Samstag, 6. Dezember 2014

Ankunft im Tessin, Abschluss unserer Genuss-Reise und die Osteria Centrale in Losone


Den Abschluss unserer Genuss-Reise nach Lyon, hier, hier und hier zu sehen,  sollte das Tessin bilden, die wundervolle Fahrt über den Simplon Pass bis Domodossola kann man hier sehen. Geplant war gegen Mittag im Ristorante http://www.divinporcello.it/de/ einzutreffen. Da wollte ich, angeregt durch das Video von Stefano, schon längst mal hin. Doch es war Montag - und leider Ruhetag. Kein Problem für Gerhard, dessen Gedanken waren ohnehin schon auf Seeblick fokussiert und so fuhren wir weiter... 

Die Tage zuvor gab es schwere Überschwemmungen in Norditalien, doch zu unserer Ankunftszeit hatte sich die Lage glücklicherweise wieder etwas normalisiert. Wir kamen zur Mittagszeit in Verbania an, liessen uns eine Pizza in einem der wenigen geöffneten Ristoranti schmecken und planten Richtung Locarno weiterzufahren. Dies erzählten wir auch glücklicherweise der padrona, die uns darüber informierte, dass wegen eines Erdrutsches die Strecke Cannero - Brissago gesperrt sei. So fuhren wir wieder zurück nach Intra und nahmen die Fähre nach Laveno



hier ein Blick vom Fähranleger zurück auf Intra



Kurz vor Luino mussten wir nochmals eine Umfahrung nehmen, denn auch dort gab es Erdrutsche. Irgendwann kamen wir dann endlich an - um festzustellen, dass wir die Haustürschlüssel vergessen hatten. Doch dank Eleonora und Morena war das dann auch kein Problem - mille grazie!

Am nächsten Tag machten wir einen kleinen Ausflug nach Intragna, hier Blick von der Brücke auf die smaragdfarbene Melazza









und liessen uns dann in der Osteria Centrale in Losone köstlich verwöhnen:









Cannelloni aus Farina Bona Mehl, mit Kürbis und Ricotta gefüllt, auf Stockfischpüree


halt das, was Gerhard immer meistens isst....



Tagliata vom Rinderfilet mit einer Knoblauchsauce, cremigen Karden und einem Süsskartoffel-Flan



Escabece vom Zander in Valle Maggia-Brot-Kruste, mit Karden, Artischocken, Karotten und Kartoffeln


und zum Abschluss Traubensorbet mit Grappa.

Ein wundervoller Ausklang für unsere Genussreise!

Montag, 27. Oktober 2014

Lago-Faszination - Arrivederci e a presto



Mit diesem Traumblick verabschiede ich mich mal wieder - bis bald!

Sonntag, 26. Oktober 2014

Mein Lieblingsplatz an der Sonne: Seven Easy, Ascona

Ristorante Seven Easy, Piazza von Ascona
Tel. 091 780 77 71, täglich von 9 - 24 Uhr geöffnet,
Betriebsferien: 10. bis 20. November 2014

Eine gefühlte Ewigkeit waren wir schon nicht mehr im Seven Easy. Dabei war das immer mein Lieblingsplatz an der Tessiner Sonne. Heute sind Gerhard und ich durch Ascona gebummelt, waren im Seven Easy einen Kaffee trinken,



blinzelten in die Sonne, schauten auf den Lago und fühlten uns einfach wohl.

Dann sind wir weiter die Piazza entlang spaziert, die Via Borgo hoch, weiter durch die schönen Gassen, schauten an den ausgehängten Speisekarten der Restaurants und überlegten, wo wir essen gehen wollten. Irgendwie hat uns nichts so richtig angesprochen und wir beschlossen, wieder zurück zum Auto zu gehen und nach Hause zu fahren. Auf dem Rückweg kamen wir wieder am Seven Easy vorbei, da war doch tatsächlich noch ein Platz für zwei an der Sonne frei - der war für uns ;-)

Die Karte wechselt in schöner Regelmässigkeit, doch glücklicherweise bleiben ein paar Klassiker, wie z.B. das Vitello Tonnato auf ganz besondere Art interpretiert - Gerhard liebt es:



Ich wähle Insalata Auttunale - herbstliche Blattsalate, glasierte Maroni, süsssaure Kürbiswürfel und gegrillte Pilze



anschliessend für Gerhard Ravioli alla Carboneasy, offene Kalbfleischravioli, Rauchspeckfond, Sauerrahm, geschmorte Zwiebeln



und für mich das, was ich meistens hier esse: Pizzaaaa



diesmal Pizza Sapori di Mare, köstliche, wunderbar würzige Meeresfrüchte - diverse Muscheln, Pulpo, Garnelen und eine Langoustine.

Für den Signore gibt es dann noch ein Schokoladeneis, das ihn begeisterte. Er konnte sich nicht entscheiden, ob GSS 8,5 oder 9 auf seiner ganz persönlichen Schokoladeneis-Skala = GSS (klick hier, da ist die Geschichte mit der GSS erklärt),  und.... ass es auf, bevor ich die Kamera zücken konnte.

Samstag, 25. Oktober 2014

Guido Brivio, Mendrisio





Schon länger gab es hier keinen Bericht mehr über einen Tessiner Winzer. Dies bedeutet nun nicht, dass wir keinen Wein mehr trinken - im Gegenteil ;-) Ich bin auch nicht plötzlich umgeschwenkt und kaufe meine Weine im Supermarkt. Nein, nein, ich kaufe nach wie vor am liebsten beim Winzer direkt. 




Immer wenn von Guido Brivios Weinen die Rede ist, findet das Wort 'Eleganz' Verwendung. Ja, das passt zu ihm. So wie seine Weine, so ist auch er: Ein sehr eleganter, attraktiver Mann. 
Wenn ich ein Weingut porträtiere, gehört ein Foto des entsprechenden Winzers dazu. Als wir beim letzten Mal in Mendrisio zum Weinkauf waren, begegnete uns auch Signor Brivio. Ich bin ein höflicher Mensch und wollte ihn nicht in Verlegenheit bringen, indem ich ihn bat, für mich für ein Foto zur Verfügung zu stehen, denn offensichtlich hatte er am Abend zuvor heftigst gefeiert - und das sah man ihm auch an! 
Daher schlummerte dieser Beitrag bereits seit längerem hier bei mir im Archiv,  weil ich mir vorgenommen hatte, da nochmal hin zu fahren und zu schauen, ob der Zeitpunkt für ein Foto von Signor Brivio besser gewählt ist....bis ich befand, dass jetzt Zeit sei, ihn (den Beitrag - nicht den Signore) aus der Versenkung zu holen, notfalls halt ohne Foto:







Zum ersten Mal kam ich mit den Weinen von Guidi Brivio in Berührung in einem Ristorante in der Nähe von Bellinzona, dies war vor über 20 Jahren gewesen. Da empfahl uns die damalige Wirtin des Grotto della Salute in Guibasco ihren Lieblingsweisswein - das war Brivios Bianco Rovere, ein im Barrique ausgebauter weisser Merlot, dies dürfte auch einer seiner bekanntesten Weine sein. Seitdem begegnet er mir immer wieder auf den Weinkarten der Tessiner Gastronomie.

Gerhard als bekennender Rosé-Fan mag sehr gerne den Gran Rosé, einen spritzigen Merlot in leuchtendem Himbeer-Rosa. Unter den Roten sind vor allem seine Spitzengewächse, Riflessi d'Epoca und Platinum, beides reinsortige Merlots, hervorzuheben.

Nicht zu vergessen der Quattromani, der von vier Tessiner Spitzenwinzern produzierte Wein aus auserlesenen alten Traubenstöcken, die Trauben zu gleichen Teilen von Süden nach Norden, beginnend mit Guidio Brivio für das Mendrisiotto, Claudio Tamborini für das Luganese, über Angelo Delea (noch so ein attraktiver Mann - da sieht man mal wieder: Wein macht schön) für das Locarnese bis hin zu Feliciano Gialdi für die Tre Valli. Die Trauben werden separat bei jedem Produzenten gekeltert. Mehrere minutiös durchgeführte Degustationen führen dann zur endgültigen Assemblage.

Ich darf noch ein paar Fläschchen des Quattromani 2007 in meiner Cantina hüten, meistens öffne ich eine (oder zwei/drei) zu Silvester, wie z.B. hier zu sehen:

http://tisalutoticino.blogspot.ch/2012/01/der-ultimative-silvesterklassiker.html




Freitag, 24. Oktober 2014

Ristorante Smeraldo, Dumenza

Ristorante Smeraldo, Dumenza (Varese)

Ristorante Smeraldo, Via Fiume 3, Dumenza-Runo, Tel. 00 39 0332 51 70 65
Ruhetag: Dienstag

Da dieses Jahr im Tessin die Steinpilzsaison weitgehend ausgefallen ist, wollten wir noch einen Versuch starten und fuhren dorthin, wo Gerhard im Jahr zuvor die grössten Steinpilzvorkommen entdeckt hatte: im Ristorante Smeraldo ;-)


Es ist schönes Wetter und wir können auf der Veranda essen - leider gibt es auch hier kein grosses Steinpilzangebot, doch eine kleinere Portion konnte zumindest für Gerhard als Vorspeise bestellt werden (die Polenta strafte der Signore mit Augenbrauenrunzeln):

Ich lasse mir stattdessen den Salat mit gebeiztem Lachs schmecken:
Als nächstes für den Signore: Maialino da latte croccante al miele con verdurine alla senape, Spanferkel (nicht ganz so knusprig) mit Honig und Gemüse


und für mich Risotto mit Burrata und Zucchiniblüten (mir etwas zu sahnig, hätte ich mir ja eigentlich denken können ;-) )


Getrunken haben wir von Elena Walch, Müller Thurgau 2013, der vorzüglich zu unseren jeweils unterschiedlichen Gerichten passte.


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ein Teller auf Reisen und Tessiner Kastanienkräcker



Dieser Teller reist nun schon seit über einem Jahr durch die Food-Blogger-Welt. Die schöne Idee hierzu hatte Petra Hildebrandt vom Blog Foodfreak. Sie schickte den Teller auf die Reise von Food-Blogger zu Food-Blogger. 

Die Aufgabe ist klar: Etwas kochen, auf dem Teller anrichten, fotografieren, verbloggen und ihn dann weiter zum nächsten Blogger schicken. Ursprünglich reiste er nur innerhalb Deutschlands, doch dann kam er irgendwann auf seiner Reise bei mir im Elsass vorbei. Nachdem er nun bereits ein international reisender Teller ist, könnte er ja auch noch in die Schweiz reisen und so habe ich mir ihn von hier wieder schicken lassen und als ich letztes Wochenende ins Tessin fuhr, durfte der Teller mitreisen und wird dann auch in der Schweiz weiterreisen - lasst euch überraschen.

Bei Christine habe ich diese Kräcker entdeckt, deren Hauptzutat Kastanienmehl ist. Kastanien und Tessin - das passt!  Ein wenig habe ich das Rezept abgewandelt bzw. Zutaten hinzugefügt. Die Kräcker sind einfach und super schnell gebacken und schmecken köstlich, besonders passend zum Apéritif oder einfach nur zu einem Glas Wein.

ich nehme: 

200 g Kastanienmehl (+ etwas Mehl zum Ausrollen)
125 g Butter (aus dem Kühlschrank)
100 g Alpkäse (ich: Piora)
1 Ei
1/2 TL Salz
frisch gemahlener Pfeffer (ich: 1 EL Pepe di Valle Maggia)
1 TL Grappa
1 EL fein gehackte Rosmarinnadeln (ich: 2 EL)

und los gehts:

Die kühlschrankkalte Butter in das Kastanienmehl reiben, so weit es geht verkneten. Dann den Käse dazu reiben und mit den restlichen Zutaten wie einen Mürbeteig verkneten. Für mindestens 1 Stunde (ich: über Nacht) kühl stellen.

Danach den Teig ausrollen (ca. 3 mm) und zu runden Ringen ausstechen.

Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 15 min backen. Zwischendurch mal nachschauen, damit die Kräcker nicht zu dunkel werden. 

Pssst: sie schmecken auch frisch aus dem Backofen schon super

Ich werde nun erstmal wieder den Teller gut verpacken und ihn auf seine Weiterreise schicken.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Charbonnade - und es wird weiter gegrillt

Nachdem hier gestern Tintenfisch auf meinem Elektrogrill zubereitet wurde, geht es jetzt weiter mit Grillen auf Holzkohle. Dazu verwenden wir einen Charbonnade-Grill, der bei uns meistens an Silvester zum Einsatz kommt (hier (klick) und nochmal hier (klick) zu sehen), weil man damit auch in geschlossenen Räumen (mit ausreichender zeitweiser Frischluftzufuhr) am Tisch grillen kann. 

Doch offensichtlich regte sich beim Grillmeister der Wunsch, auch mal wieder aktiv am Grillgeschehen beteiligt zu werden und so kam er auf die Idee, unseren kleinen Grill draussen auf den Tisch zu packen. 





Wir haben Rinder- und Kalbsfilet gegrillt, dazu Lammlachs und Saltimbocca.
Als Saucen gab es die "kleinere Version" unserer üblichen Silvester-Auswahl: Knoblauch-, Chili- und Senfsauce (auf Basis von selbstgemachter Mayonnaise mit etwas Joghurt), Salat und Valle Maggia Brot



Wir hatten unser Charbonnade-Gerät vor über 25 Jahren im Wallis gekauft und es bisher nirgendwo mehr entdecken können. Eben beim Schreiben dieses Posts habe ich doch nochmal schnell im Internet gesucht und bin fündig geworden, dies ist genau unser Grill:

http://www.pellet-grill.ch/tischgrill.php

Akela interessiert sich weniger für das Gerät, sondern eher darauf, was auf dem Rost liegt und so köstlich duftet:





Montag, 20. Oktober 2014

Gegrillte Sepia, Fenchel, Zucchini und Lauchzwiebeln

Das herrlich warme Wetter hier verführt dazu, den Grill wieder auszupacken. 

Während zu Hause Gerhard der Grillmeister ist und wunderbar zwischen Holzkohle und offenem Grill (Schwenker) mit Buchenholz jongliert, haben wir hier im Tessin einen schönen grossen Elektrogrill und da bin ich die Grillmeisterin.

Für den Signore grille ich auch gerne ein Stück Fleisch, mein Lieblingsgrillessen hingegen schaut so aus:



Tintenfisch (Sepia), Lauchzwiebeln (halbiert), Fenchel und Zucchini (in Scheiben), mit Tessiner Kräutern bestreut, mit Olivenöl bepinselt. Dazu zwei Zitronenhälften unbedingt mit auf den Grill geben.



Ich habe hier im Tessin eine wunderbare Einkaufsquelle und kann Sepia, grillfertig vorbereitet, einfach nur so ohne lange Putzarbeiten im Ganzen auf den Grill legen. 



Von jeder Seite 10 Minuten bei starker Hitze grillen (Vorsicht: diese Grillzeiten gelten nur für meinen Grill, auf einem Holzkohlegrill sind sie sicher wesentlich kürzer), gleichzeitig das Gemüse und die Zitronenhälften mit auflegen, immer wieder mit etwas Olivenöl betupfen, leicht salz und pfeffern und fertig ist eines der köstlichsten Grillgerichte.

Dazu passen dann noch schön die letzten aromatischen Tomaten mit etwas Basilikum:



Sonntag, 19. Oktober 2014

Albergo Ristorante Antica Posta, Ascona

Albergo Antica Posta, via Borgo, Contrada Maggiore 4  -  6612 Ascona

Tel. 091 791 04 26, Ruhetag: Mittwoch und Sonntag
geschlossen: Mitte Januar bis Ende Februar 2015
Mein sonst übliches Fazit am Ende eines Berichts muss ich diesmal gleich vorweg nehmen: Ich MUSS da wieder hin.
Ja, ich muss da wieder hin, weil ich zwar das, was ich mir bei unserem ersten Besuch in diesem wunderbaren Ristorante vorgenommen hatte, teilweise diesmal erledigt habe (Güggeli-Essen und mit dem Padrone über dessen Chili-Zucht sprechen), aber noch längst nicht alles aufgearbeitet habe. Doch erstmal von Anfang an:
Unser Besuch war fast wie nach Hause kommen. Dieser freundliche und herzliche Empfang von Signora Bechter und ihrem Mann ist einfach beeindruckend. Wir fühlten uns in dem geschmackvoll eingerichteten Raum mit dem Kamin wie im Wohnzimmer bei Freunden zu Gast.

Quelle: Antica Posta
Aus der herbstlich inspirierten Tageskarte wählt Gerhard Crema ai Funghi Porcini - Steinpilzcremesuppe:


Sie hat sicherlich gut geschmeckt, zumindest wurde sie komplett verzehrt - genaueres kann ich hierzu für diesmal nicht beitragen, denn mir wurde kein Versucherle angeboten.

Für mich gibt es Carpaccio di finocchio con olio al limone e scaglie di parmigiano - Carpaccio vom Fenchel, Zitronen-Olivenöl, Parmesanspäne




Ein sehr schönes, stimmungsvolles Herbstgemälde auf dem Teller, nicht wahr?

Es hat auch sehr gut geschmeckt, vielleicht hätte dem Carpaccio ein klein wenig mehr Zitronen-Olivenöl gut getan.

Der Signore ist für diesmal erstaunlich experimentierfreudig und wählt auch für das Hauptgericht etwas von den Empfehlungen:


Petto di fagiano su salsa al pepe - Fasanenbrust, Pfeffersauce, selbstgemachte Spätzli, Rotkraut, Marroni, Rotweinbirne, Johnnisbeeren

Kööööstlich, die Fasanenbrust perfekt gebraten und dazu ein wunderbares Sösschen mit einer angenehmen Schärfe - ich durfte probieren und war dann auch wieder versöhnt. 


Für mich gab es das, womit ich bei unserem ersten Besuch schon geliebäugelt hatte und ich wurde nicht enttäuscht:


Galletto con verdure - “Mistkratzerli” mit Gemüse und einer ebenfalls köööstlichen Sauce mit Kräutern, die bei Familie Bechter verschwenderisch im Garten wachsen: Rosmarin, Thymian und Salbei


Neben der beachtlichen Auswahl an Tessiner und italienischen Weinen habe ich hier auf der Karte unter den Rosé-Weinen meinen Lieblings-Rosé entdeckt. "2 S" von Château des Marres, den es im Antica Posta sogar offen aus der Magnum Flasche ausgeschenkt gibt. Hach, ein Wein für Rosé-Geniesser (die anderen dürfen den Rosé von der Domaine Ott trinken, den es hier auch auf der Karte gibt).

Die Geschichte, wo und wie ich diesen Wein entdeckt habe, könnt ihr hier (klick) nachlesen.

Samstag, 18. Oktober 2014

Locanda Poncini - Cuore di Maggia, Valle Maggia

Locanda Poncini, Maggia, Valle Maggia, Tel. 091 753 15 41

Bei unserem Ausflug ins Valle Maggia hatten wir auch Brot in der Panetteria Poncini gekauft. Direkt gegenüber liegt an dem kleinen Dorfplatz die Locanda Poncini. Woher diese Namensgleichheit kommt, kann ich nicht sagen und ich vergass zu fragen. Die Lage an dem malerischen kleinen Dorfplatz hat uns gleich gut gefallen und wir beschlossen, da möglichst bald hinzugehen. 




Gerhard und ich haben lange und ausführlich darüber diskutiert, ob ich überhaupt über diesen Besuch berichten soll.  Wir haben beide die Locanda nicht gerade begeistert verlassen, vielleicht haben wir auch einfach nur einen schlechten Tag erwischt und wir sollten ein weiteres Mal vorbeikommen. Vielleicht waren unsere Erwartungen auch nach dem Anschauen der sehr schön gestalteten Homepage zu hoch geschraubt, ich weiss es nicht. Die Innenausstattung überraschte mit kleinen liebevollen Details - hier eine kleine Mauernische:




Die jungen Damen im Service waren alle sehr bemüht und freundlich. Ich erwarte auch keine professionelle Bedienung, allerdings erwarte ich, wenn ich bei der Bestellung angebe, dass ich den Salat ohne Nüsse möchte (weil ich vor allem auf Haselnüsse allergisch reagiere) nicht gerade einen Salat mit Haselnüssen serviert bekomme. Auch dieses "kleine" Missverständnis wurde schnell und freundlich geklärt und ich bekam einen sehr feinen gemischten Salat.




Ein wenig verwundert hat mich, dass auf der Homepage mit einer biologischen Küche geworben wird und dann die zum Anmachen des Salates auf den Tisch gestellen Essig- und Olivenölflaschen konventionellen Ursprungs sind.



Das auf der Karte angebotene Rib Eye vom Fassone Rind wurde mit 300 g angegeben. Wir fragten, ob es auch etwas kleiner ginge. Dies wurde mit der Begründung verneint, dass es schon vorgeschnitten sei. Okay, das kann ich verstehen. Wir haben es dann nur für den Signore bestellt, ich wählte die Spaghetti mit Ragù di Manzo. Zu unserem grossen Erstaunen wurde Gerhard dann ein Teller serviert auf dem zwei Stücke Fleisch lagen... ging ja doch, warum das dann nicht auf zwei Tellern?

Warum die Locanda trotzdem auf diesem Blog Erwähnung findet? Irgendwie hat es mir dennoch dort gut gefallen, viele kleine liebevolle Details liessen einige kleine Nachlässigkeiten vergessen und schliesslich kann sich ja jeder sein eigenes Urteil bilden.





Freitag, 17. Oktober 2014

Klassiker: Spaghetti alla Puttanesca


Diese Pastasauce ist einer der Klassiker aus der italienischen Küche. Es gibt unterschiedliche Erklärungen, wie sie zu ihrem Namen - "alla puttanesca" - "auf Hurenart" kam, Wikipedia hat dazu gleich zwei Varianten:

Der Ursprung des Namens ist ungeklärt. Nach einer unter verschiedenen anekdotischen Erklärungen soll er darauf zurückgehen, dass Prostituierte das Gericht schnell und einfach zwischen Besuchen ihrer Freier zubereiten konnten. Einer anderen nach hängt er damit zusammen, dass italienische Bordelle in den 1950er Jahren case chiuse, geschlossene Häuser, waren und die Prostituierten sie nur einmal wöchentlich zum Einkaufen verlassen durften. Das Gericht sei demnach aus den haltbareren Resten in der Speisekammer entstanden, wenn die Vorräte zur Neige gingen.

Für mich repräsentiert diese Sauce genau das, was ich an der italienischen Küche liebe: aus einfachsten, wenigen, aber besten Zutaten etwas köstlich schmeckendes auf den Teller zu bringen.


Als ich das Gericht bei Julia vom schönen Blog German Abendbrot entdeckt hatte, fehlten mir leider zwei wichtige Zutaten, so konnte ich es nicht sofort zubereiten, sondern es musste erstmal die "Ersatzversion" herhalten. Doch jetzt kommt endlich die Originalversion - köööstlich!

ich nehme (für 2 Port)

ca. 200 g Spaghetti (je nach Hunger)
500 g gehäutete und entkernte Tomaten, in Stücke geschnitten 
1 Knoblauchzehe, geschält, in feine Scheiben gehobelt oder geschnitten
2 - 3 Anchovisfilets
1 Chilischote, entkernt, in feine Streifen geschnitten
Olivenöl
2 EL Kapern (ich nehme Salzkapern, vorher gewässert)
4 - 6 EL schwarze Oliven (entkernt, halbiert, für ich kommen nur Taggiasca in Frage)
Salz, Pfeffer
1 EL glatte Petersilie, fein gehackt

und los gehts:

Knoblauch, Anchovis und Chili in Olivenöl leicht andünsten, Tomaten zugeben, salzen, pfeffern und kurz schmoren lassen.

In der Zwischenzeit die Pasta al dente kochen, abgiessen, ca. 1/2 Tasse vom Kochwasser auffangen. Die Pasta zurück in den Kochtopf geben und mit der Sauce mischen, nach und nach etwas von dem zurückbehaltenen Kochwasser zugeben (Vorsicht, nicht zu viel, die Sauce darf nicht verwässert werden). Mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

Nachtrag (danke, liebe Micha):

Sehr schön erzählt und wie immer wunderbar fotografiert, gibt es diese Pasta auch hier zu bewundern:
http://www.ziiikocht.at/2012/01/pasta-puttanesca-mit-schoarfen.html








Freitag, 3. Oktober 2014

Ristorante alla Cantina, Tegna oder jeder hat eine zweite Chance verdient

Ristorante Albergo alla Cantina
Piazza G. Zurini, 6652 Tegna, Tel. 091 780 75 57
montags geschlossen und von Mitte Januar bis Mitte Februar 2015

Vor einiger Zeit waren wir zum ersten Mal in diesem schönen Ristorante. Das kann man klick (hier) nachlesen bzw. unbedingt dann auch mal das stimmungsvolle Video von Stefano anschauen, der die Schönheiten der Terre di Pedemonte wunderbar eingefangen hat.

Bei unserem letzten Besuch waren wir zwar vom Ambiente und vor allem vom ausgezeichneten Essen sehr angetan, allerdings wurden wir nicht gerade sehr zuvorkommend behandelt - dies war heute völlig anders: eine sehr freundliche, kompetente Beratung durch den Padrone, genau so soll es sein. Ein Glück für uns (und für ihn ;-) ), dass wir uns letztes Mal nicht abschrecken liessen und wegen der guten Küche wieder hier reserviert haben.

Auch heute wieder wundervolles Wetter, wir konnten draussen im schönen Garten essen:


Als ich hausgemachte Tagliolini mit frischer weisser Trüffel auf der Karte entdeckt habe, war meine Entscheidung schon getroffen, eine kleine Vorspeisenportion musste sein, darüber eine grosszügige Portion köstlich duftender Trüffel gehobelt:


und anschliessend der Fisch des Tages: Ein loup de mer in der Salzkruste



perfekt den Garpunkt getroffen, nur mit Olivenöl und Zitrone beträufelt


Der Signore war höchst zufrieden mit Wildhasen-Rücken, glaciertem Chicorée und Feigen, dazu hat er sich eine kleine Portion Steinpilze gewünscht und Tagliolini anstelle von Polenta.


Und dann kam ein grandioses Eis. Eines der cremigsten, das der Signore je gegessen hat. Schon die Beschreibung "Gelato cremoso alla "Farina Bona" e lamponi freschi". Eis aus Farina Bona, dem berühmten Mehl aus geröstetem Mais aus dem Valle Onsernone, das endlich auch über die Tessiner Grenzen hinaus die gebührende Beachtung gefunden hat. Dabei hat es Signor Roberto bereits vor vielen Jahren entdeckt.


Ob ich wohl beim nächsten Besuch das Rezept für das cremigste, köstlichste Eis aller Zeiten bekomme?