil ich mal wieder etwas Neues auf der Getränkekarte entdeckt hatte, das ich unbedingt probieren musste, einen Kräuterschnaps mit grünem Tee vom Monte Verità.

Mittwoch, 31. März 2010

Osterferien im Tessin

Ristorante Pizzo Forno, Chironico, Tel. 091 865 16 26, Dienstags geschlossen


Endlich! Vier Wochen ohne unser geliebtes Tessin sind lange, wir konnten es kaum erwarten, doch heute haben wir uns endlich wieder Richtung Lago Maggiore aufgemacht. Um den üblichen Stau vorm Gotthard zu umgehen, sind wir ganz bewusst schon heute losgefahren und waren pünktlich zum Mittagessen in Chironico im Pizzo Forno.

Wir haben die Autobahn Richtung Faido verlassen. Chironico liegt auf einer Terrasse am Eingang der Val Chironico, das ein rechtes Seitental der Valle Leventina ist. Zur Gemeinde gehören auch die Dörfer Grumo unweit von Chironico selbst und Nivo am Fluss Tessin gegenüber von Lavorgo. Die Pfarrkirche San Maurizio befindet sich zwischen Chironico und Grumo. Das Dorf selbst besteht aus zahlreichen Holzhäusern (Blockbauten), welche für die Leventina typisch sind. Im Dorfkern befinden sich eine alte romanische Kirche (Chiesa di Sant'Ambrogio) und ein mittelalterlicher sechsstöckiger Turm (Torre dei Pedrini), dessen Zweck nicht genau bekannt ist.

Die Terrasse, auf welcher Chironico liegt, ist in prähistorischen Zeiten als Folge eines riesigen Bergsturzes auf der gegenüberliegenden Talseite entstanden. Dieser löste sich vom linken Hang der Leventina an der Stelle, wo heute Anzonico liegt, und sperrte so den Fluss Tessin, welcher sich einen neuen Weg finden musste und auf dieser Weise die Biaschina-Schlucht bildete.

Doch nun zum Eigentlichen: wir folgen einer Empfehlung des von uns sehr geschätzten Urchuchi, aus dem wir heute das Ristorante Pizzo Forno wählten. An diesem Dienstagmittag waren wir die einzigen Gäste. Wir wurden freundlich begrüsst von Sign. Merlo, der für den Service und vor allem für die Weine zuständig ist, während sein Sohn in der Küche werkelt. Das Restaurant betritt man durch die Dorfbeiz, die auch eine eigene Karte hat mit den üblichen Tessiner Wurstwaren, Alpkäsen, Insalata Verde, Insalate Mista etc. Da sitzen einige Einheimische und lassen sich den zweifelsohne guten Wein schmecken. Der Sohn des Hauses, den wir heute leider nicht zu Gesicht bekamen, kocht offensichtlich, wie man aus der Karte schliessen kann, auf hohem Niveau. Vor allem in der Wildsaison lässt es sich in diversen Spezialitäten schwelgen.  Doch am Anreisetag steht uns eher der Sinn nach Einfachem. Wir hatten Carpaccio vom Thunfisch und Schwertfisch, das etwas kräftiger hätte gewürzt sein können.

Danach entschied sich Gerhard für ein paar schön gewürzte und gebratene Steinpilze auf Toast und ich ganz schlicht, Spaghetti mit Tomatensugo und grünem Salat. Das gereichte Brot hatte schon bessere Tage gesehen, doch der wunderbare offen ausgeschenkte weisse Merlot von  Chiericati Vini in Bellinzona, entschädigte uns.

Fazit: für den ersten Tag: nicht schlecht.....