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Dienstag, 6. September 2022

Acht kulinarische Geheimtipps aus vier Regionen, Teil 3

 Dinieren mit Aussicht - die schönsten Restaurants am Wasser

Von Ticino Turismo bekomme ich regelmässig aktuelle Artikel über das Tessin zugeschickt. Hier folgt Teil 3 des Artikels von Jurij Meile von Ticino Turismo:


Lugano: Perle zwischen Berg und See – eine perfekte Umgebung zum Geniessen




Die kleine Gemeinde Gandria gilt als echter Geheimtipp in Lugano. Grosse Touristenmassen sucht man hier vergebens. Anstelle dessen erwarten die Besucher beschauliche, bunte Steinhäuser, die den kleinen Ort, der am Fusse des Monte Bré liegt, prägen. Nach einem kleinen Spaziergang durch die bezaubernden, engen Gässchen, findet man das kleine Restaurant „Locanda Gandriese”. Seit 2017 wird es von Davide Crobe geleitet, der ursprünglich aus Sardinien stammt. Neben der fantastischen Aussicht auf den Luganersee geniesst man dort somit eine stimmige Komposition aus sardischen Spezialitäten kombiniert mit regionalen Produkten des Tessin. Ein Tipp für alle, die Ihren Genussmoment verlängern möchten: Im Haus gibt es auch drei kleine Hotelzimmer. locandagandriese.com

Ein weiterer wunderbarer Platz, um zu geniessen und zu entspannen ist das Ristorante Le Lac . Es befindet sich in Melide, einem Ort mitten am Luganersee liegt. Das kleine, feine Lokal hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausschliesslich frische und saisonale Lebensmittel zu verwenden. Dafür sorgt (Küchen-)Chef Luca Toricelli, der seiner Kreativität in der Restaurantküche freien Lauf lässt und mit einem modernen gastronomischen Angebot überzeugt. Die Besucher erwartet somit ein Genusserlebnis in jeder Hinsicht – von Gaumenfreuden bis hin zur imposanten Aussicht auf den See ist hier alles inklusive. lelacrestaurant.ch


Fortsetzung folgt!


Quelle: 

Ticino Turismo
Jurij Meile

Head of Communication


Samstag, 20. November 2021

Neuentdeckung: L'Osteria in Ca`de Betty e Lüis, Breno/Alto-Malcantone

  L'Osteria in Ca' de Betty e Lüis, Nucleo Breno 88, 6937 Alto Malcantone

Tel. 091 600 34 00

geöffnet: Donnerstag bis Montag, mittags und abends


Heute haben wir uns aufgemacht in diese kleine Osteria, die im Alto-Malcantone auf ca. 800 Metern Höhe liegt. Breno ist vom Lago Maggiore leicht und gut erreichbar über die alte Kantonsstrasse Richtung Lugano. Kurz vor Lugano geht es dann ab (zunächst Richtung Flughafen) Richtung Gravesane und Arosio und dann weiter nach Breno. Wir kommen bei schönem sonnigen Wetter am Dorfplatz an und beschliessen,  den Aperitivo draussen einzunehmen.

Beim Betreten der Osteria werden wir von der aktuellen Pächterin Mary Zanfardin mit ihrer Freundlichkeit und einem umwerfenden Lächeln begrüsst und an unseren vorab reservierten Tisch geführt. Der Blick fällt sofort auf die offene Küche, in der bereits eifrig gewerkelt wird und eine grosse Schiefertafel, auf der die aktuellen Tagesempfehlungen stehen.



Wir wählen als Vorspeise einen Salat bzw. für mich eine kleine Portion Strudel di Verdure con Fonduta di Formaggio aus


Anschliessend gibt es für den Signore Brasato - geschmorten Rindsbraten mit hausgemachten Tagliatelle.


Für mich gibt es das Hirsch-Entrecôte mit hausgemachten, knusprig gebratenen Spaetzli und Gemüse



Die Spaetzli haben dem Signore sooo gut geschmeckt, dass ich sie grosszügig zum Tausch gegen die Tagliatelle anbot.

Die Mengen waren so reichlich bemessen, dass wir anschliessend nur noch einen Espresso nahmen und beschlossen, dass wir da bald wieder hin müssen.

Liebe Mary, danke für Ihre Fröhlichkeit und Gastfreundschaft, wir kommen gerne wieder.



Samstag, 11. Mai 2019

Osteria Centrale 2-0, Mezzovico - das ist überströmende Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Kochen mit Liebe!

Osteria Centrale 2.0, Piazza du Buteghin 6, 6805 Mezzovico-Vira
täglich geöffnet, mittags und abends (ausser Sonntagabend!)
Telefon für Reservierungen: 091 930 65 41

Ihr wisst es ja bereits: ICH LIIIEBE (GELUNGENE!) NEUENTDECKUNGEN!
Und nun müsst ihr meine Begeisterungs-Stürme über euch ergehen lassen:

Claudios Tips sind halt die besten! Mille grazie, caro Claudio!!! 

Mezzovico-Vira ist schnell erreichbar über die alte Passstrasse Monte Ceneri und liegt ca. 10 km VOR Lugano.

Diese angenehme, kleine Osteria liegt idyllisch im Dorfkern, an der kleinen Piazza, ausreichend Parkplätze gibt es in unmittelbarer Nähe. 




Die Osteria wird geführt von Nicoletta, die uns aufs Wunderbarste bekocht. Ihr zur Seite steht, sowohl in der Küche, als auch im Service, Christian.

Und dann geht es looos: bereits beim Betreten dieser kleinen Osteria werden wir aufs herzlichste begrüsst. Chris kommt an den Tisch und erklärt uns die angenehm klein gehaltene Speisekarte









Ich wähle "Insalonia alla Nico (ein Gemüsesalat mit Früchten, die Spezialität von Nicoletta) mit warmem, zart schmelzendem Tommino



(der Signore entscheidet sich für einen grünen Salat - Foto lohnt nicht - dafür aber eine Erwähnung des hausgemachten köstlichen Rotwein-Essig, wovon wir, weil wir uns so begeistert äussern, eine Flasche von Chris zum Abschied geschenkt bekommen - mille grazie Chris!)

Es geht weiter mit


Stecca di Vitello dell'Osteria - Kalbsentrecôte auf Gemüsespaghetti mit diesen grandiosen Patatine


grandios, knusprig, wohlschmeckend, mit Kräutern ... und einfach nur perfekt, aber das seht ihr ja schon auf dem Foto, oder?

Der Signore bestellt ein Cordon Bleu di Vitello Rivisitato


ein Cordon Bleu auf andere - leichte Art: gefüllt mit Ricotta und Zucchetti, dazu natürlich die wunderbaren patatine

Zum Abschluss gönnt er sich dann noch ein Sorbet aus Mango und Abricotine, für mich gibt es einen Espresso und einen hausgebrannten Grappa.

Wir haben dazu einen Wein unseres Tessiner Lieblings-Winzers Roberto Belossi der Cantina il Cavaliere getrunken:


bzw. weil sich Chris so begeistert über einen Rotwein äussert, muss ich den auch noch probieren: Primo aus Ferradou Trauben vom gleichen Winzer, samtig, ja schon fast cremig, mit deutlichen Aromen von dunklen Beeren und Vanille - ich liebe ihn!!!

Anschliessend setzt sich Nicoletta ein wenig zu uns an den Tisch, wir plaudern angeregt über ihr interessantes Leben, ihre Reisen nach Indien (die auch zwischendurch ihre Küche beeinflussen), ihre verschiedenen Stationen am Gambarogno (u.a. Grotto la Baita in Magadino bzw. das Strandbad in Gerra)

Mein Fazit:

Diese wundervolle Mischung aus überströmender Herzlichkeit, Kochen mit Liebe und absoluter Wohlfühl-Atmosphäre hat uns begeistert! 
Und ihr wisst ja, was jetzt kommt:

ICH MUSS DA WIEDER HIN!!!








Freitag, 20. Mai 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Heute sind wir bei wieder wunderschön sonnigem Wetter durch Lugano gebummelt, waren seit ewigen Zeiten mal wieder beim Feinkosthändler Gabbani. Natürlich muss ich, wie unzählige andere Touristen vor mir, das obligatorische Salami-Bild schiessen:


Anschliessend haben wir noch bei Mion Frutta e Verdura u.a. sündhaft teure Walderdbeeren und zwei frische Steinpilze gekauft, keine Ahnung, wo die jetzt herkommen, aber manchmal muss so etwas einfach sein. Oregano aus Sizilien musste auch mit (als Mitbringsel für Yannick). Mit unserer Beute sind wir dann im Bottegone del Vino angekommen und finden, da wir noch sehr früh dran waren, einen schönen Tisch draussen.

Wie auch bei unserem ersten Besuch kürzlich (klick hier) sind wir wieder sehr angetan, sowohl vom aufmerksamen, kompetenten Service als auch von der Qualität des angebotenen Essens, dass draussen an der Schiefertafel mundwässernd angeschrieben steht.

Es gibt für den Signore Tessiner Schinken und weisse Spargel auf einer sensationellen Parmesan-Creme (leider ist mir kein sensationelles Foto gelungen, daher müsst ihr mir einfach so glauben, dass es köstlich geschmeckt hat).

Genau so wie meine Gamberetti auf Mönchsbart mit einer knusprigen Focaccia-Scheibe dazwischen


Anschliessend für den Signore die hausgemachten Ravioli mit Brasato und Ricotta gefüllt, eine kleine feine Sauce dazu, Mozzarella-Späne darüber:


und für mich ein köstliches Seezungen-Ragout in Safran-Sauce auf fregola sarda, Bohnen und salicornes


Ich bin - wie schon bei unserem ersten Besuch - begeistert von dem grossen Angebot an offen ausgeschenkten Weinen, für den Rosato-Fan bei uns am Tisch empfiehlt uns der freundliche Kellner den Primello der Cantina Vinattieri aus Merlot und Pinot nero und für die Weissweintrinkerin am Tisch gibt es von einem meiner bevorzugten Winzer Guido Brivio den Ronco Bain (ein reinsortiger Sauvignon bianco).

Freitag, 25. März 2016

Bottegone del Vino, Lugano

Bottegone del Vino, Via Magatti 3, Lugano
Tel. 091 922 76 89, geöffnet von Montag bis Samstag, Reservierung nur für abends möglich

Dies ist mal wieder eine Neuentdeckung ganz nach meinem Geschmack! Ich bin begeistert und ihr müsst nun meine Begeisterungsstürme ertragen. 

Nach einer kleinen Shoppingtour in Lugano stand mir der Sinn nach einer kleinen Pause bzw. ganz konkret nach einem Prosecco. Mitten im Gewirr von schönen Geschäften und parallel zur Via Nassa (direkt hinter dem Nespresso-Geschäft) findet sich dieses Wein-Bistro. Wir sind eigentlich nur eingetreten um etwas zu trinken. Doch das Angebot an offenen Weinen und Speisen, die an der Wand an Schiefertafeln angeschrieben standen, verführte uns und so kehrten wir nach einer weiteren kurzen Shoppingrunde auf dem Rückweg dort wieder ein.



Die Atmosphäre erinnerte mich ein wenig an ein Pariser Bistro, das Ganze aufgefrischt durch italienische lärmende Fröhlichkeit. Die Kellner sind alle sehr  aufmerksam, kompetent und gut aufgelegt - das gefällt mir! 

Das Weinangebot ist umfassend, die Auswahl an offen ausgeschenkten Weinen beeindruckend. Jeden Monat wird ein Tessiner Winzer vorgestellt, durch dessen Weinsortiment sich man dann glasweise trinken kann. Ich habe den Signore (mal wieder) zum Chauffeur erklärt und begann, mich ausführlich mit dem Angebot des Winzers dieses Monates, dem Weingut Kopp von der Crone Visini, zu beschäftigen. Dabei wurde ich kompetent vom Service beraten.



Zum Apéritif wurde uns ein Teller mit selbstgebackenen Crissini, die mit Coppa umwickelt waren, Crostini mit Rinder-Tatar und Crostini mit Kalbs-Tatar serviert. Alles wunderbar würzig, gekonnt abgeschmeckt.

Anschliessend teilten wir uns zwei Vorspeisen: 

Einmal Tunfisch-Carpaccio mit Panzanella, dem toskanischen Brotsalat, wie ich ihn so fein bisher noch nirgendwo gegessen habe



ähm.... ursprünglich wurde der Teller anders serviert, doch ich besann mich erst im allerletzten Moment auf meine Fotografen-Pflicht und kann ihn euch nur noch in zerzupftem Zustand präsentieren, doch glaubt mir, es schmeckte grandios

unser zweiter Teller bestand aus einem hauchdünn aufgeschnittenen Rohschinken, serviert mit Ciccoria und Büscion, diesmal zückte ich die Kamera rechtzeitig:



ein Blick von einem unserer aufmerksamen Kellner, der bemerkte, dass wir uns dies teilten und schon standen zwei weitere kleinere Teller vor uns und der Schinken-Teller wurde zwischen uns geschoben.

Für den Signore gab es zum Abschluss noch eine Früchte-Tarte





Die im Bottegone del Vino herrschende Atmosphäre, die Aufmerksamkeit der fröhlichen Herren im Service, gemischt mit Lässigkeit und das interessante Wein- und Essensangebot haben mich begeistert - ich muss da ganz schnell wieder hin!


Sonntag, 19. Mai 2013

Grotto Flora, Bigogno d'Agra

Grotto Flora, Via Municipio 8, 6927 Bigogno (oberhalb von Lugano)
Tel. 091 994 15 67
geöffnet: Dienstag bis Samstag nur abends, Sonntag mittags und abends



Schon länger möchte ich dieses Grotto besuchen, über das ich schon häufiger gehört bzw. gelesen habe. Es ist regnerisch und ziemlich kühl. Im schönen Garten zu sitzen ist nicht möglich. Wir sind ein bisschen früh und betreten das noch leere Restaurant. Leer? Nein! Leer ist es nicht! Man wird fast erschlagen von der Deko, von den vielen Spitzendeckchen, dem Nippes... doch irgendwie ist auch alles stimmig. Die Tische sind liebevoll eingedeckt. Wenn man sich erstmal unter all dem zurecht gefunden hat, entdeckt man die hausgemachten, wunderbar knusprigen Grissini, die hauchdünnen, getrockneten Apfelscheiben und das marinierte Gemüse. 

Auf jedem Tisch steht eine Karaffe Rotwein. Aha... wir kennen das Konzept des Grotto Flora noch nicht, aber das deutet darauf hin, dass es hier zumindest sonntags ein einheitliches Menu inkl. Wein für alle gibt. Oh jeh, das ist gefährlich mit Gerhard, seine No Go/No Eat-Liste ist ziemlich lang - Rotwein mag er auch nicht so gerne. Dann lassen wir uns mal überraschen... Wir probieren vorsichtig ein Schlückchen Wein. Ich nehme ein weiteres, etwas grösseres Schlückchen, denn schon mein Vater sagt immer, dass Wein erst beim zweiten Schluck schmeckt. Dieser hat mir zwar schon beim ersten Schluck geschmeckt, aber beim zweiten schmeckt er noch viel besser. Ich widme meine Aufmerksamkeit meinem Mann gegenüber. Die steile Falte zwischen seinen Augenbrauen hat sich etwas geglättet. Das ist ein schlechtes Zeichen, das bedeutet, dass ihm dieser Wein offensichtlich auch gut schmeckt. Ich werfe einen Blick auf die Wein-Karaffe zwischen uns... hoffentlich ist da genug für uns beide drin!

Ich werde abgelenkt durch die Ankunft der Chefin: Flora kommt an unseren Tisch und das Gesamtkunstwerk vollendet sich! Sie passt so wunderbar in diesen Rahmen, dass man sich automatisch fragt, wer für diese gelungene Inszenierung verantwortlich ist. Keine Frage, das ist sicherlich Flora. Mit Lockenkopf und grünem Kleid mit Decolleté steht sie an unserem Tisch. Sehr sympathisch! Wir besprechen das Menu. Es gibt verschiedene Gemüse und einen kleinen Teller mit Salami, Coppa und Schinken, dazu Brot, alles hausgemacht.




Dann Risotto mit Steinpilzen und Gegrilltes, das von Floras Sohn auf dem grossen Grill zubereitet wird, der uns schon am Eingang aufgefallen ist. Salat dazu und fertig. Im Angebot sind heute Poulet, Lamm, Costine und... das andere habe ich vergessen - ich war abgelenkt...




.... abgelenkt vom Vino. "Was ist das denn für ein Wein", frage ich Flora. Ich bekomme die Antwort, die ich schon so häufig im Tessin bekommen habe. "Nostrano", sagt Flora. Gut, dann trinken wir halt Nostrano. Unserer oder der Unserige - so nennen die Tessiner ihren einfachen Landwein. Ich könnte in diesem Nostrano hier im Grotto Flora baden und muss mich beherrschen, damit ich nicht wie dieser Signore (auf dem nachfolgenden Bild) glücklich lächelnd neben Gerhard aus dem Lokal wanke  schreite.



Zum Abschluss gibt es noch diese traumhaft lockere Erdbeermousse mit Erdbeer-Coulis.



Fazit: Hierher würde ich gerne an einem schönen sonnigen Tag oder Abend wieder kommen, um mit Freunden an einer langen Tafel ausgelassen zu schlemmen (und den köstlichen Nostrano zu trinken natürlich).

Montag, 15. April 2013

Grotto Mulino, Pregassona

Grotto Mulino, Via Ramello, Pregassona (bei Lugano), Tel. 091 941 67 01
geöffnet von Donnerstag bis Sonntag, von Mitte März bis Mitte Dezember, mittags und abends




Habe ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich es liebe, hier im Tessin Restaurant-Neuentdeckungen zu machen? So? Ich hab es schon mal erzählt? Na, gut, das kann man aber auch nicht oft genug erzählen. Schliesslich ist es nicht einfach, noch etwas Neues zu entdecken, wenn man sich schon seit über 25 Jahren hier durch die Tessiner Gastronomie futtert. 

Habe ich auch schon erzählt, dass Gerhard nicht ganz so entdeckungsfreudig ist? Für manche Restaurantbesuche brauche ich mehrere Anläufe und muss tief in die weibliche Trickkiste greifen. Heute war ich ganz erstaunt, denn schon beim ersten Anlauf sind wir im Grotto Mulino gelandet. 

Den Tipp für das Grotto habe ich aus der kürzlich neu erschienenen Ausgabe 2013/14 des Slow Food Führers Osterie d'Italia. Ich freue mich jedes Jahr im Februar darauf und kaufe mir auch immer die neueste Ausgabe, wobei die älteren Jahrgänge ebenfalls (zum Unverständnis meines Mannes) aufgehoben werden.

An den Wochenenden und inbesondere abends wird eine Reservierung unbedingt empfohlen. Memo für mich: Beim nächsten Mal den Ecktisch mit dem schönen Fensterblick reservieren.

Ein netter, herzlicher Empfang und ein gut gelaunter, humorvoller Service. Das angenehm klein gehaltene Speisenangebot wird mündlich vorgetragen: einheimische Salumi, Lardo, Busecca (Kuttelsuppe), Linsensuppe, Tomino al forno (überbackener Frischkäse)... Unsere Wahl fällt auf Salumi und Lardo, das wird von dem lustigen jungen Mann mit den Worten kommentiert: "Sehr gut, sehr gesund und völlig cholesterinfrei"



Sieht gut aus, oder? Doch so ein paar Gürkchen und Zwiebelchen hätten nichts geschadet....

Dann für Gerhard die Linsensuppe, sehr kräftig, sehr wohlschmeckend:



Als Hauptgericht für den Signore dann das, was er häufig im Grotto bestellt: Brasato, diesmal mit Kartoffeln serviert
und für mich die Minestrone - ohne Kutteln bitte sehr:



Als Hauptgericht stehen noch zur Auswahl Brasato (Rindsschmorbraten), Coniglio (Kaninchen), Capretto (Zicklein), wahlweise mit Polenta oder Rosmarin-Kartoffeln.

Im Sommer wird das Angebot durch Gegrilltes ergänzt - die Costine di maiale (Schweinerippchen) sollen ausgezeichnet sein.

Gerhard probiert dann noch als Dessert die Spezialität des Hauses, den Strüss (Vanilleeis mit Rosinen, getrockneten Aprikosen und Pflaumen, mit Grappa übergossen)



Hier gibt es noch die schöne Sitte, den Wein in den traditionellen Tessiner Gefässen, den Tazzin, zu servieren. Wer mag, bekommt natürlich auch ein Weinglas, doch für den einfachen Roten, genannt Nostrano, sind diese Tazzin durchaus passend.




Das Grotto Mulino ist gut erreichbar, hat ausreichend Parkplätze und eine schöne grosse Terrasse für warme Tage.

Fazit: Ich muss da unbedingt wieder hin!

Donnerstag, 21. März 2013

Pierluigi, Hermann Hesse und das Grotto Morchino

Grotto Morchino,  Via Carona 1, Lugano-Pazzallo, Tel. 091 994 60 44
geschlossen: Samstagmittag und Montag ganztägig
http://www.morchino.ch/it/



Was gehört zu einem perfekten Abend? Da gibt es sicherlich viele unterschiedliche Vorstellungen. Für mich z.B. war gestern so ein perfekter Abend: Ein Essen mit lieben Freunden, lachen, angenehme Gespräche, sehr gut zubereitete bodenständige Tessiner Spezialitäten, ein roter Merlot, der so süffig ist, das man vielleicht noch eine Karaffe mehr bestellt, weil doch das Glas schon wieder leer ist und das Ganze an einem der schönen Holztische im Grotto Morchino - umsorgt durch den charmanten Padrone Pierluigi.

Das Grotto Morchino gehört seit vielen Jahren zu unseren bevorzugten Genussplätzen (danke, liebe Eline für dieses schöne Genusswort ;-) ).

Schon in seiner Kindheit hat sich Yannick häufig unseren sogenannten Hesse-Tag gewünscht, der dann seinen krönenden Abschluss in diesem Grotto fand. Wie dieser Hesse-Tag aussah, müsst ihr unbedingt klick hier in diesem Bericht nachlesen.


Untrennbar für mich mit dem Grotto Morchino verbunden ist Hermann Hesse, der ja bekanntlich bis zu seinem Tod im Tessin lebte. Er hat in seiner Erzählung "Klingsors letzter Sommer" dieses Grotto beschrieben, in dem auch er sich sehr gerne aufgehalten haben soll.  Das kann ich gut nachvollziehen. Auch ich halte mich hier sehr gerne auf, habe aber gegenüber Herrn Hesse den Vorteil, dass ich mich vom heutigen Padrone Pierluigi umsorgen lassen darf.

Unser perfektes Essen startete mit dieser Tagliata




 - Tessiner Platte mit Lardo, Coppa, Schinken, Mortadella und Salami in einer sensationellen Qualität. Lardo wird auch in einer interessanten Variante mit Birne und Honig serviert. Wurst und Fleisch werden direkt bei kleineren Produzenten aus der Umgebung bezogen.

Im Tessin hat die Capretto-Saison begonnen, das Morchino kocht saisonal, also wird hier ein Capretto serviert mit knusprigen Rosmarin-Kartoffeln und grünen Bohnen (leider ist das Foto nicht vorzeigbar - der Fotograf war auch schon mal besser...). Dafür kann ich dann wenigstens ein Foto vom Brasato al Merlot mit Nudeln (normalerweise mit Polenta, aber die mag Gerhard bekanntlich nicht) zeigen:



Dazu dann dieser süffige Merlot - fragt mich blos nicht, was das für einer war. Aber ich muss da ja sowieso wieder hin, dann trinke ich ihn wieder und dann frage ich Pierluigi auch nach dem Wein.

Freitag, 2. November 2012

Eine Welle von Sympathiepunkten und die Osteria Oxalis, Ponte Capriasca

Osteria Oxalis, Via Arch. Antonio da Ponte 9, 6946 Ponte Capriasca
Tel. 091 945 12 42, www.ristoranteoxalis.ch
geöffnet von Dienstagabend bis Sonntagmittag, Betriebsferien: ein paar Tage während des Carnevale und im August



Heute waren wir mal wieder auf Entdeckungsreise (alles natürlich im Dienste des Blogs). Diesmal wollten wir das Luganese ein wenig erkunden.  In Ponte Capriasca sehenswert ist die Kirche Sant' Ambrogio im alten Dorfkern mit einer - wie man sagt - der besten Kopien des Letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci, das von einem seiner Schüler geschaffen worden sein soll.




Doch wir waren ja mal wieder in kulinarischer Mission unterwegs. Wir hatten in der Osteria Oxalis nicht reserviert, da wir eher zufällig vorbei kamen und waren auch viel zu früh dran. Trotzdem wurden wir sehr freundlich von der Inhaberin Sabine Miggitsch begrüßt. Bei einem Aperitivo haben wir schon mal in Ruhe die Speisekarte studiert. Diese ist angenehm klein gehalten und wird jetzt zur Wildsaison durch ein paar Wildspezialitäten ergänzt. 

Als Vorspeise werden angeboten Antipasto del cacciatore (Wild-Vorspeisenteller), Terrina di fegato (hausgemachte Leberterrine) und

Tartare di tonno all'erba cipollina (Thunfischtartar mit Schnittlauch):



oder Wildlachs mit Meerrettichcreme:



Alle Pastagerichte sind hausgemacht; die Philosopie des Hauses lässt in der Küche keinerlei Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe zu. Fleisch, Gemüse und Salate stammen weitgehend aus Bioproduktion - da ist für mich schon mal ein wichtiges Kriterium erfüllt.

Als Hauptgericht gibt es für Gerhard Tagliatelle (hausgemacht) con ragù di cinghiale (mit Wildschweinragout)



und für mich Riso und Persico (Reis und Eglifilets):



(Memo für mich: beim nächsten Mal bei der Bestellung gleich dazu sagen, dass ich den Fisch innen eher glasig mag)

So wie mich die Speisekarte gleich auf Anhieb angesprochen hat, so enttäuscht war ich nach einem Blick in die Weinkarte. Ganz offen habe ich bei der Bestellung angesprochen, dass ich ein wenig Probleme bei der Weinauswahl habe. Fröhlich antwortete mir die Inhaberin, dass sie Weine ständig neu und nach Lust und Laune kaufe und sich das Weinangebot häufig ändere. Die mündlich vorgetragene Weinauswahl überzeugte mich dann schnell von Kompetenz und Angebot. Wir folgten der Empfehlung für den Oro Bianco (Merlot, Chasselas, Chardonnay) von Agriloro, Tenimento dell'Ör, aus Arzo, ein Weingut, dass ich schon seit längerem mit Interesse verfolge. Er schmeckte auch Gerhard trotz eines geringen Chardonnay-Anteils sehr gut.

Trotz der sehr verführerischen Dessertkarte gab es mal wieder unseren Standard-Abschluß Espresso und Espresso-Grappa für mich. Wir kommen ein wenig mit der Inhaberin ins Gespräch. Sabine heißt sie! Ach, deshalb waren wir uns auf Anhieb so sympathisch! Weine liebt sie auch! Ein weiterer Sympathiepunkt! Ach, sie ist einfach sympathisch und charmant und kompetent sowieso - Fazit: Ich muss da wieder hin!



Sonntag, 7. Oktober 2012

Kastanien im Tessin und Ristorante Albergo San Michele, Arosio

Ristorante Albergo San Michele, Arosio, Malcantone, Tel. 091 609 1938
geschlossen: 12. - 22. Dezember 2012, ab Januar 2013 dienstags und mittwochs Ruhetage
www.sanmichele.ch


Jetzt ist die Jahreszeit, zu der in fast allen Gemeinden bzw. kleinen Dörfern im Tessin die Castagnatas, die Kastanienfeste, beginnen. Eines der beliebtesten findet in Ascona am 6.und 13. Oktober 2012 statt (klick hier)



Wir haben uns aufgemacht nach Arosio (850 m.ü.M.), ins höchstgelegene Dorf im Malcantone. Dort beginnt der Sentiero del Castagno, ein ca. 5-stündiger Wander- und Erlebnisweg durch Kastanienwälder mit vielen Informationen rund um das einst wichtigste Grundnahrungsmittel der Tessiner Bevölkerung. Wer uns kennt, weiss, dass wir nicht zum Wandern ins Malcantone gefahren sind, da muss es doch auch noch etwas Kulinarisches geben. Richtig! Das Ristorante San Michele hat im Herbst viele Kastaniengerichte auf der Karte. So z.B. die Kastanien-Pilz-Suppe:



oder auch Kastanienspätzle oder glacierte Kastanien zum Wild.

Diverse Risotti, darunter ein Risotto aus Birne, Walnüssen und Gorgonzola und natürlich zu dieser Jahreszeit Risotto Funghi mit frischen Steinpilzen



Oder Pasta mit verschiedenen Saucen, Tortellini mit Walnuss-Gorgonzola-Sauce:



Als Tagesempfehlung gibt es Wildschweinragout. Ansonsten stehen auf der Karte Lammkotelettes in Calvados-Sauce oder
Entrecôte in Pfeffer-Butter:



Fazit: Eine einfache, bodenständige, sehr schmackhafte Küche in einem Ambiente zum Wohlfühlen. Die verwendeten Produkte sind von regionalen Produzenten bzw. sind aus Bioanbau. Wer eines der an den Wochenenden stattfindenden Jazzkonzerte besuchen möchte (Programm auf der Homepage), findet auch eine Übernachtungsmöglichkeit in einem der Zimmer (mit Dusche und WC auf der Etage)