Samstag, 18. Juni 2016

Neuentdeckung: Locanda Fior di Campo, Campo

Locanda Fior di Campo, Case Pedrazzini 1, 6684 Campo (oberes Vallemaggia)
Tel. 091 754 15 11


Wir haben mal wieder einen Ausflug in eines der schönen Tessiner Täler unternommen. Das Valle Maggia mag ich besonders gerne. Obwohl wir bereits seit über 30 Jahren ins Tessin reisen, war uns dieses Seitental jedoch noch unbekannt. 


Es geht zunächst in Richtung Bosco Gurin, danach zweigt die Strasse hinter Cevio ab ins Valle di Campo 

Die wunderschöne Lage im Val Rovana, die Ruhe und Abgeschiedenheit, sowie die bodenständige Lebensweise soll Ruhesuchenden besser erschlossen werden. Damit dies realisiert werden kann, hat Vincenzo Pedrazzini das von der Schliessung bedrohte Albergo/Ristorante übernommen. Diese traditionsreiche Herberge hat über Jahrzehnte den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gemeinde Campo dargestellt. 

Mit der Locanda Fior di Campo soll nicht nur ein Hotel und ein Restaurant geführt werden. Es geht ebenfalls darum, das Gebiet touristisch zu fördern und den noch verbleibenden Einwohnern und Ruhesuchenden eine Infrastruktur zu bieten. Dabei legt Signor Pedrazzini grossen Wert auf Traditionen. Die Geschichte dieser einzigartigen Berggemeinde ist beeindruckend. Viele Zeitzeugen sind auch heute noch zu bewundern. Doch auch kulinarisch hat die Gegend viel zu bieten. Das Restaurant soll mit lokalen, traditionellen Gerichten überzeugen.

Mich überzeugt zunächst einmal das geschmackvoll gestaltete Interior, alpin-modern trifft es wohl am ehesten. Der Hausherr selbst ist zwar leider nicht anwesend, wird aber würdig vertreten durch Renate im Service. Sie ist überaus freundlich und herzlich, umsorgt uns aufmerksam und versucht uns zwischendurch immer wieder, die besondere Geschichte des Fior di Campo näher zu bringen. 
Wir wählen gemischten Salat bzw. Spargelcremesuppe als Vorspeise. Anschliessend gibt es für mich ofengebratenes Hühnchen mit frischen Kräutern und Gemüsen

und für den Signore Zicklein aus dem Val Ravona, im Ofen gebraten, dazu auf seinen besonderen Wunsch Tagliatelle

Auch die Weinkarte ist beeindruckend. Viele Weine werden offen ausgeschenkt. Die Weine des Winzers Robin Garzoli aus dem Valle Maggia sind offen in weiss, rot und rosé vertreten, wobei mich der weisse diesmal nicht begeistert.

Dies ist mal wieder einer der Genussorte, von denen ich einfach nur sagen kann:
Ich muss da wieder hin! (auch wenn die Anfahrt von Locarno aus ca. 1 Stunde dauert)

Freitag, 17. Juni 2016

Ristorante La Brasera, San Vittore - die Sonne geht auf

Ristorante La Brasera, Via Mataldin 1, 6534 San Vittore
Tel. 091 82 74 777
Samstagmittag und Montag ganztags geschlossen

Wir fahren bei strömenden Regen von zu Hause los. Unsere Hoffnungen auf ein bisschen besseres Wetter erfüllen sich leider nicht, denn auch bei der Ausfahrt aus dem Gotthard-Tunnel empfängt uns... Regen, was sonst?

Wir verlassen bei Bellinzona-Nord die Autobahn und fahren Richtung San Bernardino. Unser Weg führt uns nach San Vittore (gerade mal 12 min von der Autobahnausfahrt entfernt und somit auch eine lohnende, nicht allzu weit entfernte Anreise-Adresse für uns). 

Und nun geht endlich die Sonne auf: Wir werden so freundlich und herzlich vom padrone Luigi Maiolo begrüsst, dass wir uns bereits jetzt willkommen fühlen. 



Als er die grosse Schiefertafel mit den Tages-Empfehlungen anschleppt, hat er mein Herz erobert.

Er serviert hausgebackene kleine Brötchen, mit Sepia-Tinte, mit Weisswein, mit Oliven, dazu Grissini



Dazu wunderbar aromatisches Olivenöl. "Von meiner Mama aus Kalabrien" erläutert er uns und legt dabei lächelnd seine Hand aufs Herz. Spätestens jetzt bin ich ihm endgültig verfallen.




Als Gruss aus der Küche gibt es Zucchini-Süppchen, kleine Räucherschinkenrolle mit Orange und lauwarmer Algensalat

Da uns die Wahl unter all diesen Köstlichkeiten schwer fällt, teilen sich der Signore und ich:

grünen Spargel mit Scamorza gratiniert, in der Mitte ein "Überraschungsei", das aus einem frittierten Ei besteht





Schwertfisch-Carpaccio auf einem Salat-Bett



Rohschinken aus dem Misox, serviert mit einem lauwarmen Kuhmilchkäse aus dem Muggio-Tal



Doraden-Filets mit Zitrusfrüchte-Aroma, bei Niedertemperatur gegart



mit kleinen Gemüsen und einem Püree aus violetten Karotten garniert.

Als Weinbegleitung gibt es für diesmal keinen Tessiner Weisswein, sondern diesen Lugana vom Lago di Garda:



Fazit: Eine wunderbare Kombination aus Herzlichkeit, einem freundlich aufmerksamen Service und einer köstlichen Küche - ist doch klar, dass ich da wieder hin muss!

Samstag, 21. Mai 2016

fatto in casa - heute wird zu Hause gekocht

Heute will der Signore die gestern gekauften Steinpilze verarbeiten, d.h. wir kochen zu Hause. Wird auch mal wieder Zeit. Doch das Wetter ist zu schön, um lange in der Küche zu stehen. Da bietet sich doch Grillen an.


Ein doppelt geschnittenes Kalbskotelette ist mehr als ausreichend für zwei Personen. Ich habe es heute morgen schon mit frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Olivenöl mariniert. 

Während ich draussen am Grill stehe, brät der Signore drinnen in der Küche die Steinpilze mit etwas Schalottenwürfeln an, gibt etwas gehackte Petersilie dazu und serviert sie dann mit dem gegrillten Fleisch.


Dazu habe ich in Scheiben geschnittene Zucchini und Fenchel gegrillt, kurz vor dem Servieren mit etwas Zitronensaft und Olivenöl beträufelt und mit etwas fleur de sel bestreut serviert.

Heute Morgen waren wir noch über den Markt von Bellinzona gebummelt und haben ein Stück vom köstlich knusprigen Pane del mercato gekauft. Dieses wird zwar in 5 kg Laiben gebacken, aber glücklicherweise auch stückweise verkauft.

Mit einem Glas herrlich gekühltem Weisswein - Gambarogno Bianco 2014 - war das ein köstliches Mahl.

Freitag, 20. Mai 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Heute sind wir bei wieder wunderschön sonnigem Wetter durch Lugano gebummelt, waren seit ewigen Zeiten mal wieder beim Feinkosthändler Gabbani. Natürlich muss ich, wie unzählige andere Touristen vor mir, das obligatorische Salami-Bild schiessen:


Anschliessend haben wir noch bei Mion Frutta e Verdura u.a. sündhaft teure Walderdbeeren und zwei frische Steinpilze gekauft, keine Ahnung, wo die jetzt herkommen, aber manchmal muss so etwas einfach sein. Oregano aus Sizilien musste auch mit (als Mitbringsel für Yannick). Mit unserer Beute sind wir dann im Bottegone del Vino angekommen und finden, da wir noch sehr früh dran waren, einen schönen Tisch draussen.

Wie auch bei unserem ersten Besuch kürzlich (klick hier) sind wir wieder sehr angetan, sowohl vom aufmerksamen, kompetenten Service als auch von der Qualität des angebotenen Essens, dass draussen an der Schiefertafel mundwässernd angeschrieben steht.

Es gibt für den Signore Tessiner Schinken und weisse Spargel auf einer sensationellen Parmesan-Creme (leider ist mir kein sensationelles Foto gelungen, daher müsst ihr mir einfach so glauben, dass es köstlich geschmeckt hat).

Genau so wie meine Gamberetti auf Mönchsbart mit einer knusprigen Focaccia-Scheibe dazwischen


Anschliessend für den Signore die hausgemachten Ravioli mit Brasato und Ricotta gefüllt, eine kleine feine Sauce dazu, Mozzarella-Späne darüber:


und für mich ein köstliches Seezungen-Ragout in Safran-Sauce auf fregola sarda, Bohnen und salicornes


Ich bin - wie schon bei unserem ersten Besuch - begeistert von dem grossen Angebot an offen ausgeschenkten Weinen, für den Rosato-Fan bei uns am Tisch empfiehlt uns der freundliche Kellner den Primello der Cantina Vinattieri aus Merlot und Pinot nero und für die Weissweintrinkerin am Tisch gibt es von einem meiner bevorzugten Winzer Guido Brivio den Ronco Bain (ein reinsortiger Sauvignon bianco).

Giardino Lago, Minusio (bei Locarno)

Ristorante Giardino Lago, Via alla Riva, 6648 Minusio

Seit unserer Ankunft an Pfingst-Sonntag machte die Sonnenstube der Schweiz ihrem Namen mal wieder alle Ehre, da gönnen wir ihr doch gerne einen Tag Auszeit und ertragen einen verregneten Tag mit Gelassenheit. Hier im farbenfroh gestalteten Giardino Lago geht das mit fröhlichen Farben und köstlichem Essen am leichtesten


Ich geniesse mal wieder (weil ich das meistens hier esse, wenn ich nicht gerade die Antipasti-Variation probiere):


Insalata Lago mit Kräutern, Gemüse, Oliven und karamellisierten Kernen

und anschliessend kann ich meine Lust auf viel Gemüse stillen mit diesem köstlichen Teller


diverse Frühlingsgemüse, darunter auch Baby-Artischocken mit Zwiebeln, dazu frische Erbsen, Romanesco, Blumenkohl, Karotten, Ratatouille, wunderbar abgeschmeckt mit Kräutern

Währenddessen frönt der Signore mal wieder der Fleischeslust ;-)


ein Filetsteak, das im 800 Grad heissen Ofen zubereitet unvergleichbar aromatisch schmeckt. Dazu braucht es nicht viel... zumindest nicht auf seinem Teller, etwas hausgemachte BBQ-Sauce, ein paar geröstete Kartoffeln, ein Piekser Gemüse von meinem Teller 

Dazu der offen ausgeschenkte Matirolo Bianco für den Signore - und für mich (leider) das Getränk für Chauffeure... beim nächsten Mal darf ich mich aber wieder ausgiebig der Weinkarte widmen

Donnerstag, 19. Mai 2016

La Trattoria Cibo e Passione

La Trattoria, Via Marcacci 9 (Ende Via Cittadella), 6600 Locarno
Tel. 091 751 64 44



'La Trattoria' - einfach nur La Trattoria... wer sich so selbstbewusst einfach nur 'Die Trattoria' nennt, macht mich neugierig. Wohl aber mit der zusätzlichen Bezeichnung Cibo e Passione - das drückt schon eher das aus, was Simone Bianchi in der Küche leistet. Denn mit Leidenschaft kocht er stundenlang das ragù für seine Lasagne und mit Leidenschaft kocht er sicherlich auch seine anderen Köstlichkeiten, die in der Trattoria auf der Speisekarte stehen.

Schon das Lesen der Karte bereitet mir grosses Vergnügen und ich könnte mal wieder von oben rechts nach unten links probieren und muss dann doch eine Auswahl treffen.


Blattsalate, eingelegte getrocknete Tomaten, Sonnenblumenkerne, selbstgebackene, wunderbar schmeckende Grissini und als Highlight Tunfisch, selbst mariniert in Olivenöl und Gewürzen.

Spaghetti di Gragnano alla Siciliana:



Die Pasta natürlich hausgemacht, mit Würfeln von Schwertfisch, Kapern, Limone und Oliven (nicht irgendwelchen, sondern die aromatischen Taggiasche finden hier Verwendung).

Für den Signore darf es etwas fleischiges sein:

Filetto di Manzo agli Asparagi - mit frischen Tessiner Kräutern perfekt gegartes Rinderfilet und gebratenem grünen Spargel

Dazu getrunken haben wir hat der Signore den Preludio 2015 von Chiodi, ein 100 %iger Merlot, weiss ausgebaut, den es auch glasweise gibt.

Überhaupt die Weine! An der grossen Tafel sind die Empfehlungen angeschrieben - vieles gibt es offen. Das liest sich sehr schön - ach, warum habe ich mich nur ausgerechnet heute als Chauffeuse angeboten? Aber ich muss da ja wieder hin und dann hole ich das nach ....

Freitag, 15. April 2016

Pane Farina Bona - ein Brot, das nach Popkorn schmeckt

Als Zorra zum Blog-Event Essbare Wunder einlud, kam mir sofort die Tessiner Spezialität Farina Bona in den Sinn. Wenn von essbaren Wundern die Rede ist, darf dieses Wunder-Mehl nicht fehlen!


Foto: farinabona.ch
Farina Bona ist ein Mehl aus geröstetem Mais, das in alten Mühlen im Tessiner Onsernone Tal nach traditioneller Methode hergestellt wird. Dieses Wunder-Mehl duftet nach Popkorn und Karamel und eignet sich daher ganz besonders für die Herstellung von Süssem, wie z.b. Eis oder Mousse aus Farina Bona. Aber auch bei der Herstellung von Pastateig wird es eingesetzt und verleiht den Nudeln einen eigenen, ganz besonderen Geschmack. Robert von lamiacucina hat ebenfalls schon mit Farina Bona experimentiert, hier ein Rezept für eine Zabaione und hier ein Rezept für Pappardelle.

Verrührt man die Farina Bona mit kaltem Wasser, zeigt sich sehr schnell ihre erstaunlich hohe Quell-Eigenschaft - das wollte ich in einem Brot ausprobieren. Heraus kam ein wunderbares Brot mit einer knusprigen Kruste und einer weichen, saftigen Krume. Schon während des Backens breitete sich ein köstlicher Duft nach Popkorn in der Küche aus. 




Die Zutaten sind variabel, da dürft ihr ruhig mit den Mehlen etwas spielen, genau so wie mit der Auswahl der Samen und Nüsse. Nur die Übernachtgare ist wichtig, damit der Teig richtig schön aufgeht.

ich nehme:


  • 250 g Dinkelmehl
  • 150 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Farina Bona
  • 80 g Mandeln
  • 30 g Leinsamen
  • 30 g Chiasamen
  • 30 g Kürbiskerne
  • 30 g Erdmandel Knabberkerne
  • 1 EL feines Meersalz
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 12 g Hefe
  • 2 EL Rotwein-Essig
  • Sesam oder Haferflocken für die Form


und los gehts:

Die Mandeln im Blitzhacker in grobe Stücke hacken.

Die verschiedenen Mehle mischen, Mandeln, sämtliche Samen und das Salz dazu geben.

Etwas von dem lauwarmen Wasser wegnehmen und darin die Hefe auflösen. Dann alles zusammen mit dem Essig und dem restlichen Wasser in die Küchenmaschine geben und kurz durchrühren. Der Teig soll ein wenig flüssig sein. Evtl. noch ein wenig Wasser zugeben.

Eine Kastenform gut ausbuttern, mit Sesam und/oder Haferflocken ausstreuen und den Teig einfüllen. 

Ab damit in den Kühlschrank - mindestens über Nacht. Danach ist der Teig in der Form schön aufgegangen und kann nun in den Backofen (braucht nicht vorgeheizt zu werden).

Bei 200 Grad Ober-/Unterhitze 1 Stunde backen, dann herausnehmen, aus der Backform stürzen und nochmals für ca. 10 bis 15 min ohne Form auf dem Backofengitter backen.

Auskühlen lassen und dann dieses wunderbare Popkorn-Brot geniessen.



Blog-Event CXVIII - Essbare Wunder (Einsendeschluss 15. April 2016)

Samstag, 26. März 2016

Grotto La Baita und das Oster-Capretto

Grotto La Baita, Via Orgnana 75B, 6573 Magadino,  Tel.Nr. 091 780 43 38
http://grottolabaita.ch
geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, mittags und abends
(vom 15. Juli bis 15. August: Montag geschlossen, Dienstag abends und Mittwoch bis Sonntag mittags und abends geöffnet)

Das traditionelle Osteressen im Tessin ist Capretto oder Gitzi. In Deutschland ist es als Zicklein bekannt. Doch egal wie man es nennen mag - der Signore findet, dass es hier im Grotto La Baita unnachahmlich gut schmeckt.

Davor teilen wir uns eine Tagliere di Affettati Misti - eine Platte mit den typischen Tessiner Wurstwaren (Lardo, Coppa, Mortadella, Salami, Proscuitto) sowie den wunderbaren Cicoria con Cipolle e pomodorini, einen Salat, den ich auch hier schon mal in meinem Blog mit einem eigenen Rezept erwähnt habe (klick hier)


Anschliessend gibt es für den Signore sein lang ersehntes Capretto


und weil er davon so begeistert ist, soll ich noch ein weiteres Foto posten ;-):


Capretto ist nichts für mich - daher bekomme ich - auch wenn es nicht auf der Karte steht, von Gian Luca Asparagi alla Milanese zubereitet


Eigentlich sind wir nun satt....
wenn da nicht der Käse wäre .... köstlichste Tessiner Käse: aus dem Valle Maggia, aus Airolo, ein wunderbar kräftiger Alpkäse, dazu Feigensenf, ach, ich brauche dazu dann auch noch ein Schlückchen Merlot ... hmmmm, es geht uns heute wieder gut!!!


Mein Capretto-Rezept findet ihr hier (klick) und wer wissen möchte, wie Gian Luca im Grotto La Baita das Gitzi zubereitet, kaufe sich dieses wunderschöne Buch, in dem noch zwei weitere Rezepte von ihm veröffentlicht sind:


Freitag, 25. März 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Dies ist mal wieder eine Neuentdeckung ganz nach meinem Geschmack! Ich bin begeistert und ihr müsst nun meine Begeisterungsstürme ertragen. 

Nach einer kleinen Shoppingtour in Lugano stand mir der Sinn nach einer kleinen Pause bzw. ganz konkret nach einem Prosecco. Mitten im Gewirr von schönen Geschäften und parallel zur Via Nassa (direkt hinter dem Nespresso-Geschäft) findet sich dieses Wein-Bistro. Wir sind eigentlich nur eingetreten um etwas zu trinken. Doch das Angebot an offenen Weinen und Speisen, die an der Wand an Schiefertafeln angeschrieben standen, verführte uns und so kehrten wir nach einer weiteren kurzen Shoppingrunde auf dem Rückweg dort wieder ein.



Die Atmosphäre erinnerte mich ein wenig an ein Pariser Bistro, das Ganze aufgefrischt durch italienische lärmende Fröhlichkeit. Die Kellner sind alle sehr  aufmerksam, kompetent und gut aufgelegt - das gefällt mir! 

Das Weinangebot ist umfassend, die Auswahl an offen ausgeschenkten Weinen beeindruckend. Jeden Monat wird ein Tessiner Winzer vorgestellt, durch dessen Weinsortiment sich man dann glasweise trinken kann. Ich habe den Signore (mal wieder) zum Chauffeur erklärt und begann, mich ausführlich mit dem Angebot des Winzers dieses Monates, dem Weingut Kopp von der Crone Visini, zu beschäftigen. Dabei wurde ich kompetent vom Service beraten.



Zum Apéritif wurde uns ein Teller mit selbstgebackenen Crissini, die mit Coppa umwickelt waren, Crostini mit Rinder-Tatar und Crostini mit Kalbs-Tatar serviert. Alles wunderbar würzig, gekonnt abgeschmeckt.

Anschliessend teilten wir uns zwei Vorspeisen: 

Einmal Tunfisch-Carpaccio mit Panzanella, dem toskanischen Brotsalat, wie ich ihn so fein bisher noch nirgendwo gegessen habe



ähm.... ursprünglich wurde der Teller anders serviert, doch ich besann mich erst im allerletzten Moment auf meine Fotografen-Pflicht und kann ihn euch nur noch in zerzupftem Zustand präsentieren, doch glaubt mir, es schmeckte grandios

unser zweiter Teller bestand aus einem hauchdünn aufgeschnittenen Rohschinken, serviert mit Ciccoria und Büscion, diesmal zückte ich die Kamera rechtzeitig:



ein Blick von einem unserer aufmerksamen Kellner, der bemerkte, dass wir uns dies teilten und schon standen zwei weitere kleinere Teller vor uns und der Schinken-Teller wurde zwischen uns geschoben.

Für den Signore gab es zum Abschluss noch eine Früchte-Tarte





Die im Bottegone del Vino herrschende Atmosphäre, die Aufmerksamkeit der fröhlichen Herren im Service, gemischt mit Lässigkeit und das interessante Wein- und Essensangebot haben mich begeistert - ich muss da ganz schnell wieder hin!


Mittwoch, 23. März 2016

Spaghettini salsiccia e funghi - Spaghettini mit Salsiccia und Pilzen



Pasta mit dieser köstlichen, nach Fenchel duftenden italienischen Wurstspezialität gibt es in unzähligen Varianten, für mich ist sie der Inbegriff von italienischen Pastagerichten. Salsiccia in guter Qualität ist nicht immer leicht zu bekommen. Bevor ihr irgendeine mindere Qualität aus dem Supermarkt kauft, nehmt lieber eine grobe Bratwurst, die ihr zusätzlich mit ein paar Fenchelsamen aufpeppt. Meistens wird die Salsiccia in Tomatensugo serviert, ich wollte diesmal das pure Aroma, unterstützt durch aromatische getrocknete Steinpilze und frische Steinchampignons.



Das ist Pasta zum Reinsetzen!

ich nehme (für 2 Personen):

ca. 200 g Pasta (ich: Spaghettini)
ca. 200 g Salsiccia
20 g getrocknete Steinpilze, eingeweicht,
200 g Champignons, blättrig geschnitten
1 Zwiebel, geschält, in dünne Spalten geschnitten
Olivenöl
ein guter Schluck Weisswein
Salz, Pfeffer
1 - 2 EL gehackte glatte Petersilie

und los gehts:

Die Salsiccia aus der Pelle drücken und entweder zu kleinen Bällchen formen oder in kleinere Stücke schneiden. 

Die getrockneten Steinpilze abtropfen, die Einweichflüssigkeit aufheben. In einem kleinen Topf in nur wenig Olivenöl zugedeckt weich schmoren, mit der Flüssigkeit ablöschen. Zwiebel und Salsiccia in Olivenöl braten, vorsichtig salzen und pfeffern. Dann die Champignons dazu und kräftig mitbraten. Die Steinpilze dazu, mit etwas Weisswein ablöschen, gehackte Petersilie dazu.

Die Pasta nach Anweisung nur ganz knapp al dente garen, abgiessen und in die Pfanne zu Salsiccia und Pilzen geben, abschmecken. Evtl. mit frisch geriebenem Parmesan bestreut servieren.

Nachtrag: Gerade entdeckt: Wer selber wursten mag, findet hier das entsprechende Rezept!



Mittwoch, 9. März 2016

Grotto Lauro, Arcegno - das ist wie nach Hause kommen

Grotto Lauro, Via Ceu, Arcegno, Tel. 091 791 42 96
ab März 2016 wieder geöffnet

Am letzten Tag unseres schönen Weihnachtsurlaubes im Tessin besuchten wir mal wieder das Grotto Lauro. Wir hatten gerade noch einmal Glück gehabt, denn zwei Tage später schlossen Ruth und Aldo Sigel ihr Grotto, um in den wohlverdienten Winterurlaub zu gehen. Doch nun ist ja glücklicherweise wieder geöffnet und wir werden bestimmt bald wieder nach Arcegno fahren.

Ein Besuch im Grotto Lauro, das ist für uns wie nach Hause kommen. Seit über 30 Jahren kommen wir hier hoch nach Arcegno und geniessen die Gastlichkeit der beiden. Man kennt sich, man kennt die Familie, man erkundigt sich, wie es den Kindern geht und man erzählt kleine Anekdoten von früher. Wie z.B. unser Sohn Yannick schon als kleiner Junge hier ein und aus ging und jedesmal vehement seine Tortellini in Gorgonzola-Sauce einforderte. Ich glaube, dass der Koch bereits beim Herannahen des kleinen Kerls seine Pfanne anwarf und die Sauce rührte. Diese speziellen hausgemachten Tortellini stehen schon längst nicht mehr auf der Speisekarte des Grottos, aber auch für Gerhard wäre das Grotto Lauro ohne diese besagten kleinen Köstlichkeiten, die nur hier so unnachahmlich gut schmecken, nicht DAS Grotto Lauro. 

Zwischendrin gab es mal eine Zeit, da wurden sie in weiss und grün serviert. Daraufhin stürzte beinahe die Tortellini-Welt von Vater und Sohn zusammen und der Koch musste in der Küche die grünen aussortieren, um nur nicht mit jahrelangen Gewohnheiten brechen zu müssen.





Auch wenn sie schon längst nicht mehr auf der Speisekarte stehen, enttäuschte Aldo meinen Mann nicht und bereitete ihm unaufgefordert seine Lieblingspasta zu.

Für mich gab es die Lachsvariation (Lachs als Tatar, in Scheiben und als kleine Rolle mit Meerrettich) auf Salat



Anschliessend für den Signore seine geliebte Fegato alla Veneziana (Kalbsleber, Zwiebel, Kräuter), serviert mit hausgemachten Tagliatelle



und für mich gebratenes Perlhuhn mit Gemüse und Rosmarin-Kartoffeln



Getrunken haben wir den Carato Bianco 2013 von Delea, einen im Barrique ausgebauten Weisswein aus Chardonnay, Sauvignon und Sémillon (Eingeweihte wissen nun sicherlich, dass ich die Flasche alleine austrinken durfte, denn dies war kein Wein, der dem Signore geschmeckt hat - böse Zungen mögen behaupten, ich wähle solche Weine ganz bewusst und in voller Absicht aus).