Osteria Grotto Lauro, Via Ceu 3, 6618 Arcegno Tel. 091 791 4296 geöffnet: Donnerstagabend, Freitag bis Sonntag mittags und abends Das ist die Sensation in der Tessiner Grotto Szene. Etwas, was die Stammgäste von früher nicht mal zu hoffen gewagt hatten, ist tatsächlich eingetreten: Ruth und Aldo Sigel sind wieder zurück im Grotto Lauro. Mit einem neuen Konzept, verkürzten Öffnungszeiten, einer verkleinerten Karte und natürlich wie früher, einer gepflegten Tessiner und italienischen Küche. Wir waren natürlich schon dort und irgendwie war es wie immer - wie nach Hause kommen, als wären die Beiden nie weg gewesen. Er werkelt in der Küche und kommt zur Begrüssung raus, sie ist mit ihrer unnachahmlichen Souveränität und Herzlichkeit im Service, bringt schon mal die Getränke und ein paar Stückchen knuspriges Valle Maggia Brot mit Bresaola. Zur Vorspeise das, was es nur hier so unnachahmlich gut gibt: Vitello Tonnato
Anschliessend für den Signore: Polpettone con Funghi - Hackbraten mit gemischten Pilzen, Rosmarin-Kartoffeln, Karotten
und für mich: Pappardelle con melanzane e pomodoro - hausgemachte Pappardelle mit Auberginen und Tomaten
Wir verzichten wie so oft auf ein Dessert, auch wenn sich das alles sehr verführerisch liest: Creme Caramel, Schokoladenmousse sowie Aldos berühmte Mascarpone-Creme mit Waldfrüchten. Aber wir kommen ja wieder ....
Abstand halten und Menschenmassen meiden wird unsere Gesellschaft auch nach dem Corona-Lockdown noch einige Zeit lang begleiten. Umso grösser ist die Vorfreude bereits jetzt darauf, sich nach der Zeit zu Hause wieder auf einsamen Wegen unter freiem Himmel zu bewegen. Die Natur ist Kraftspender, gibt innere Ruhe und weckt die Lebensfreude und -energie. Das Tessin ist reich an stillen Tälern, hohen Bergen und einsamen Dörfern, wo man inmitten der Natur verweilen kann. Die vielfältige Landschaft der italienischen Schweiz mit seinem milden Klima besitzt auch zahlreiche Kraftorte, die eine besondere Ausstrahlung auf den Besucher ausüben. Naturplätze, Quellen, Wasserfälle, Wälder, Schluchten aber auch besondere Bauwerke wie Kirchen und Klöster besitzen energetische Kräfte, die zugleich entspannend und inspirierend sind. Dazu gehören beispielsweise die Kirche von Ponte Capriasca bei Lugano, die Wasserfälle von Foroglio und Maggia sowie der Monte Verità in Ascona, um nur einige zu nennen. www.ticino.ch/kraftorte
Innehalten, der Coronavirus bremst uns alle aus und lässt das öffentliche Leben grösstenteils still stehen. Zumindest für die nächsten Wochen oder gar Monate. Wer weiss das schon. #stayathome lautet die Devise, damit die Krise schnellstmöglich überwunden werden kann. Im Tessin zeigen sich derzeit die ersten Frühlingsboten und die Gärten erblühen in prachtvollen Farben. Und in knapp zwei Wochen würden die Osterferien beginnen, eine Zeit in der viele Gäste normalerweise das Tessin besuchen und die Hotels für die Saison ihre Pforten öffnen. Denn für viele ist das Tessin die Sonnenstube der Schweiz, eine liebgewonnene Ferienregion oder gar zweites Zuhause. Doch dieses Jahr ist alles anders. Heute ist jeder aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Aber es wird auch ein Zeit nach der Krise geben, in der die Tessiner Beherbergungsbetriebe sich wieder um das Wohlbefinden ihrer Gäste kümmern können, während diese in der regenerierenden Natur und dem mediterranen Ambiente der italienischen Schweiz ihre Ferien geniessen. Bis es soweit ist, grüsst das Tessin seine Gäste und Freunde mit einer Videobotschaft. Damit möchte die Ferienregion diese zumindest schon einmal auf eine virtuelle Reise in die Schweizer Sonnenstube einladen und ihnen versichern, dass das Tessin auf sie wartet und sich schon jetzt auf das hoffentlich baldige Wiedersehen freut. Ticino Turismo sendet mit diesem Videogruss aber auch einen Appell jetzt zu Hause zu bleiben, damit wir alle möglichst schnell wieder gemeinsam die Schönheiten unseres Landes und diejenigen des Tessins geniessen können.
Mein Bloggerfreund Felix ist ein Garant für gelingsichere Rezepte. Wenn ich eines seiner Gerichte nachkoche, kann ich sicher sein, dass da nichts schief geht. Leider mag er es überhaupt nicht, wenn man ihn nachkocht, naja, zumindest von A - Z alles abkupfern gefällt ihm ganz und gar nicht. Lieber Felix, da musst du jetzt leider durch: Ich habe mich bis auf die Wahl der Fischfilets (ich habe Eglifilets genommen) exakt und ohne Eigeninterpretation an dein Rezept gehalten und die heikle Zitronensauce ist wunderbar gelungen und liess sich stressfrei zubereiten. Daher muss das jetzt auch genauso hier festgehalten werden.
Ich starte mit der Zitronensauce (für 2 Personen): Die Zitrone (Bio selbstverständlich) gründlich heiss abwaschen. Die Schale dünn abschälen, nur das Gelbe zur Seite stellen, das wird später noch für die Pasta gebraucht. Dann die weisse Innenhaut abschälen, so dass nichts Weisses mehr übrig bleibt. Das Fruchtfleisch filetieren, entkernen und dabei den Saft auffangen. 1 geschälte, fein gehackte Schalotte und 1 geschälte, fein gehackte Knoblauchzehe in 1 EL Butter bei aufgelegtem Deckel kurz andünsten, den aufgefangenen Zitronensaft zugeben. 1 TL geschälten, frisch geriebenen Ingwer dazugeben und zu einem Mus köcheln lassen, mit 1 TL Honig abschmecken. 50 ml Porto weiss (oder weisser Wermut extra dry bzw. Noilly Prat) 300 ml Gemüse- bzw. Geflügelfond zugeben, etwas einkochen lassen, dann durch ein Sieb passieren, zurück in den Topf geben und dickflüssig einkochen lassen. 150 ml Rahm und 30 g geriebenen Parmesan zugeben, aufkochen und mit Salz und frisch gemahlenem weissem Pfeffer abschmecken. Dies kann bis hierhin vorbereitet werden. Fertigstellung:
Nudelwasser aufsetzen, salzen, Tagliatelle zugeben und in den letzten beiden Minuten der vorgegebenen Kochzeit die in feine Streifen geschnittene Zitronenschale zugeben, das gibt einen wunderbaren Kick. 6 - 8 Eglifilets (oder anderes Fischfilet) auf beiden Seiten salzen und leicht in Mehl wenden. In Butter auf jeder Seite bei mittlerer Hitze kurz braten (nicht trocken braten! Bleibt neben dem Herd stehen). Mit Zitronensauce und Nudeln anrichten.
Noch schnell, bevor der Frühling nun wirklich beginnt, will ich euch unseren derzeitigen Lieblingssalat vorstellen. Er nennt sich Insalata Invernale - Wintersalat - und wir haben ihn schon häufig im Ristorante Broggini oder auch kürzlich in der Osteria Nostrana gegessen. Was liegt da näher, als ihn zu Hause nachzubasteln.
Wir haben ein paar winterliche Blattsalate genommen, Feldsalat, Chicorée, auch Radicchio geht gut. Nur bitter sollen sie sein. Den Chicorée haben wir in schmale lange Streifen geschnitten - irgendwie schmeckt er mir dann besser und hübscher aussehen tut er auf jeden Fall auch oder was meint ihr? Alle Salate hübsch auf einem Teller arrangieren, eine Orange so schälen, dass das Weisse komplett weggeschnitten ist, dann filetieren, auf den Salaten anrichten, 2 EL leicht angeröstete Pinienkerne darüber und ca. 2 EL Granatapfelkerne. Im Originalrezept werden dazu Datteln in Streifen geschnitten und auf dem Salat drappiert, wir haben Streifen von 4 Trocken-Aprikosen genommen. Dann mit einer Vinaigrette bestehend aus 2 EL Condimento Balsamico, 4 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer beträufeln und mit knusprigem Brot servieren.
Katha vom Blog Katha kocht richtet bei zorra das Blog-Event Wintersalate aus, dazu passt mein Salat perfekt und wird hiermit eingereicht.
Gestern hat uns der Wetterbericht für heute 21 Grad versprochen! Das muss ausgenutzt werden.
Wir fahren schon am Morgen rüber nach Locarno, sitzen bei frisch gepresstem Orangensaft und Cappuccino in der Sonne und lassen es uns gut gehen. Ach, ist das herrlich, zum ersten Mal in diesem Jahr sitzen wir draussen, gucken Leute und geniessen die wärmende Sonne.
Dann geht es weiter - immer der Sonne nach - nach Ascona an die Piazza
Da ist heute noch die Ruhe vor dem Sturm, morgen gibt es das grosse Risotto Essen an der Piazza.
Wir essen heute Mittag in der Osteria Nostrana, die, wie das Grotto Broggini in Losone, das derzeit montags und dienstags geschlossen hat, und das Sensi in Locarno zum Imperium von Fred Feldpausch gehört.
Für uns beide gibt es als Vorspeise die Insalata Invernale, wie wir diese schon aus dem Broggini kennen:
Feldsalat, Chicorée, Orangen- und Grapefruitfilets, Datteln, geröstete Pinienkerne
und dann für den Signore hausgemachte Tortellini mit Ragù und Sahne
und für mich Pizza deren Teig mit vier unterschiedlichen Tessiner Mehlen zubereitet ist, mit Büffel Buratta, auf Traubentomaten Vesuvio DOP, frischem Basilikum und Oregano
Das war ein richtig schöner Mittag mit einem wunderbaren Platz an der Sonne!
Wenn uns jemand eine gute Einkaufsquelle (oder ein gutes Restaurant) empfiehlt, sind wir dazu bereit, auch ein Stückchen weiter zu fahren. Nun ganz so weit war es heute nicht, da wir ohnehin in Bellinzona auf dem Samstagmarkt waren. Und von dort bis nach Roveredo sind es über die A 13 Richtung San Bernardino gerade mal 10 km. Das machen wir locker für einen guten Schinken. Grazie für die Empfehlung, Marco! Prosciutto Mesolcina - Schinken aus dem Graubündner Misox ist bekannt für seinen ausgezeichneten Geschmack und seine Qualität, ganz besonders bekannt ist der Rohschinken der Macelleria Fagetti in Roveredo.
Hier wird der Schinken gerade mit der Berkel aufgeschnitten (die klassische Aufschnittmaschine mit dem Schwungrad). Schon das ist ein besonderes Erlebnis. Ich liebe solche Aufschnittmaschinen und schon das sanfte Gleiten und das damit verbundene Geräusch des Schlittens begeistern mich.
Eine ausgezeichnete Auswahl von Fleisch, entweder aus eigener Produktion oder von Kleinstbetrieben. Wir haben uns Schinken, Salami und wunderbare Peperoncini-Salametti mitgenommen und daraus zu Hause dieses köstliche Festmahl gezaubert:
In weiser Voraussicht hatten wir vorher auf dem Samstagmarkt in Bellinzona das Pane Mercato bei Peverelli gekauft.
Osteria Vairano, Via Bellavista 1, 6575 Vairano - San Nazzaro Tel. 091 794 16 04, montags und dienstags geschlossen
Diese Osteria mit ihrem traumhaften Blick auf die gegenüberliegende Seeseite Richtung Maggiadelta mit Ascona und Locarno gehört zu unseren bevorzugten Adressen bei der Ankunft im Tessin. Der Inhaber Chris Gottraux steht selbst in der Küche und bereitet einfache und immer hausgemachte Tessiner Küche mit guten Grundprodukten und Zutaten aus der Region zu. Es gibt mittags ein Tagesgericht, das sehr gerne von Arbeitern, die häufig hier anzutreffen sind, angenommen wird. Dies spricht für mich immer für gute, preiswerte Qualität.
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Noch hat die Saison hier am Gambarogno nicht begonnen, da müssen wir noch bis Ostern warten. Viele Restaurants sind jetzt in Winterpause - einige leider auch dauerhaft geschlossen. Umso dankenswerter, dass Chris hier die Stellung hält. Wie wichtig ist es für den Tourismus, für die Einheimischen ebenso und vor allem auch für die Arbeiter und Geschäftsleute, dass hier wenigstens ein paar gute Restaurants geöffnet haben. Danke Chris, dass du die Stellung hält! Heute gibt es als Tagesgericht geschmorte Rinderbäckchen mit Kartoffelstock - sehr verführerisch, doch der Signore und ich betätigen sich mal wieder als Wiederholungstäter:
Insalata Mista - ihr seht, hier werden nur die frischesten Zutaten verwendet -
und anschliessend hausgemachte Gnocchi mit Butter und Salbei bzw. für den Signore mit Gorgonzola-Sauce (ohne Foto). Herrlich fluffige Gnocchi, wunderbar abgeschmeckt, knuspriger Salbei - ich könnte mich da reinsetzen. Danach das übliche Dessert: Sorbetto di Uva Americana mit Grappa (er war wieder schneller mit dem Löffel, daher ohne Foto) und einen Espresso Corretto con Grappa für mich. Wir haben uns mal wieder sehr wohlgefühlt, der Service war äusserst aufmerksam und freundlich, das Ambiente gefällt uns sehr und wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch und den sympathischen Chris.
Nun endlich beginnt die Zeit, zu der man bereits auf den italienischen Märkten die Catalogna findet. Sie ist eine Zichorienart und zählt wie Chicorée, Endivien, Radicchio, Puntarelle etc. zu den Bittergemüsen, die man sowohl als Salat als auch als warmes Blattgemüse zubereiten kann; besonders gut passen sie zu Pasta.
Ich mag die Catalogna besonders gerne, wenn sie, wie in der ayurvedischen Küche üblich, alle sechs Geschmacksrichtungen (Rasas) in einem Gericht vereint, d.h. süss, sauer, salzig, bitter, scharf, herb (zusammenziehend).
ich nehme (4 Pers.):
1 Staude Catalogna, in Streifen geschnitten
1 Zwiebel, in feine Spalten geschnitten
2 EL Olivenöl
1 kleine Chilischote (wer es nicht so scharf mag, entfernt Kerne und Innenhaut), in feinste Würfel geschnitten
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
1/2 TL Curcuma
1/2 Tel. Corianderkörner, leicht zermörsert
2 EL Feigenchutney (Orangenchutney geht auch)
ca. 15 schwarze Oliven (Taggiasca-Oliven am besten)
ein paar Spritzer Zitronensaft
und los gehts:
Zwiebel und Chilischotenwürfel mit aufgelegtem Deckel in Olivenöl fast weich dünsten, Catalogna dazu, salzen, pfeffern, Curcuma und Koriander dazu und weiterhin mit aufgelegtem Deckel schön bissfest dünsten.
Oliven und Feigenchutney dazu, nochmals kräftig abschmecken, mit ein paar Spritzern Zitronensaft würzen und als Beilage oder mit Pasta servieren.
Das gleiche Rezept schmeckt auch köstlich mit Radicchio oder Chicorée-Stauden. Da lasse ich allerdings die Oliven weg.
Früher dachte ich immer, mein Signore sei der einzige Mensch weit und breit, der keine Tomaten isst. Bei Ragù Bolognese, das er sich von Zeit zu Zeit wünschte, musste ich mit sämtlichen mir zur Verfügung stehenden Tricks und Zutaten arbeiten, um dem Ragù eine leicht bräunliche und vor allem keinesfalls rötliche Farbe zu geben. Viiiel Rotwein, kräftiges Anbraten und 2 EL Tomatenmark (dann so ganz ohne tomatige Zutat habe ich mich geweigert, eine Bolognese herzustellen) halfen da. Doch glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei. Nicht, dass er plötzlich zum Tomaten-Liebhaber geworden wäre, nein! keinesfalls! niemals! Doch mittlerweile scheint "ohne Tomaten" salonfähig geworden zu sein. Es gibt in den meisten Pizzerien die Pizza Bianca, d.h. eine Pizza ohne Tomatensauce, nur mit hellem Belag. Kein Pizzaolo rauft sich mehr die Haare, wenn eine Bestellung für Pizza ohne Tomatensauce an ihn herangetragen wird. Und glücklicherweise gibt es Ariane, eine in Rom lebende Bloggerin, die ein mittlerweile ebenfalls zum Saucen-Klassiker avanciertes Rezept gekocht hat: Ragù Bianco. Bei diesem Ragù wird für das Hack weisses Fleisch, wie z.B. Kalb, Huhn oder Kaninchen verwendet und selbstverständlich wird auf Tomaten verzichtet. Für den kräftigeren Geschmack habe ich allerdings halb Rinder- halb Kalbshack verwendet. ich nehme:
400 g Hackfleisch, halb Kalb, halb Rind
1 Salsiccia, ca. 100 g
30 g getrocknete Steinpilze
1 Schalotte
1 Karotte
1 Stück Stangensellerie, ca. 60 g
1 Knoblauchzehe
2 Salbeiblätter
ein paar Rosmarinnadeln
1 Lorbeerblatt
100 ml trockener Weißwein
150 ml Kalbsfond
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl extra vergine
Parmigiano Reggiano
und los gehts: Die Steinpilze mit kochendem Wasser übergiessen und eine halbe Stunde einweichen. Dann aus dem Wasser nehmen und fein hacken. Die Schalotte und die Knoblauchzehe fein hacken, die Karotte und den Stangensellerie in erbsengroße Würfelchen schneiden. Die Haut von der Salsiccia entfernen und das Brät grob zerkleinern. Die Rosmarinnadeln fein hacken, Salbeiblätter fein zerrupfen. In einer Pfanne die Schalottenwürfel, Knoblauch, das zerkleinerte Gemüse und die Kräuter (bis auf das Lorbeerblatt) in Olivenöl anschwitzen. Die Mischung aus Zwiebeln, Karotten und Sellerie bezeichnet man in Italien als sogenanntes "Soffritto". Nun die grob zerkleinerte Salsiccia und das Hackfleisch hinzufügen und krümelig braten. Salzen und pfeffern. Mit dem Weißwein ablöschen, diesen etwas einkochen lassen, den Fond angießen, Lorbeerblatt und die grob zerkleinerten Pilze hinzufügen und das Ragù zugedeckt bei milder Hitze ungefähr eine Stunde köcheln lassen. Die Pasta al dente kochen und in der Pfanne mit dem Ragù vermischen. Frisch geriebenen Parmigiano dazu reichen. Quelle: Ariane von tra dolce ed amaro Danke dir, liebe Ariane, für dieses wunderbare Rezept.
Traditionell gibt es bei uns zu Weihnachten oder Silvester Charbonnade. Das ist Grillen auf einem speziellen Gerät auf Holzkohle, das man in geschlossenen Räumen verwenden kann und für uns seit Jahren ein beliebtes Weihnachts- oder Silvesteressen ist. Dazu werden - natürlich selbstgemachte - Saucen/Dips serviert und die waren so köstlich, dass sie nicht in den Tiefen meines Blogs verschwinden dürfen. So schaut das Gerät aus:
Diesmal kamen Yannick und Caro zwischen den Feiertagen an und zur Begrüssung haben sich die beiden Charbonnade gewünscht. Die traditionellen Familiensaucen (klick hier) habe ich ergänzt durch ein paar neue Varianten, die ich in der Zeitschrift Feinschmecker entdeckt habe. Diese waren so köstlich, dass sie in die Reihe unserer Charbonnade-Klassiker aufgenommen werden und unbedingt hier im Blog festgehalten werden müssen:
Mango-Orangen-Chutney mit Curry: 2 Orangen 1 rote Zwiebel 15 g frischer Ingwer 1 kleine rote Chilischote 2 EL Olivenöl 1 EL Currypulver 50 ml Aceto Balsamico Bianco 50 g Rohrohrzucker 1 reife Mango Salz Die Orangen so schälen, dass die gesamte weisse Haut mit entfernt wird. Fruchtfleisch klein würfeln. Zwiebeln und Ingwer schälen, Chilischote halbieren, entkernen. Alles fein würfeln. Olivenöl erhitzen, Zwiebel, Ingwer, Chili darin andünsten. Dann Curry und gewürfelte Orangen dazugeben. Alles mit Aceto Balsamico ablöschen. Zucker unterrühren. Mix so lange einkochen lassen, bis fast die ganze Flüssigkeit verdampft ist. Inzwischen die Mango schälen. Das Fruchtfleisch vom Stein schneiden, dann würfeln. Mangowürfel unter den heissen eingekochtenOrangenmix geben. Alles mit Salz würzig abschmecken. Das Chutney im Kühlschrank abkühlen lassen. Apfel-Wasabi-Mayonnaise mit Schnittlauch: 1 zimmerwarmes Eigelb 3 TL Wasabipaste aus der Tube (ich: frisch geriebene Wasabiwurzel) 1 - 2 EL Apfelessig 125 ml Sonnenblumenöl 1 Bund Schnittlauch 1 süsslicher Apfel Saft 1/2 Zitrone Zucker, Salz, Cayennepfeffer Das Eigelb mit Wasabi, Essig und Öl in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Pürierstab zu einer dicken Mayonnaise mixen. Dabei den Mixstab zunächst etwa 15 Sekunden am Boden des Bechers belassen. Dann langsam nach oben ziehen. Schnittlauch in feine Ringe schneiden. Apfel schälen, fein würfeln und mit Zitronensaft vermischen. Beides unter die die Wasabi-Mayonnaise heben und mit etwas Zucker, Salz und Cayennepfeffer würzig abschmecken.
Avocado-Gurken-Remoulade mit Koriander und Dill 1 Bund Dill 1 Bund Koriander (oder glatte Petersilie) 125 g griechischer Joghurt (10 %) 150 g Mayonnaise Saft von 1/2 Limette 1/2 Salatgurke 1 kleine Avocado Salz, Cayennepfeffer Dill und Koriander (Petersilie) waschen, trocken schütteln. Blätter abtupfen und fein hacken. Mit Joghurt, Mayonnaise und Limettensaft verrühren. Gurke schälen, entkernen und klein würfeln. Avocado halbieren. Kern entfernen. Fruchtfleisch aus der Schale haben und ebenfalls klein würfeln. Beides mit der Creme vermischen, mit Salz, Cayernnepfeffer würzig abschmecken. Paprika-Ketchup mit Raucharoma 250 g eingelegte gegrillte rote Paprikaschoten (auf spanische Art, nicht sauer!) 1 rote Zwiebel 1 Knoblauchzehe 1 Chilischote 1 EL Olivenöl 2 - 3 EL brauner Zucker 2 - 3 EL Paprikamark 50 g Honig Meersalz 1 - 2 TL Rauchsalz Saft 1/2 Limette Die eingelegten Paprikaschoten in eine Schüssel abgiessen. Vom Sud 120 ml abmessen und beiseitestellen. Zwiebel und Knoblauch schälen. Chili entkernen. Alles würfeln und in heissem Olivenöl anschwitzen. Zucker darüberstehen und diesen karamellisieren lassen. Das Ganze mit dem beiseitegestellten Sud ablöschen. Paprikamark hinzufügen und alles 15 Minuten bei mittlerer Hitze leise köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Honig untermischen, alles mit einem Pürierst fein mixen. Ketchup abschliessend mit Salz, Rauchsalz und Limettensaft würzig abschmecken. Dazu haben wir Filet vom Bison, Kalb und Pute gegessen.
Cazzöla, der traditionelle Tessiner Schweinefleischeintopf wird auch u.a. Cassoeula, Cassoeûla oder Cassöra genannt (ich liebe den Tessiner Dialekt mit seinen vielen 'ü' und 'ö'). Sie wurde früher hauptsächlich ab Januar angeboten, nämlich dann, wenn im Herbst und Winter Hausschlachtungen durchgeführt wurden und das Fleisch und auch teilweise die Wurst in diesem Eintopf verarbeitet wurden. Woher der Name stammt, ist nicht genau geklärt. Er könnte vom Löffel 'casseou' hergeleitet werden oder von der Pfanne 'casseruola'. Eine weitere Erklärung scheint mir die interessanteste zu sein: Bei den Arbeiten zum Bau des Gotthard-Strassentunnels wurde von den Bauarbeitern häufig dieser Kohl-Schweinefleisch-Eintopf gekocht. Er soll, in Ermangelung grösserer Rührlöffel mit der Maurerkelle 'cazzuola' umgerührt worden sei. Dadurch zeigt sich, dass die Cazzöla nicht nur ein einfacher - aber köstlich schmeckender Eintopf - sondern ein Stück lokale Geschichte ist.
Mein Rezept habe ich an den heutigen Geschmack und Hunger angepasst und die Fleischmengen deutlich reduziert. ich nehme (für 6 Personen): 500 g vom Rippenstück (ich: Spare ribs) 500 g (ungeräucherter) Schweinebauch 500 g Schweinenacken 50 g Butter 3 grosse Zwiebeln (geschält, gewürfelt) Selleriegrün 500 g Karotten 2 - 3 Tassen Fond (ich: Gemüsefond) Salz, Pfeffer 2 EL Tomatenmark 1 kleiner Kopf Wirsing 1/2 Kopf Spitzkohl 4 Kartoffeln, geschält, in grosse Würfel geschnitten ca. 200 ml trockener Weisswein und los gehts: Fleisch in ziemlich grosse Stücke zerteilen, von allen Seiten schön anbraten. Die Zwiebelwürfel zugeben, vermischen. Die zerkleinerten Sellerie und Karottenscheiben in den Topf geben, mit Fond und Tomatenmark ablöschen, kräftig salzen und pfeffern. Ca. 45 min bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Wirsing und Spitzkohl in mundgerechte Stücke schneiden und mit den Kartoffelwürfeln in den Topf geben. Gründlich mischen, mit dem Weisswein aufgiessen und zugedeckt garen, bis Kohl und Kartoffeln schön weich sind. Abschmecken.
Ristorante Cittadella, Via Cittadella 18, 6600 Locarno Tel. 091 751 58 85, Ruhetag: Montag, mittags und abends geöffnet
In dem in der Altstadt von Locarno gelegenen traditionellen Restaurant liegt die Betonung auf Fisch,und zwar in allen Variationen, sei es aus dem Lago, sei es aus dem Meer. Bei der Reservierung sollte man präzisieren, ob man in der ersten Etage in dem etwas eleganteren Gourmet-Restaurant sitzen möchte oder unten in der etwas einfacheren Trattoria, in der es neben Fisch und 2 oder 3 Fleischgerichten auch Pizza aus dem Holzofen und während der Woche ein feines Tagesmenü mit Vorspeise, Hauptgericht und einem kleinen Dessert für ca. CHF 22,00 gibt. Auch wenn ich hier sonst immer fritto misto di mare esse - wunderbar knusprige Fische und Meeresfrüchte - muss es heute Pizza sein. Der Signore wählt als Antipasto Insalata di Puntarelle mit Anchovis:
und ich entscheide mich für Insalata di carciofi con Parmigiano - dünn gehobelte rohe Artischocken mit Parmesanspänen
Dann wählen wir beide die Pizza Tonne e Cipolle, für den Signore als Pizza Bianca, d.h. ohne Tomaten, für mich die klassische Variante
Die Pizza ist wunderbar dünn und knusprig, so wie wir das mögen. Die Oliven sind von ausgezeichneter Qualität (Taggiasca) und nicht das sonst übliche kern- und geschmacklose Einerlei. Auch wenn die Trattoria bis auf den letzten Platz ausgebucht war, wurden wir mit auserlesener Höflichkeit und Aufmerksamkeit bedient - ein kurzer Blick genügte und schon war jemand zur Stelle. Ein wirklich empfehlenswertes Ristorante, wenn auch nicht ganz preiswert.
10 Jahre Ti Saluto Ticino! Und ich verpasse das! Unfassbar! Am 8. Januar 2010 schrieb ich meinen ersten Blog-Beitrag auf dieser Seite (klick hier). Angeregt durch Petra vom Blog Chili und Ciabatta, die nun unwiderruflich meine Blog-Patin ist, habe ich meinen ersten Beitrag veröffentlicht. Dem folgten viele weitere Beiträge, teilweise über unsere Tessiner Restaurant Erlebnisse, teilweise über unsere Entdeckungen kulinarischer Tessiner Spezialitäten und immer mehr wird auch hier gekocht werden. Nach und nach möchte ich euch die italienische, aber auch vor allem die einfache, bodenständige Tessiner Küche vorstellen.
Eine zeitlang war es hier etwas ruhiger. Da gibt es meinen französischen Blog 'Bonjour Alsace' (unser Familienkochbuch) und da gibt es auch noch seit Mai 2016 mein jüngstes Blog-Baby'Bonjour Henri' (mein Wohnmobil- und Reiseblog), die ein wenig meiner Zeit beansprucht haben. Doch Ti Saluto Ticino liegt mir am Herzen! Und den Spass am Bloggen habe ich noch lange nicht verloren!
Ich liebe als Vorspeise diese Bittersalate, die ich im Tessin in Hülle und Fülle geniessen kann. Da gibt es bereits jetzt die ersten Frühlingsboten wie Puntarelle, Catalogna, Löwenzahn, Barba dei Frate, auch Ruccola, Endivien und Frisée zählen dazu. Hier ein köstlicher Salat aus Chicorée, Radicchio und als schmackhafte Zugabe Birne und Käse, eine wunderbare Kombination, die sich sowohl als feine Vorspeise als auch als kleines Abendessen eignet. ich nehme:
1 kleiner Kopf Radicchio (noch besser wäre es natürlich, wenn ihr eine Staude Treviso auftreiben könntet
2 kleine Chicorée
1 Birne
80 g halbfester Schnittkäse (ich habe Fontina genommen)
1 - 2 EL fein gehackte glatte Petersilie
Vinaigrette:
Salz, Pfeffer
1 EL scharfer Senf
2 EL milder Essig (ich: Orangenessig, ansonsten 1 EL Essig und 1 EL Orangensaft)
etwas abgeriebene Schale der Orange (natürlich Bio!)
2 EL Öl (ich: Walnussöl)
und los gehts:
Zunächst die Vinaigrette zusammenrühren, sie sollte eine schön cremige Konsistenz haben. Wer mag, mit deutlichen Orangennoten.
Den Radicchio in mundgerechte Stücke zupfen bzw. den Treviso in mitteldicke Streifen schneiden. Den Chicorée in längs in feine Streifen schneiden.
Wer mag, schält die Birne, ansonsten einfach nur das Kerngehäuse entfernen, erst in Spalten, dann in feine Streifen schneiden, den Käse ebenfalls in feine Streifen schneiden.
Erst kurz vor dem Servieren Salate und Vinaigrette mischen und servieren.
Antico Ristorante Borromeo, Via Collegio 16, 6612 Ascona Tel. 091 791 92 81, Ruhetage: Montag und Dienstag Betriebsferien: ab Montag, 6. bis einschliesslich Dienstag, 28. Januar 2020 Das Borromeo wird häufig erwähnt wegen seines schönen Gartens im Sommer. Aber wir lieben dieses Ristorante für die besondere Atmosphäre im Winter am Kamin und freuen uns immer wieder, bei den beiden Brüdern Bruno und Isolino Iacomini einzukehren. Hier der Eingang, der in ein paar Fussminuten von der Piazza durch die Altstadt am Rande des historischen Ortskerns von Ascona in Richtung Collegio Papio erreichbar ist:
Beim Betreten biegt man gleich links ab und kommt in den ersten der drei Gasträume, doch vorher komme ich an der Tafel mit der Tagesempfehlung vorbei und weiss sofort, was ich essen möchte - ich zeige es euch gleich. Doch zunächst die Vorspeise: insalata formentino Mimosa, das, was ich in der Saison meistens hier esse: Feldsalat mit Croûtons, Speck und hartgekochtem Ei:
Und dann folgt das, was es häufig freitags hier gibt: Fritto Misto del Lago: knusprig und dennoch zart ausgebackener Fisch, der ausnahmslos aus dem Lago Maggiore kommt und je nach Fanglage meistens besteht aus Lachsforelle, Zander und Felchen.
Dazu trinken wir den Vino Bianca della Casa, eine Assemblage von Vini Chiodi aus Merlot, Chasselas und geringen Chardonnay-Anteilen. Wir beschliessen diesen angenehmen Mittag im Borromeo mit einem Espresso und nehmen uns vor, hier bald wieder vorbei zu kommen.
Osteria da Ketty & Tommy, Via Muraccio 20, 6612 Ascona Tel. 091 791 35 81, geöffnet: täglich mittags und abends MIT ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEIT! (klick hier) Endlich mal wieder haben wir diese nur ca. 5 Gehminuten von der Piazza in Ascona entfernte Osteria besucht. Glücklicherweise habe ich kurz vorher angerufen, denn bei unserer Ankunft waren bereits fast alle anderen Plätze besetzt bzw. ebenfalls reserviert.
Schaut euch die sehr ambitionierte Speisekarte an (klick hier), da gibt es viele Köstlichkeiten zu entdecken. Uns steht heute jedoch der Sinn nach einfacheren Genüssen, wobei es diese hier in höchster Vollendung gibt: Für den Signore Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncini und für mich Pizza:
Pizza INFERNO mit Tomaten, Büffelmozzarella und Nduja, diese grossartige, scharfe Salami aus Kalabrien ich habe schon lange keine sooo gute Pizza mehr gegessen!
Dazu gehört Tessiner Merlot, wir haben den Vino della Casa getrunken, ein Merlot von Andrea Ferrari aus Stabio, der auch in halben Flaschen angeboten wird.
Ristorante Grotto Broggini, Via San Materno 18, 6616 Losone Tel. 091 791 15 67 in der Saison täglich mittags und abends geöffnet, jetzt im Winter von Mittwoch bis Sonntag Betriebsferien 2022: Montag, 10. Januar bis Donnerstag, 17. Februar Das Broggini ist im ganzen Tessin bekannt als der "Güggeli-Tempel". Knusprig am Spiess über Holzkohlenfeuer gegrillte Poulets, serviert wahlweise mit Steinpilzrisotto, mediterranen Gemüsen und dem köstlichen Blattspinat. Gerade in der ruhigen Saison in den Wintermonaten besuchen wir dieses Grotto gerne, so auch diesmal wieder in der Weihnachtszeit:
Der Signore wählt das, was er meistens hier wählt und was er selten in einer solch unnachahmlich guten Qualität bekommt: Fegato alla Veneziana mit Tagliatelle - geschnetzelte Kalbsleber mit Zwiebeln und Salbei gebraten mit einer sehr würzigen Rotweinsauce, dazu Tagliatelle
Auch ich bin Wiederholungstäterin und wähle das, was ich immer hier bestelle: knusprig gebratenes Güggeli mit Gemüse
Zum Abschluss geniesst Gerhard noch ein Traubensorbet mit Grappa
Meistens schauen wir hier erst gar nicht in die umfangreiche Getränkekarte, sondern bestellen gleich den Roero Arneis von Bruno Giacosa. Doch diesmal empfiehlt mir der aufmerksame Herr im Service vom gleichen Winzer einen Barbera - ich bin immer neugierig auf mir bislang unbekannte Weine und prompt steht ein paar Minuten später diese Flasche vor uns:
Das war eine ausgezeichnete Empfehlung. Der Barbera passt ausgezeichnet sowohl zur Kalbsleber als auch zum Poulet.