Donnerstag, 17. April 2014

Es grünt so grüüüün ....

Spinat - Brennnessel - Giersch mit Schafs-Ricotta

An Gründonnerstag gab es bei uns zu Hause immer Spinat, zu dem meine Mutter dann wachsweiche Eier und Kartoffeln servierte. Der Spinat war püriert und mit einem ordentlichen Klecks dicker Sahne verrührt. Ich erinnere mich, wie sie ihren Fleischwolf an unserem Küchentisch befestigte und den Spinat damit durchdrehte, damals gab es solche Hilfsmittel wie den Zauberstab noch nicht. 


Zu diesem schönen Blattgemüse mit Spinat und Wildkräutern liess ich mich durch das wunderbare Buch von Meret Bissegger "Meine wilde Pflanzenküche" inspirieren. Sie hat es mit Melde zubereitet - ich mit gekauftem Spinat und Brennnesseln und Giersch, die es ja überall zu finden gibt. Davon allerdings nur die oberen zarten Blätter abschneiden. 


ich nehme für 2 Personen:

3 Handvoll Spinat
2 Handvoll Giersch
2 Handvoll Brennnessel
2 Schalotten, geschält, in Ringe geschnitten
1 EL Olivenöl
1 TL Gemüsepaste (selbst gemacht) zum Nachwürzen
Salz, Pfeffer
wer mag: 100 ml Rahm
ich habe stattdessen lieber Ricotta aus Schafskäse mit Chili darüber gebröselt

und los gehts:

Spinat und Kräuter gründlich waschen und leicht abtropfen lassen. In einem genügend grossen Topf die Schalotten in Olivenöl anschwitzen und dann das Grünzeugs dazu geben, salzen, pfeffern und sofort den Deckel drauf. 

Das Gemüse fällt sehr stark zusammen. Solange noch Flüssigkeit im Topf ist mit der Gemüsewürzpaste abschmecken, evtl. den Rahm angiessen. Ich habe lieber meinen derzeitigen Favoriten: Ricotta mit Chili aus Schafskäse darüber gebröselt.


Mittwoch, 16. April 2014

Grotto La Baita, Orgnana - da muss ich bald wieder hin

Grotto La Baita, Via Orgnana 75B, 6573 Magadino, Tel.Nr. 091 780 43 38
http://grottolabaita.ch/



Seit Februar 2013 führt das sympathische Paar Claudia und Gianluca dieses Grotto mit dem schönen Blick auf den Lago Maggiore. Unter ihrer Leitung hat sich einiges getan und das ist hier mittlerweile einer der Genussplätze geworden, die ich wärmstens empfehlen kann. Der Aussenbereich mit der schönen Terrasse und dem traumhaften Blick, der Innenbereich mit dem Kamin für kühle Tage, der seinen rustikalenTessiner Charakter bewahrt hat, ohne dabei kitschig zu wirken, die Speisekarte mit den regionalen und saisonalen Tessiner Spezialitäten und nicht zuletzt die Weinkarte, bei der man auch die nicht so bekannten Tessiner Winzer aufgenommen hat. 





Ja, die Speisekarte... da fällt uns die Auswahl sehr schwer, denn alles liest sich sehr verführerisch, eigentlich hätten wir gerne alles probiert. Dann nehmen wir erstmal ein Schlückchen Prosecco bzw. für den Signore ein Bocalino di Merlot und beratschlagen weiter. Cicoria con cipolle, dieser köstliche, feinherbe Salat - das musste sein - und dann der Affetato Misto - von regionalen Produzenten, mit dem knusprigen Valle Maggia Brot - das musste auch sein... aber da gibt es noch den Prosciutto dell'alpe di Piora, diesen muss ich auch unbedingt probieren, denn bisher kannte ich nur den dortigen Käse, den ich, wann immer ich ihn irgendwo entdecke, haben muss, wie toll muss da erst der Schinken sein. Gianluca hat ihn für uns zusätzlich auf die Platte gepackt - grandios!



Und dann? Risotto oder Polenta mit Steinpilzen oder doch lieber Gnocchi mit Zincarlin, dem traumhaft würzigen Käse, den man jetzt glücklicherweise häufiger auf den Karten der guten Ristoranti und Grotti findet. Oder geht es weiter mit Brasato (Rindsschmorbraten in Rotwein), Stinco di Maiale con Risotto (Schweinshaxe mit Risotto). Für Gerhard gibt es die Tagesempfehlung - Ossobuco, normalerweise serviert mit Polenta oder Risotto, beides mag er nicht, daher ausnahmsweise mit Gnocchi (köstlich - ich durfte probieren)



und für mich - mindestens genauso köstlich - Rinds-Entrecôte mit Bratkartoffeln und Gemüse



Mir hat hier besonders die Verwendung von vielen frischen Kräutern gefallen, Rosmarin beim Entrecôte, Thymian und selbstverständlich Gremolata beim Ossobuco und glatte Petersilie, die aromatisch, weil sicherlich frisch gehackt, über die Gerichte gestreut wird.

Wie wäre es danach mit einem dieser Desserts?




Gerhard hat sich für die Crostata entschieden, die ihrem Namen alle Ehre machte. Dazu bekamen wir noch als "Versucherle" ein Stückchen der Torta di Pane



Getrunken haben wir Apocalisse von Delea, eine Assemblage aus Chardonnay und Sauvignon, frisch, fruchtig - wunderbar! Die Flasche war viel zu schnell leer. Zum Espresso gab es noch einen Grappa - danach - zumindest für mich - einen dringend notwendigen Mittagsschlaf...

Fazit: Das Grotto La Baita ist genau eines dieser Genussplätze, von denen es viel mehr geben sollte, ein Platz, an dem alles stimmt: Küche, Weinkarte, Ambiente und vor allem die Freundlichkeit der Inhaber - kurz gesagt: ich muss da wieder hin!



Dienstag, 25. März 2014

Frühlingshafter Couscous-Salat mit Catalogna, Äpfeln und Feta


Immer wenn ich bei meinem Gemüsehändler Catalogna entdecke, greife ich zu, denn das ist ein Gemüse, das ich zu Hause selten bekomme. Für diesen lauwarm servierten Salat kann ich mir auch gut Spinat als Ersatz vorstellen. Ich habe diesmal überwiegend das Grün verwendet, die Stiele gibt es morgen als Gratin. Ich könnte mir auch sehr gut ein paar Rosinen im Salat vorstellen, das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.



ich nehme (für 2 Personen)

  • 120 g trockener Couscous
  • ca. 300 g Catalogna (oder Spinat), falls nur das Grün verwendet werden soll, entsprechend mehr kaufen
  • 2 TL Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel, in kleine Würfel geschnitten
  • 1 Apfel (fest, säuerlich), geschält und in Würfel geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe, geschält
  • Salz, Pfeffer,
  • abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 2 - 3 EL Zitronensaft
  • 60 g Feta, in Würfel geschnitten



und los gehts:

Den Couscous nach Packungsanweisung zubereiten, d.h. quellen lassen.

Die Zwiebelwürfel in Öl mit aufgelegtem Deckel bei mittlerer Hitze dünsten, bis sie fast weich sind. Dann die Apfelwürfel dazu geben und leicht anbraten. Catalogna mit in die Pfanne, Knoblauch dazu pressen, mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 2 - 3 Min. dünsten. Mit abgeriebener Zitronenschale abschmecken und noch heiss über den Couscous geben. Den Feta dekorativ darauf verteilen. Ich habe noch ein paar Tropfen Bärlauch-Öl darüber gegeben.

Montag, 24. März 2014

Sonntag, 23. März 2014

Osteria Ticino da Ketty & Tommy, Ascona

Osteria Ticino da Ketty & Tommy, Via Muraccio 20, 6612 Ascona
Tel. 091 791 35 81, täglich mittags und abends geöffnet
http://osteriaticinode.weebly.com/info.html



Ja, das gibt es tatsächlich noch in Ascona - eine Neuentdeckung für uns! Seit einem Jahr führt der sympathische Tommaso mit seiner Frau diese kleine Osteria schräg gegenüber vom Teatro del Gatto in Ascona. 

Eine saisonale und innovative Küche, vereint mit Tessiner Tradition soll hier gepflegt werden. Von Montag bis Freitag gibt es mittags wechselnde Tagesempfehlungen, mittwochs abends den Giro Pizza, d.h. diverse Pizze bis zum Abwinken zu einem Fixpreis. Während der Sommermonate Live Musik-Abende und Grillen im wunderschönen Garten.

Da sich der Frühling kurzfristig verabschiedet hat, blieb uns nichts anderes übrig, als an einem der Tische drinnen Platz zu nehmen. Nach dem unvermeidlichen Prosecco starten wir mit:


Insalata variopinta “panzanella” con foglie di insalata & pane marinato, pomodori datterini & fave, a scelta con petto di pollo o con gamberoni
Bunter Salat “Panzanella” mit Blattsalaten & mariniertem Brot, Dattel-Tomaten und Fave, wahlweise mit Poulet-Brust oder Riesengarnelen

Danach stand uns mal wieder der Sinn nach einfach und klassisch, d.h. Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini für den Signore



und Pizza Napoli für mich:



Hausgemachte Ravioli, Crespelle mit Ricotta und Spinat, Risotto mit Safran und Grappa sowie Rotbarbe, Ossobuco, Kalbskotelette etc. heben wir uns für die nächsten Besuche auf.

Getrunken haben wir einen Merlot Bianco von Brissoni aus Verscio, der ausnahmsweise mal uns beiden gleich gut geschmeckt hat. Wir haben trotzdem nicht ums letzte Glas gezankt - dieses überliess ich grosszügig dem Signore - ich habe mir noch einen Grappa zum Espresso bestellt (grandios! Memo an mich: beim nächsten Mal gleich einen doppelten bestellen ;-) )







Fazit: Freundlicher und sehr aufmerksamer Service und gute Küche zu fairen Preisen. Das ist eine Wohlfühl-Osteria, d.h. ich muss da wieder hin!

Freitag, 21. März 2014

Knuspriges Hähnchen und der Tier-Freitag

Tier-Freitag oder tierfrei-Tag? Dieser Begriff fiel der österreichischen Journalistin Katharina Seiser während ihrer veganen Selbstversuchs-Wochen ein. Dieser, wie ich finde, absolut geniale Begriff Tierfreitag, lässt unterschiedliche Bedeutungen zu: ein tierfreier Tag im Speiseplan oder ein Tag, an dem das Tier im Fokus steht, ausführlich und wesentlich besser erklärt bei der Urheberin des Begriffs: hier (klick).

Ich bin keine Vegetarierin, esse allerdings wenig Fleisch, und wenn, dann sehr bewusst. Hier im Tessin haben wir eine ganze Weile gesucht und sind dann bei ein paar Genussquellen fündig geworden, u.a. für Geflügel und Eier bei Claudio Guerra. Ich habe schon einmal darüber berichtet, doch diese Einkaufsquelle ist es wert, immer und immer wieder hervorgehoben zu werden:

Azienda Agricola Claudio Guerra, Cadenazzo, Tel. 091 858 15 66
(an der Via Cantonale Richtung Bellinzona gegenüber der T.amoil-Tankstelle links abbiegen und dann ab über die Feldwege, ihr werdet es schon finden)


Bei Signor Guerra kauft man samstags auf dem Markt in Bellinzona oder aber man fährt freitags vormittags (ab 10:30 Uhr) bei ihm in Cadenazzo vorbei, am besten vorher anrufen. Vor allem, wenn man etwas Besonderes haben möchte. Für mich ist alles dort ganz besonders, denn hier stammt alles von glücklichen Hühnern, Gänsen, Enten.... tagesfrische Eier, frisch geschlachtete Kaninchen (muss nicht unbedingt sein), Fasan und... und... und.... und vor allem richtiger Auslauf für das Federvieh.

Für uns gab es ein köstliches knuspriges Poulet, ohne Wenden und Begiessen knusprig, köstlich saftig und problemlos zubereitet in diesem Hähnchenbräter aus Keramik.


Das geht ganz einfach: Das Hähnchen nach persönlichem Geschmack innen und aussen würzen (ich: Salz, Pfeffer, Paprika), auf die Keramikspitze aufsetzen, in den KALTEN Ofen setzen, auf 200 Grad stellen und ca. 1 Stunde braten. Durch die Keramikspitze gart das Hähnchen auch von innen, wird aussen wunderbar knusprig und bleibt schön saftig. 
Memo: Beim nächsten Mal wieder daran denken, die Flügel vorher abzuschneiden und für Chicken Wings einzufrieren, sie sind ohnehin ein bisschen zu dunkel geworden.


Tagliatelle con funghi porcini trifolati - Nudeln mit Steinpilzen


In der vergangenen Steinpilz-Saison haben wir im Tessin reichlich Beute gemacht. Ein Teil wurde sofort frisch verarbeitet und den anderen Teil haben wir fertig geputzt in Scheiben geschnitten eingefroren.

Als mich Gerhard fragte, was er für uns kochen solle, fielen mir die eingefrorenen Pilze ein. "Pasta mit Steinpilzen, das wäre eine schöne Idee" (Dabei stelle ich mir normalerweise irgendeine Pastasorte, idealerweise Spaghettini mit in Olivenöl und etwas Knoblauch angebratenen Steinpilzen vor, über die noch gehackte Petersilie gestreut werden). 



(schwarzer Pfeffer soll angeblich fettreiche Mahlzeiten leichter verdaulich machen ;-))

Nach dieser Aussage von mir alleine gelassen, hat mein lieber Mann seine ganz spezielle Variante zubereitet. Ich war nicht zu Hause, um ihn in irgendeiner Richtung zu beeinflussen, kurz gesagt, er konnte endlich mal wieder so kochen, wie er Lust hatte, ohne dass ihm jemand rein redete. Heraus kam diese zwar sehr köstliche, aber auch äusserst gehaltvolle Variante:

er nahm (für 2!!! Personen):


  • 1 kleine Zwiebel, geschält, fein gewürfelt
  • 1 (mindestens) EL Butter
  • 2 gute Handvoll Steinpilze, gefroren
  • 1 GANZER!!! Becher Crème double
  • ein guter Schluck Weisswein
  • Salz, Pfeffer
  • frisch gehackte Petersilie

  • frisch gekochte Tagliatelle


und los gehts:

Zwiebel in der Butter anbraten, Hitze hochdrehen und die gefrorenen Steinpilze in die Pfanne geben, unter häufigem Wenden anbraten, salzen, pfeffern, mit einem Schluck Wein ablöschen und die Crème double dazu geben. Einkochen lassen, nochmals abschmecken und mit den Tagliatelle vermischen (vielleicht noch etwas Pasta-Kochwasser beifügen... wäre eine gute Idee gewesen...)

Auf den Parmesan haben wir verzichtet, irgendwo müssen die Kalorien ja eingespart werden  ;-)